Virtual Reality: Kooperation, Events & Überwachung - Special

 

Special: Virtual Reality (Hardware)

von Jan Wöbbeking



Hardware
Entwickler: -
Publisher: -
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Spielinfo Bilder Videos
Rec Room

Nicht nur Facebook arbeitet an seiner eigenen Vision der Oasis (die Nutzer mit Datenschutz-Bedenken vermutlich als IOI-Variante empfinden dürften). Rec Room bietet bereits seit vier Jahren einen ganz ähnlichen kostenlosen Mix aus sozialem Treffpunkt und Spielebaukasten. In diesen können Neugierige übrigens auch ohne VR auf zahlreichen Plattformen hineinschnuppern. Finanziert wird das Erlebnis mit allerlei In-App-Käufen per „Token“-Währung, die sich auch im Spiel verdienen lässt – z.B. für Kosmetik oder Bastel-Objekte.

Obwohl sich die App im Early-Access befindet, kommt sie in unseren Augen schon jetzt dem am nächsten, was Earnest Cline in seinem Roman Ready Player One beschrieb. Sicher, auf den ersten Blick wirken die an Playmobil oder Roblox erinnernden Comic-Kulissen und -Figuren etwas schlicht. Es soll schließlich auch auf Mobilsystemen wie iOS alles rund laufen. Doch nirgendwo anders taucht man bisher so unkompliziert und umfassend unter dem Headset in eine virtuelle Welt ab wie hier! Ob man lediglich in einer Lobby mit Physik-Spielereien herumalbert, etwas Smalltalk mit Fremden hält, in einem offiziellen Raum eine Runde Paintball oder Disc-Golf startet oder selbst mit dem Editor-Werkzeug „Maker Pen“ kreativ wird: Hier findet alles in der gleichen virtuellen Welt statt, in der man flott und elegant von Raum zu Raum gebeamt wird oder persönlich durch Türen schreitet. Mit Hilfe diverser Kategorien landet man schnell in Themen-Clubs, startet einen privaten Raum für Freunde oder beobachtet auf einer öffentlich zugänglichen „House Party“, wie ein übermütiges Grüppchen den Kopf eines Partygasts mit Pfeilen dekoriert: „Macht das wieder weg!!“

Junges Publikum

Der Rec-Room-Klassiker Paintball.
Der Rec-Room-Klassiker Paintball.
Trotz vieler jüngerer Nutzer (bis 12 Jahre ist übrigens ein Junior-Account Pflicht) wirkte bei unseren ersten Ausflügen alles deutlich gesitteter und übersichtlicher als im chaotischen VRChat mit seinem Meme-Wahnsinn, tanzenden Anime-Avataren und komplettem Körpertracking. Während in VRChat eher Cosplay-Themen und der Spaß an der Verkleidung zum Ausdruck kommen, dreht sich Rec Room primär ums familienfreundliche spielerische Beisammensein und kreative Kooperation. Hier kann man schließlich mit bis zu 40 Leuten gleichzeitig die „Maker-Pen“-Werkzeuge auspacken, um zusammen eine Festung, eine Science-Fiction-Kulisse oder Ähnliches zu bauen. Und zwar während man ganz locker mit den anderen herumflachst oder zwischendurch zur Auflockerung eine Runde in einem anderen Raum spielt. Vor allem aber bleibt man unterm VR-Headset dauerhaft und konsistent in dieser virtuellen Welt, in der man sich stundenlang verlieren kann - vor allem kabellos mit der Quest.

Dieses Gefühl kann z.B. der PSVR-Baukasten Dreams (zum VR-Test) nicht liefern, obwohl dort künstlerisch und bei der Werkzeug-Vielfalt viel mehr möglich ist – inklusive eines professionellen malerischen Looks und komplexen Schaltungen. Trotz limitierter Konstruktionsmöglichkeiten gibt es in Rec Room („Rec“ steht übrigens für „Recreation“, also Erholung) bereits eine Reihe interessanter Custom-Räume von Nutzern, darunter Escape-Room-Varianten in Spukhäusern oder ein Paintball-Match auf einer von Halo inspirierten Karte. Sogar Klone von Fall Guys oder Among Us aus der Ego-Sicht gibt es. Mit teils mehreren Millionen Visits liegen die Nutzerzahlen von Rec-Room-Räumen bereits weit über den Verkaufszahlen der meisten klassischen VR-Spiele.

Kein virtueller Überwachungsstaat

Mit dem "Maker Pen" werden sämtliche Bastelfunktionen bedient.
Mit dem "Maker Pen" werden sämtliche Bastelfunktionen bedient.
Im Freality-Podcast erwähnte Community-Designer Shawn Whiting, dass das Studio bereits eine Möglichkeit für Nutzer plane, echtes Geld mit dem Bau von Erfahrungen, Erfindungen und Events zu verdienen. Auch Video-Tutorials und Discord-Klassen gibt es bereits. Das Reizthema Moderation geht Hersteller Rec Room Inc. laut Whiting ganz anders an als Facebook - auch wenn er im Podcast aus Sicherheitsgründen keine Details nennen wollte:

„Ich kann verraten, dass es überhaupt nicht mit dem vergleichbar ist, was Horizon tut. Wir überwachen es nicht in diesem Ausmaße. Wir bekommen genug Informationen in den Reports, um aktiv werden zu können. Und wir haben viele Leute, mit denen wir in der Community zusammenarbeiten - darunter freiwillige Moderatoren, die uns Reports zusenden. Und diese Reports tauchen etwas höher eingestuft auf, weil es Leute sind, bei denen wir eine gute Moderations-Vergangenheit identifiziert haben. Und man kann in den Rec-Centern erkennen, wer sie sind. Das ist unsere Philosophie und wir nehmen die Privatsphäre sehr ernst. Wir haben z.B. unterschiedliche Regeln für private und öffentliche Räume. In einem privaten Raum kann man viel mehr machen als in einem öffentlichen Raum. Ich frage mich bezüglich der Aufnahme-Sache von Facebook Horizon: Wenn ich in einem privaten Raum mit ein paar Freunden bin und mich jemand z.B. aus Spaß meldet, oder weil sie tatsächlich etwas nicht mochten, das ich gesagt habe – werden dann drei Minuten meiner privaten Konversation zu Facebook hochgeladen? Soll das wirklich auf diese Weise geregelt werden? Das würde wirklich krass auf mich wirken.“

Es sei allerdings verständlich, dass Facebook in seiner Rolle als großes Unternehmen aufpassen und seine Dienste schützen müsse. Für sie sei es wichtig, dass nichts Schlimmes passiere, das danach in der Presse oder auf Youtube für massenhaft negative PR sorgt. Im Gegenzug könnten sich die Nutzer aber nicht so frei und unbefangen entfalten wie auf weniger streng überwachten Plattformen. In den erwähnten privaten Räumen von Rec Room lassen sich übrigens auch ernsthafte virtuelle Vorlesungen abhalten, wie der Youtube-Kanal MRTV mit seinem Chinesisch-Sprachkurs bewiesen hat. Dieser Bereich des Online-Unterrichts spielt im Zuge der weltweiten Pandemie derzeit natürlich eine wachsende Rolle.

Kommentare

johndoe94715 schrieb am
Ich denke es wird noch 50 Jahre dauern bis man technisch soweit ist. Aktuell sieht das alles, egal ob Horizons, VR-Chat, Rec Room einfach viel zu billig aus.
Vermutlich muss so eine VR Welt wie Oasis auf einem eigenen Super Computer berechnet werden und jeder User bekommt ein gerendertes Bild via Streaming, nur so würde man eine riesige Welt mit Mio Spielern(!) mit perfekt kohärent funktionierender Physik hinbekommen mit und halt nicht so "glitchy" wie man es von MMORPGs kennt.
Und ich denke, die Oasis wird wenn auch nicht von Facebook kommen. Die verspielen im Moment leider allen Kredit denn sie sich die Jahre aufgebaut haben mit dieser Facebook Zwangsverbindung.
Sir Richfield schrieb am
Loopan hat geschrieben: ?
14.10.2020 22:51
Ich denke nicht, dass sich Zuckerberg für mich 52 jährigen Zocker aus der Schweiz nähe Zürich interessiert.
Doch, tut er. In dem Sinne, dass er dich an Gamestop CH verkaufen kann.
ssmurf schrieb am
Loopan hat geschrieben: ?
14.10.2020 22:51
Man kann ja auch von allem Angst haben.
Ich denke nicht, dass sich Zuckerberg für mich 52 jährigen Zocker aus der Schweiz nähe Zürich interessiert.
Derweil geniesse ich die Quest 2 einfach und bin hin und weg von meinem ersten VR-System! Ich hab in meiner ganzen Gamerkarriere noch nie solche Bauklötze gestaunt wie gestern als ich sie zum ersten Mal ausprobiert habe.
Aber das ist eben auch nur meine bescheidene Meinung, welche ebenfalls kaum jemanden interessieren wird ;)
ich hab weiterhin einfach Spass damit, sollen sich andere Sorgen machen.....
Frei Ausgedrückt: ich mach beim Klogang auch die Tür zu obwohl wohl jeder weiss was da passiert.
Es steht am Ende jedem frei wie weit er seine Privatssphäre wahren möchte, oder eben nicht. Deine Argumentation ist für dich schlüssig, das ist das wichtigste. Vor nicht allzulanger Zeit sind Leute auf die Strasse gegangen und haben ihre und damit auch unsere Rechte und Freiheiten erkämpft (hartes Wort, aber das trifft wohl zu).
Heute tauschen wir sie halt nach und nach gegen Rabattpunkte und schnellstmöglichen Zugang zu den aktuellsten Katzenbildern ein.
Der Wert einer Sache bestimmt den Preis, diejenigen die den Preis dafür bezahlt haben wundern sich eventuell welchen Wert wir dem beimessen.
Loopan schrieb am
Man kann ja auch von allem Angst haben.
Ich denke nicht, dass sich Zuckerberg für mich 52 jährigen Zocker aus der Schweiz nähe Zürich interessiert.
Derweil geniesse ich die Quest 2 einfach und bin hin und weg von meinem ersten VR-System! Ich hab in meiner ganzen Gamerkarriere noch nie solche Bauklötze gestaunt wie gestern als ich sie zum ersten Mal ausprobiert habe.
Aber das ist eben auch nur meine bescheidene Meinung, welche ebenfalls kaum jemanden interessieren wird ;)
ich hab weiterhin einfach Spass damit, sollen sich andere Sorgen machen.....
Sir Richfield schrieb am
Cytasis hat geschrieben: ?
14.10.2020 20:28
m Moment sogar ohne dass alles was ich sogar aufm klo sage aufgezeichnet wird.. 8)
Ich will damit jetzt nicht Facebook irgendwie in Schutz nehmen oder "ABA die Anderen" schreien, mehr so auf das generelle Problem im Allgemeinen hinweisen, aber wenn man sich anguckt, mit welchen Features Microsoft Office 365 bei den Chefs! bewirbt, da wird dir (und Betriebsräten) so richtig anders.
schrieb am