Doom Eternal: Die wichtigsten Shooter der 90er - Special

 

Special: Doom Eternal (Shooter)

von Jörg Luibl



Doom Eternal: Von Doom bis Quake 3: Arena
Die wichtigsten Shooter der 90er
Entwickler:
Publisher: Bethesda
Release:
20.03.2020
20.03.2020
kein Termin
13.12.1993
20.03.2020
08.12.2020
20.03.2020
kein Termin
Erhältlich: Digital (PSN, Xbox Store, Steam), Einzelhandel
Erhältlich: Digital (PSN, Xbox Store, Steam), Einzelhandel
Erhältlich: Digital (PSN, Xbox Store, Steam), Einzelhandel
Erhältlich: Digital (Nintendo eShop), Einzelhandel
Erhältlich: Digital (PSN, Xbox Store, Steam), Einzelhandel
Jetzt kaufen
ab 29,99€

ab 16,51€
Spielinfo Bilder Videos

Auch wenn der Shooter an Strahlkraft verloren hat, ist dieses Genre immer noch sehr populär. Klassiker wie Counter-Strike halten sich tapfer auf den Servern, Call of Duty und Battlefield sind Stammgäste in den Verkaufscharts, gerade sorgt Doom Eternal für ein Revival der puren Ballerei und Half-Life: Alyx grüßt in VR. Aber egal ob auf dem PC oder der Konsole: Sie alle sind Erben der glorreichen 90er Jahre, in denen dieses Genre geboren wurde. Wir stellen die zehn wichtigsten Ego-Shooter dieser Pionierzeit vor.



Wolfenstein 3D (1992, id Software)

Warum ist Wolfenstein 3D der Urvater der Ego-Shooter? Nicht etwa, weil er Feuergefechte in First-Person als Erster inszenierte. Denn diese technischen Wurzeln liegen weiter zurück in den 80ern. Und id Software selbst zeigte die Ich-Perspektive schon 1991 im Fantasy-Shooter Catacomb 3-D.

Aber John Carmack und John Romero demonstrierten hier den Wechsel von 2D zu 3D innerhalb einer bekannten Reihe: Die Topdown-Perspektive des Vorgängers Castle Wolfenstein verwandelte sich in eine dritte Dimension mit texturierten Wänden, in der man schnelle Action erlebte. Zwar bestanden die Gegner nur aus Sprites, Boden und Decke blieben grau und es gab nur eine Ebene. Aber dieser Ego-Shooter wurde als Shareware-Titel so richtig populär und verkaufte sich schon 1992 weltweit 100.000 mal.

Auch ohne Texturen auf Böden und Decken sorgte Wolfenstein 3D für Shooterspaß.
Auch ohne Texturen auf Böden und Decken sorgte Wolfenstein 3D für Shooterspaß.
Dazu trugen auch das Thema, die Brutalität sowie der schwarze Humor bei: In der Rolle des von Nazis gefangenen B.J. Blazkowicz ballerte man sich zunächst durch eine Burg. Der Zweite Weltkrieg wurde mit futuristischen Elementen gekreuzt, so dass Hitler fast wie ein Roboter aussah und alleine die Namen wie Dr. Otto Giftmacher oder General Fettgesicht sorgten für ein Schmunzeln. Man hatte zwar nur vier Waffen, aber es gab neben Medikits und Munition auch Schlüssel, Geheimgänge sowie Bosse. Lange Zeit durfte man Wolfenstein 3D trotz seiner antifaschistischen Story nicht in Deutschland spielen. Er wurde aufgrund verfassungsfeindlicher Symbolik sowie Gewaltverherrlichung beschlagnahmt, indiziert und kursierte als „Hundefelsen 4C“ getarnt oder unter den Ladentheken. Diese Zeit der Verbannung von Spielkultur ist aber seit 2019 endlich vorbei. Trotzdem werdet ihr in diesem Special einige immer noch indizierte Titel finden.

Doom (1993, id Software)

Schon ein Jahr nach Wolfenstein 3D erweiterte id Software das gerade geborene Genre mit Doom – und das sollte den Ego-Shooter so richtig in Fahrt bringen. In einer düsteren Science-Fiction-Welt konnten die Entwickler ihre Erfahrung ausspielen und die 3D-Technik erweitern: Es gab vertikale Verbindungen über Treppen und Fahrstühle, dazu schönere Texturen sowie Lichteffekte, eine bessere Tiefenwirkung und ein wesentlich komplexeres Leveldesign, das nicht mehr schachbrettartig auf eine Ebene beschränkt war.  Kurzum: Doom war grafisch eine Wucht.

wdeed
In Doom sah das Ganze schon kompletter aus - und wurde auch spielerisch bereichert.
Es war auch das erste Spiel, dass der bis dato fortschrittlicheren Demo-Szene technologisch Paroli bieten konnte. Zudem war das Artdesign mit seinen bizarren Kreaturen und Dämonen, die teilweise vom Zombie-Film Army of Darkness sowie vom Pen&Paper-Rollenspiel Dungeons & Dragons inspiriert waren, unheimlich markant.

id Software feuerte auch spielmechanisch aus allen Rohren: Als Space Marine hatte man es mit bösen Fallen, Schaltern, Keycards, Geheimgängen und deutlich mehr Waffen bis hin zu Raketenwerfer und Kettensäge zu tun, mit deren Vor- und Nachteilen hinsichtlich Schaden und Nachladezeiten man wunderbar experimentieren konnte - die Soundeffekte der Schrotflinte haben es sogar in den Rammstein-Song Herzeleid geschafft. Unterschiedliche Munition, Rüstungen sowie Items für kurzfristige Unsichtbarkeit bereicherten das Geballer mit Abenteuerflair, in dem man dunkle Areale beleuchten oder nur mit richtiger Ausrüstung oder akrobatischen Raketensprüngen in spezielle Zonen gelangen konnte.

Man versank also nicht nur knietief mit zig Kills in Leichen, sondern musste auch mal wie in einem Dungeon-Crawler nachdenken. Aber noch wichtiger für die Zukunft der Ego-Shooter war eine Premiere in der Multiplayer-Action: Man konnte die Kampagne von Doom kooperativ erleben und erstmals mit bis zu vier Leuten im Splitscreen oder über ein lokales Netzwerk gegeneinander in Arenen antreten; später auch online. Begriffe wie Deathmatch, Frag, Respawn & Co wurden mit diesem Ego-Shooter geboren. Und jetzt festhalten: id Software setzte auf Shareware und verteilte kostenlos die Demo von Doom, die nahezu ein Drittel des Spiels enthielt – freche Händler durften die übrigens verkaufen, aber sie hatten nicht die Vollversion. Wer das komplette Spiel wollte, musste es direkt bei den Entwicklern bestellen!
Doom Eternal ab 16,51€ bei kaufen

Kommentare

TheoFleury schrieb am
So kurz nach Release und Milliardenhafter positiver Reviews die sich wie ein Lauffeuer verbreitet haben und das Ego Shooter Genre (Sorry, Ballerspiel in Ego Ansicht) steht wieder an der Spitze voller Power und stolzer Brust.
Muss ein Nachfolger her, spätestens dieses Jahr zu Weihnachten. So schnell wie möglich! Der sprengt dann nochmal alles und die minimalen Erwartungen sowieso.
Ob DOOM 6 (7?) genauso den Markt des einsamen Ego Shooters revolutionieren wird und als Blaupause für weitere innovativste Projekte dient? Die Power der kommenden PS5 kann darüber mehr Auskunft geben , In Kürze mehr Infos zum besten Ballerspiel der letzten 10 Jahre in Ego Ansicht :lol:
Sir Richfield schrieb am
dermoritz hat geschrieben: ?14.04.2020 18:34 Die Beta war es die Counter Strike berühmt gemacht hat. Es verging eine gefühlte Ewigkeit bis die Beta verlassen wurde.
Schon klar, Valve hat damals nicht einfach irgendwelche Hinterhof Modder rekrutiert. :)
Wo wir gerade von Valve Spielen, die mal Mods waren sprechen, was ist denn mit Team Fortress? Das hat als Quake Mod angefangen, angeblich 96.
Dies nachgelesen und getippt, tue ich mich auch schwer mit der Aussage, Q3A und UT hätten den Grundstein für kompetetiven MP gelegt.
Beide haben einen Meilenstein gesetzt durch Reduzierung zweier extrem bekannter (SP) Franchises auf (Team) Deathmatch und CTF. Und durch die Reduktion Meisterung eben dieser Klasse.
Der Grundstein lag eigentlich schon seit Doom selig LAN und Quake Internet bot.
Streng genommen sind id und Epic mit Q3A und UT dann auch "nur" dem gefolgt, was ihre Community ihnen vorgemacht hat. (u.A. durch Dinge wie TF und CS. Wobei Q3A und UT, wie gesagt, andere Schwerpunkte haben.)
dermoritz schrieb am
Sir Richfield hat geschrieben: ?14.04.2020 16:19
Wenn ich das richtig lese, dann werden die mit der Mod wohl relativ früh nach HL angefangen haben. Eine erste Beta kam wohl Juni 99 raus.
Die Beta war es die Counter Strike berühmt gemacht hat. Es verging eine gefühlte Ewigkeit bis die Beta verlassen wurde.
Sir Richfield schrieb am
dermoritz hat geschrieben: ?14.04.2020 14:55 Mir persönlich fehlt auch Duke Nukem 3D aber auch Counter Strike - aus meiner Sicht begann hier "competetive" und nicht erst mit Quake 3 und UT?!
Q3A ist ein knappes Jahr älter als CS, wenn mich die ersten drei Sekunden Google-Fu nicht belügen. :)
Hmm... schwierig.
Wenn ich das richtig lese, dann werden die mit der Mod wohl relativ früh nach HL angefangen haben. Eine erste Beta kam wohl Juni 99 raus.
Q3A kam Dezember 99
April 2000 hat Valve die Modder übernommen und denen gesagt "Hier, Geld, macht da mal ein Spiel draus".
Und November 2000 kam dann CS von Valve.
Also die Idee reiner MP kam vor Q3A, aber Q3A war halt eher offiziell auf dem Markt.
Also sieht man davon ab, dass beide leicht unterschiedliche "Ziele" haben und dass (Team?) Deathmatch seit Doom existiert und so...
dermoritz schrieb am
Mir persönlich fehlt auch Duke Nukem 3D aber auch Counter Strike - aus meiner Sicht begann hier "competetive" und nicht erst mit Quake 3 und UT?!
Schön finde ich das Dark Forces in der Liste ist - für mich begann hier das perfekte verknüpfen von Story mit Shooter (was Half Life sehr gut fortsetzte). Aber natürlich auch das nach oben/unten schauen - wie es im Artikel steht.
Mir fehlt in jeder Liste oft "Magic Carpet" - es war vielleicht kein klassischer shooter (mit dem selben Argument findet man Descent selten in Listen). Magic Carpet hat aber als erstes (auch per Default) auf Maus/Tastatur der heutigen Shooter gesetzt - aus meiner Sicht eine der größten Innovationen.
(ob Marathon davor war kann ich schlecht beurteilen)
(Viele jüngere Leute könnten sich wahrscheinlich nicht vorstellen wie man davor Shooter gesteuert hat )
schrieb am

Doom Eternal
Ab 29.99€
Jetzt kaufen