Doom Eternal: Die wichtigsten Shooter der 90er - Special

 

Special: Doom Eternal (Shooter)

von Jörg Luibl



Entwickler:
Publisher: Bethesda
Release:
20.03.2020
20.03.2020
29.06.2021
13.12.1993
20.03.2020
08.12.2020
20.03.2020
29.06.2021
Erhältlich: Digital (PSN, Xbox Store, Steam), Einzelhandel
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Unreal (1998, Epic, Digital Extremes)

Dass der Ego-Shooter immer ein Motor für technischen Fortschritt war, hat Unreal im Jahr 1998 demonstriert. Es war sowohl der Name einer Grafik-Engine als auch eines Spiels, mit dem nach der langen Dominanz von id Software ein neuer Entwickler aufblühte: Epic Games. Cliff Bleszinski, Tim Sweeney & Co konnten der Action in der dritten Dimension vor allem innovative grafische Facetten hinzufügen: die Technik war so beeindruckend, dass selbst Bill Gates interessiert war.

Zum einen gab es farbige dynamische Beleuchtung, dazu Nebel und andere Partikeleffekte, bewegte Schatten sowie mehr Varianz bei Oberflächen, die rund designt werden konnten, Licht reflektierten und markantere Texturen zeigten. Zudem unterstützte die UnrealEngine das Rendering sowohl für DirectX als auch OpenGLide – diese Offenheit trug zum späteren Erfolg bei. Unreal war wie Quake ein prägender Online-Shooter, der neben Deathmatch auch King-of-the-Hill als Modus etablierte.

weddwe
Unreal war technisch beeindruckend und trumpfte auch mit seinem Szenario auf.
Obwohl sich der Ego-Shooter rein spielmechanisch nicht stark von den bisherigen unterschied, sorgte er mit seinem eher bunten, aber sehr stimmungsvollen Artdesign sowie großen Arealen für ein monumentales Flair. Zudem gab es auch hier eine wichtige Premiere: Zum ersten Mal konnte man im Multiplayer gegen Bots kämpfen, die es bis dato nur in Mods zu Quake oder Doom gab. Diese zeigten diverses Verhalten, was man auch anhand der KI in der Science-Fiction-Kampagne erleben konnte: Die Gegner waren so clever, dass sie einen sogar verfolgen oder umgehen konnten. Schließlich entstand aus diesem Ego-Shooter auch das auf Multiplayer fokussierte Unreal Tournament.

Half-Life (1998, Valve)

Auch wenn der Ego-Shooter längst etabliert war, auch wenn er grafisch dominierte und Spieler weltweit begeisterte: Es gab eine Lücke. Und Valve sollte sie mit Gordon Freeman und Half-Life schließen. Man sehnte sich nach mehr Story, besserer Regie und dichterer Dramaturgie – all das servierte dieses dystopische futuristische Abenteuer, das laut Gabe Newell von Stephen Kings „Der Nebel“ inspiriert wurde. Sowohl hinsichtlich des Plots, der Inszenierung als auch in subtilen Details der Präsentation wie etwa den Texten in Ladephasen oder dem erstmals manuellen Nachladen von Magazinen setzte Valve Zeichen.

Half-Life ist aus vielen Gründen ein Meilenstein der Shooter-Geschichte.
Half-Life ist aus vielen Gründen ein Meilenstein der Shooter-Geschichte.
Zum ersten Mal startete man einen Ego-Shooter mit einem in die Geschichte integrierten Tutorial, Zwischensequenzen wurden nicht nur in der Spielgrafik gezeigt, sondern man erlebte sie aus der Sicht von Gordon, zudem gingen die Levels direkt ineinander über - all das sorgte für ein ebenso flüssiges wie immersives Erlebnis. Die anderen Charaktere wirkten mit ihren Reaktionen auf den Spieler nicht wie Bots, sondern ungewöhnlich lebendig. Zusammen mit der realistisch anmutenden Kulisse entstand so etwas wie Filmflair, während man sich durch Soldaten und Aliens kämpfte.

Auch die Shooter-Mechanik wusste zu begeistern, zumal die Gegner-KI auch mal flüchtete oder einen gezielt mit Granaten aus der Deckung locken wollte. Hinzu kamen feine Details wie etwa permanente Veränderungen in der Welt durch Blutspuren oder physikalische Interaktionen, die für Vorteile im Kampf oder sogar Rätselflair sorgten. Das Spiel sah zudem klasse aus und basierte auf einer stark modifizierten Quake-Engine, aus der Valve dann später die eigene Source-Engine für Half-Life 2 entwickelte.

Noch entscheidender für die Spielkultur war, dass Gabe Newell und sein Team diesen Ego-Shooter sofort für Modder freigaben: So entstanden später mit Counter-Strike und Team Fortress zwei der wichtigsten Online-Ego-Shooter.
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Kommentare

TheoFleury schrieb am
So kurz nach Release und Milliardenhafter positiver Reviews die sich wie ein Lauffeuer verbreitet haben und das Ego Shooter Genre (Sorry, Ballerspiel in Ego Ansicht) steht wieder an der Spitze voller Power und stolzer Brust.
Muss ein Nachfolger her, spätestens dieses Jahr zu Weihnachten. So schnell wie möglich! Der sprengt dann nochmal alles und die minimalen Erwartungen sowieso.
Ob DOOM 6 (7?) genauso den Markt des einsamen Ego Shooters revolutionieren wird und als Blaupause für weitere innovativste Projekte dient? Die Power der kommenden PS5 kann darüber mehr Auskunft geben , In Kürze mehr Infos zum besten Ballerspiel der letzten 10 Jahre in Ego Ansicht :lol:
Sir Richfield schrieb am
dermoritz hat geschrieben: ?14.04.2020 18:34 Die Beta war es die Counter Strike berühmt gemacht hat. Es verging eine gefühlte Ewigkeit bis die Beta verlassen wurde.
Schon klar, Valve hat damals nicht einfach irgendwelche Hinterhof Modder rekrutiert. :)
Wo wir gerade von Valve Spielen, die mal Mods waren sprechen, was ist denn mit Team Fortress? Das hat als Quake Mod angefangen, angeblich 96.
Dies nachgelesen und getippt, tue ich mich auch schwer mit der Aussage, Q3A und UT hätten den Grundstein für kompetetiven MP gelegt.
Beide haben einen Meilenstein gesetzt durch Reduzierung zweier extrem bekannter (SP) Franchises auf (Team) Deathmatch und CTF. Und durch die Reduktion Meisterung eben dieser Klasse.
Der Grundstein lag eigentlich schon seit Doom selig LAN und Quake Internet bot.
Streng genommen sind id und Epic mit Q3A und UT dann auch "nur" dem gefolgt, was ihre Community ihnen vorgemacht hat. (u.A. durch Dinge wie TF und CS. Wobei Q3A und UT, wie gesagt, andere Schwerpunkte haben.)
dermoritz schrieb am
Sir Richfield hat geschrieben: ?14.04.2020 16:19
Wenn ich das richtig lese, dann werden die mit der Mod wohl relativ früh nach HL angefangen haben. Eine erste Beta kam wohl Juni 99 raus.
Die Beta war es die Counter Strike berühmt gemacht hat. Es verging eine gefühlte Ewigkeit bis die Beta verlassen wurde.
Sir Richfield schrieb am
dermoritz hat geschrieben: ?14.04.2020 14:55 Mir persönlich fehlt auch Duke Nukem 3D aber auch Counter Strike - aus meiner Sicht begann hier "competetive" und nicht erst mit Quake 3 und UT?!
Q3A ist ein knappes Jahr älter als CS, wenn mich die ersten drei Sekunden Google-Fu nicht belügen. :)
Hmm... schwierig.
Wenn ich das richtig lese, dann werden die mit der Mod wohl relativ früh nach HL angefangen haben. Eine erste Beta kam wohl Juni 99 raus.
Q3A kam Dezember 99
April 2000 hat Valve die Modder übernommen und denen gesagt "Hier, Geld, macht da mal ein Spiel draus".
Und November 2000 kam dann CS von Valve.
Also die Idee reiner MP kam vor Q3A, aber Q3A war halt eher offiziell auf dem Markt.
Also sieht man davon ab, dass beide leicht unterschiedliche "Ziele" haben und dass (Team?) Deathmatch seit Doom existiert und so...
dermoritz schrieb am
Mir persönlich fehlt auch Duke Nukem 3D aber auch Counter Strike - aus meiner Sicht begann hier "competetive" und nicht erst mit Quake 3 und UT?!
Schön finde ich das Dark Forces in der Liste ist - für mich begann hier das perfekte verknüpfen von Story mit Shooter (was Half Life sehr gut fortsetzte). Aber natürlich auch das nach oben/unten schauen - wie es im Artikel steht.
Mir fehlt in jeder Liste oft "Magic Carpet" - es war vielleicht kein klassischer shooter (mit dem selben Argument findet man Descent selten in Listen). Magic Carpet hat aber als erstes (auch per Default) auf Maus/Tastatur der heutigen Shooter gesetzt - aus meiner Sicht eine der größten Innovationen.
(ob Marathon davor war kann ich schlecht beurteilen)
(Viele jüngere Leute könnten sich wahrscheinlich nicht vorstellen wie man davor Shooter gesteuert hat )
schrieb am

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