Doom Eternal: Die wichtigsten Shooter der 90er - Special

 



Shooter
Entwickler: id Software
Publisher: Bethesda
Release:
20.03.2020
20.03.2020
13.12.1993
20.03.2020
2020
20.03.2020
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Unreal (1998, Epic, Digital Extremes)

Dass der Ego-Shooter immer ein Motor für technischen Fortschritt war, hat Unreal im Jahr 1998 demonstriert. Es war sowohl der Name einer Grafik-Engine als auch eines Spiels, mit dem nach der langen Dominanz von id Software ein neuer Entwickler aufblühte: Epic Games. Cliff Bleszinski, Tim Sweeney & Co konnten der Action in der dritten Dimension vor allem innovative grafische Facetten hinzufügen: die Technik war so beeindruckend, dass selbst Bill Gates interessiert war.

Zum einen gab es farbige dynamische Beleuchtung, dazu Nebel und andere Partikeleffekte, bewegte Schatten sowie mehr Varianz bei Oberflächen, die rund designt werden konnten, Licht reflektierten und markantere Texturen zeigten. Zudem unterstützte die UnrealEngine das Rendering sowohl für DirectX als auch OpenGLide – diese Offenheit trug zum späteren Erfolg bei. Unreal war wie Quake ein prägender Online-Shooter, der neben Deathmatch auch King-of-the-Hill als Modus etablierte.

weddwe
Unreal war technisch beeindruckend und trumpfte auch mit seinem Szenario auf.
Obwohl sich der Ego-Shooter rein spielmechanisch nicht stark von den bisherigen unterschied, sorgte er mit seinem eher bunten, aber sehr stimmungsvollen Artdesign sowie großen Arealen für ein monumentales Flair. Zudem gab es auch hier eine wichtige Premiere: Zum ersten Mal konnte man im Multiplayer gegen Bots kämpfen, die es bis dato nur in Mods zu Quake oder Doom gab. Diese zeigten diverses Verhalten, was man auch anhand der KI in der Science-Fiction-Kampagne erleben konnte: Die Gegner waren so clever, dass sie einen sogar verfolgen oder umgehen konnten. Schließlich entstand aus diesem Ego-Shooter auch das auf Multiplayer fokussierte Unreal Tournament.

Half-Life (1998, Valve)

Auch wenn der Ego-Shooter längst etabliert war, auch wenn er grafisch dominierte und Spieler weltweit begeisterte: Es gab eine Lücke. Und Valve sollte sie mit Gordon Freeman und Half-Life schließen. Man sehnte sich nach mehr Story, besserer Regie und dichterer Dramaturgie – all das servierte dieses dystopische futuristische Abenteuer, das laut Gabe Newell von Stephen Kings „Der Nebel“ inspiriert wurde. Sowohl hinsichtlich des Plots, der Inszenierung als auch in subtilen Details der Präsentation wie etwa den Texten in Ladephasen oder dem erstmals manuellen Nachladen von Magazinen setzte Valve Zeichen.

Half-Life ist aus vielen Gründen ein Meilenstein der Shooter-Geschichte.
Half-Life ist aus vielen Gründen ein Meilenstein der Shooter-Geschichte.
Zum ersten Mal startete man einen Ego-Shooter mit einem in die Geschichte integrierten Tutorial, Zwischensequenzen wurden nicht nur in der Spielgrafik gezeigt, sondern man erlebte sie aus der Sicht von Gordon, zudem gingen die Levels direkt ineinander über - all das sorgte für ein ebenso flüssiges wie immersives Erlebnis. Die anderen Charaktere wirkten mit ihren Reaktionen auf den Spieler nicht wie Bots, sondern ungewöhnlich lebendig. Zusammen mit der realistisch anmutenden Kulisse entstand so etwas wie Filmflair, während man sich durch Soldaten und Aliens kämpfte.

Auch die Shooter-Mechanik wusste zu begeistern, zumal die Gegner-KI auch mal flüchtete oder einen gezielt mit Granaten aus der Deckung locken wollte. Hinzu kamen feine Details wie etwa permanente Veränderungen in der Welt durch Blutspuren oder physikalische Interaktionen, die für Vorteile im Kampf oder sogar Rätselflair sorgten. Das Spiel sah zudem klasse aus und basierte auf einer stark modifizierten Quake-Engine, aus der Valve dann später die eigene Source-Engine für Half-Life 2 entwickelte.

Noch entscheidender für die Spielkultur war, dass Gabe Newell und sein Team diesen Ego-Shooter sofort für Modder freigaben: So entstanden später mit Counter-Strike und Team Fortress zwei der wichtigsten Online-Ego-Shooter.

Kommentare

Chibiterasu schrieb am
Sehe da auch die grafische Überlegenheit nicht wirklich.
Unreal hat ein Jahr später dann sowieso alles weggeblasen. Aber gut, ein Jahr war damals lange was die Grafikentwicklung anging.
Marco_Achat schrieb am
Civarello hat geschrieben: ?
17.03.2020 12:54
Marco_Achat pGeht mir hat geschrieben:
17.03.2020 11:53
@Triadfish
Soweit korrekt; sag ich ja. ;-)
Wobei ich sagen muss, dass mir die PC-Titel / 1st-Person-Shooter aus der damaligen Zeit optisch besser gefallen, als zum Beispiel ein GoldenEye.
Selbst ein Doom spricht mich grafisch mehr an, als der N64-Agent.
Geht mir genauso. Wobei man aber natürlich sagen muss dass ein DooM zb. durch die ganzen Sourceports einen großen Vorteil hat. Aber auch abgesehen von der technischen ist der Classic-DooM-Stil um einiges besser gealtert als der Stil eines Goldeneye.
Bzgl. Goldeneye war damals technisch allen PC-Shootern voraus: Ich würde nicht behaupten wollen dass Goldeneye einem Quake so sehr überlegen war. Evtl. der ursprünglichen DOS-Version von 1996, aber einem GLQuake von Anfang 1997 ? Klar, Goldeneye hatte evtl. durch die N64-Hardware ein paar Tricks auf Lager die damals auf dem PC noch nicht gang und gäbe waren.......dafür konnte ein GLQuake in einer viel höheren Auflösung laufen, mit einer weitaus besseren Performance. Auch nicht zu übersehen der Fakt dass Quake ein weitaus schnelleres Spiel war als Goldeneye........Aber nichtsdestotrotz war das N64 für die damalige Zeit natürlich schon sehr stark......auch wenn diese Optik häufig durch eine geringe Sichtweite/ schlechte Performance erkauft wurde. Ich muss auch sagen dass mich damals ein Turok, wenige Monate vor Goldeneye etwas mehr beeindruckt hatte.

Ja, sehe ich ebenso.
Civarello schrieb am
Marco_Achat pGeht mir hat geschrieben:
17.03.2020 11:53
@Triadfish
Soweit korrekt; sag ich ja. ;-)
Wobei ich sagen muss, dass mir die PC-Titel / 1st-Person-Shooter aus der damaligen Zeit optisch besser gefallen, als zum Beispiel ein GoldenEye.
Selbst ein Doom spricht mich grafisch mehr an, als der N64-Agent.
Geht mir genauso. Wobei man aber natürlich sagen muss dass ein DooM zb. durch die ganzen Sourceports einen großen Vorteil hat. Aber auch abgesehen von der technischen ist der Classic-DooM-Stil um einiges besser gealtert als der Stil eines Goldeneye.
Bzgl. Goldeneye war damals technisch allen PC-Shootern voraus: Ich würde nicht behaupten wollen dass Goldeneye einem Quake so sehr überlegen war. Evtl. der ursprünglichen DOS-Version von 1996, aber einem GLQuake von Anfang 1997 ? Klar, Goldeneye hatte evtl. durch die N64-Hardware ein paar Tricks auf Lager die damals auf dem PC noch nicht gang und gäbe waren.......dafür konnte ein GLQuake in einer viel höheren Auflösung laufen, mit einer weitaus besseren Performance. Auch nicht zu übersehen der Fakt dass Quake ein weitaus schnelleres Spiel war als Goldeneye........Aber nichtsdestotrotz war das N64 für die damalige Zeit natürlich schon sehr stark......auch wenn diese Optik häufig durch eine geringe Sichtweite/ schlechte Performance erkauft wurde. Ich muss auch sagen dass mich damals ein Turok, wenige Monate vor Goldeneye etwas mehr beeindruckt hatte.
Marco_Achat schrieb am
@Triadfish
Soweit korrekt; sag ich ja. ;-)
Wobei ich sagen muss, dass mir die PC-Titel / 1st-Person-Shooter aus der damaligen Zeit optisch besser gefallen, als zum Beispiel ein GoldenEye.
Selbst ein Doom spricht mich grafisch mehr an, als der N64-Agent.
Triadfish schrieb am
ddd1308 hat geschrieben: ?
13.03.2020 16:32
Gute Liste, hätte eventuell noch wie schon erwähnt der Duke rein können und zudem noch Halo, das meines Wissens nach das Steuerungsschema für Shooter auf Konsolen wie wir es heute kennen erst richtig salonfähig gemacht hat.
Weder Halo noch das zuvor erwähnte Battlefield 1942 wurden in den 90ern veröffentlicht. Duke 3D hätte aber wirklich einen Platz verdient.
Marco_Achat hat geschrieben: ?
17.03.2020 11:20
Wie immer ein sehr interresantes, gut ausgearbeitetes Special.
Erschreckend, wie (aus heutiger Sicht) Titel wie beispielsweise GoldenEye aussehen. :-D - Damals war es halt eine Wucht und wurde von uns abgefeiert...
Das Spiel ist von '97. Damals war es grafisch der Hammer, da konnten selbst PC Shooter nicht mithalten.
schrieb am

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