Spielkultur: Eine kurze Geschichte der Gewalt - Special

 

Special: Spielkultur (Sonstiges)

von Matthias Schmid



Sonstiges
Entwickler: 4Players
Publisher: 4Players
Release:
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Spielinfo Bilder Videos
Die Ego-Shooter-Ära

Mit dem technologischen Wechsel von 2D zu 3D erhielt manches Genre einen Gewalt-Dämpfer: Frühe Polygon-Prügler wie Virtua Fighter, Tekken, Toshinden und sogar das waffenbasierte Soul Blade sorgten dank 3D-Grafik zwar für ein neues Mittendrin-Gefühl, waren aber gleichzeitig so grobschlächtig, dass detailliert dargestellte Gewalt kaum möglich war. Dafür sprang, unter tatkräftiger Mithilfe aus Texas, ein neues Genre in die Bresche: der Ego-Shooter. Er war jung und ungestüm, drückte dem Spieler die Knarre direkt in die Hand und brachte ihn näher an die Action als irgendein Genre zuvor. Schon Wolfenstein 3D packte mit seiner Nazi-Thematik ein besonders heikles Sujet an, doch auch Doom, Duke Nukem 3D, Heretic, Dark Forces, Exhumed, Quake oder Blood war bei aller Szenario-Vielfalt gemein, dass es intensiv, hautnah und mit ständigem Waffeneinsatz zur Sache ging. Doppelläufige Schrotflinte und Kettensäge, Raketenwerfer und Minigun schafften den Sprung vom Hollywood-Kino rund um Schwarzenegger und Stallone auf die PC-Bildschirme - blutige Pixelwolken und bald auch polygonaler Bröckenregen waren die Folgen.

Auch id Softwares Quake 2 war natürlich indiziert - und tatsächlich ziemlich brutal für damalige Verhältnisse.
Auch id Softwares Quake 2 war natürlich indiziert - und tatsächlich ziemlich brutal für damalige Verhältnisse.
In der zweiten Hälfe der 1990er war vor allem die PC-Landschaft geprägt von Ego-Shootern - und die waren vielfach brutal und natürlich in Deutschland geschnitten oder indiziert. Während Konsoleros (natürlich nur tendenziell) vermehrt in ebenfalls von Gewalt geprägten, aber weniger darauf fokussierten Action-Abenteuern Archäologin, Hyrule-Held oder Geheimagent spielten, blickte die PC-Gemeinde mit Waffe und Fadenkreuz in virtuelle Welten. Quake 2 und Unreal, Redneck Rampage und Shadow Warrior, Hexen 2 und Jedi Knight, Shogo und Blood 2, SIN und Half-Life, Requiem und Kingpin, Aliens versus Predator und Wheel of Time. Zwischen 1996 und 1999 erschien auf PC eine beachtliche Zahl an relevanten, hochwertigen Ego-Shootern, da litten Konsolen-Spieler trotz der Todesanimationen in GoldenEye 007 und der Gehirnbohrer-Waffe in Turok 2 unter Entzugserscheinungen.

Pistole in der Hand

Silent Scope beeindruckte in der Spielhalle durch seine Scharfschützen-Hardware, in der PS2-Version blieb davon wenig übrig. Geschossen wurde übrigens auf Terroristen.
Silent Scope beeindruckte in der Spielhalle durch seine Scharfschützen-Hardware, in der PS2-Version blieb davon wenig übrig. Geschossen wurde übrigens auf Terroristen.
Für Abhilfe sorgten Lightgun-Shooter-Umsetzungen aus der Spielhalle - dort stand das reine Ballern noch mehr im Fokus als in einem handelsüblichen Ego-Shooter. Vor allem die drei japanischen Arcade-Granden Sega, Konami und Namco lieferten Lichtpistolen-Titel mit möglichst wenig Story, dafür expliziter Gewalt und natürlich einer tatsächlichen Plastik-Knarre in der Hand. Neben beliebten Serien wie Time Crisis, The House of the Dead und Virtua Cop waren auch auch innovative Ansätze darunter - in Police 911 musste man zwischen den Feuerstößen mit dem eigenen Körper in Deckung gehen, im Scharfschützen-Shooter Silent Scope schaute man beim Blick ins Fernrohr auf ein kleines Display, das einen vergrößerten Bildausschnitt zeigte. Wenig überraschend landete ein stattlicher Teil solcher Konsolenports schnurstracks auf dem Index.

Vereinzelt trugen sich auch Titel anderer Genres oder gar Film-Umsetzungen in die Annalen der besonders blutrünstigen Videospiele ein: Die derbe Stirb-Langsam-Versoftung Die Hard Trilogy wurde in Deutschland indiziert, die beiden Carmageddon-Teile hinterließen weltweit ein blutrote Blutspur und geschockte Kritiker, der Polygon-Klopper Thrill Kill sorgte schon vor Release mit Finisher, düsteren Szenario und derber Sprache für Aufsehen; schließlich entschied sich EA, das kurz vor der geplanten Veröffentlichung die Rechte an dem Spiel erworben hatte, den Titel gar nicht erst herauszubringen.

Kommentare

ICHI- schrieb am
Triadfish hat geschrieben: ?
15.06.2020 11:41
ICHI- hat geschrieben: ?
11.06.2020 18:54
Doom und Resident Evil 1 waren damals für mich der Einstieg zum Thema Gewalt in Videospielen
und irgendwie jeder hat über Doom gesprochen. Auch die Eltern wußten was das für ein Titel ist.
Wobei ich Doom nur als Demo spielen konnte. Zusammen mit einem Freund im alter von ungefähr
11 jahren , irgendwo am Flohmarkt gekauft und der Verkäufer wußte entweder nicht
was das für ein Titel ist oder war es egal :)
Das hieß damals noch Shareware-Version und nicht Demo. War auch deutlich unfangreicher als eine Demo.

Ich meinte die Playstation 1 Version. Shareware Versionen gab es nur für PC.
Die Demo scheint sogar recht selten zu sein heutzutage. Wird für 36 Euro auf Ebay zum kauf angeboten.
https://www.ebay.de/itm/RARE-PLAYSTATIO ... SwUD9exNrx
zmonx schrieb am
Um mal an TLoU2 anzuknüpfen, ih muss dazu sagen, ich habe weder Teil 1, mich sonst noch irgendwie damit beschäftigt und kann nur aus den kleinen Werbevideo, oder was man sonst so gesehen hat, Rückschlüsse ziehen,
habe ich so eine Intensität, was Mimik und Details angeht, noch in keinem anderen Spiel so gesehen. Großartig ausgearbeitet!
Und was mir dabei am meisten aufgefallen ist, und das ist glaube ich auch einzigartig, ist das der Protagonist selbst, also Ellie, ebenfalls nicht gerne in diesen Situationen ist und ihr Angst und Bange dabei ist, Überlebenskampf pur ist in ihrem Blick zu erkennen... Das kommt so gut rüber, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass hier Gewalt in irgendeiner weise verherrlicht werden kann oder man darauf schliessen könnte, eher das Gegenteil ist der Fall! Ich weiß leider nicht, ob sich das auch so durchs Spiel zieht, und wie weit das dann nachträglich abstumpft, aber wer "Gewalt" so einbindet hat mMn alles richtig gemacht.
Triadfish schrieb am
ICHI- hat geschrieben: ?
11.06.2020 18:54
Doom und Resident Evil 1 waren damals für mich der Einstieg zum Thema Gewalt in Videospielen
und irgendwie jeder hat über Doom gesprochen. Auch die Eltern wußten was das für ein Titel ist.
Wobei ich Doom nur als Demo spielen konnte. Zusammen mit einem Freund im alter von ungefähr
11 jahren , irgendwo am Flohmarkt gekauft und der Verkäufer wußte entweder nicht
was das für ein Titel ist oder war es egal :)
Das hieß damals noch Shareware-Version und nicht Demo. War auch deutlich unfangreicher als eine Demo.
DitDit schrieb am
casanoffi hat geschrieben: ?
11.06.2020 23:16
Mich würde interessieren, ob das Thema Gewalt auch mal aus der Sicht der Entwickler behandelt wird.
Wie das Gezeigte auf die Spieler wirken kann, ich denke, darüber wird ja schon ewig diskutiert.
Aber ich würde gerne mal ein paar Stimmen hören, von Leuten, die diese Spiele entwickeln.
Das können ja nicht ausschließlich Freaks sein, die das total geil finden ^^
Stelle ich mir schon heftig vor, wenn sich jemand rund um die Uhr damit beschäftigen muss...
Sowohl optisch als auch akustisch.
Da kann ich mir auch gut vorstellen das das auf das Gemüt überschlägt wenn man jahrelang Gewaltelemente für ein Spiel erstellt und den ganzen Tag damit beschäftigt ist.
Ich denke bei sowas immer an ein Making of vom allerersten God of War für die PS2 . Da haben die Entwickler auch erzählt das sie ja im Spiel das Motto "Zorn und Wut" haben wollten und das sie sich im Team die ganze Zeit mit dieser Thematik umgeben mussten und das man nach einer Zeit gemerkt hat das die Stimmung im Studio nur noch voller Zorn und Wut war. :lol:
HellToKitty schrieb am
casanoffi hat geschrieben: ?
11.06.2020 23:16
Mich würde interessieren, ob das Thema Gewalt auch mal aus der Sicht der Entwickler behandelt wird.
Wie das Gezeigte auf die Spieler wirken kann, ich denke, darüber wird ja schon ewig diskutiert.
Aber ich würde gerne mal ein paar Stimmen hören, von Leuten, die diese Spiele entwickeln.
Das können ja nicht ausschließlich Freaks sein, die das total geil finden ^^
Stelle ich mir schon heftig vor, wenn sich jemand rund um die Uhr damit beschäftigen muss...
Sowohl optisch als auch akustisch.
Hier ein recht aktuelles Video von Jim Sterling. Darin geht es genau darum. Netherrealm hat offensichtlich vom Team hinter Mortal Kombat verlangt, sich echte Gewalt- und Tötungsvideos anzugucken, was wohl nicht so gut angekommen ist.
schrieb am