Spielkultur: Die Spielewelt im Jahr 2000 - Special

 

Special: Spielkultur (Sonstiges)

von Matthias Schmid



Sonstiges
Entwickler: 4Players
Publisher: 4Players
Release:
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Starker Jahrgang

Ich könnte, fein säuberlich sortiert nach Genre, gefühlt ewig so weitermachen: PS-Profis erlebten das beste Raser-Jahr des Dreamcast - mit dem arcadigen Gute-Laune-Overkill Crazy Taxi und Bizarre Creations Metropolis Street Racer, einem vortrefflichen Rennspiel samt innovativem Kudos-Belohnungssystem. Prügelspieler kreuzten im hervorragenden Street Fighter 3: Third Strike die Handkanten und kloppten sich in Dead or Alive 2 erstmals spektakulär von einer Arena-Ebene zur nächsten. Im Sport strahlte ein ungewöhnliches Subgenre am hellsten: Die Tatsache, dass FIFA 2000 nicht die Brillanz von FIFA 98 und 99 erreichte (und wegen EAs Boykott der Sega-Konsole natürlich nicht auf Dreamcast erschien) war angesichts der Aufschlagwucht von Virtua Tennis zu verschmerzen. Warum Segas Filzballschlacht gar so formidabel war, habe ich an anderer Stelle (PUR-exklusiv) bereits erörtert…

Metropolis Street Racer, kurz MSR, war der Vorläufer der Project-Gotham-Racing-Reihe.
Metropolis Street Racer, kurz MSR, war der Vorläufer der Project-Gotham-Racing-Reihe.
Wir streifen noch schnell Will Wrights Zeitvertreib mit Meilenstein-Charakter (Die Sims), der Nicht-Spieler in PC-Süchtige verwandelte, und das Strategie-Genre: Hier betrat mit Shogun: Total War ein Meilenstein dieser Spielegattung die PC-Bühne, der sich zu einer äußerst langlebigen Serie entwickeln sollte - und der im Jahr 2000 große Namen (Age of Empires 2: The Conquerors, Command & Conquer: Alarmstufe Rot 2) und andere, teils innovative Genre-Schmuckstücke (Ground Control, Giants: Citizen Kabuto) überflügelte. Lediglich Sacrifice, von Jörg damals mit 93 Spielspaßpunkten geadelt, konnte mithalten. Ich schließe meinen Rundgang durch das Games-Museum des Jahres mit dem Action-Adventure: Mit Hitman: Agent 47 machte sich IO Interactive, ein bis dato unbekanntes dänisches Entwicklerstudio, einen Namen - der Herr mit dem Strichcode auf dem Hinterkopf fügt dem Schleich-Genre eine hochinteressante Note hinzu. Nintendo programmierte auf der technischen Basis seines Überspiels Ocarina of Time ein zweites N64-Zelda: Majora's Mask war spielerisch ausgefeilt und mit seiner klugen Zeit-Mechanik selbiger um Jahre voraus - Links düsteres Abenteuer verschreckte manchen Fan, war in puncto Dungeon- und Spieldesign aber ein echtes Juwel.

Gruseln, Sprayen, Leben

Das Intro von Shenmue: In damals ungeahnter Grafikpracht muss Ryo Hazuki Abschied von seinem Vator Iwao nehmen.
Das Intro von Shenmue: In damals ungeahnter Grafikpracht muss Ryo Hazuki Abschied von seinem Vator Iwao nehmen.
Drei weitere Genre-Delikatessen mit Dreamcast-Exklusivität hab’ ich noch: Resident Evil - Code: Veronica ließ Playstation-Spieler neidisch ins Sega-Lager schielen und Jet Set Radio kreuzte Trendsport-Action mit einer offenen Spielwelt und trat mit seinem coolen Look den Cel-Shading-Trend los. Und dann war da noch dieses kleine, japanische Spiel namens Shenmue. Yu Suzukis Magnum Opus, das als Virtua-Fighter-Rollenspiel für die Vorgängerkonsole Saturn seinen Anfang nahm und zum wohl teuersten Spiel seiner Zeit avancierte, war nicht nur technisch wegweisend, sondern in seiner Einzigartigkeit kaum in Genre-Abgrenzungen fassbar: Vom Meister selbst als F.R.E.E. (full-reactive-eyes-entertainment) umrissen, war der Titel eine komplett unverbrauchte Neu-Interpretation des virtuellen Abenteuers - mit glaubhaften, geerdeten Protagonisten, einer bisher nicht gekannten Entschleunigung, spielbaren Alltagshandlungen und fetzigen Schlägereien. Shenmue erreichte aufgrund der bescheidenen Dreamcast-Basis bei weitem nicht so viele Zocker wie ein Resident Evil oder Metal Gear Solid wenige Jahre zuvor, seine Wirkung auf diejenigen, die es erlebten - Spieler wie Spielemacher - sollte jedoch nicht unterschätzt werden.

Kommentare

Mauga schrieb am
Ein sehr schön geschriebener Artikel. Hab mich direkt wieder wie 19 gefühlt :D Danke!
573f4n schrieb am
2000 war ein gutes Jahr. Lieblingspiel eindeutig No one lives forever. Irgendwie waren Spiele damals noch Spiele. Die heutigen Titel nehmen sich meist viel zu ernst und sind viel zu optimiert in dem Sinne dass man gar nichts mehr selber ausprobiert. Entweder sind die Gelände und Möglichkeiten eh streng abgesteckt (sog. Schlauchlevel) oder man hat "Open World" und "Möglichkeiten" arbeitet aber doch nur endlose lange Questlisten und vorgegebene Herausforderungen ab um Erfahrungspunkt zu sammeln um zu leveln und natürlich Loot suchen um zu "craften", weil jede Form von eigener Kreativität fast schon bestraft wird. Im besten Fall zerbricht nur ein einzelnes Quest, im schlechtesten Fall ist ein zu-Ende-spielen ganz unmöglich. Der größte Witz ist dann noch wenn es nur einen Savegame-Slot gibt wo der Spielfortschritt gespeichert wird. In Dead Island ist mir damals 20 Stunden Spielfortschritt verloren gegangen, weil ich wohl irgendwie nicht "richtig" gespielt habe, also irgendwas gemacht habe was nicht sein sollte.
5ka5 schrieb am
master-2006 hat geschrieben: ?16.08.2020 17:33 Hach waren das noch Zeiten. Da kommt man direkt wieder ins Schwärmen (und Papa Roach will nicht mehr aus dem Ohr :D)
Meine persönlichen Highlights aus den 2000ern waren allerdings ganz andere (auch wenn ich sie zugegebenermaßen erst 2001? gespielt habe).
Damals, als mein Vater sich einen brandneuen Win XP (!!) PC gekauft hat und es als Gratis-Beilage nicht nur ein, sondern direkt zwei Spiele gab, namentlich Midtown Madness 2 und Crimson Skies. Was habe ich diese Spiele geliebt und bis zum Erbrechen gespielt :D
Oh man, ja!!! Meine Mutter hatte damals einen neuen PC für uns mitsamt Windows XP (und damit den beiden Gratis-Titeln) gekauft. Während mich Crimson Skies nie wirklich packen konnte bzw ich nie richtig reinkam, war Midtown Madness 2 damals absolut mind-blowing für uns. Ich weiß noch, wie ich das anfangs spielte, meine ganze Familie zusah und wir gelacht und gestaunt haben angesichts der Stunts und Unfälle, die die arcardige Physik erlaubte.
Good Times. :D
master-2006 schrieb am
Hach waren das noch Zeiten. Da kommt man direkt wieder ins Schwärmen (und Papa Roach will nicht mehr aus dem Ohr :D)
Meine persönlichen Highlights aus den 2000ern waren allerdings ganz andere (auch wenn ich sie zugegebenermaßen erst 2001? gespielt habe).
Damals, als mein Vater sich einen brandneuen Win XP (!!) PC gekauft hat und es als Gratis-Beilage nicht nur ein, sondern direkt zwei Spiele gab, namentlich Midtown Madness 2 und Crimson Skies. Was habe ich diese Spiele geliebt und bis zum Erbrechen gespielt :D
Zurück aus der Schule, Mittagessen runtergewürgt und mit Hundeaugen gebettelt ob man an den PC durfte :lol:
Bis dahin gab es für mich am ollen PC eigentlich nur Anno 1602, das hoch und runter lief, und bis heute (als mein erstes PC-Spiel überhaupt) einen festen Platz in meinem Herzen hat.
Aber diese beiden Spiele waren einfach eine Wucht, von der Grafik ganz zu schweigen die beim ersten Start für eine runtergeklappte Kinnlade gesorgt hat :)
Da war es auch egal, dass die Steuerung mit Tastatur bei beiden ein absoluter Krampf war :D
Khorneblume schrieb am
ICHI- hat geschrieben: ?15.08.2020 18:05
Valentin K. hat geschrieben: ?14.08.2020 21:34
Darf man fragen was genau an Vagrant Story so gut gewesen ist ? Habs nämlich so ca alle 5 Jahre versucht anzufangen und bin nur einmal aus dem ersten Kellerdungeon rausgekommen weil ichs zu zäh fand. Und die Story selbst hat zumindest am Anfang sehr generisch gewirkt. Weiß aber das es damals sehr sehr gute Wertungen bekommen hat, was eben auch der Grund für 3 Versuche war, aber konnte aus trotz 3 maligen anzockens eben nie nachvollziehen. Code Veronica dafür ha bic hauch geliebt :)
VS hat für mich eine ähnliche Spielweise wie die Dark Souls Reihe.
Also Standard Gegner die man nicht so ohne Weiteres Besiegen kann und eine echte herausforderung
dastellen und die eigentlichen Bosse erfordern viel Taktik und können einen schon mal mit Leichtigkeit platt
machen. Das Kampfsystem ist sehr genial wie ich finde.
Dazu eine Düstere , dichte Atmosphäre und interessante Charaktere.
Wenn man das mit Emulator spielt könnte die Grafik sogar noch als aktuelles Indie Spiel durchgehen.

Der Anfang ist mehr so eine Art Tutorial und wird dann immer besser.
kann allerdings nicht sagen ob du es besser finden wirst wenn du etwas länger spielst.
Story ist auf jeden fall gut.
VS war vom Schwierigkeitsgrad her halt ne Hausnummer. Würde das auch als mein bestes PS Spiel 2000 bezeichnen. Man musste das Spielsystem schon verstehen. Wenn man die falschen Schwächen / Resistenzen auf einer Waffe geskillt hat, konnte man schon sehr schnell baden gehen. Das Leveldesign war einfach großartig. Atmosphäre einmalig für damals. Der Vergleich mit Dark Souls ist da absolut passend, auch wenn Dark Souls vom Spielgefühl her nochmal anders ist. Gerockt hat bei VS in jedem Fall der Soundtrack und das Artdesign. Dazu gab es wirklich tonnenweise Bosse.
Für DC würde ich 2000 Crazy Taxi und Grandia 2 nominieren. Das erstere war so ein Spaßbolzen! Grandia einfach nur Meisterhaft.
Und fürs N64 natürlich Perfect Dark. Das aber nur...
schrieb am