Call of Duty: Modern Warfare 3 - Test, Shooter, Xbox 360, PlayStation 3, PC, Nintendo Wii

 

Test: Call of Duty: Modern Warfare 3 (Shooter)

von Jan Wöbbeking



Publisher: Activision
Release:
08.11.2011
08.11.2011
08.11.2011
08.11.2011
08.11.2011
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Graue Hansestadt

Grau in grau: Das zerbombte Hamburg wirkt mangels Werbeplakaten reichlich trist und unmodern.
Grau in Grau: Das zerbombte Hamburg wirkt mangels Werbeplakaten reichlich trist und unmodern.
Auch in Deutschland geht es diesmal zur Sache: In Hamburg kämpfe ich mich z.B. den Strand zum Fischmarkt hinauf. Leider kann ich meine Ortskenntnis nicht nutzen, um mich westlich  der alten Fischauktionshalle an die Gegner heranzuschleichen, denn serientypisch zwängt das Spiel mich in ein enges Korsett. Die begehbaren Wege sind wieder recht schmal geraten. Ab und zu gibt es aber trotzdem kleine alternative Routen, welche man tunlichst nutzen sollte. Ein Stückchen weiter nördlich schlage ich mich z.B. durch die Räume der »Nord Volksbank«. Oft benutze ich aber auch nur ein paar Panzer als Deckung und renne hinter ihnen über eine große, halb zerbombte Straße. In solchen Massenschlachten fällt die größte Schwäche des Spiels besonders negativ auf: Ein beträchtlicher Teil der Gegner rennt sogar auf dem zweithöchsten Schwierigkeitsgrad »Hardened« schnurstracks aus der Deckung in den Kugelhagel und erweist sich auch sonst nicht als besonders clever. Gerade im Vergleich zu den dynamischen Kämpfen in Halo Reach wirkt das reichlich altbacken. Dass es auch cleverer geht, zeigen übrigens die Widersacher im ausgelagerten SpecOps-Modus: Sie tänzeln geschickt um massive Pfeiler und andere Deckungen und kommen einem gnadenlos hinterher, wenn man die selbst aufladende Energie hinter einer Ecke auffüllen möchte.

Zurück nach Hamburg: Es fühlt sich merkwürdig an, wenn man seine Heimatstadt derart zerbombt sieht. Noch seltsamer wirkt aber das Bild, das die Entwickler offenbar von der heutigen Hansestadt haben. Während die Londoner U-Bahn mit Werbe-Bildschirmen zugekleistert ist, habe ich in Hamburg nicht ein einziges Plakat entdeckt. In der alternativen Realität von Call of Duty muss die norddeutsche Werbewirtschaft schon Jahre vor Kriegsausbruch völlig zusammengebrochen sein. Als Resultat sieht die Stadt so grau aus wie Nordkorea. Sicher, der Fischmarkt, das Rathaus und andere Wahrzeichen sind hübsch nachempfunden. Davon abgesehen hatte ich aber das Gefühl, weit in der Vergangenheit gelandet zu sein: In der »Nord Volksbank« und anderen Häusern stehen uralte Sechziger-Jahre-Lampen vor der muffigen Tapete. Es wirkt, als habe ein alter Besatzungssoldat die Kulissen aus seinen Erinnerungen erschaffen.

Der, die, das!


Berlin ist etwas bunter und zeitgemäßer geraten: Hier gibt es immerhin Werbeplakate vom Supermarkt „Otto Mittel“ mit einem debil grinsenden Soldaten und dem Slogan „Leben wie sie es meinen“. Auch mit den deutschen Artikeln scheine die US-Entwickler ihre Probleme zu haben. Die Mission führt unter anderem durch die Einkaufs-Passage „Das Arkaden“. Der Konsumtempel ist auch Schauplatz einer der Multiplayer-Karten.
Schöner einkaufen in »Das Arkaden«!
Schöner einkaufen in »das Arkaden«!

Eine wichtige Figur in der Geschichte ist der spielbare Charakter Yuri – ein russischer Widerstandskämpfer, der noch ein Hühnchen mit Makarov zu rupfen hat. In seinen Missionen kämpfe ich meist Seite an Seite mit Soap und Captain Price – zum Beispiel in einem afrikanischen Dorf. All zu fordernd sind die Schleich- und Sniper-Abschnitte nicht, aber immerhin bekomme ich ab und zu einen flapsigen Spruch zu hören. Am besten klingt das in der englischen Original-Synchro, welche hierzulande leider fehlt. Die deutsche Vertonung (unter anderem mit Ben Becker) klingt nicht ganz so gut, aber trotzdem noch professionell. Lediglich im Mehrspieler-Modus sind mir die ständigen deutschen Rufe schnell auf die Nerven gegangen. Auch die Abmischung ist gelungen. Ganz so wuchtig wie in Battlefield knallt es zwar nicht, trotzdem klingt die Action schön räumlich und der Subwoofer bekommt viel zu tun. Die typisch dramatisch schmetternde Orchester-Musik ist mir nicht im Gedächtnis hängen geblieben – sie unterstützt das Geschehen aber gut.

Geschnitten oder am Stück?

In punkto Jugendschutz hat Activision diesmal übrigens Wort gehalten: in der deutschen Fassung sind mir keine Schnitte aufgefallen. Auch eine kurze »Skandal-Szene« hat Infinity Ward wieder untergebracht, welche man auf Wunsch überspringen kann. In der Rolle eines Vaters auf Urlaubstrip sieht man, wie seine Tochter Opfer eines Terror-Anschlags wird. Bei der Explosion verschwindet sie in einer Rauchwolke – explizite Gewalt gibt es nicht zu sehen. Die Szene wirkt nicht annähernd so provokantm wie Flughafen-Massaker aus Teil 2, aber trotzdem schrecklich platt und aufgesetzt. Man merkt förmlich, dass sie nur des Tabubruchs wegen ins Spiel gepresst wurde.

Kommentare

Oklino schrieb am
Ich weiß nicht welches MW3 ihr gespielt habt, aber die Kampagne war die schlechteste CoD Kampagne, die mir je untergekommen ist.
Natürlich mag es sein, dass die Grafik toll ist und einem haufenweise Zeug um die Ohren fliegt. Klar wird einem die ganze Zeit suggeriert man würde voll in Action stecken. Aber die macht man sich in den extrem gescripteten Leveln selbst. Bleibt man nämlich einfach stumpf hinter einer Deckung sitzen, wars das mit der Action. Dann kann man da warten bis Mutti zum Essen ruft... :P
Die Russen die da in den USA einmarschiert sind, verirren sich ja inner Telefonzelle, so wird es zumindest dargestellt. Ein haufen dümmlich unterlegener Schießbudenfiguren die nur durch Glück die komplette Ostküste erobert haben...
Nahezu jede hier als cinematisch verehrte Szene ist gespickt von Widersprüchen. Der Hubschrauberkampf... ein offener Blackhawk hätte absolut 0 Chance gegen einen Mi-24. Der ist nämlich in Punkto Bewaffnung und Panzerung haushoch überlegen - zumal es sich um 2 völlig verschiedene Klassen handelt. Normalerweise hätten die Hind den Blackhawk binnen Sekunden mitsamt Mannschaft in Konfetti verwandelt.
Auch das U-Boot. Ganz abgesehen, davon, dass das kein Küstentauchboot sondern ein U-Boot ist, ist die ganze Mission unglaubwürdig für jeden der zumindest ein Grundverständnis für die Militärtechnik hat, die bei CoD zum Einsatz kommt. Da will man sich am liebsten einen Salzstreuer ins Auge stecken um dem Ganzen ein Ende zu bereiten! Es geht die ganze Zeit so weiter... Ich habe MW1 und 2 geliebt (und alles davor) aber 3 ist einfach keinen Penny wert...
superflo schrieb am
RichyB hat geschrieben:Schon krass, so ein langweiliger Ballerschrott in Schlauchleveln und miesem Multiplayer mit Minimaps bekommt ein sehr gut aber ein richtig kurzweiliger Shooter in open World wie Farcry3 bekommt nur ein befriedigend, das soll einer verstehen. "kopfschüttel"
Naja MW3 ist, ob einem das Spielprinzip gefällt oder nicht, technisch einwandfrei gemacht, kaum Bugs und nervige Gameplayfehler/Unzulänglichkeiten wie es sie in Far Cry 3 massenhaft gibt, ist halt in "seinem Element" ein sehr gutes Spiel IMO.
Hab beide gespielt.
RichyB schrieb am
Schon krass, so ein langweiliger Ballerschrott in Schlauchleveln und miesem Multiplayer mit Minimaps bekommt ein sehr gut aber ein richtig kurzweiliger Shooter in open World wie Farcry3 bekommt nur ein befriedigend, das soll einer verstehen. "kopfschüttel"
PanzerGrenadiere schrieb am
Eric87 hat geschrieben:Also mehr als 70% hätte ich auch nicht gegeben. MW3 ist zwar an sich kein schlechtes Spiel. Problem ist es einfach zu ausgelutscht in mein Augen. Call of Duty 4 hatte mich damals wirklich geflasht. MW3 dagegen konnte mich z.B im SP Modus keine sek begeistern geschweige ein "WOW" Gefühl erzeugen. Über den MP fange ich erst gar nicht an. Zwar wurden einige Fehler beseitigt ( im Vergleich zu MW2) aber im großen und ganzen fand ich den MP von MW2 stimmiger.
Das größte Problem ist wie oben erwähnt die alte Technik. MW3 sieht zum großen Teil einfach nur zum Kotzen aus. Und ich wette das BO2& MW4 die gleichen Rotz Engine benutzt.
stimmt, wow-momente hatte ich leider nur im negativen bereich und das laufend. an das schlimmste kann ich mich sogar nichtmal erinnern, das muss mein gehirn verbannt haben. ich weiss nicht, was es war, aber immer wenn ich an den grössten schwachsinn von mw3 denke, weiss ich, dass da noch was "richtig grossen dummes" war. die neuauflage von "tod von oben" hat mir gefallen und der anfang der letzten mission, die dann aber leider wieder so over the top wurde. hätte mir besser gefallen, wenn man es bis zum ende durchgezogen hätte.
ich fand den mp von mw2 auch weniger schlecht und kann jetzt sogar sagen, woran es liegt, von den gebliebenen fehler mal abgesehen: an den schlechten maps. irgendwie bestehen alle maps in mw3 aus verschiedenen schläuchen im gegensatz zu mw2, wo maps wie skydrow und highrise auch ihre laufwege hatten, aber trotzdem noch offen waren um mal quer über die map zu schiessen. wo in mw2 die tuber, akimbo noobs und shotgun spammer (aa12) noch extrem genervt haben, ist der mp von mw3 scheinbar nurnoch auf diese leute ausgelegt.
was die technik angeht: nach der ersten runde am free mp weekend hatte ich tatsächlich erstmal augenschmerzen. sowas ist mir vorher auch noch nie vorgekommen.
datendieb schrieb am
FunnyFrisch hat geschrieben:Das Spiel ist ja an sich ganz nett. Grafik passt, Atmosphäre passt und die Story ist auch ganz OK. Aber was mich extrem stört, und wesbalb ich auch nach 20min nicht weitergespielt habe, sind die extrem schlechten Waffen sounds. Kann sein, dass ich da mit beinen Battlefield verwöhnten Ohren etwas zu extrem reagiere, aber Subjektiv sind die Sounds totaler Rotz und versauen das ganze Spiel.
mw 3 ist eine beleidigung für die ohren. ich weiß auch gar nicht wieso in tests immer die "brachiale" soundkulisse gelobt wird. in meinen ohren ist mw 3 soundtechnisch absolut unterirdisch schlecht.
schrieb am