Kingdom Come: Deliverance - Test, Rollenspiel, Xbox One X, PlayStation 4 Pro, PC - 4Players.de

 

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3D-Rollenspiel
Entwickler: Warhorse Studios
Publisher: Deep Silver
Release:
13.02.2018
13.02.2018
13.02.2018
13.02.2018
13.02.2018
Alias: Kingdom Come Deliverance
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Spielinfo Bilder Videos

Es ist wie verhext

Dass man beim Bogenschießen zu Unrecht düpiert wird, ist vielleicht noch verschmerzbar. Schließlich kann man sein Geld auch beim Würfelspiel "Farkle" einsetzen, das recht unterhaltsam ist und bugfrei läuft. Aber wenn es um Menschenleben geht, hört der Spaß auf. Als ich drei jungen Frauen in der Quest "Tanz der Teufel" heimlich folgen soll, die sich für einen Sabbat im Wald treffen, geht alles schief - leider nicht nur inhaltlich. Mal abgesehen davon, dass das Thema Hexen hier zwar amüsant, aber mit dem etwas anachronistischen Blickwinkel des 16. Jahrhunderts und überaus kitschig inszeniert wird: Die drei reiben sich mit einer Flugsalbe zwischen den Beinen ein, bekommen Halluzinationen und werden geil - als ich dazu stoße, werde ich als Satan betrachtet, den es gleich vor Ort zu befriedigen gilt. Weil ich was von der Salbe abbekomme, sehe ich statt der Frauen bald nur noch Huhn, Stute & Co, die ich begatten darf; immerhin nur per Schlossknack-Minispiel.

Das Schlösser knacken ist selbst bei "leicht" verschlossenen Truhen knifflig.
Das Schlösser knacken ist selbst bei "leicht" verschlossenen Truhen knifflig.

Der triebhafte Spuk eskaliert, als sich Gestalten aus dem Wald nähern, die aufgrund der Drogen wie Dämonen aussehen und die Frauen angreifen. Ich besiege die beiden gehörnten Kreaturen, die Frauen überleben und ich soll alles dem Pfarrer melden. Dort muss ich mir anhören, dass sie alle tot sind und ich Schuft sie auf dem Gewissen habe; auch bei der Kräuterfrau, die die Salbe herstellte, bekomm ich nochmal einen Anschiss. Als das Spiel abstürzt, muss ich dasselbe nochmal machen, aber diesmal gelten die Frauen als gerettet, nur die Holzfäller sind tot, die mir wie Dämonen vorkamen. Hier wirken auch die sonst so löblichen Reaktionen seltsam künstlich. Ob die Frauen des Dorfes tot sind oder fremde Banditen, ist scheinbar kein Unterschied, denn ich bekomme denselben Anschiss von Pfarrer und Kräuterfrau (!). Außerdem werde ich in dieser Quest immer gezwungen, beim Sabbat einzugreifen, selbst wenn ich in Deckung bin.

Entscheidungen mit Konsequenzen


Grundsätzlich sind die Aufgaben allerdings angenehm offen und mit spürbaren Konsequenzen versehen - im Kleinen sowie im Großen. Man kann schon zu Beginn auf diverse Art aus der Burg fliehen, z.B. verkleidet als Wache oder über Schleichwege, wird aber dann von den Wachen gesucht und muss ihnen ausweichen; wird man ertappt, kann man sie rhetorisch oder finanziell vielleicht doch noch überzeugen. Wer die Anfragen des Müllers nach Bezahlung ignoriert muss später genauso mit Folgen durch seine Schläger rechnen wie jemand, der in einer heiklen Situation zu viel verrät oder das Falsche macht - das kann auch zu vielen Opfern führen oder gar einer Schlacht.

Man kann alle Gebäude betreten, darunter auch Kirchen.
Man kann alle Gebäude betreten, darunter auch Kirchen.

Spätestens an dieser Stelle muss ich zur Ehrenrettung des Spieldesigns und des Pfarrers anmerken, dass es auch eine sehr gelungene Quest gibt, in der man nicht nur mit ihm zechen und huren, sondern schließlich eine Predigt per Multiple-Choice halten kann - eine klasse Szene, zumal die Zuhörer enstprechend reagieren. Denn hier gelingt den Entwicklern im Gegensatz zur Hexeneskapade auch wieder sehr gut der historische Bezug, indem sie die Sichtweise von Jan Hus sowie den aufkeimenden Konflikt zwischen einfachen Bauern und der katholischen Kirche schonungslos thematisieren. Apropos: Man kann sich nicht nur volllaufen lassen, sondern auch so überfressen, dass die Werte sinken. Hier werden die sechzehn Jahre später folgenden Hussitenkriege (1419 - 1436) quasi in einer Quest spürbar.

Auch als es zu einem seltsamen Gemetzel an Pferden kommt, inklusive einer blutigen Drohung (die amn nur entziffern kann, wenn man das Lesen lernt) und verstümmelter Leichen, zeigt die Regie in der anschließenden Suche nach den Urhebern ihre Muskeln. Man kann auch einfach so auf eine Leiche am Wegesrand stoßen und plötzlich zur Rede gestellt werden - der Dialog erlaubt gegenseitige Schuldzuweisungen bis hin zum Geständnis oder Flucht samt Verleumdung. Und was mir sehr gut gefällt: Die Leute warten nicht! Bekommt man eine Quest mit Zeitangabe wie etwa "Treffe mich am Morgen", dann ist der Questgeber am Mittag weg! Außerdem bekommt man bei wichtigen Leuten auch einen Anschiss dafür. Das sind die Momente, die dieses Spiel auszeichnen.

Überhaupt hat man sich beim Design der Aufgaben redlich Mühe gegeben, moderne Automatismen zu vermeiden: Zwar

Ärgerlich: Der Bogenschieß-Wettbewerb ist so verbuggt, dass man sein Geld immer verliert.
Ärgerlich: Der Bogenschieß-Wettbewerb ist so verbuggt, dass man sein Geld immer verliert.

bekommt man manchmal auch einen Zielpunkt z.B. von Personen auf der Karte angezeigt, wenn man genug Informationen hat, aber meist werden Gebiete abgesteckt, die man aktiv durchsuchen muss. Und da kann es angenehm kreativ zur Sache gehen, wenn man z.B. in mehreren Etappen inklusive Zeugenbefragung flüchtige Verdächtige finden muss, indem man ohne glitzernde Spur nach Blut oder durchbrochenen Zäunen sucht. Oder wenn man z.B. drei entflohene Nachtigallen über ihren Gesang lokalisieren muss - immer, wenn es lauter wird, kommt man der Stelle näher, an der man einen Käfig absetzen sollte. Danach muss man ein wenig warten und kann sie einsammeln. Auch wenn dabei manche Käfige in der Luft schweben: Das ist genauso kreativ wie etwa das Erlernen des Lesens: Heinrich bekommt nicht einfach die Fähigkeit, sondern muss sein Leseverständnis aktiv an zwei Texten beweisen, darunter ein Lateinischer. Das sind zwar letztlich auch nur Multiple-Choice-Fragen, aber das ist stimmungsvoller als lediglich etwas freizuschalten. Es gibt auch Schatzkarten, die nur eine grobe Zeichnung zeigen, die man dann selbst auf die Karte und Umgebung anwenden muss - aber es gibt hier keinen Zielpunkt. Und selbst wenn man die Landschaft frei erkundet, kann man so einige interessante Orte finden, darunter welche, auf die z.B. ein Zeichen an einem Baum hindeutet. Folgt man diesem sowie weiteren Steinhaufen tiefer in den Wald, findet man ein halb verschüttetes Anwesen. Doch auch hier zeigt sich, wie spröde Kingdom Come sein kann: Obwohl ich es über eine Holzlatte betreten konnte, kam ich kaum wieder heraus, weil das Springen bzw. Klettern nicht ausgeführt wurde.

Kommentare

Falagar schrieb am
Usul hat geschrieben: ?
22.01.2019 12:37
Falagar hat geschrieben: ?
22.01.2019 09:42
Ich spiel z.b. mittlerweile alle 3d/1st Person Rpgs auf dem PC mit dem Controller. Hat man sich einfach nach Zeiten wie Skyrim etc... mal angewohnt, weil praktisch jedes dieser Spiele auf Controller optimiert waren...
Skyrim bitte mit SkyUI spielen, dann ist es mit Maus und Tastatur so perfekt, wie es sich auch gehört. :)
Skyrim spiel ich schon lang nicht mehr :). Ich meinte ja auch nur aus Beispiel, damals als das Spiel rauskam gabs ja die ganzen Tweaks und Mods etc... ja noch nicht und man hat halt schon wirklich gemerkt, das in eine PC/Maussteuerung praktisch überhaupt kein Aufwand gesteckt wurde. Zu der Zeit hab ich mir dann auch angewohnt die Art Spiele, die primär auch auf Konsolen erstmal erscheinen sind (Souls-Serie, Dragons Dogma etc..) gleich mit Gamepad zu spielen.
Das ist einfach reine Gewohnheitssache - 3d/1st Persons möchte ich heute mittlerweile auch auf dem PC ohne Gamepad gar nicht mehr spielen.
Halueth schrieb am
Kann mir sogar gut vorstellen, dass KCD zumindest vom Kampfsystem her von einer Controllersteuerung profitiert. Ich bevorzuge dennoch die Maus und Tastatursteuerung
Usul schrieb am
Falagar hat geschrieben: ?
22.01.2019 09:42
Ich spiel z.b. mittlerweile alle 3d/1st Person Rpgs auf dem PC mit dem Controller. Hat man sich einfach nach Zeiten wie Skyrim etc... mal angewohnt, weil praktisch jedes dieser Spiele auf Controller optimiert waren...
Skyrim bitte mit SkyUI spielen, dann ist es mit Maus und Tastatur so perfekt, wie es sich auch gehört. :)
dOpesen schrieb am
Falagar hat geschrieben: ?
22.01.2019 09:42
Und ja KCD spielt sich mit Controller auch sehr vernünftig.
danke.
greetingz
Falagar schrieb am
Ich spiel z.b. mittlerweile alle 3d/1st Person Rpgs auf dem PC mit dem Controller. Hat man sich einfach nach Zeiten wie Skyrim etc... mal angewohnt, weil praktisch jedes dieser Spiele auf Controller optimiert waren...
Und ja KCD spielt sich mit Controller auch sehr vernünftig.
schrieb am

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