The Legend of Zelda: Breath of the Wild - Test, Action-Adventure, Nintendo Wii U, Nintendo Switch

 

Test: The Legend of Zelda: Breath of the Wild (Action-Adventure)

von Jörg Luibl



Publisher: Nintendo
Release:
03.03.2017
03.03.2017
Erhältlich: Einzelhandel
Erhältlich: Einzelhandel
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ab 53,99€
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Die Macht des Shiekah-Steins

Im Zentrum der Spielmechanik steht der Shiekah-Stein, Links mächtiges Artefakt: Er sieht aus wie ein Tablet bzw. eine Switch, hat später tatsächlich digitale Fähigkeiten vom Monsterscan über die Datensynchronisierung zur Archivierung von Monsterdaten bis hin zum Selfie - so stark hat Nintendo die Moderne noch nie in ein Spiel einfließen lassen. Das ist durchaus ein Risiko, das in einer eher mittelalterlichen Fantasywelt zum Stilbruch führen kann, aber dieses Artefakt fügt sich zusammen mit den Maschinenwesen sehr gut in die Spielwelt ein, weil dafür über die Story ein glaubwürdiges erzählerisches Fundament gegossen wird.

Link kann Wesen aus der Distanz beobachten und aus der Nähe scannen, um mehr Infos zu erhalten.
Link kann Wesen aus der Distanz beobachten und aus der Nähe scannen, um mehr Infos zu erhalten.
Wichtig für das Spielerlebnis ist, dass der Shiekah-Stein direkt coole Fähigkeiten freischaltet. Schon im Einstieg kann man mit den zwei unterschiedlichen Bomben, dem Magnetismus, dem Einfrieren sowie der Stasis experimentieren - sowohl in vier kleinen Dungeons als auch in der Landschaft. Und das macht richtig Spaß: Man kann versteckte Wege hinter porösen Felsen freisprengen, den Wind für seine Bombenwürfe nutzen, in Seen versunkene Kisten oder Eisenträger aus der Distanz anheben, um sich so oder auch über das Einfrieren von Wasser, aus dem sich dann ein Eisblock erhebt, improvisierte Waffen, Hindernisse oder begehbare Plattformen zu schaffen. Man kann auch bei ruhenden Objekten wie Felsen die Zeit anhalten, um sie mit Schlägen kinetisch aufzuladen und ihnen dabei sogar eine Richtung geben - ist die Uhr runter getickt, rollen sie vielleicht wie von Geisterhand einen Hang runter und zermalmen die unten wartenden Monster. Später entstehen so regelrechte Golfprüfungen.

Die Vielfalt der Spielmechanik

Monsterlager kann man lautlos oder mit Krawumm leeren.
Monsterlager kann man lautlos oder mit Krawumm leeren. Wer sich an schlafende Bokblins heran schleicht, darf sie auf einen Schlag töten.
Monsterlager könnte man bei passendem Wind aber auch in Brand stecken, indem man mit einer Fackel oder einem Feuerpfeil das hohe Gras in der Nähe anzündet. Aber dafür müsste man sich anschleichen und auf den lila Geräuschpegel achten, der übrigens mit zu viel ausgerüsteten Waffen oder auf hallendem Boden stärker ausschlägt, denn sonst alarmiert der Wächter auf dem Turm vielleicht die ganze Bande. Auch wenn die KI bei den Laufwegen einiges zu wünschen übrig lässt und schon mal irgendwo hängen bleibt oder partout nicht nach oben schaut, segnet man gegen drei oder vier Bokblins auf einmal schnell das Zeitliche - zumal sie sich aus der Distanz unterstützen.

Vielleicht ein Kopfschuss auf den Wachposten? Oder warten, bis es dunkel wird, denn die Monster schlafen und wenn man geduckt nah genug rankommt, kann man sie auf einen Schlag töten. Aber Vorsicht vor dem Blutmond: Wenn sich der Himmelskörper rot färbt, wachen alle einmal erschlagenen Monster wieder auf und sind deutlich stärker - da kann sich schonmal eine Nacht im Gasthaus lohnen. Also sollte man möglichst bei normalem Sternenhimmel in den offenen Kampf gehen. Link kann seine Feinde fixieren und dann das volle Repertoire aus einfach Hieben oder Stichen, Sprungattacken mit Bereichsschaden, elegantes Ausweichen sowie Rückwärtssalti oder die Schildparade mit Konter einsetzen.

Vorsicht: In der Nacht des Blutmondes werden die Feinde stärker und Gefallene stehen wieder auf.
Vorsicht: In der Nacht des Blutmondes werden die Feinde stärker und Gefallene stehen wieder auf.
Allerdings beziehen sich meine Erfahrungen auf das Spiel mit dem Pro-Controller, den man zusätzlich für Switch kaufen sollte. Ich habe es mit den beiliegenden Joy-Cons sowohl in Tabletmanier als auch angedockt auf den Plastikaufsatz versucht, aber liebe Leute von Nintendo, das ist eines der schlechtesten Gamepads, die ich je in der Hand hatte - die Buttons fühlen sich ebenso wie die beiden Analogsticks mit ihrer extrem kurzen Übersetzung einfach billig an. Und dann diese Schultertasten - sorry, diese Joy-Cons wirken wie Smartphone-Aufsätze, nicht wie vollwertige Controller und sind einem Spiel wie diesem, in dem es auf Hand, Auge und Koordination ankommt, einfach nicht würdig.

Kommentare

yopparai schrieb am
MrLetiso hat geschrieben: ?24.04.2019 10:21 Das Waffenverschleißsystem hat mich sehr lange einen Bogen um Zelda machen lassen - aber ganz ehrlich, Dein Beitrag hier hat mir wirklich geholfen. Habe zwar erst 30+ Stunden in das Spiel gesenkt, aber ich genieße im Moment wirklich jede einzelne Minute dieses Zelda Spiels.
Danke für den Beitrag!
Ich bin mir zwar durchaus bewusst, dass man das ganze Thema auch anders betrachten kann, aber es freut mich, wenn ich in diesem Fall helfen konnte. :)
MrLetiso schrieb am
yopparai hat geschrieben: ?22.12.2017 10:58Man soll sich das, was man zum Überleben braucht aus der Welt besorgen und die Waffen sind in Zelda kein Werkzeug, sondern eine weitere Ressource. Wenn man sie auf die Art betrachtet, ist das eigentlich ganz erträglich.
Das Waffenverschleißsystem hat mich sehr lange einen Bogen um Zelda machen lassen - aber ganz ehrlich, Dein Beitrag hier hat mir wirklich geholfen. Habe zwar erst 30+ Stunden in das Spiel gesenkt, aber ich genieße im Moment wirklich jede einzelne Minute dieses Zelda Spiels.
Danke für den Beitrag!
Ryan2k6 schrieb am
Chibiterasu hat geschrieben: ?22.12.2017 11:57 Es gibt ein paar die man wieder reparieren lassen kann. Ist aber irgendwie teuer und so wahnsinnig gut sind die Waffen jetzt auch nicht.
Die anderen Top-Waffen kommen von speziellen Gegnern, die zu Beginn unschaffbar scheinen und erst später dann gut gelegt werden können. Somit kann man sich dort immer wieder Nachschub besorgen.
Danke!
Chibiterasu schrieb am
Es gibt ein paar die man wieder reparieren lassen kann. Ist aber irgendwie teuer und so wahnsinnig gut sind die Waffen jetzt auch nicht.
Die anderen Top-Waffen kommen von speziellen Gegnern, die zu Beginn unschaffbar scheinen und erst später dann gut gelegt werden können. Somit kann man sich dort immer wieder Nachschub besorgen.
Ryan2k6 schrieb am
Gibt es denn irgendwelche "epic" Waffen, die dann besonders gut sind, aber man eigentlich nie nutzt weil sie sonst kaputtgehen? Oder gibt es solche Einzigartigen Waffen gar nicht, eben wegen dieser Spieldweise?
schrieb am