God of War - Test, Action-Adventure, PlayStation 4, PlayStation 4 Pro

 

Test: God of War (Action-Adventure)

von Jörg Luibl



God of War: Auf dem Weg zum Gipfel
Zum Gipfel der Welt
Entwickler:
Publisher: Sony
Release:
kein Termin
20.04.2018
kein Termin
02.02.2021
kein Termin
Erhältlich: Digital, Einzelhandel
Spielinfo Bilder Videos

Vor der Veröffentlichung sorgte die Neuausrichtung von God of War auch für skeptische Reaktionen: Dabei ging es um das fehlende freie Springen, die näher positionierte Kamera, das nordische Szenario sowie Kratos als Vater - die modernisierte Perspektive und Dramaturgie kamen nicht bei allen Fans an. Hat Sony Santa Monica fünf Jahre in die falsche Richtung entwickelt? Oder gelingt dem Team um Cory Barlog die Wiedergeburt eines der erfolgreichsten Action-Adventures aller Zeiten? Am 20. April könnt ihr euch selbst ein Bild machen. Wir verraten euch im Test, wie uns der Spartaner im Exil gefällt.



Auf dem Weg zum Gipfel

Irgendwo weit hinten war der Gipfel schon erkennbar. Als ich nach ein paar Stunden mit Kratos durch den fluffig aufwirbelnden Schnee stampfte, direkt hinter den tiefen Spuren von Atreus, der mal wieder wie ein junger Hund unvorsichtig nach vorne preschte, manifestierten sich bereits einige Eindrücke. Ich drehte die Kamera nochmal langsam, schaute mich um und machte mir Notizen. Wenn man so viele Spiele bespricht, schwirren sie wie eitle Gespenster um einen herum, die verglichen werden wollen. Vor allem die prägenden Titel haben immer ein Wörtchen mitzureden.

Für Kratos steht fest, dass der Junge nicht stark genug für die Reise ist. Nur widerwillig nimmt er ihn mit.
Für Kratos steht fest, dass der Junge nicht stark genug für die Reise ist. Nur widerwillig nimmt er ihn mit.
Auf diesem verschneiten Pass fühlte ich mich z.B. an die technische Klasse von Uncharted 4 erinnert, das ähnlich eindringliche Landschaften und dynamische Fußspuren im Wüstensand präsentierte. In einigen Gefechten zuvor ließ zumindest in Ansätzen Dark Souls grüßen - dazu später beim Kampfsystem mehr. Und die gemeinsame Reise mit dem Jungen weckte natürlich Erinnerungen an The Last of Us sowie BioShock Infinite. Ganz schöne Kaliber? Richtig, aber an dieser frühen Stelle war dieses Action-Adventure noch weit entfernt von deren Klasse.

Das Grab des Childerich lässt grüßen

Zumal es verdächtig knirschte, wenn die Over-the-top-Action mit ihren Superhelden-Manövern einige subtile Momente konterkarierte: God of War lebte schon immer von der Überzeichnung, jetzt wollte es auch noch vertiefen, vielleicht auch erwachsener werden, was die Geschichte betrifft. Passt das zusammen? Bis hierher zu diesem Pass lieferte es immerhin ab. Auch wenn das jetzt etwas zu läppisch klingt, weil man diese Produktionsqualität natürlich erstmal erreichen muss. Gerade Sonys Studios haben in den letzten Jahren und erst kürzlich mit Horizon Zero Dawn technisch Zeichen gesetzt. Es geht ja nicht nur um Panorama, Licht, Mimik oder Animationen, die dank Motion Capturing in vielen Titeln immer natürlicher wirken. Wenn Kratos marschiert, bewegt sich seine komplette Ausrüstung vom kleinen Lederriemen bis zur Axt, man erkennt seinen Atem und dieses kalte Funkeln in den Augen.

Es ist für mich noch bemerkenswerter, mit welcher Hingabe die Artdesigner in diesem God of War Ornamente sowie Verzierungen an Kisten, Wänden, Rüstungen oder Türen entworfen haben. Hier erkennt man, wie viel Recherche die Grafiker

Aber Atreus kann im Gegensatz zu seinem Vater die Runen lesen und wertvolle Hinweise geben.
Aber Atreus kann im Gegensatz zu seinem Vater die Runen lesen, kennt die Geschichten seiner Mutter über Götter und Riesen und kann wertvolle Hinweise geben.
auch in Motive des europäischen Frühmittelalters  investiert haben. Es gibt z.B. Einlegearbeiten, die mit ihren roten Almandinen in Gold an die Fundstücke aus dem Grab des Childerich (König der Merowinger, Ende 5. Jahrhundert) erinnern. Hinzu kommen die bunt bemalten Holztafeln, die in ihrer figürlichen Symbolik den gotländischen Bildsteinen der Wikingerzeit entsprechen. Sprich: Polygonpower und Artdesign ergänzen sich unheimlich gut.

Trotzdem sind mir die funktionalen Menüs zu steril designt und gerade die Kreaturen von Tatzelwurm bis Dunkelalb oder Nachtmahr erreichen nicht die bizarre Ausdruckskraft der Wesen eines Bloodborne. Zumal Sony Santa Monica so manche Gegnertypen wie die Häscher oder Draugar recht einfallslos kopiert und sie in zig Varianten auftauchen; überhaupt gibt es zu viele Zweibeiner auch bei den Bossen wie z.B. in Helheim - da habe ich mehr Varianz vermisst. Komplett flüssig läuft es auf PlayStation 4 Pro übrigens nicht, zumal es hier und da Texturnachlader gibt und ich einmal neu laden musste, weil sich ein Tor partout nicht öffnete. Aber das war keine reproduzierbare Sackgasse und das sind angesichts der fantastischen Kulisse und der Tatsache, dass ich ansonsten keinen (!) Bug notiert habe, wirklich Peanuts. Gerade im Zeitalter der Day-One-, Day-Two-, Week-3-Patches ist das endlich mal wieder ein Paradebeispiel für sehr gute Qualitätssicherung. Wird God of War auf einer PS4 Pro und einem 4K-Fernseher gespielt, liegt die Ausgabe übrigens bei 2160p. Wer einen entsprechenden Bildschirm sein Eigen nennt, kann God of War mit Lichteffekten und einer erweiterten Farbskala in HDR erleben.

Kommentare

Mazikeen schrieb am
TR2013 hat geschrieben: ?
07.01.2021 22:01
Spiele gerade erstmals GoW. Kenne die Vorgänger nicht. Sollte man sich auf Youtube eine Story Zusammenfassung ansehen oder ist es besser alles nur durch das Spiel zu erfahren? Atreus denkt ja zu Beginn dass wir "niemand" sind. Mehr weiß ich noch nicht.
Hier hat der Trant von Game Two die Story lustig auf hessisch aufbereitet
Xris schrieb am
winkekatze hat geschrieben: ?
08.01.2021 15:00
TR2013 hat geschrieben: ?
07.01.2021 22:01
Spiele gerade erstmals GoW. Kenne die Vorgänger nicht. Sollte man sich auf Youtube eine Story Zusammenfassung ansehen oder ist es besser alles nur durch das Spiel zu erfahren? Atreus denkt ja zu Beginn dass wir "niemand" sind. Mehr weiß ich noch nicht.

Schaden kann es nicht, aber es ist auch nicht wirklich notwendig. Um die Story zu verstehen wird das Wissen über die Story der Vorgänger nicht wirklich benötigt. Die Geschichte der vorherigen Teile war im Grunde abgeschlossen. Um zu wissen wer Kratos ist und was er in der Vergangenheit erlebt hat, könnte es trotzdem interessant sein, sich eine Zusammenfassung anzuschauen.
Andererseits ist GoW ein Neuanfang und baut ja bewusst auf Atreus Unwissenheit auf. Die Überraschung ist umso größer wenn man die Vorgänger nicht kennt. Die man übrigens auch wirklich nicht kennen muss für das neue GoW. Würde ich mir nach dem durchspielen in einer Zusammenfasssungen angucken. Aber streng genommen ist die Story eh recht dünn und in ein paar Sätzen komplett erklärt.
winkekatze schrieb am
TR2013 hat geschrieben: ?
07.01.2021 22:01
Spiele gerade erstmals GoW. Kenne die Vorgänger nicht. Sollte man sich auf Youtube eine Story Zusammenfassung ansehen oder ist es besser alles nur durch das Spiel zu erfahren? Atreus denkt ja zu Beginn dass wir "niemand" sind. Mehr weiß ich noch nicht.

Schaden kann es nicht, aber es ist auch nicht wirklich notwendig. Um die Story zu verstehen wird das Wissen über die Story der Vorgänger nicht wirklich benötigt. Die Geschichte der vorherigen Teile war im Grunde abgeschlossen. Um zu wissen wer Kratos ist und was er in der Vergangenheit erlebt hat, könnte es trotzdem interessant sein, sich eine Zusammenfassung anzuschauen.
TR2013 schrieb am
Spiele gerade erstmals GoW. Kenne die Vorgänger nicht. Sollte man sich auf Youtube eine Story Zusammenfassung ansehen oder ist es besser alles nur durch das Spiel zu erfahren? Atreus denkt ja zu Beginn dass wir "niemand" sind. Mehr weiß ich noch nicht.
herrgottsaggrament schrieb am
Ach immer dieses Pro und Kontra ? ? ?
zu viel XP, Hacksilber, Sammelkram und Ausrüstung:
Subjektives empfinden, man muss ja nicht alles sammeln wenn?s eh Sammelkram ist. War für Sammler gedacht, ich mag das.
steril designtes Inventar und Tagebuch:
?.der Bogen von Atreus war mir auch zu wenig designt
viele Zweibeiner & "Ritter", etwas wenig bizarre Kreaturen:
Mimimimi mimimimi, jammern auf 99,9 bei einer Skala mit 100
Naja, man muss schon was finden?klar muss man das.
Atreus ist im Kampf fast schon zu sicher
War mehr als ein unterhaltsamer Begleiter im Spiel gedacht, wegen der Kämpfe hätte man ihn nicht gebraucht - fast zu sicher?. Na bei so einem Vater.
nicht frei springen oder schwimmen:
Wo sollte man auch hinspringen oder schwimmen. Das war im Spiel einfach nicht vorgesehen?ganz bewusst?.echt. Hat man so nicht gebraucht. So hat halt jeder sein Phantasien?
knackige Walküren nur optional, Bosse zu leicht:
Bosse zu leicht? Na mit weniger Sammelkram und spartanischem Crafting und einem höheren Schwierigkeitsgrad wär?s doch ganz ordenlich?? Walküren waren doch geil?völlig egal ob optional oder nicht - so unterschiedlich sind eben Meinungen?klar ist ein freies Land.
Muspel- /Niflheim nur für Arenakampf und Beute:
Na ist doch gut, für jeden was dabei - einmal mit Arena und auch ohne, was will man mehr???
etwas zu kleine Schrift erschwert das Lesen:
Ich hatte keine Schwierigkeiten, mit dem Lesen?zu klein? Na gut, sonst muss man näher ran. Oooder nen TV mit 65? das sieht man?s auch besser.
Bildrate nicht immer stabil; kleinere Texturnachlader:
Ja das war echt ne Katastrophe?.und wo war das bitte?
Finale klärt wichtige Fragen, aber lässt einiges offen:
Ein schönes Ende ist doch, wenn alle Fragen geklärt wurden und dennoch etwas unklar bleibt?fast wie im richtigen Leben oder?
ein (nicht reproduzierbarer Bug), ein Absturz:
Oooooch, bei mir war das nicht?ist doch wirklich was, das einem gar nicht gefällt.
Da war doch noch was?.? Ach ja die Farbe von Atreus Schuhe war wirklich entsetzlich. Ja, das...
schrieb am