Man muss daher abwägen, ob man ein Modul aktiviert, den kurzen Schub nutzt oder ob eine andere Zusammenstellung aktiver und passiver Module vielleicht von vornherein sinnvoller ist. Immerhin verleihen passive Erweiterungen dem Schiff u.a. ein schnelleres Aufladen der Batterie, einen stärkeren Schild, höhere Beschleunigungswerte oder andere Vorteile. Man könnte also das flinke Aufladen des Akkus nutzen, um die zusätzliche Bodenhaftung ständig aktiviert zu lassen. Oder ist es besser, mit dem passiven Modul die eigene Geschwindigkeit im Windschatten eines Kontrahenten zu erhöhen, um ihm anschließend manuell Energie abzuzapfen?
Die Umsetzung für PlayStation 4 und Xbox One enthält alle Inhalte, die auf Steam nach der ursprünglichen Veröffentlichung und tlw. als kostenpflichte Pakete hinzugefügt wurden, darunter 15 Strecken in drei Umgebungen.
Spielerisch und inhaltlich gleicht die aktuelle PC-Fassung ansonsten der Konsolen-Version, lässt aber zwölf statt sechs Teilnehmer in Online-Rennen zu. Mitspieler findet man zum gegenwärtigen Zeitpunkt dabei leider kaum.
Schön, dass 34BigThings ähnlich wie Fast RMX auf die sonst üblichen Raketen und Minen verzichtet, um stattdessen das taktische Fliegen zu stärken! Das Individualisieren mit der gelungenen Energieverwaltung im Mittelpunkt steht dem Spiel jedenfalls hervorragend.
Mehr Quantität als Qualität?
Eine kleine Schwäche ist hingegen die fehlende Abwechslung auf den 35 Strecken. Dort gibt es zwar Loopings, Spiralen sowie weite und enge Kurven, währnd die auf PC nur als kostenpflichtiger Downloadinhalt erhältlichen drei Umgebungen mit insgesamt 15 Kursen den Umfang sowohl visuell als auch spielerisch erweitern. Insgesamt fehlen aber nach wie vor einfallsreiche Hindernisse wie in Fast RMX oder den Strecken der
WipEout Omega Collection, Weggabelungen oder andere Besonderheiten. Die meisten Kurse ähneln sich schlicht und ergreifend zu sehr. Man vermisst Finessen wie besonders schmale oder breite Abschnitte sowie Kombinationen von Schikanen, durch die man mit dem richtigen Einsatz der Luftbremsen beinahe geradeaus rast.
Grundsätzlich ist die Qualität der Kurse dabei sehr hoch: Lange Geraden wechseln sich mit Unterwasser-Abschnitten, engen Kurven und spektakulären Über-Kopf-Passagen ab und sowohl die wie einer Designstudie entwachsenen Umgebungen als auch viele Streckenteile sehen grandios aus! Spätestens, wenn man unter Einfluss eines Redouts in den Schleier eines Sandsturms donnert, durch den matt die Sonne scheint, spielt es fast keine Rolle mehr, dass es in dieser Konsolengeneration wohl kein neues WipEout geben wird.
Die vom Spiel gesteuerten Kontrahenten stellen auch Könner vor eine Herausforderung.
Farbe und Fehler
Farbe bringen außerdem solche Rennen in die Karriere, die satte 14 Runden dauern oder über sämtliche fünf Kurse eines Schauplatzes führen. Gut auch, dass sich in der Karriere Wettläufe mit und ohne eingeschaltete Module abwechseln und es sogar verschiedene Arten von Zeitrennen gibt: mal mit, mal ohne Module, mal gegen einen ständig ablaufenden Countdown, mal mit so schwachen Schilden, dass man sich kaum Fehler leisten darf.
Und wie ärgerlich ist es gerade deshalb, dass es keine weltweiten Ranglisten gibt! So umfangreich die Karriere auch ist, so wichtig wäre es für den langfristigen Ansporn, dass man nicht nur die eigenen Bestzeiten schlagen, sondern sich auch mit Freunden und Fremden messen könnte.
Schade außerdem, dass man für Onlinerennen lediglich drei der Wettkampfarten wählen darf. Im Gegensatz zum ursprünglichen veröffentlichten PC-Spiel bestimmt man jetzt immerhin die Geschwindigkeitsklasse selbst. Man kann sogar in Fliegern an den Start gehen, die in der Karriere noch nicht freigeschaltet sind, verfügbare Strecken muss man jedoch freischalten. Während man mit einem Kumpel außerdem am geteilten Bildschirm um die Wette rast, seien ambitionierte Online-Raser gewarnt: Mitspieler findet man leider kaum.