Abgesehen davon nimmt ihr Partner Sonon aktiver am Geschehen teil als es die Gefährten im Remake tun. Man darf ihn zwar nicht direkt steuern, aber die Angriffe der beiden verbinden, um größeren Schaden anzurichten, und gemeinsam besonders mächtige ATB-Schläge auszuführen. Diese Dynamik macht verdammt viel Laune, zumal Yuffie ihren Attacken auch einen beliebigen Elementarschaden verleiht.
Daran haben nicht zuletzt kleine Verbesserungen ihren Anteil, die auch der PS5-Version des Abenteuers mit Cloud zugutekommen. So benötigen über Synergie-Materia mit dem aktiven Charakter verbundene Figuren jetzt weder ATB-Punkte noch MP für ihre Synergie-Aktionen, wodurch sie bedeutend stärkere Partner sind und man sich besser auf bestimmte Gegner einstellen kann. Auf PlayStation 4 wurden diese Änderungen zum Zeitpunkt des Tests noch nicht hinzugefügt.
Frische Takte
Dass einige Kämpfe nicht zum klassischen Soundtrack ablaufen, sondern von Jazz, Metal oder anderen Stilrichtungen begleitet werden, verleiht den Gefechten dabei zusätzlichen Schwung. Mir hat das richtig gut und an vielen Stellen sogar besser als die herkömmliche Untermalung gefallen, weil es nicht nur für Abwechslung sorgt, sondern auf gelungene Art auch Yuffies jugendlichen Charakter unterstreicht.
Klassisch: die Lichtquelle hinter einem vernebelten Ventilator, um frei nach Ridley Scott Stimmung zu erzeugen.
Sogar in den Slums lauscht man den ungewohnten Klängen, wenn Yuffie an kleinen Plattenspielern vorbei läuft. Dass die normale Hintergrundmusik dann allerdings weiter läuft und sich deshalb oft zwei verschiedene Stücke überlagern, empfinde ich als ausgesprochen störend. Ich wünschte, dort hätte man eine bessere Lösung für das Einbinden der neuen Musik gefunden.
Kämpfen oder lieber zuschauen?
Eine ganz wichtige Ergänzung ist schließlich eine Option, mit der die aktive Figur im Kampf eigenständig agiert, sodass man nur noch ATB- und andere Aktionen auslösen muss. Richtig: Das gab es von Anfang an – allerdings nur in Verbindung mit dem leichtesten Schwierigkeitsgrad. Jetzt kann man diesen „klassischen“ Modus auch auf der normalen Stufe aktivieren und tatsächlich ist das eine hervorragende Ergänzung. Zum einen erleichtert es nämlich die Übersicht, was besonders dann von Vorteil sein kann, wenn man sich mit dem Kampfsystem bzw. einem neuen Charakter erst noch vertraut macht. Zum anderen weckt es Erinnerungen an das ATB-System des ursprünglichen Final Fantasy 7, bei dem es das aktive Bewegen und Zuschlagen noch gar nicht gab.
Schnelle Wechsel zwischen Nah- und Fernkampf sowie das Zusammenspiel mit Sonon zeichnen Yuffies Kämpfe aus.
Diese Einstellung dient letztendlich aber nur als Unterstützung, da die Kämpfer ankommende Attacken fast immer abblocken, anstatt ihnen auszuweichen, was bei einigen Angriffen ja grundsätzlich nicht funktioniert. Über weite Strecken verhalten sie sich außerdem passiver als man das selbst tun würde, sodass man trotz allem dazu angehalten ist, selbst aktiv zu werden. Man kann jederzeit die Steuerung übernehmen; bleibt man stehen und greift nicht an, schaltet sich dann wieder die Automatik ein.
In meinen Augen ist das eine sehr sinnvolle Ergänzung, denn mir macht das Übernehmen der vollen Kontrolle genauso viel Spaß wie das entspannte Beobachten des Geschehen, um nur hin und wieder besondere Aktionen auszulösen. Auf den höchsten Schwierigkeitsstufen, die nach dem Durchspielen der regulären bzw. der Yuffie-Kampagne freigeschaltet werden, steht dieser klassische Modus ohnehin nicht zur Verfügung. Zu diesem Zeitpunkt wurde man aber längst behutsam an Zusammenhänge und Mechanismen herangeführt und kann sich voll auf die anspruchsvolle Herausforderung konzentrieren.