The Last of Us Part 2 - Test, Action-Adventure, PlayStation 4

 

Test: The Last of Us Part 2 (Action-Adventure)

von Jörg Luibl



The Last of Us Part 2: Bis an die Schmerzgrenze *Jetzt mit Guide*
Die brutale Wahrheit
Entwickler:
Publisher: Sony
Release:
19.06.2020
Jetzt kaufen
ab 149,99€
Spielinfo Bilder Videos
The Last of Us gehört zu den besten Spielen dieses Jahrzehnts. Zwischen der brutalen Action im apokalyptischen Amerika blitzte immer wieder auf, welches dramaturgische Potenzial in Spielen steckt, welche emotionale Identifikation über glaubwürdige Beziehungen möglich ist. Fünf Jahre nach den bewegenden Ereignissen wird die Reise von Ellie und Joel fortgesetzt. Dabei geht Naughty Dog an Schmerzgrenzen. Warum sie das Erlebnis vertiefen und das Medium letztlich weiter reifen lassen, verrät der Test.


Seid ihr bereit?

Es gibt Momente, die waren so überraschend, so schlimm oder so eindringlich, dass ich den Controller zur Seite legen musste. Manchmal hatte ich Angst vor dem, was als Nächstes kommt. Manchmal wollte ich eine gerade erlebte Situation einfach mal sacken lassen. Eines steht fest: Über dieses Spiel werdet ihr lange diskutieren, denn das Storytelling ist außergewöhnlich. Troy Baker, der amerikanische Sprecher von Joel, hatte nicht übertrieben, als er 2019 auf einer Comic-Messe raunte, dass manche Zocker da draußen nicht bereit für dieses Abenteuer sein würden. Hätte man eine Umfrage unter Fans gemacht, wäre dieses Spiel sicher nie so erzählt worden.

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The Last of Us Part 2 knüpft spielmechanisch und erzählerisch an den Vorgänger von 2013 an.
Naughty Dog beweist als Triple-A-Entwickler, der sich normalerweise immer an den Bedürfnissen des Mainstreams orientiert und Konflikte scheut, sehr viel Mut - und das ist verdammt gut. Aber ich werde euch nicht mitnehmen in diese streitbaren Situationen.

Zum einen habe ich einem Embargo zugestimmt, zum anderen will ich euch die Spannung natürlich nicht rauben. Daher bitte ich um Nachsicht, dass es in dieser Besprechung einige Lücken geben wird, dass ich manches nicht konkret benenne. Trotzdem muss ich natürlich wichtige Merkmale der Dramaturgie näher erläutern, um meine Einschätzung begreifbar zu machen.

Schmerzgrenzen

Man ist auch mit dem Pferd unterwegs - die Aussichten auf das überwucherte Seattle sind klasse.
Man ist auch mit dem Pferd unterwegs - das überwucherte Seattle sieht klasse aus.
Was meine ich z.B. mit Schmerzgrenzen? Zum einen das Offensichtliche: die Gewalt. Naughty Dog animiert die Kämpfe in all ihrer Brutalität. Wenn Ellie tötet, dann ist das kein sauberer Schnitt, sondern ein Anspringen, Niederringen, Erwürgen und Abstechen - dabei sieht man in die röchelnden Gesichter des Todes, hört das verzweifelte Gurgeln, bevor das Genick bricht. Vor allem im Nahkampf werden Anstrengung und Auswirkung in aller Konsequenz deutlich. Dagegen wirken die Finisher in Mortal Kombat wie abstrakte Comic-Schnipsel.

Alles beginnt idyllisch, fast wie in einem Western...
Alles beginnt idyllisch, fast wie in einem Western...
Die Schonungslosigkeit erinnerte mich an die TV-Serie The Walking Dead, aber das hat mein Erlebnis eher intensiviert als gedämpft. Mir haben diese meisterhaft animierten Gefechte jedenfalls richtig Spaß gemacht - es ist eine explizite Oberfläche, die ich seit Jahren kenne. Zumal Naughty Dog in einigen Bereichen nicht so weit geht wie manche Filme oder Literatur. Das ist letztlich ein amerikanisches Spiel, in dem Sex nur eine Randnotiz ist. Aber jeder hat hier andere Grenzen. Mehr dazu übrigens in unserem Talk mit Alice und Matthias: Darin besprechen wir die Geschichte der Gewalt in Videospielen, aber auch einige psychologische und kulturhistorische Aspekte.

Kommentare

FCB76 schrieb am
Bitte dies im Kontext zu den 94% sehen. Da erwarte ich dann schon ein absolutes Meisterwerk und nicht einen grafisch verbesserten Aufguss eines Spiels von 2013. Damals war die 90+ Wertung m. M. n gerechtfertigt. Aber jetzt den Nachfolger nochmal höher zu bewerten, verstärkt natürlich die Erwartungshaltung.
Man muss ja nicht das grundlegende Gameplay (wieso da jetzt die Steuerung erwähnt wird mit ?kriechen, ?ducken? usw. - k. A.) ändern. Es würde ja schon zur Spannung beitragen wenn die Gegner nicht immer nur bereichsweise auftreten und das komplette Säubern eines Gebiets dann auch noch durch einen Spruch bestätigt wird. Selbst wenn man dann eine neue Gegner-Sequenz betritt, wird man noch gewarnt.
Es ist als Action-Adv. eingestuft. Wo sind da jetzt - abgesehen von der teilweise offenen Welt in Seattle - die Adv.-Elemente? Zum größten Teil agiert man wie in einem 3rd-Pers.-Shooter mit Schleichelementen (vgl. längere Szenen vor dem Theater-Kampf - will hier nicht im Detail spoilern).
Xris schrieb am
Dero.O hat geschrieben: ?
Heute 11:27
FCB76 hat geschrieben: ?
Heute 10:57
Hab das Spiel auf ?schwer? gespielt. Selbst da ist es zu einfach
...
und auch zu einfach ist.
Gibt es nicht noch "Überlebender" und dazu die Feineinstellungen?
Zu dem Gameplay frage ich mich, was man in einem Nachfolger alles neu machen sollte. Es gibt nun Ausweichen und Liegen / Robben. Man kann sich sogar, wenn man Rückwärts ausweicht direkt auf den Rücken fallen lassen. Gibt sicherlich noch mehr Feinheiten. Soll aus dem zweiten Teil plötzlich ein isometrisches Rollenspiel mit rundenbasierten Kämpfen werden? Ich verstehe es wirklich nicht. Möchte nicht mal jemand, der hier das "gleiche" Gameplay kritisiert seine Vorstellungen, wie das Gameplay eines TLOU2 hätte sein sollen pitchen? Würde mich interessieren.
Mich auch. Zumal sich mit dem Schwierigkeitsgrad auch das Verhalten der KI ändert. Schwer ist in TloU2 eher mit dem Schwierigkeitsgrad normal aus anderen Spielen vergleichbar. Ich hab leider auf Mittel abgefangen und schnell festgestellt das es viel zu leicht ist. Wobei ich finde das die KI den Spieler teilweise auf Mittel schon zu schnell findet. Was aber vorrangig an ihrer Anzahl und den meist verwinkelten Gebieten liegt.
Ich bin nun gefühlt im letzten Drittel angekommen.
Spoiler
Show
Ich hab von einige Kritik gelesen ND wäre sehr bemüht gewesen Abby in einem guten Licht darzustellen. Kann ich nicht nachvollziehen. Ich fand die Präsentation von Abby nicht aufdringlich. Ganz normaler Mensch mit Schwächen und stärken. Auch solche Menschen möchten sich bisweilen rächen... Aber wenn man ganz besonders enttäuscht ist das eben diese Abby Joel getötet hat, ja dann vorstellbar das man die ganze Spielzeit über sein Möglichstes gibt sie nicht zu mögen. Andererseits scheint ND ja grade bei diesen Spielern alles richtig gemacht zu haben.
Dero.O schrieb am
FCB76 hat geschrieben: ?
Heute 10:57
Hab das Spiel auf ?schwer? gespielt. Selbst da ist es zu einfach
...
und auch zu einfach ist.
Gibt es nicht noch "Überlebender" und dazu die Feineinstellungen?
Zu dem Gameplay frage ich mich, was man in einem Nachfolger alles neu machen sollte. Es gibt nun Ausweichen und Liegen / Robben. Man kann sich sogar, wenn man Rückwärts ausweicht direkt auf den Rücken fallen lassen. Gibt sicherlich noch mehr Feinheiten. Soll aus dem zweiten Teil plötzlich ein isometrisches Rollenspiel mit rundenbasierten Kämpfen werden? Ich verstehe es wirklich nicht. Möchte nicht mal jemand, der hier das "gleiche" Gameplay kritisiert seine Vorstellungen, wie das Gameplay eines TLOU2 hätte sein sollen pitchen? Würde mich interessieren.
Ahti Part II schrieb am
Gesichtselfmeter hat geschrieben: ?
Gestern 23:47
Es gibt ja auch gute Youtuber, so ist es ja nicht...so einen Christopherodd kann man immer mal wieder mal geben und wie gesagt, girlfriendreviews sind auch zwei überraschend clevere, junge Leute.
Dann empfehle ich dir den Kanal von Noah Caldwell-Gervais. Seine Analyse des Spiels ist seit einigen Tagen online.
In der Beschreibung findest du Zeitstempel zu den jeweiligen Spielen:

Enthält natürlich Spoiler!
Das Review von Suggestive Gaming ist auch gelungen:

Enthält ebenfalls Spoiler!
FCB76 schrieb am
Ich bin jetzt beim geradezu lächerlichen Kampf im Theater. Hab das Spiel auf ?schwer? gespielt. Selbst da ist es zu einfach bis auf einige wenige Szenen, die mehrere Versuche benötigen. Finde das Spiel total überbewertet. Teil 1 gefiel mir wesentlich besser denn da waren z. B. viele der Clicker-Begegnungen aufgrund der Messer-Thematik viel schwieriger zu lösen. Hier hat man selbst auf schwer entweder ein Dauermesser (je nach Figur) oder immer genug Munition.
Klar, die Grafik ist natürlich top aber die Spielmechanik ist doch im Prinzip gleich geblieben. Man macht immer das Gleiche: Erledigt Gegner in einem vorgegebenen Bereich, räumt alles ab, bewegt sich durch Gegenden ohne Gegner oder Infizierte und das wiederholt sich knapp 30 Stunden lang. Ab und zu läuft dann mal ein Skript und ein Gegner springt durch die Tür.
Dass die Story nicht jedem gefällt oder sich mancher an zwischenmenschlichen Begegnungen stört, die nicht in sein Schema passen, ist eine andere Geschichte (kleines Wortspiel ?). Die gelobte Barrierefreiheit ist für diejenigen, denen es hilft eine tolle Sache und daran sollten sich andere Studios ein Beispiel nehmen.
Es zieht sich für mich unendlich in die Länge. Eigentlich wäre es (was ich bisher gesehen habe) eine einfache Platin aber ob ich mir das nochmal 30 Stunden antue weiß ich nicht. Das im letzten Frühjahr erschienene Days Gone hab ich erst im Sommer 2019 zum Budgetpreis erworben und hatte damit wochenlang Spass. Für mich das bessere Spiel im Vergleich zu TLOA 2.
Einen eventuellen dritten Teil spar ich mir. Storytechnisch gibt das vermutlich eh nicht mehr viel her damit es nicht komplett im Klamauk endet.
Aber 94% von Herrn Luibl hinterlassen für mich schon einen faden Beigeschmack. Ja, es ist halt Sony und es ist Naughty Dog und vielleicht ist da der Druck zu groß aber wenn ich mir andere Games mit knapp 95% Wertung ansehe, kann ich nur den Kopf schütteln. Als guten 80iger hätte ich das Spiel nach einigen Stunden gesehen. Mittlerweile bin ich eher...
schrieb am