Death Stranding - Test, Action-Adventure, PC

 

Test: Death Stranding (Action-Adventure)

von Marcel Kleffmann



Death Stranding (Action-Adventure) von Sony (PS4), 505 Games (PC)
Lieferung erfolgreich auf PC zugestellt
Entwickler:
Release:
14.07.2020
08.11.2019
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Das denkwürdige Endzeit-Abenteuer Death Stranding hat seinen Weg auf den PC gefunden und wurde nur neun Monate nach dem Release der PS4-Version von Sam Bridges (persönlich) zugestellt. Im Test haben wir uns ausführlich die PC-Umsetzung und die PC-Premiere der Decima Engine angeschaut, zumal das Spiel gehörig von der höheren Bildwiederholrate profitiert.



Death Stranding auf PC

Das entschleunigte und auf seine Art und Weise großartig bis bedeutungsschwanger-bescheuerte Death Stranding bietet auf dem PC inhaltlich genau das gleiche einmalige Erlebnis wie auf der PlayStation 4, obgleich die Steuerung und die Spielgefühl von der erhöhten Bildwiederholrate profitieren, doch dazu später mehr. In diesem Test soll hauptsächlich auf die technische Umsetzung Endzeit-Abenteuers von PlayStation 4 auf PC eingegangen werden, also auf Grafik, Audio, Steuerung und Performance.

Eine ausführliche Besprechung des Spieldesigns, der cinematischen Inszenierung und der bekloppten Ideen findet ihr im Test der PS4-Version (zum Test), schließlich ist das Werk von Hideo Kojima visionär, dämonisch, kafkaesk, gesellschaftskritisch und bis in die kleinste Faser verspielt. Der PC-Fassung wurden lediglich einige kosmetische Objekte mit Half-Life-Bezug spendiert, die aber nur als purer Bonus zu verstehen sind.

Grafische Umsetzung und knausrige Optionen

Wasserfall-Szene aus dem Prolog in 1080p mit "Normaler" Grafikqualität.
Wasserfall-Szene aus dem Prolog in 1080p mit "Normaler" Grafikqualität.
Zunächst zu den grafischen Elementen des stellenweisen wunderschönen Titels. So sind die Auflösungsoptionen nicht ganz so vielfältig. Lediglich die gängigen Varianten wie 720p, 1080p, 1440p und 4K werden unterstützt. Zwischenschritte fehlen. Die Bilderholrate kann auf 30, 60, 120, 144 oder 240 gesetzt werden, wobei sämtliche Ingame-Zwischensequenzen auf maximal 60 Bilder pro Sekunde begrenzt sind. Die Auflösungen sind die Seitenverhältnisse 16:9 oder 21:9 beschränkt. Mehrere Monitore werden nicht unterstützt. Aktiviert man 21:9 auf einem 16:9-Monitor, dann werden oben und unten cinematische, schwarze Balken eingeblendet. Leider kann man nur auf diese Art und Weise das Sichtfeld (Field-of-View) etwas ausweiten.

Wasserfall-Szene aus dem Prolog in 4K mit "Maximaler" Qualität.
Wasserfall-Szene aus dem Prolog in 4K mit "Maximaler" Qualität. Die Unterschiede fallen auf dem ersten Blick nicht so groß aus, aber die Details auf dem Boden, die Lichteffekte in der Entfernung und die Ausleuchtung bzw. die Schattenwürfe (auch bei Sam) sind auffällig.
Die sonstigen Grafikoptionen eher sehr spärlich, da lediglich der Modellierungsgrad, Streaming-Speicher und Schattenauflösung verändert werden können. Immerhin lassen sich Umgebungsverdeckung, Screen Space Reflections, Tiefenschärfe und die (hervorragende) Bewegungsunschärfe ein-/ausschalten. HDR wird mit grundlegenden Einstellungen unterstützt, sofern man es in Windows 10 aktiviert (Details). Die Qualität der Reflexionen könnte besser sein (kein Raytracing) und die Darstellung des Himmels hat Luft nach oben. Auch Sichtweite, Schatten und Detailgrad könnten mehr und höhere Optionen vertragen.

Die Auswirkungen der vier unterschiedlichen Grafik-Voreinstellungen fallen überraschend dürftig aus. Während die Bildqualitätsunterschiede zwischen "Hoch" und "Sehr Hoch" kaum auf einem Blick zu erkennen sind, wird man auf "Niedrig" mit niedriger aufgelösten Texturen, schwächerem Detailgrad und groberer Level-/Umgebungsarchitektur (Berge) konfrontiert. Auch die Gesichter wirken im Detail schwächer, vor allem bei der Beleuchtung. Schlecht sieht das Spiel auf dieser Stufe wahrlich nicht aus. Digital Foundry vermutet übrigens, dass das Spiel auf der PS4 Pro in etwa mit der Einstellung "Normal" läuft.

DLSS 2.0 als beeindruckender Performance-Turbo

Der Widescreen-Modus 21:9 vergrößert das Sichtfeld und sorgt für ein schöneres Panorama.
Der Widescreen-Modus 21:9 vergrößert das Sichtfeld und sorgt für ein schöneres Panorama.

In Sachen Nachbearbeitung darf man zwischen den Kantenglättungsmethoden FXAA oder TAA wählen, letztere produziert aber kleine Bildfehler. Alternativ kann man AMD FidelityFX Contrast Adaptive Sharpening (nutzbar auf allen Grafikkarten) oder DLSS 2.0 von Nvidia (nur RTX-Grafikkarten) aktivieren. FidelityFX ist im Prinzip ein Schärfefilter, der um eine Hochskalierungsmechanik erweitert wurde. So wird also ein mit niedriger Auflösung gerendertes Bild mithilfe des Schärfefilters hochskaliert. Die Effekte sind ordentlich, verblassen aber im Vergleich zu DLSS von Nvidia, gerade bei Objekten, die etwas weiter vom Betrachter entfernt sind.

DLSS 2.0 ist ebenfalls ein Hochskalierungsverfahren, allerdings mit KI-Unterstützung. Hier wird das Bild in niedriger Auflösung gerendert und dann mit KI-Hilfe auf eine höhere Auflösung hochgerechnet - und da Bewegungsvektoren der Pixel von vergangenen Frames mit einbezogen werden, kann sich das Ergebnis wirklich sehen lassen. Oftmals gibt es keinen nennenswerten Unterschied zwischen dem nativ gerenderten Bild und dem hochskalierten DLSS-Endprodukt, abgesehen davon, dass die Bildwiederholrate höher ausfällt. Kurioserweise ist die Qualität des DLSS-Ergebnisses manchmal besser und schärfer als die native Version. Dieser beeindruckende Qualitätssprung gelang DLSS aber erst mit der Version 2.0, vorher gab es immer wieder Schwachstellen bei der Haardarstellung, Gitterstrukturen usw. DLSS 2.0 ist aktuell in Wolfenstein: Youngblood, MechWarrior 5: Mercenaries, Deliver us the Moon, Minecraft RTX (Beta) und Control verfügbar. Cyberpunk 2077 wird es ebenfalls unterstützen.

Kommentare

casanoffi schrieb am
Sun7dance hat geschrieben: ?
29.07.2020 18:14
Spiel einfach mal in Ruhe durch und dann schreiben wir nochmal.
Meiner Erfahrung nach könnte das ne Weile brauchen ^^
Sun7dance schrieb am
casanoffi hat geschrieben: ?
29.07.2020 18:11
Sun7dance hat geschrieben: ?
29.07.2020 18:11
Ich wurde nie warm mit dem Spiel, aber das hatte mir dann echt den Rest gegeben!
Ich bin bei so was normalerweise sehr verzeihlich.
Auch wenn ich noch keine Ahnung habe, wovon Du sprichst, mache ich mir da mal keine Sorgen...
Die Welt und Geschichte hat mich jedenfalls komplett überzeugt. Auch die Charaktere finde ich glaubwürdig, womit ich in Kojima Spielen eigentlich so meine Probleme habe.
Obwohl alles so dermaßen überdreht ist, kommt mir nichts davon an den Haaren herbei gezogen vor.
Spiel einfach mal in Ruhe durch und dann schreiben wir nochmal.
casanoffi schrieb am
Sun7dance hat geschrieben: ?
29.07.2020 18:11
Ich wurde nie warm mit dem Spiel, aber das hatte mir dann echt den Rest gegeben!
Ich bin bei so was normalerweise sehr verzeihlich.
Auch wenn ich noch keine Ahnung habe, wovon Du sprichst, mache ich mir da mal keine Sorgen...
Die Welt und Geschichte hat mich jedenfalls komplett überzeugt. Auch die Charaktere finde ich glaubwürdig, womit ich in Kojima Spielen eigentlich so meine Probleme habe.
Obwohl alles so dermaßen überdreht ist, kommt mir nichts davon an den Haaren herbei gezogen vor.
Leon-x schrieb am
DLSS 2.0 vs Checkerboard Video von DF ist da:
Sun7dance schrieb am
Bin echt neugierig darauf, ...
Spoiler
Show
wie verzeihend PC Spieler damit umgehen, dass Death Stranding auf einem massiven Widerspruch aufbaut.
Ich rede nicht von einem Vergleich mit der Realität, sondern es geht wirklich um die von Hideo Kojima geschaffene Welt.
Ich wurde nie warm mit dem Spiel, aber das hatte mir dann echt den Rest gegeben!
schrieb am

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