Red Dead Redemption 2 - Test, Action-Adventure, PlayStation 4, Xbox One

 

Test: Red Dead Redemption 2 (Action-Adventure)

von Jörg Luibl



Entwickler:
Release:
05.11.2019
26.10.2018
26.10.2018
Erhältlich: Digital (Epic Games Store, Steam)
Erhältlich: Digital, Einzelhandel
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William Turner lässt grüßen

Und kaum hat man das in sich aufgesogen, wird man außerhalb des Lagers von dieser wunderschönen, unheimlich natürlich wirkenden Landschaft überwältigt. Es gab einige sehr ansehnliche Spiele in letzter Zeit, wobei Uncharted 4 und Horizon Zero Dawn herausstechen. In beiden habe ich die Kulisse genossen, und im technischen Detail begrenzter Schauplätze bleibt Naughty Dog einen Tick vorne. Aber in keinem Spiel der letzten Jahre habe ich mich so vor Ort gefühlt, weil alle Sinne angesprochen werden und alles so unheimlich lebendig wirkt. Das klingt pathetisch, und ich bereue diese Beschreibungen meist ein paar Jahre später, aber es hilft ja nichts. Ich hab während des Spielens einfach zu oft "Wow!" gesagt. Gegen diese Kulisse wirkt Red Dead Redemption wie eine statische Fingerübung - und ich meine die richtig gut modernisierte 4K-Version für Xbox One X.

Egal ob Eis und Schnee...
Egal ob Eis und Schnee...
Rockstar konnte bisher vieles, vor allem Fülle, Gewusel, Architektur und Metropolen, aber hier werden sie zu digitalen Malern, die dem britischen Künstler William Turner (1775-1851) nacheifern - auch wenn sie ihr altes Amerika nicht impressionistisch, sondern realistisch designen. Trotzdem ist da dieses verdammt herrliche Licht, das unter freiem Himmel für nahezu fließende Übergänge sorgt! Es ist ständig im Wandel und taucht sowohl Materialien wie Leder, Stoff oder Metall sowie die Landschaft je nach Tageszeit in andere Farben. Es macht unheimlich Spaß, die Kamera bei unterschiedlichen Witterungen einfach so um Arthur in der Natur kreisen zu lassen.

Was für ein Licht!

Mal dringen nur einige Strahlen durch den dichten Morgennebel, mal taucht die Sonne alles in glasklare Konturen. Man sitzt irgendwo auf einem einsamen Felsplateau im Sattel, tut gar nichts und wird Teil eines Gemäldes. Und das kann man verändern: Mensch und Pferd hinterlassen breite Spuren im Tiefschnee und klare Abdrücke im Schlamm. Wer genau hinschaut, wird auch an der Kleidung von Arthur zusätzlichen Staub, Matsch und Dreck erkennen, oder wie sich einzelne Lederriemen unabhängig von der Tasche darunter bewegen. Dass man so versinken kann, liegt auch an der kaum wahrnehmbaren Benutzeroberfläche, denn es blinkt und leuchtet gar nichts Künstliches in der Distanz. Selbst bei den über 40
...oder Wald und Prärie: Dieses Spiel sieht klasse aus.
...oder Wald und Prärie: Dieses Spiel sieht klasse aus.
sammelbaren Pflanzen hält man sich angenehm zurück, zeigt sie nur per Adlerauge an. Und wer will, kann die Karte unten links verkleinern, lediglich als Kompass anzeigen oder sie ganz ausblenden. Selbst alle Statusanzeigen lassen sich komplett deaktivieren.

Da ist dann nur noch diese Sichtweite über Kilometer, in der man weit entfernte Canyons unter Wolkendecken ruhen oder Flüsse am Horizont glitzern sieht. Da ist nur noch dieses Wetter, das einen mit Blitz und Donner oder Regen überraschen kann, so dass man freiwillig ein Lager aufschlägt. Da ist diese klimatische Vielfalt von Geysiren, heißen Quellen und versandeten Schluchten bis hin zu überschwemmten Mangrovenwäldern oder Tiefschnee zwischen vereisten Bächen - von Alaska über Yellowstone bis zu den Everglades wird Amerika in all seiner Schönheit abgebildet. Auf der PlayStation 4 Pro wird diese Kulisse nativ in 1920x2160 Pixeln dargestellt, dann auf 4K hochskaliert - und da ruckelt selbst in Bewegung inmitten hitziger Gefechte gar nichts. Auch diese wunderschöne Kulisse ist nicht gefeit vor kleinen Bugs; da schwebt schonmal ein Baum ein paar Zentimeter in der Luft, John Marston verheddert sich wild hüpfend im Zaun oder ein Rehbock fällt direkt in einen Fels, so dass nur noch der Kopf rausschaut. Aber das sind auf lange Strecke gesehen Peanuts. Und noch viel wichtiger als die Technik: Da ist diese lebendige Fauna!

Kommentare

Eirulan schrieb am
Die Frames sind leider nur 30, stimmt.
Dennoch sieht das Spiel auch heute noch einfach super aus, alleine das Licht.
Außerdem sind die Ladezeiten auf der PS5 sehr angenehm.
PlayerDeluxe schrieb am
Unglaublich aber wahr: Ich habe in über einem halben Jahr noch kein PS4-Spiel in meine PS5 gepackt. :D Von Haus aus wird RDR2 nicht auf 60fps geboostet, oder? Gibt ja Listen, die beschreiben, welche PS4-Spiele auf der PS5 profitieren. Leider gehört RDR2 offensichtlich bisher nicht dazu. OK, kürzere Ladezeiten sind auch was.
Halueth schrieb am
PlayerDeluxe hat geschrieben: ?07.06.2021 08:49 Shit, habe das Spiel leider sehr schnell nicht mehr angefasst. Das liest sich schon sehr nett. Aber ob ich jetzt noch Bock hab, auf einen PS4-Titel zurückzuswitchen? Bin mir nicht sicher.
Profitiert mMn auch auf der PS5 enorm von den geringeren Ladezeiten und sieht immer noch genial aus. Bin zwar dann doch recht schnell zur PC-Version gewechselt, weil 21:9 und weil es grad günstig war, aber dennoch ist die PS4-Version auf der PS5 immernoch ein schmuckes Spiel. Bessere Anpassung an die PS5 wäre natürlich wünschenswert und evtl kommt ja nach GTA5 noch eine PS5-Version von RDR2 :lol:
PlayerDeluxe schrieb am
Shit, habe das Spiel leider sehr schnell nicht mehr angefasst. Das liest sich schon sehr nett. Aber ob ich jetzt noch Bock hab, auf einen PS4-Titel zurückzuswitchen? Bin mir nicht sicher.
Eirulan schrieb am
Habe das Spiel in den letzten Wochen auch endlich mal gespielt. Was kann ich dazu sagen, das nicht schon hunderte Male gesagt wurde..
DANKE, Arthur, für diese hochemotionale Reise!!
Ich werde das mein Leben lang nicht vergessen.
schrieb am

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