Red Dead Redemption 2 - Test, Action, Xbox One, PlayStation 4, PlayStation 4 Pro, Xbox One X - 4Players.de

 

Um dieses Feature zu nutzen, musst du
"4Players pur" nutzen:

Du hast schon einen pur-Account? Dann logge dich ein!
Noch kein pur-Nutzer? 4Players pur – Zahl, was du willst!

Hinweis schließen.


Action-Adventure
Entwickler: Rockstar Games
Release:
kein Termin
26.10.2018
26.10.2018
26.10.2018
26.10.2018
Jetzt kaufen
ab 36,22€
Spielinfo Bilder Videos

Dezente Charakterentwicklung

Zu Beginn des Tests habe ich die Frage gestellt, inwiefern man den Charakter von Arthur prägen kann. Die Antwort lautet: sehr dezent. Aber das ist auch aus biographischer Sicht logisch, denn man spielt kein Greenhorn oder ein weiteres Amnesie-Opfer ohne Fähigkeiten, sondern einen gestandenen Veteranen einer berüchtigten Bande. Arthur kann also schon sehr viel. Trotzdem gibt es zum einen die physische Entwicklung: Man kann seine Werte für Gesundheit, Ausdauer und Dead Eye stückweise in acht Stufen erhöhen, teilweise à la Fallout, indem man schwimmt oder rennt für mehr Erfahrungspunkte im Bereich der Ausdauer, indem man etwas herstellt oder Trickschüsse für mehr Dead Eye platziert oder sogar über Tränke und Amulette mit permanenten Wirkungen. Außerdem beeinflusst das Essen das eigene Gewicht, so dass man mit zu viel Kilos

erre
Es gibt nur eine dezente Charakter-Entwicklung.

weniger Ausdauer und untergewichtig weniger Leben hat - aber das wird nicht so extrem betrieben wie in GTA: San Andreas; sprich: Arthur wird nicht fett. Schließlich wirkt sich die Kleidung auf die Auffüllungsraten aus. Sprich: Wer im Tiefschnee bei Frost mit Sommerhemden unterwegs ist, verliert schneller Lebensenergie.

Das klingt alles wichtig, aber das ist kein Survival-Abenteuer à la The Long Dark, sondern bleibt trotz dieser Annäherungen ein Arcade-Abenteuer. Man kann also auch im hohen Norden ohne Pelz überleben, wenn man nur genug Fleisch isst, was ja die Gesundheit erhöht. Man kann auch ohne die Steigerung von Ausdauer & Co lange genug rennen, ohne mehr Dead Eye immer noch gut genug zielen. Es gibt keine Mission, für die man von den acht möglichen Stufen eine spezielle benötigt, um sie zu meistern. Man kann darüber streiten, ob man das nicht alles anspruchsvoller hätte gestalten können, vielleicht mit einem weiteren Schwierigkeitsgrad, aber ich bin froh, dass Arthur Morgan keinen Fähigkeitenbaum hat wie in so vielen anderen Spielen und erstmal das Schießen mit dem Gewher oder das Werfen eines Messers lernen muss...

Gute und schlechte Taten

Schade ist aber dennoch, dass man abseits der Physis nicht konsequenter den eigenen Charakter prägen kann. Zwar gibt es eine Leiste für die Ehre, die zu Beginn ausgeglichen ist und mit guten oder schlechten Taten in die eine oder andere Richtung tendiert. Meist wird kurz über das Einblenden eines weißen oder roten Cowboy-Symbols angezeigt, inwiefern sich etwas ändert. Je näher man einer Ausprägung kommt, desto klarer wird nicht nur das Feedback der eigenen, sondern auch der fremden Leute, die einen z.B. freundlicher ansprechen - man bekommt als ehrenhafter Bandit auch Prozente beim Händler.

Smalltalk im Lager.
Smalltalk beim Essen im Lager.
Positiven Einfluss hat selbst das Grüßen der Leute, aber auch das Spenden in die Bandenkasse, das Almosen für den Bettler, das Helfen bei Unfällen oder natürlich das Verschonen von Leuten. Es gibt einige Situationen, in denen man über Leben und Tod entscheiden kann. Neben dem Gewinn an Ehre oder einer direkten Belohnung winkt aber auch zu viel späterer Zeit vielleicht eine Rückmeldung. Manchmal liest man z.B. in der Zeitung, dass Zeugen nicht ausgesagt haben. Negativ wirkt sich z.B. das Bestehlen der eigenen Bande sowie rohe Gewalt gegen Mensch und Tier aus, selbst wenn man in einem Gefecht ein Pferd erschießt.

Sehr gut gefallen hat mir, dass man in manchen Situationen aber nicht sofort weiß, was nun als ehrenhaft oder nicht eingestuft wird. Als Kontinentaleuropäer wird man also des Öfteren überrascht, denn der "Code of the West" richtet sich nach einem anderen moralischen Kompass - da kann auch ein Mord ehrenhaft sein. Und das passt wunderbar in dieses Szenario.

Widersprüche in der Inszenierung

Trotzdem ist das kein freies Rollenspiel, denn in den wesentlichen Fragen gibt die Story das Verhalten von Arthur vor, obwohl man vielleicht gerne etwas anderes sagen oder tun würde - nur fehlen dafür offenere Dialoge bzw. Möglichkeiten der Entscheidung. Das fühlt sich manchmal etwas willkürlich an: Ich wollte eine Mission zum Geldeintreiben an einem Bauernhof anders auflösen und das Opfer verschonen, aber das war nicht möglich. Obwohl im Gespräch über L2 angezeigt wurde, dass

Was ist hier passiert?
Was ist hier passiert?

man "Verschonen", "Drohen" oder "Schlagen" darf, konnte ich Ersteres nicht auswählen, weil es ausgegraut war. Später habe ich allerdings erkannt, warum diese Szene auch ohne mein Zutun so "brutal" wirkte - das war also kein großer erzählerischer Fauxpas.

Manchmal wirkt die Inszenierung nicht konsequent genug: Als ich eine verunglückte Frau mitnehme, die auf ihren Hof zurück will, plaudert sie von seltsamen Vorkommnissen in einem Herrenhaus, bei dem sie arbeitet. Der Mann würde seine Tochter nie ins Freie lassen und einsperren, manchmal sieht man sie nachts am Fenster. Als ich das näher untersuchen will, kann ich zwar den Mann ansprechen, der mir sofort droht, aber keinen Weg ins Haus finden. Ich probiere es auf die harte Tour, schlage ihn zuammen, aber alle Türen bleiben künstlich blockiert und selbst ein Besuch bei der Frau nebenan, die mir den Hinweis gab, bleibt erfolglos - das Mädchen bekomme ich nicht zu Gesicht. Nur darf man nicht vergessen, dass ich hier über einzelne Situationen in einem Epos von 50 bis 70 Stunden spreche. Egal ob Witcher, Zelda oder Horizon - sie alle haben Inkonsequenzen.

Kommentare

Usul schrieb am
TheoFleury hat geschrieben: ?
25.08.2019 08:36
Spielmechanik und KI ein kompletter Flop, da gibt es nichts zu diskutieren oder schönzureden anno 2019 mit diesem bombastischen Budget was zur Verfügung stand...
In einem Thread mit 153 Seiten zu schreiben, daß es da nichts zu diskutieren gibt, ist schon sehr gewagt, wie ich finde.
Keine deutsche Audio Lokalisation.... Trotz fast endlosem Budget wurde der deutschsprachige Raum komplett vernachlässigt.
Nicht nur der deutschsprachige Raum, sondern alle nicht-englischsprachigen Räume. Und "komplett vernachlässigt" ist auch falsch, da "nur" die Vertonung fehlt, aber der Text durchaus übersetzt vorliegt, wenn ich mich nicht irre.
TheoFleury schrieb am
Spielmechanik und KI ein kompletter Flop, da gibt es nichts zu diskutieren oder schönzureden anno 2019 mit diesem bombastischen Budget was zur Verfügung stand...
Dafür passt Grafik, Atmosphäre, Dialoge, Technik....
Keine deutsche Audio Lokalisation.... Trotz fast endlosem Budget wurde der deutschsprachige Raum komplett vernachlässigt. Was ich nicht verstehe wenn man bedenkt das deutsche Synchronisationen den weltbesten Ruf genießen (Zumindest in der Filmbranche) und wirtschaftlich auch ein guter Faktor wäre um noch mehr Kohle zu generieren für Rockstar Games... Naja was solls...
Meilenstein war es keiner wie Witcher 3 in jüngerer Vergangenheit meiner Meinung nach, aber es hat gereicht um die langweilige konkurrenz locker abzuhängen, was aber auch nicht wirklich schwer ist um erhlrich zu sein....Viel besser als der übliche downgegradete , leidenschaftslose und auf Nummer Sicher AAA Kram von EA / Ubisoft der mir langsam aber sicher immer mehr zum Hals raushängt war es sicherlich ... Aber.. Naja es fehlte doch was um höhere Sphären zu erreichen...Andere sehen das natürlich ganz anderst aus ihrem eigenen Standpunkt ... dafür sind Foren ja auch da...
Glaube (Bin mir sogar sehr sicher) das kommende Cyberpunk 77 hat das größere Potential um die Videospielwelt nachhaltig zu erschüttern....
mellohippo schrieb am
Leon-x hat geschrieben: ?
27.07.2019 20:41
mellohippo hat geschrieben: ?
27.07.2019 17:29

Aber eine Sache wurmt mich ja extrem. Kann es sein, dass man allen Ernstes einen "gesucht"-status bekommt und von Gesetzeshütern verfolgt wird, nachdem man sich einfach nur gegen attackierende Banditen zur Wehr gesetzt hat oder sogar weil man Gegner in ner Hauptstorymission platt gemacht hat?
Hättest dich besser mit dem Video hier informiert:

^^ Tja, die gute RDR2 Logik.
Haha, das triffts in der Tat.
Also inzwischen komme ich halbwegs klar. Ist ja eigentlich auch ok und realistisch, wenn man als Outlaw nach getaner "Arbeit" gesucht wird, aber irgendwie unlogisch und inkonsequent ist dieses Kopfgeldsystem auf jeden Fall trotzdem. Z.B. hatte ich mehrere Nebenmissionen, bei denen irgendwelche Wagen oder Kutschen gestohlen werden mussten, und bei denen auch jede Menge Verfolger abgeknallt werden mussten, und das hatte dann plötzlich wieder alles keinerlei Konsequenzen.
Dann reitet man bei Nacht und Nebel aus Versehen einen anderen Reiter um, der wird dabei gekillt, und zack, schon geht das Spiel wegen so ner Lappalie wieder los - Zeuge, gesucht, Kopfgeld... aaargh.
inmedias schrieb am
Wann kommt denn jetzt ein RDR2 PC release?
Leon-x schrieb am
mellohippo hat geschrieben: ?
27.07.2019 17:29

Aber eine Sache wurmt mich ja extrem. Kann es sein, dass man allen Ernstes einen "gesucht"-status bekommt und von Gesetzeshütern verfolgt wird, nachdem man sich einfach nur gegen attackierende Banditen zur Wehr gesetzt hat oder sogar weil man Gegner in ner Hauptstorymission platt gemacht hat?
Hättest dich besser mit dem Video hier informiert:

^^ Tja, die gute RDR2 Logik.
schrieb am

Angebote

Billiger.de Angebotshinweise:

Preise können jetzt höher sein.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der angegebene Preis seit der letzten Aktualisierung gestiegen sein kann, da eine Echtzeit-Aktualisierung der vorstehend angegebenen Preise technisch nicht immer möglich ist.

Der maßgebliche Verkaufspreis ist derjenige, welcher zum Zeitpunkt des Kaufs auf der Webseite des Verkäufer-Shops ausgewiesen wurde.