GreedFall - Test, Rollenspiel, PC, PlayStation 4, Xbox One, PlayStation 4 Pro, Xbox One X

 

Test: GreedFall (Rollenspiel)

von Jörg Luibl



GreedFall (Rollenspiel) von Focus Home Interactive
Der Fluch der Gier
Entwickler:
Release:
10.09.2019
10.09.2019
kein Termin
10.09.2019
kein Termin
Erhältlich: Digital (PSN, Xbox Store, GOG, Steam), Einzelhandel
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Spielinfo Bilder Videos
GreedFall entführt Rollenspieler auf PC, PS4 und Xbox One in eine barocke Fantasywelt. Auf einer kürzlich entdeckten Insel treffen Wissenschaft und Magie, Degen und Gewehre, Eingeborene und Kolonisten aufeinander. Mittendrin kämpft ein Held  gegen eine mysteriöse Krankheit, machtpolitische Gier und riesige Kreaturen. Wie sich das Abenteuer des Pariser Studios Spiders spielt, verrät der Test.

Rembrandt lässt grüßen

Was für ein schönes Startmenü! Nein, das ist kein sarkastischer Auftakt für einen Verriss, sondern ernst gemeint. Der Blick auf den im Nebel liegenden Hafen mit dem Dreimaster erinnert mich an barocke Gemälde, weil Thema, Farben und Körnung so handgemalt wirken. Diese dunstige morgengraue Kulisse weckt sofort meine Fantasie: Ich sehe in den Gassen schon eine Nachtwache patrouillieren, zwischen ihnen einen Mann mit Goldhelm - und irgendwo in einer Stube einen Gelehrten am Pult studieren. Moment: Schweben da Asche und Unheil in der Luft? Ein Bild kann viele Geschichten erzählen...

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Interieur und Klediung erinnern teilweise an die Epoche des Barock (ca. 1600 - 1730).
Selbst wenn sich später im Spiel zeigen wird, dass Spiders (u.a. The Technomancer, Bound by Flame, Mars: War Logs) sein Abenteuer nicht nur hinsichtlich grafischer Details oberflächlicher konzipierte als Rembrandt (1606 - 1696) seine meisterhaften Gemälde, verdient der inhaltliche und künstlerische Ansatz ein Lob. Klassische Fantasy kann nur selten zwischen Dungeons, Zauberern und Elfen frische thematische Reize setzen. Wenn man sich traut unterschiedliche Welten zusammen zu bringen, kann es schon an der Oberfläche zu ästhetischen Kollateralschäden à la Elex kommen. Umso neugieriger hat mich diese historisch angehauchte Fiktion gemacht.

Barocke Fantasy

Hier fühlt man sich hinsichtlich Architektur, Kleidung und Interieur fast in die Zeit des Barock (ca. 1600 - 1730) versetzt - nur auf Schminke und Perücken à la The Council hat man verzichtet, denn hier geht es nicht um eine authentische  Zeitreise. Dafür wird es später auf der Insel intriganter, exotischer und weitaus monströser als am Hofe des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Spiders hat sich historisch inspirieren lassen, aber konzipiert
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In der Charaktererschaffung kann man aus drei Archetypen wählen, aber letztlich entwicklet man sich frei und kann später alles zurücksetzen.
ein neues Fantasyszenario: Die Entdeckung Amerikas dient einer epischen Geschichte rund um Ausbeutung (Greed = Gier) und Verrat als Grundlage, bei der drei Fraktionen und Naturgewalten ihre Finger im Spiel haben.

Im Einstieg steht man einem Maler als ungeduldiges Modell zur Verfügung, um einen männlichen oder weiblichen Charakter eines Gesandten namens de Sardet zu erschaffen. Man kann diverse Gesichtsmerkmale anpassen und "Anfangsklassen" mit ersten Schwerpunktewählen, ob man eher nah, fern oder magisch kämpfen will. Zwar erreichen Visage und Frisuren nicht die allerhöchste Qualität, aber man kann zufrieden in den Spiegel schauen. Und da wird man auf der Haut des oder der Adligen ein seltsames Mal entdecken, das nur die Inselbewohner tragen - deshalb wirkt man später so oft vertraut auf sie.

Kommentare

Swar schrieb am
So meinen ersten Spieldurchgang habe ich nach 43 Spielstunden und 57 Minuten beendet.
Gutes Spiel mit interessanten Charakteren, Fraktionen und einer soliden Geschichte, ich würde Greedfall eine glatte 80 % geben, für eine höhere Wertung wirkt vieles einfach nicht zu Ende gedacht, besonders das Leveldesgin ist teilweise einfach merkwürdig.
Ich werde es definitiv nochmal durchspielen und mit dem diplomatischen Weg sieht man einfach mehr.
Mein Ende
Spoiler
Show
ich habe Constantin getötet und die Insel mehr oder weniger gerettet, wobei ich Ullan zum Hochkönig gewählt habe und der ist ja bekanntlich den Siedlern freundlich gesinnt, somit ging das fröhliche kolonisieren weiter, immerhin ist es mir gelungen die Inquisition so zu schwächen das der Orden aufgelöst wurde und die Missionare bekehren die Ureinwohner nicht mehr gewaltsam, sondern wollen mit ihnen zukünftig reden, was auch immer das heißen mag
Swar schrieb am
Eigentlich wollte ich es erst 2020 spielen, aber ich bin mit meinen Spielplan ziemlich weit voraus, das eine Session im diesen Jahr möglich ist und was soll ich nachdem ersten 3 bis 4 Spielstunden sagen ? Es ist auf jeden Fall sehr unterhaltsam, die Charaktere bzw. Fraktionen ziemlich interessant, die einstellbaren Bildschirmtexte sehr gut lesbar und die One X Version macht einen guten bis sehr guten Eindruck.
Spoiler
Show
der bescheuerte Vetter meiner Heldin ist immer für einen Lacher gut :mrgreen:
fanboyauf3uhr schrieb am
NewRaven hat geschrieben: ?
16.09.2019 20:04
Spiders steht für mich für 3 Dinge:
- immer mehr Einbauen wollen, als man es von der Studiogröße oder vom Budget her schafft - was man dann auch oft überdeutlich merkt
Kenne nur "Bound by Flame" und "Technomancer" die ich beide schlecht fand und nach jeweils 2 Stunden in die Ecke gepfeffert habe. Greedfall spielt in einer anderen Liga.
NewRaven hat geschrieben: ?
16.09.2019 20:04
- technische Mittelmäßigkeit, sei es nun durch eine sich irgendwie falsch anfühlende Steuerung, Probleme in Optik oder Akustik oder eben Bugs und/oder schlechte Optimierung
Auf keinen Fall, Greedfall läuft super, ohne Ruckler, Grafik ist "gut". "Control" ist bei mir im Vergleich pro Abend 2x abgestürzt.
NewRaven hat geschrieben: ?
16.09.2019 20:04
- die Spiele beginnen inhaltlich (also Setting, Story, Charakterzeichnung) und gameplaytechnisch (Kampsystem, Dialoge) immer gut, nutzen sich aber entweder unnormal recht schnell ab oder werden mit steigendem Spielfortschritt sogar merklich schlechter in diesen Punkten
Greedfall fängt sehr stark an, nach 15 Stunden gab es einen Durchhänger und ich dachte "okay ende der Fahnenstange". Plötzlich zog es wieder enorm an und es wird sogar interessanter als am Anfang da das Spiel sich weiter öffnet.
Die einzige Macke die Greedfall hat ist das fehlende Budget der Entwickler, ansonsten denke ich haben die hier unglaubliches geleistet.
Finde übrigens die Stealth Technik gut. Vor allem in Verbindung mit dem "Nebel" Trank hat man hier nochmal eine taktische Ebene drin.
Ted Raven schrieb am
Erinnert mich stark an "Der Kinderdieb" von Brom. Die magische Wesen müssen sich auf einer Insel (Avalon) gegen die Eindringlinge aus der "zivilisierten" Welt verteidigen. Das Spiel werde ich mir näher ansehen.
NewRaven schrieb am
Die Verlockung ist da, aber nachdem ich jetzt schon mit drei Spiders-Games trotz ähnlicher Verlockung auf die Nase gefallen bin, halte ich trotzdem erstmal Abstand.
Spiders steht für mich für 3 Dinge:
- immer mehr Einbauen wollen, als man es von der Studiogröße oder vom Budget her schafft - was man dann auch oft überdeutlich merkt
- technische Mittelmäßigkeit, sei es nun durch eine sich irgendwie falsch anfühlende Steuerung, Probleme in Optik oder Akustik oder eben Bugs und/oder schlechte Optimierung
- die Spiele beginnen inhaltlich (also Setting, Story, Charakterzeichnung) und gameplaytechnisch (Kampsystem, Dialoge) immer gut, nutzen sich aber entweder unnormal recht schnell ab oder werden mit steigendem Spielfortschritt sogar merklich schlechter in diesen Punkten
Und irgendwie werden alle 3 Punkte, wenn auch etwas abgeschwächt im Vergleich zu früheren Titeln, auch bei GreedFall wieder in diesem wie auch anderen Tests angedeutet. Ich glaub echt, Spiders ist einfach nicht "mein" Studio auch wenn ich durchaus verstehen kann, warum andere mit den Titeln dieses Studios Spaß haben.
schrieb am

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