GreedFall - Test, Rollenspiel, PC, PlayStation 4, Xbox One, PlayStation 4 Pro, Xbox One X - 4Players.de

 

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3D-Rollenspiel
Entwickler: Spiders
Release:
10.09.2019
10.09.2019
kein Termin
10.09.2019
kein Termin
Alias: Greed Fall
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Die Frage der Kompensation

Aber dieses primitive Beutesystem kann man ja theoretisch ignorieren. Das ist nicht ganz leicht, weil man in das bekannte Hamsterrad des Aufrüstens und Verbesserns gesteckt wird - zumal Munition tatsächlich irgendwann knapp und teuer ist, wenn man sich denn auf Fernkampf spezialisiert. Trotzdem ist die inflationär verstreute Beute nicht zwingend ein Killer: Auch andere Spiele wie God of War oder The Witcher 3 konnten so einiges an Defiziten mit der Zeit und vor allem mit anderen inhaltlichen Qualitäten kompensieren. Was hat GreedFall also noch zu bieten? Zunächst einmal eine interessante politische Ausgangslage mit drei Mächten, die sich in einer gewissen Balance ausgleichen.

Da ist die Handelskongregation des Spielers mit seinem königlichen Vetter als neutrale Mitte. Hinzu kommen die im Krieg
scc
Man kann sowohl seinen eigenen Charakter als auch die Gefährten von Kopf bis Fuß individuell ausrüsten.
befindlichen Nationen von Thélème und die Brückenallianz, deren Botschafter man im Prolog besucht - beide halten natürlich nichts voneinander. Erstere verbreiten als Missionare den Glauben an ihren einen Gott, bekehren Einheimische und sind dabei ebenso rücksichtslos wie die alte Inquisition. Letztere erforschen als Wissenschaftler die Natur, suchen Rohstoffe und sind dabei ebenso rücksichtslos wie moderne Firmen.

Nicht nur Schwarz und Weiß

Man kann diplomatisch zwischen allen agieren, sich aber schon im Prolog entscheiden, ob man ihnen Ketzer oder Verräter ausliefert. Das scheinbar zweigeteilte Weltbild zwischen Glaube und Wissenschaft erreicht aber nicht die charakterliche und spielerische Verknüpfung wie etwa in Arcanum aus dem Jahr 2001 (zum Test: 82%), wo man ja selbst als Held einen speziellen Weg einschlagen, eine Fraktion unterstützen und
Was hat es mit der seltsamen Krankheit auf sich, an der die eigene Mutter sterben wird?
Was hat es mit der seltsamen Krankheit auf sich, an der die eigene Mutter sterben wird?
wesentlich offener Rollenspielen konnte. Diese inhaltliche Tiefe erreicht GreedFall trotz einiger Ansätze nicht, aber die ideologischen Differenzen und die menschliche Gier auf allen Seiten wird auf erzählerischer Ebene gut veranschaulicht.

Alle Fraktionen bzw. Protagonisten wollen mehr Macht - vor allem in der neuen Inselwelt von Teer Fradee, in der sie jeweils eine Residenz in Form einer eigenen Stadt besitzen. Was weltanschaulich klar verteilt wirkt, überrascht dann mit inneren Konflikten, so dass nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch moralische Graustufen erkennbar werden. Jede Fraktion, auch die eigene und die Einheimischen, hat ihre Geheimnisse und Intrigen, ihre Gewalttäter und Fanatiker. Auch wenn ich mir noch mehr Konsequenzen und je nach Spezialisierung klarere Tabus bzw. Lösungswege für den eigenen Charakter gewünscht hätte, sorgt die Story, der man spätestens ab der Hälfte aufmerksam folgt, immer wieder für gute Unterhaltung in den Dialogen und der politischen Entwicklung.

Kommentare

fanboyauf3uhr schrieb am
NewRaven hat geschrieben: ?
16.09.2019 20:04
Spiders steht für mich für 3 Dinge:
- immer mehr Einbauen wollen, als man es von der Studiogröße oder vom Budget her schafft - was man dann auch oft überdeutlich merkt
Kenne nur "Bound by Flame" und "Technomancer" die ich beide schlecht fand und nach jeweils 2 Stunden in die Ecke gepfeffert habe. Greedfall spielt in einer anderen Liga.
NewRaven hat geschrieben: ?
16.09.2019 20:04
- technische Mittelmäßigkeit, sei es nun durch eine sich irgendwie falsch anfühlende Steuerung, Probleme in Optik oder Akustik oder eben Bugs und/oder schlechte Optimierung
Auf keinen Fall, Greedfall läuft super, ohne Ruckler, Grafik ist "gut". "Control" ist bei mir im Vergleich pro Abend 2x abgestürzt.
NewRaven hat geschrieben: ?
16.09.2019 20:04
- die Spiele beginnen inhaltlich (also Setting, Story, Charakterzeichnung) und gameplaytechnisch (Kampsystem, Dialoge) immer gut, nutzen sich aber entweder unnormal recht schnell ab oder werden mit steigendem Spielfortschritt sogar merklich schlechter in diesen Punkten
Greedfall fängt sehr stark an, nach 15 Stunden gab es einen Durchhänger und ich dachte "okay ende der Fahnenstange". Plötzlich zog es wieder enorm an und es wird sogar interessanter als am Anfang da das Spiel sich weiter öffnet.
Die einzige Macke die Greedfall hat ist das fehlende Budget der Entwickler, ansonsten denke ich haben die hier unglaubliches geleistet.
Finde übrigens die Stealth Technik gut. Vor allem in Verbindung mit dem "Nebel" Trank hat man hier nochmal eine taktische Ebene drin.
Ted Raven schrieb am
Erinnert mich stark an "Der Kinderdieb" von Brom. Die magische Wesen müssen sich auf einer Insel (Avalon) gegen die Eindringlinge aus der "zivilisierten" Welt verteidigen. Das Spiel werde ich mir näher ansehen.
NewRaven schrieb am
Die Verlockung ist da, aber nachdem ich jetzt schon mit drei Spiders-Games trotz ähnlicher Verlockung auf die Nase gefallen bin, halte ich trotzdem erstmal Abstand.
Spiders steht für mich für 3 Dinge:
- immer mehr Einbauen wollen, als man es von der Studiogröße oder vom Budget her schafft - was man dann auch oft überdeutlich merkt
- technische Mittelmäßigkeit, sei es nun durch eine sich irgendwie falsch anfühlende Steuerung, Probleme in Optik oder Akustik oder eben Bugs und/oder schlechte Optimierung
- die Spiele beginnen inhaltlich (also Setting, Story, Charakterzeichnung) und gameplaytechnisch (Kampsystem, Dialoge) immer gut, nutzen sich aber entweder unnormal recht schnell ab oder werden mit steigendem Spielfortschritt sogar merklich schlechter in diesen Punkten
Und irgendwie werden alle 3 Punkte, wenn auch etwas abgeschwächt im Vergleich zu früheren Titeln, auch bei GreedFall wieder in diesem wie auch anderen Tests angedeutet. Ich glaub echt, Spiders ist einfach nicht "mein" Studio auch wenn ich durchaus verstehen kann, warum andere mit den Titeln dieses Studios Spaß haben.
Todesglubsch schrieb am
Usul hat geschrieben: ?
14.09.2019 20:15
Meinst du mit PT denn Plague Tale? Da hat mich einfach gestört, daß es eben oftmals zu aufgesetzt wird bzw. es einfach nicht in die Atmoshpäre paßt. Bestes Beispiel bisher für mich war das Kriegslager, aus dem man flüchtet...
Klammern wir mal die Sammelgegenstände aus, die kann ich nicht rational erklären, außer die Dame ist schlicht kleptomanisch veranlagt. Aber die Bastelgegenstände nimmt sie ja nur mit, weil sie sie braucht um stärker zu werden. Nimm alles was du kriegen kannst. Natürlich wird das im Spiel überhaupt nicht so kommuniziert und es ist natürlich seltsam, dass so gewöhnliche Gegenstände wie Schnur und Leder so selten sind, dass man sich an Krümelware die man findet bedienen muss... aber naja.
Alternative wäre natürlich gewesen, dass man einfach an jeder Werkbank 1-2 Dinge upgraden kann und dann die Werkbank unbrauchbar wird. Dann würdest du in den Leveln aber die Werkbänke suchen :D
Immerhin brauchst du die Upgrades nicht um das Spiel zu schaffen, außer du willst alle Achievements sammeln.
Sharkie schrieb am
Usul hat geschrieben: ?
14.09.2019 20:15
Jetzt habe ich ja selbst gesagt, daß man das wohl nicht muß, d.h. ich bin ja eigentlich selbst schuld, wenn ich es dennoch tue - aber ich kann mich halt auch nicht komplett frei machen von solche widersprüchlichem Verhalten. :)
Klar ist das ein wenig paradox (geht mir übrigens genau so). Denke, das liegt im Endeffekt daran, dass auch der Spielertyp, der auf übertriebene bzw. unpassende Lootanreize keine Lust hat, ja dennoch i. d. R. seine Spielfigur verbessern möchte (denn Letzteres ist, im Gegensatz zu Looting, meiner Meinung nach für das Genre relativ essenziell). Wenn das Spiel dann so ausgelegt ist, dass Charakterverbesserung eben maßgeblich über Looting erreicht werden kann, entsteht halt dieser störende Interessenkonflikt. Deshalb ist das gerne gebrachte Gegenargument "Man muss es ja nicht machen, ignoriere die Fässer und Kisten doch einfach" für mich kein überzeugendes.
schrieb am

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