Blasphemous - Test, Action, PC, PlayStation 4 PSN, Nintendo Switch, Xbox One XBL - 4Players.de

 

Um dieses Feature zu nutzen, musst du
"4Players pur" nutzen:

Du hast schon einen pur-Account? Dann logge dich ein!
Noch kein pur-Nutzer? 4Players pur – Zahl, was du willst!

Hinweis schließen.


Blasphemous (Action) von Team17
Zwischen Leid und Leid
Action-Adventure
Entwickler: The Game Kitchen
Publisher: Team17
Release:
kein Termin
kein Termin
10.09.2019
10.09.2019
kein Termin
10.09.2019
10.09.2019
Jetzt kaufen
ab 22,49€
Spielinfo Bilder Videos
Ein 2D gewordenes Dark Souls? Ein weiteres, austauschbares "Metroidvania"? Die verspätete Versoftung des Pontifikats Joseph Ratzingers? Jein. Nein. Mitnichten! Blasphemous baut eine düstere Pixelwelt von selten gesehener Intensität und voller Symbolik auf - in unserem Test erfahrt ihr, ob Spielablauf, Kampfsystem & Co. qualitativ mithalten können.

Big Brother

 

Schwere Bürde oder schöne Vorschusslorbeeren? Schon lange vor Release mit Dark Souls verglichen zu werden, den Stempel 2D-Dark-Souls aufgedrückt zu bekommen, kann beides sein. Dabei haben die Entwickler von Blasphemous nicht darum gebeten: In ihrer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne aus dem Jahr 2017 wird der große 3D-Bruder mit keinem Wort erwähnt! Und schlussendlich sind Dark Souls, Bloodborne oder Nioh auch nur ein paar der ähnlich gelagerten Spiele. Schätzt ihr die Castlevania-Serie oder die Thematik von Dante's Inferno, steht ihr auf schön gepixelte, actionreiche Action-Abenteuer à la Dead Cells oder The Messenger - auch dann dürfte dieses spanische Indiespiel nach Eurem Geschmack sein.

In jedem Fall solltet ihr leidensfähig sein, und zwar in doppelter Hinsicht: Denn zum einen ist Blasphemous angenehm anspruchsvoll - ihr sucht mitunter eine Weile nach dem richtigen Weg, müsst euch eine komplexe Levelstruktur einprägen, Sprungpassagen über tödliche Stacheln meistern und mit tückischen Standardfeinden plus ausgefeilt attackierenden Bossen ringen. Kurz gesagt: Ihr sterbt dutzendfach. Zum anderen ist das Motiv Leid - verknüpft mit Buße, Läuterung, Schmerz - das allgegenwärtige Grundthema des Titels. Ihr spielt den Büßer, einen stummen Ritter, der das wüste Land Cvstodia durchwandert - es geht auf windumtoste Gipfel und durch Bibliotheken voller Geistwesen, in finstere Kerker und mächtige Sakralbauten. Dabei ist die christliche Mystik nicht nur ein ständiger Begleiter, vielmehr sogar grundlegende Inspiration für die Orte und Geschöpfe dieser Welt.

Virtueller Vatikan

Blasphemous wäre das wohl schönste Super-Nintendo-Spiel der Welt. Der Pixel-Look erinnert an die 16-Bit-Ära - was in puncto Scrolling und Hintergründe abgeht, wäre aber damals nicht drin gewesen!
Blasphemous wäre das wohl schönste SNES-Spiel der Welt. Der Pixel-Look erinnert an die 16-Bit-Ära - was in puncto Scrolling und Hintergründe abgeht, wäre aber damals nicht drin gewesen.
Ihr findet weinende Statuen und Brunnen voller Blut, steht neben den gigantischen Säulen einer Kathedrale und steigt in ein Ossarium (deutsch: Beinhaus) hinab, um dort in der Welt aufgelesene Knochen abzuliefern. Eure Aktionspalette ist dabei stets überschaubar: Ihr springt und schlagt mit jeweils einem Knopf, blockt oder weicht per Rutscher aus, nehmt Heiltränke oder startet eine magische Attacke. Bald nach Spielbeginn lernt der behelmte Streiter ein paar zusätzliche Manöver, die ihm erlauben, sich mit dem Schwert an hölzernen Wänden festzukrallen, im Sprung kraftvoll nach unten zu stoßen und - sehr wichtig - während des Ausfallschritts zuzustechen. Damit ist Euer Move-Repertoir dann aber auch beinahe komplett - dieses Rüstzeug wird euch in den nächsten 15 bis 25 Stunden begleiten.

 

Nicht nur die außerordentlich schön gepixelten Landschaften und Hintergründe, sondern auch ihre sehenswert animierten Bewohner sind voller religiöser Anspielungen, geradezu ein wandelndes kirchliches Gruselkabinett: Da gibt es den traurigen Ritter, der seinen eigenen Steinsarg auf dem Rücken schleppt, oder den aschfahlen Bischof, der auf einem Kirchenthron durchs Level schwebt. Ihr begegnet Flagellanten, die sich selbt den Rücken geißeln, und alten schlurfenden Weibern, die euch mit einem Gefäß den Schädel einschlagen wollen, aus dem der Arm eines Toten heraushängt. Auch beim Design der Levelwächter haben sich die Grafiker selbst übertroffen: „Unsere Dame mit dem verbrannten Antlitz“ entpuppt sich als entstellter Riesenschädel mit klaffender Stirnwunde, der exhumierte Erzbischof Helquiades wird von mehreren riesigen Armen durchs Level getragen und dem Riesenknaben Expósito, gehalten von Händen aus verknöchertem Holz, tropft Blut unter der Augenbinde heraus.

Raue Sitten


Kampf mit dem heiligen Stuhl - dieser schwebende Bischof ist nur ein Beispiel für die düsteren, einfallsreichen Standardgegner.
Kampf mit dem heiligen Stuhl - dieser schwebende Bischof ist nur ein Beispiel für die düsteren, einfallsreichen Standardgegner.
Kurzum: Die inszenatorische Vielfalt und auch die Qualität der düsteren Feindscharen sind ein Hauptgrund, sich lange und ausführlich mit Blasphemous zu befassen - und sie hätten ganz sicher auch dem niederländischen Maler Hieronymus Bosch gefallen! Obendrein kann der Büßer angeschlagene Feinde manchmal mit Finishing Moves erledigen: Dann rammt er seine Klinge besonders grob in ihre Eingeweide oder richtet sie makaber mit ihren eigenen Waffen hin. Mein Favorit war ein aus einem Bilderrahmen greifender Mann, den meine Spielfigur kurzerhand an den Haaren aus dem Rahmen zerrt, in zwei Hälften zerteilt und den Oberkörper anschließend zu Boden schleudert. Diese Manöver dürften der Hauptgrund für die USK-18-Einstufung des Titels sein.

 

Kommentare

nawarI schrieb am
Ich hab bei Hollow Knight vorgestern den Weißen Palast beendet und jetzt schon Angst davor die letzten großen Geheimnisse des Königreichs bald zu lüften. Hollow Knight: 10/10. Jo!
Dafür die Wartezeit zu überbrücken bis Silksong auf der PS4 rauskommt, könnten ein paar der hier genannten Spiele reichen, aber an Hollow Knight wird in nächster Zeit nix rankommen
Sir Richfield schrieb am
Spiritflare82 hat geschrieben: ?
15.10.2019 12:19
Hatte ich mir wesentlich(!) mehr von versprochen, für mich war das eine ganz ganz knappe 7/10
Ich hatte Schlimmeres befürchtet und war über genau diese 7/10 entsprechend froh. ;)
Spiritflare82 schrieb am
Ich fand die Grafik war noch das Beste an dem Spiel, erinnert es doch ein wenig an den alten Psygnosis Look aus Amiga Zeiten....für Metroidvania nicht genug Momente von "hier brauch ich irgendwas um weiterzukommen", nur die Map selbst ist im Grunde Metroidvania mäßig gehalten, selbst das Leveldesign ist viel zu linear, Jondo war der einzige Bereich der ein bissel Flair hat aufkommen lassen.
Dazu kamen einfach billige Sprungpassagen mit den One Hit Kill Stacheln und abgeschmatzt langweilige Endgegner. Charakterentwicklung auch viel zu linear weil vorgegeben.
Das Kämpfen selbst ist auch nicht so prickelnd, einfach zu einfältig.
Hatte ich mir wesentlich(!) mehr von versprochen, für mich war das eine ganz ganz knappe 7/10
4P|Matthias schrieb am
Theobaer hat geschrieben: ?
12.10.2019 00:07
@Matthias Vielen Dank für den Test und ein herzliches "Willkommen in der 4Players-Familie" : )
Ein herzliches Dankeschön zurück!
HellToKitty schrieb am
Jazzdude hat geschrieben: ?
12.10.2019 14:47
Hier ist was mir tatsächlich am meisten aufstößt: Das Feedback der Gegner, denn die lösen sich meiner Meinung nach VIIEEELLLL zu schnell und unspektakulär auf.
Die Gegner haben alle eine recht klare Taktik. Wenn man die durchschaut hat, kann man sie schnell besiegen. Die eigentliche Herausforderung liegt in deren Kombination mit dem Leveldesign. Der Gegner gibt dir vielleicht keinen Todesstoß aber man fällt durch den erfolgreichen Angriff schnell mal in einen Abgrund oder eine Stachelgrube, was den sofortigen Tod bedeutet. Das stellt die eigentliche Herausforderung dar.
Off Topic: Hat eigentlich schon jemand das hoffentlich grandiose Valfaris augeschecheckt? Es sind gute Zeiten für Pixelblutfreunde:
schrieb am

Blasphemous
Ab 22.49€
Jetzt kaufen