Obscure - Test, Action-Adventure, PlayStation 2, PC, Xbox

 

Test: Obscure (Action-Adventure)

von Jörg Luibl



Entwickler:
Publisher: Atari
Release:
24.06.2004
17.06.2004
17.06.2004
Spielinfo Bilder  
Neue Facette der Angst?

Aber kann Obscure atmosphärisch fesseln? Kann der Titel eine neue Facette der Angst entfachen? Ja, aber nur wenn man Survival-Horror light als spielenswerte Erfahrung akzeptiert. Denn im Vergleich zu den Genre-Größen von Konami, Tecmo & Co ist das Abenteuer einfach zu harmlos, zu vorhersehbar: Wer durch die schreckliche Paranoia von Silent Hill 3 oder die brutale Geisterwelt von Project Zero 2 streift, muss starke Nerven und einen Hang zum masochistischen Spielspaß haben. Wer die Schule von Obscure erkundet, muss weder psychische Narben noch Alpträume befürchten, sondern einige Schreckmomente.

Die Lichteffekte sind auf allen Systemen sehr schön anzusehen. Nur fehlt der PS2 manchmal die flirrende Körnigkeit.

(PS2)

Denn es geht schnell, viel zu schnell zur Sache: Schon während der ersten Erkundungen brechen ganze Wände weg, um riesige Mutanten mit verrenkten Gliedmaßen auf euch loszulassen. Das schockiert, lässt einen zusammenzucken und sieht klasse aus, aber erstens erinnern die Gegner sofort an die bizarren Kreaturen aus Silent Hill 3 , und zweitens wird der Story zu plump das Mysteriöse geraubt. Wenn einen Treppenaufgang später dann bleiche Schüler durch die Gänge schlurfen, hat man alle üblichen Verdächtigen zusammen: Mutanten, Monster, Zombies. Durch das zu schnelle Abfeuern von Genre-Klischees verliert die Atmosphäre zu früh an Intensität und das Horror-Erlebnis wird auf ein gescriptetes Schock-Niveau mit mehr Aha- als Wow-Effekten reduziert.

Survival-Horror light

Ist Obscure deshalb schlechterer Survival-Horror? Nein, denn es zeigt zwei innovative Stärken - Figurenwahl & Kooperation. Erstens könnt ihr ständig zwischen einer Hand voll Charaktere mit speziellen Eigenschaften wählen: Da wäre Josh, der als angehender Journalist frühzeitig besondere Objekte entdeckt, die andere erst nach langem Suchen finden. Hinzu kommt Shannon, die als medizinisch Begabte heilen und selber schneller gesunden kann. Oder Kampfmeisterin Ashley, die mit wuchtigem Taek-Won-Do protzt. Schließlich ist noch Hacker Stanley dabei, der Schlösser schneller knackt als jeder andere, bevor später noch eine Überraschung als Verstärkung hinzukommt. Zweitens habt ihr immer die Wahl, ob die zweite spielbare Figur von der KI oder einem menschlichen Partner gesteuert wird. Im ersten Fall weist ihr dem computergesteuerten Charakter bestimmte Verhaltensweisen zu, so dass er z.B. automatisch hinter euch her läuft, stehen bleibt, tapfer mitkämpft oder euch bei Rätseln unterstützt – einfach zu handhaben, funktioniert gut. Im zweiten Fall kann ein Freund eine Figur direkt steuern. Der Wechsel läuft komfortabel und ist völlig frei, so dass ihr weder einen neuen Spielstand anlegen noch euch auf eine Figur festlegen müsst. Das ist klasse und sorgt im Team für ein sehr dynamisches Horror-Abenteuer, bei dem jeder flugs in die Haut eines anderen schlüpfen kann.

Komfortable Steuerung

Überhaupt ist wesentlich mehr Komfort angesagt als z.B. im störrischen Resident Evil alter Schule: Wenn euer Partner z.B. zu einem Ausgang hetzt, werdet ihr beim Laden des nächsten Raumes automatisch dorthin versetzt. Das Erkunden im Team wirkt auch akustisch sehr lebendig, da jeder Charakter andere Sprüche von sich gibt und manche sogar hilfreiche Hinweise wie "Hier muss noch irgendetwas sein!" enthalten – das erspart die lästige Zentimetersuche und verhindert, dass wichtige Items übersehen werden.

Das Inventar mit Heiltränken und Gegenständen wird bequem von beiden Spielern genutzt und Waffen lassen sich zügig austauschen, nachladen oder manipulieren. Sehr zeitsparend ist auch der automatische Sprung an den Versammlungsort der anderen: Egal, wo ihr euch befindet, könnt ihr über die Karte direkt dorthin zurück - nur während eines Kampfes nicht. Insgesamt spielt sich Obscure sehr flüssig, ohne nervenden Leerlauf oder besondere Bedienungsmängel.

Noch ist alles idyllisch ruhig...

(Xbox)

Speichern könnt ihr zwar jederzeit, aber immer nur dann, wenn ihr eine CD findet. Hier muss man also gut haushalten, obwohl sie auf dem leichtesten der drei Schwiergkeitsgrade gut verteilt sind. Allerdings hat all der Komfort auch seinen Preis, denn das Spieltempo wird immens erhöht, so dass man nach sechs bis acht Stunden bereits den Abspann sieht. Das ist zwar besser als frustrierender Leerlauf, aber trotzdem etwas zu kurz im Vergleich zu Project Zero & Co.

Kommentare

crewmate schrieb am
Hall die auf jeden Fall nen Kollegen für Koop.
Ninnghizidda schrieb am
bin mal gespannt , grade für jeweils 99cent teil 1+2 bei trade a game bestellt
immer wieder schön 7 jahre alte threads rauszukramen :>
johndoe-freename-49541 schrieb am
Das Game ist einfach nur super!
Man kann nicht von jedem Spiel erwarten, dass es gleich mit dem Genreprimus (SH3) konkurrieren kann, ich finde auch nicht, dass Obscure ein besonders gruseliges Spiel ist (zumindest nicht nach all den SH, RE und Proj. Zero Spielen).
Es ist zwar auch vieles von anderen Spielen bzw. Filmen geklaut, aber allein der Zweispielermodus ist für mich Innovation genug und darum geht die Wertung voll und ganz in Ordnung und könnte auch ruhig noch ein bisschen höher sein.
Für mich das bisher beste Spiel (für PS2) in diesem Jahr :D
SlayerAdn schrieb am
endlich mal in so einem spiel coop genau das was ein guter spieler braucht.
allein wegen dem modus werde ich mir dieses spiel zulegen und wenn es nur so kurz ist, diesen genuss muss man erleben...
ich hoffe resi nimmt sich für teil 5 auch sowas vor den da wäre es extrem genial mit den freund sich durch die zombies zuballern :)
Nutcracker schrieb am
vielleicht so wie damals bei UT2k3 dea haben sie einfach das \"ab 18\" raufgepappt. jedenfalls wurde es von der USK ab 16 eingestuft.
\" Obscure
Label: Atari Deutschland GmbH
Alterseinstufung: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG
Prüfdatum: 03.06.2004
Sprache: multilingual System: PC
USK Nr.: 10894/04 Genre: Action-Adventure\"
quelle: www.usk.de
schrieb am