Tannenberg - Test, Shooter, PlayStation 4 PSN, Xbox One XBL

 

Test: Tannenberg (Shooter)

von Eike Cramer



Release:
16.11.2017
24.07.2020
24.07.2020
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Die Probleme mit der Technik

Das klingt jetzt vielleicht erst mal ordentlich – und könnte trotz der auf ein Minimum reduzierten Kulisse, die meilenweit hinter dem Weltkriegs-Primus Battlefield 1 hinterherhinkt, durchaus unterhalten. Doch die gruselige Technik der Konsolen-Version macht den Weltkriegsschlachten einen dicken Strich durch die Schlachtfeld-Rechnung. So zeigt sich die Bildrate stark wankelmütig – zwar kann V-Sync deaktiviert werden, was die maximalen Bilder pro Sekunde spürbar ansteigen lässt, dafür sind die Drops aber umso deutlicher spürbar und Tannenberg bedankt sich zudem mit fleißigem Tearing.

Außerdem wurde die Detail-Sichtweite von Blackmill deutlich reduziert, um die Unity-Kampfgebiete überhaupt einigermaßen flüssig auf die Konsole zu bringen. Das führt zu hässlichen, deutlich sichtbaren Pop-Ins, die bei Büschen und höherem Gras sogar auf mittlere Distanz Deckung verschwinden lassen, was den Verteidigern bei heimlichen Flankenmanövern einen unschönen Vorteil verleiht. Und während auf der PS4 Pro und Xbox One X  immerhin Auflösung und Anti-Aliasing stimmen, flimmern die Versionen auf den Basis-Konsolen zusätzlich noch dramatisch, da anscheinend vollständig auf Kantenglättung verzichtet wurde - das macht das Erkennen von Feinden teilweise zu einem reinen Glücksspiel. Zusätzlich bieten die Gefechte statt 64 Spielern auf der Konsole nur 40 Teilnehmer; dies ist angesichts einer kumulierten Spielerzahl von um die 100 auf allen europäischen Servern allerdings das geringste Problem - immerhin werden vakante Plätze mit Bots aufgefüllt.

Die Fehler im Detail

Das Grauen des Krieges: Die Gefechte sind Blutig, aber schlecht animiert.
Das Grauen des Krieges: Die Gefechte sind Blutig, die Figuren aber schlecht animiert.
Doch leider stimmt nicht nur die allgemeine Kulisse nicht: Waffenmodelle und vor allem die schwachbrüstigen Schussgeräusche erinnern nur entfernt an ihre Originale – der direkte Vergleich zwischen dem legendären, russischen Front-Gewehr Mosin Nagant in Escape From Tarkov und Tannenberg (beide werden von der Unity-Engine angetrieben) zeigt, wie schwach sich die Ostfront hier audiovisuell präsentiert - auch wenn mit großer Brutalität und ohrenbetäubenden Schreien der Gefallenen eine harte Front-Atmosphäre erzwungen werden soll. Zudem sind die einfachen Nachlade- und Nahkampf-Animationen sowie die gruselig aussehenden Maschinengewehre mit ihren sechseckigen Patronen einfach nicht mehr zeitgemäß.

Immerhin wirkt der Shooter an sich solide, doch echte Wucht oder größere Komplexität im Waffenhandling (z.B. per Tastendruck in die Kammer schauen, Einstellen der Visiere), die die technischen Defizite ausgleichen könnten, gibt es nicht. Stattdessen gibt es obendrauf fragwürdige Hitboxen, die oftmals einen Tick zu groß wirken.

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