Hades - Test, Rollenspiel, PC, Nintendo Switch

 

Test: Hades (Rollenspiel)

von Marcel Kleffmann



Hades (Rollenspiel) von Supergiant Games
Live. Die. Repeat.
Entwickler:
Publisher: Supergiant Games
Release:
17.09.2020
17.09.2020
Erhältlich: Digital (Epic Games Store, Steam, Nintendo eShop)
Erhältlich: Digital (Epic Games Store, Steam, Nintendo eShop)
Spielinfo Bilder Videos
Oh, nein! Nicht schon wieder ein Rogue-like! Das waren meine ersten Gedanken nach der Ankündigung von Hades. Aber weit gefehlt: Das Studio Supergiant Games zeigt erneut seine Ausnahmeklasse und umschifft viele der klassischen Schwachstellen mit sensationellen Kämpfen und kreativen Story-Kniffen - warum Hades ein Ausnahmespiel ist, verrät der Test.


Raus aus der Unterwelt - und noch einmal

Zagreus hat die Schnauze voll von der Unterwelt und von seinem leidenschaftlosen Vater Hades, der sich ohnehin nur über seinen unfähigen Sohn und sein Saustall-Zimmer beschwert. Also versucht der Filius auszubüxen und den Olymp zu erreichen, was sich als schwierig erweist, da er sich durch die vier Ebenen der Unterwelt (Tartarus, Asphodeliengrund, Ebenen von Elysium und Tempel des Styx) kämpfen muss.

Doch er bekommt unerwartet Hilfe von Göttern aus dem Olymp, die er auch dringend brauchen kann, denn zwischen ihm und dem Olymp stehen viele Kreaturen, die normalerweise verhindern sollen, dass irgendjemand aus der Unterwelt flieht. Also muss er sich den Weg freikämpfen und wird dabei ziemlich sicher sterben ... Aber das Ableben ist nur kleiner Rückschlag, da Zagreus nach dem Tod einfach wieder aus seinem Blutsee im Haus des Hades emporsteigt, um bloß unter den gelangweilten Kommentaren seines Vaters einen neuen Ausbruchsversuch zu unternehmen ...

Live. Die. Repeat.
Zagreus ist unzufrieden mit seiner Situation in der Unterwelt und mit seinem Vater ...
Zagreus ist unzufrieden mit seiner Situation in der Unterwelt und mit seinem Vater ...

Die erneuten Ausbruchsversuche deuten schon darauf hin: Ja, Hades ist ein Rogue-like. Während der Fluchtversuche sammelt Zagreus zwar keine Erfahrung, dafür aber allerhand Zeug, mit dem er seine Kampfkraft, Waffen und Fertigkeiten mit permanenten Upgrades verbessern kann, wodurch er von Versuch zu Versuch idealerweise stärker wird und etwas weiter fliehen kann. Zusätzlich zu den permanenten Upgrades gibt es göttliche Kampfgeschenke, Talent-Verbesserungen und Boni bei den aktuellen Durchläufen, die man beim Tod jedoch einbüßt.

Pro Versuch lernt man immer mehr über die Gegner, Zwischenbosse sowie Bossgegner und verbessert seinen Umgang mit den Waffen (gemeint ist der Spieler, nicht die Spielfigur), bis der nächste Rückschlag ansteht. Damit sich das Geschehen in den Durchläufen aber nicht ganz so schlimm wiederholt, werden bekannte Raumlayouts bei jedem Beginn neu angeordnet und mit verschiedenen Gegner-Kombinationen gefüllt. Zudem machen Überraschungen, Events, Variationen bei Feinden sowie ihren Fertigkeiten und göttliche Geschenke je nach Waffe einen spürbaren Unterschied.

Bei den Fluchtversuchen muss Zagreus mehrere Räume, die als Kampfarenen fungieren, von Gegnern säubern. Sind alle Feinde besiegt, hat man oft die Wahl zwischen mehreren Ausgangstüren, auf denen direkt zu sehen ist, welche Belohnung im nächsten Raum wartet. Man halt also die Wahl, welches Upgrade oder welche Währung als nächste Belohnung winkt, sofern man die Symbole verinnerlicht hat. Der Schwierigkeitsgrad ist aufgrund des Rogue-like-Designs schon gehoben, aber es gibt eine leichtere Option, welche die Erlebbarkeit der Story erleichtern soll - und auch schwierigere Herausforderungen sind möglich.

Erstklassige Kämpfe
Die Knochen-Hydra gibt es in mehreren Varianten, damit der Kampf bei späteren Begegnungen noch etwas zu bieten hat.
Die Knochen-Hydra gibt es in mehreren Varianten, damit der Kampf bei späteren Begegnungen noch etwas zu bieten hat.

In den Räumen wird hauptsächlich gekämpft und das erinnert ein bisschen an Bastion (ebenfalls von Supergiant Games) oder an Action-Rollenspiele mit direkter Charakter-Steuerung à la Twin-Stick-Shooter - wie Diablo 3 auf Konsole. Ohne großes Tutorial wird man gleich in die Gefechte geworfen und muss ohne Einblendungen von Hinweisen die ersten Gegner besiegen. Learing-by-doing - und das funktioniert dank Rogue-like-Unterbau und Kommentaren von Hades sowie Skelly überraschend gut.

Die Attacken von Zagreus sind wuchtig, können präzise kontrolliert werden und dank der blitzschnellen Dash-Ausweichmöglichkeit ist das Tempo meist hoch, wobei Kampfgeschwindigkeit und Spielstil an den sechs Waffen hängt. Mit dem Schwert ist man flott im Nahkampf unterwegs, aber nicht so rasant wie mit der Faustwaffe. Der langsamere Speer hält die Gegner auf mittlere Distanz und mit Bogen oder "Knarre" greift man auf vermeintlich sicherer Entfernung an. Darüber hinaus gibt können Gegner mit Bonusschaden von hinten attackiert, mit vielen Statuseffekten belegt, als Ziel markiert oder an die Wand "genagelt" werden. Geschosse lassen sich reflektieren und ausgelöste Fallen können Feinde verletzen, wenn das Timing stimmt. Die Kämpfe sind sowohl mit Tastatur-und-Maus als auch mit Controller hervorragend steuerbar. Sie fühlen sich "einfach richtig" an, bieten bekloppt viele Anpassungsmöglichkeiten und werden von einem kraftvollen und treibenden Soundtrack der Extraklasse angefeuert. Komponist Darren Korb übertrifft sich hier selbst (zum Soundtrack).

Welche Gabe der Demeter darf es denn sein? Es gibt außerdem Duo-Gaben, welche die Kräfte von zwei Göttern vereinen.
Welche Gabe der Demeter darf es denn sein? Es gibt außerdem Duo-Gaben, welche die Kräfte von zwei Göttern vereinen.
Im späteren Spielverlauf können mehrere Aspekte pro Waffe freigeschaltet und mit Titanblut (Bossbeute) aufgewertet werden. Während der grundlegende Kampfstil von der Waffe bestimmt ist, die Zagreus vor Beginn des Fluchtversuchs wählt, lässt sich das Kampfgeschehen mit den göttlichen Gaben und Upgrades spezialisieren, die zufällig verteilt werden - okay, später kann man mit erhaltenden Andenken die erste Gabe festlegen. Zeus gibt z.B. Kettenblitze, Hermes macht alles schneller, Athena verstärkt die Defensive, Artemis bringt kritische Treffer und Aphrodite schwächt die Gegner. Chaos bietet besonders starke Buff-Effekte, aber vorher muss man mehrere Räume mit einem Debuff überleben. Mit den ganzen Upgrade-Möglichkeiten sind Tausende von Kombinationen pro Waffe möglich und dann kommen noch mehr Optionen im Haus des Hades hinzu ...

Kommentare

MaxDetroit schrieb am
Ich spiele es seit einigen Tagen, würde sagen hab so 14 Runs gemacht, und war jetzt schon zweimal beim letzten Boss ("Ihr-wisst-schon-wer") und da auch schon in der zweiten Phase. Aber irgendwie will ich noch gar nicht das ich es schaffe und es vorbei ist, macht so viel Spass! Wirklich gutes Game, und ich bin auch wirklich einer der Rogue Likes wie die Pest gehasst hat (ausser Into the Breach ... Into the Breach war brillant). Hades schafft bei mir das, was Dead Cells nicht geschafft hat und bringt Rogue Like auf ein Level wo das ganze Spielprinzip Sinn macht (auch story-technisch) und extrem motivierend umgesetzt ist. Man findet immer wieder was neues, die Boss Varianten machen Laune, die Waffen spielen sich alle geil und bringen zusätzlich extrem viel Variantion ins Gameplay. Nix zu meckern hier!
Wulgaru schrieb am
Das Spiel ist echt gut was Abwechslung angeht. Nachdem sich der Boss im ersten Level angefangen hat zu verändern, dachte ich erst das ich gar nicht mehr weiterkomme, aber dann flutscht es plötzlich in mehreren Runs und ich habe jetzt fast den dritten Boss im First Try gelegt (nachdem ich im Run davor, die Hälfte davon nicht mal als Zwischenboss gepackt habe). War dann nur zu aufgeregt gegen Ende: Niemals nur weil der Boss nur noch ein paar Treffer braucht vergessen das es umgekehrt die ganze Zeit gilt.
Ich finde auch das man immer denkt, dass die gegenwärtige Waffe und die Perks das einzige sind das funktionieren kann. Speer viel mit Special, denkt man wie soll man das im Nahkampf schaffen, dann ist im nächsten Run der Schwertdash super usw. nur den Call habe ich noch nicht gecheckt, wann und wie man ihn einsetzen kann.
Edit:
Ich würd das ja fast als Exploit bezeichnen mit dem Schild gegen den dritten Boss anzutreten:
Spoiler
Show
Theseus geht für Bossverhältnisse richtig schnell down, wenn man einfach nur von Anfang an wenn die beiden zusammen stehen die Dashramme durchführt. Man selbst nimmt dabei kaum Schaden und der Minotaurus danach ist Pipifax
...wobei...lag es vielleicht daran das ich nen Deflect von Athene beim Dash hatte das das so funktioniert hat?
Wulgaru schrieb am
Wie gesagt...was das zerstören von Sachen angeht, check ich nicht wie man das systematisch macht.
Ich bin glaube ich wirklich nicht so gut bei diesem Spiel. Nach 11 Runs nun mal bei Boss 2 angekommen. Ich mag aber das das Spiel einem da nichts eindeutiges präsentiert. Hatte mit Bogen am Anfang 300% Bonus bekommen, langsamer laden geschenkt. Ich dachte erst das wird ja supereinfach, aber die Challenges und Gegner waren vor allem Tartatrus meiner Meinung nach so gelegt, dass ich das nicht so gut nutzen konnte. Vor allem Meg hat eine höhere Frequenz gehabt was ihre härteren Attacken angeht.
Im zweiten Abschnitt ist der Bogen fast schon overpowered, weil man die Gegner viel besser und weniger riskant erreicht. Wünsche mir fast das man Waffen während der Runs wechseln kann. Der zweite Boss ist für den Bogen finde ich weniger gut geeignet, auch wenn ich ihn fast gehabt hätte, leider meine Wiederbelebung für die stärkere Meg verschwendet.
Was die Perks angeht...man kann das ja bereits jetzt individualisieren beim Spiegel habe ich zwei Auswahlen und schon Perks die ich bei der Vitrine equippen kann....aber das ist schon eher so ein Spielstilding finde ich. Wirklich graduell stärker machen die Perks einen nur bis zu einem gewissen Grad habe ich den Eindruck. Bringt es etwas wenn man den Göttern in den Dungeons Geschenke macht? Werden dann auch deren Perks stärker?
Wulgaru schrieb am
Das gehört so zu den Sachen die ich irgendwo gerne lesen würde. Ich hatte auch den Eindruck das es Schaden macht, wenn ich was kaputtmache, aber was genau wieviel bzw. ob Töpfe was bringen oder nur Säulen. Irgendeiner soll mir im Spiel mal was dazu sagen.
Peter__Piper schrieb am
Danke :nerd:
Wulgaru hat geschrieben: ?
03.11.2020 21:14
Ich habe mich verklickt und ausversehen den Schild freigeschaltet, sodass der Sperr erstmal warten muss, zumal mir das erste Spiegelupgrade wichtiger war. Das Schild ist komisch. Mit dem Bogen kam ich vor allem gegen die schnelleren Gegner gar nicht zurecht, war aber irgendwie doch die Waffe mit der ich den Boss gelegt habe. Bin mir noch nicht sicher ob ich den Bogen richtig spiele, aber immerhin hat es bis zum Zwischenboss der zweiten Ebene gereicht.
Hat jedenfalls ein schönes Gefühl von Progress und bisher waren die Runs immer ein bisschen anders. Werde allein deswegen schon immer die Waffen wechseln.
Der Schild hat den Vorteil das sein Standartangriff von Haus aus Gegner wegsmashen kann. Und da es Kollisionsschaden mit der Umgebung gibt, kann man das geschickt für sich nutzen. Der Spezial des Schilds eignet sich hervoragend dafür vor dem Nahkampf nochmal die Gegner zu debuffen :twisted:
Ich empfehle jedem immer die Waffe zu nehmen die gerade den Essenzbuff drauf hat.
Durch die Mods von Daedalus spielt sich die gleiche Waffe eh komplett anders in den verschiedenen Runs :man_tipping_hand:
schrieb am