Outriders - Test, Shooter, PC, PlayStation 4, Xbox One, PlayStation 5, Xbox Series X

 

Test: Outriders (Shooter)

von Benjamin Schmädig



Entwickler:
Publisher: Square Enix
Release:
01.04.2021
01.04.2021
01.04.2021
01.04.2021
01.04.2021
01.04.2021
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Denkt euch in den Deckungs-Arenen etliche schwächere Gegner dazu, die ihre Position selbst dann nicht verlassen, wenn man ihren Boss weit außerhalb ihrer Reichweite beharkt. Sprich: entweder plättet man erst in Ruhe die großen Gegner, um dann in Ruhe den Rest auseinander zu nehmen, oder umgekehrt – was nur gelegentlich mal ein paar Scharfschützen zu vermeiden wissen, deren Laserpointer erstens durch manche Wände und Böden hindurch zielen und die zweitens dermaßen schnell, präzise und ohne Vorwarnung schießen, dass man einem Treffer kaum entgehen kann. Weil man anschließend nicht einmal den Schuss hört und das Trefferfeedback lediglich aus einem sanften Zurückschieben der eigenen Figur besteht, sind diese Sniper ausgesprochen enervierende, aber mit Sicherheit keine coolen Gegner. Klar: Anders ist es Entwickler People Can Fly offenbar nicht gelungen Spannung in das einförmige Dauerfeuer zu bringen. Ihre Lösung gefällt mir jedoch genauso wenig.

Überhaupt scheint der Action sehr oft der rechte Ton zu fehlen. Ohne Musik haben viele Situationen, in denen es hoch her geht, jedenfalls seltsam meditative Qualitäten. Warum ich die Musik also überhaupt runter gedreht habe? Weil sie das Geschehen mit einem furchtbar belanglosen Brei aus „Laut“ verklebt, der zu der fahlen Action leider wie die Faust aufs Auge passt.

Dröges Autoskooter

Stimmt schon: Besonders in den offenen, von Enochs Fauna bevölkerten, aber auch in anderen Arenen gibt es durchaus Feinde, die den Outriders unablässig hinterher sprinten, sodass man dort dann wie ein angestochenes Meerschweinchen umher sprintet, bis die Waffen geladen oder die Fähigkeiten wieder verfügbar sind und der Boss gerade mal nicht einen seiner mächtigen Angriffe fährt. Es macht ja geradezu gigantisch großen Spaß diese kleine Lücke zu finden, in der man mal kurz zum Zug kommt, bevor man erneut die Beine in die Hand nimmt! Wie cool, dass manche solcher Kämpfe noch dazu in ausgesprochen engen Arenen stattfinden, dass mächtige Widersacher ihre Fähigkeiten durch dicke Steinwände hindurch auslösen, dass man hin und wieder an den Kreaturen hängenbleibt und gelegentlich nicht einmal sieht, wenn ein Gegner kurz davor ist Bereichsschaden auszulösen… Nein, einen Preis gewinnt diese verkorkste Mischung aus Paniksprint und Einschlafballern nicht.

Die Frage ist nicht, ob man den Gegner besagt, sondern wann. (PS5)
Die Frage ist nicht, ob man den Gegner besagt, sondern wann. (PS5)
Nun ist Outriders trotz anspruchsvoller Momente kein besonders schweres Spiel – die „Dynamik“ seiner Gefechte aber eine sehr eigenwillige Mischung aus stumpfer Offensive und langwierigem Autoskooter. Es kommt ja dazu, dass Gegner nicht nur in Wellen angreifen, sondern viele der aufeinander folgenden Wellen auch noch fast identisch sind. Wir haben es jedenfalls mehrmals erlebt, dass die Kommunikation in unserer Koop-Gruppe über mehrere Minuten hinweg regelrecht eingeschlafen ist, weil alle Drei nur noch mit leerem Blick in den Fernseher gestarrt und sich an den Schultertasten festgehalten haben. Glückwunsch: Das hat so noch kein Spiel geschafft!

Irgendwie statt gut geplant

Eine gute Idee ist natürlich, dass Gesundheit nicht automatisch wiederhergestellt wird und man auch keine Wunderspritzen injiziert. Vielmehr erhält man sie zurück, indem man auf bestimmte Art Schaden anrichtet oder Gegner tötet. Assassine und Verwüster müssen dafür nah an ihre Gegner heran, der Technomancer regeneriert einen Teil des ausgeteilten Schadens und Pyromancer heilen sich, indem sie Feinde in Brand setzen – jede Klasse, wie es zu ihren Fähigkeiten passt.  Ähnlich wie in Doom wird man also dazu gezwungen offensiv zu spielen. Anders als im Vorbild muss allerdings keine spezifische Aktion zum richtigen Zeitpunkt gelingen: Es reicht, wenn man das tut, was man ohnehin tun muss, sodass man nur noch stärker dazu getrieben wird direkt vor den Feinden herum zu laufen und sämtliche Angriffsmöglichkeiten zu spammen.
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Kommentare

MaxDetroit schrieb am
Hab Outriders nun auch durchgespielt. Hab sogar alle Sidequest erledigt und werde noch ein paar Expeditionen zocken.
Alles in allem hat es mir sehr gut gefallen, von mir gibt's ne 8 von 10 Punkten. Das es gerade in den Cutscenes ab und zu Probleme gab (Ruckler, Voice Sync, etc.) konnte ich verschmerzen, denn das Gameplay hat gefetzt, und auch die Gegner und Environments, trotz Recycling, waren für mich doch abwechslungsreich genug um mich bei der Stange zu halten. Story war okay, das Spiel hat sich selbst auch nicht all zu ernst genommen, ich fand einige Dialoge dafür sehr unterhaltsam, da war fast immer einen Augenzwinkern dabei, mochte ich. Endgame spiel ich jetzt nicht wirklich großartig weiter, aber für einen Storyshooter mit Looten & Leveln und optionalen Multiplayer ist das Game eine Runde Sache.
PS: Das Game hat teils sehr schöne Environment Art, was kaum irgendwo erwähnt wird, gerade am Ende gibt es noch ein paar Hingucker.
Flux Capacitor schrieb am
Vejieta hat geschrieben: ?08.05.2021 15:29
Flux Capacitor hat geschrieben: ?04.05.2021 13:37Aber hey, die Action stimmt und die Story ist halbwegs interessant, ich kann da locker darüber hinweg sehen. :mrgreen:
so geht's mir auch. muss aber sagen das die Story selbst ziemlich düster und abgefuckt ist. also wenn man die ganzen Einträge liest. Bin aber auch noch nicht durch.
Main-Quest schickt mich gerade in den Wald. Ist also noch ein bisschen was zu tun. Das Spiel selbst macht aber echt Laune, obwohl es einiges gibt was mir aufn Sack geht. Hab erst mit einem Pyro angefangen aber dann doch auf einen Tech gewechselt der mir deutlich mehr Spaß macht.
Die Story wird nicht wirklich schlechter im Verlauf, aber die Präsentation selbiger leider schon. :mrgreen:
Ja, nachdem ich alle Klassen durch probiert hatte, bin ich auch beim Technomancer hängen geblieben. Wohl weil sich dieser noch am klassischsten spielt. Ich mag einfach Granaten und fette Wummen in solchen Spielen. :lol:
Vejieta schrieb am
Flux Capacitor hat geschrieben: ?04.05.2021 13:37Aber hey, die Action stimmt und die Story ist halbwegs interessant, ich kann da locker darüber hinweg sehen. :mrgreen:
so geht's mir auch. muss aber sagen das die Story selbst ziemlich düster und abgefuckt ist. also wenn man die ganzen Einträge liest. Bin aber auch noch nicht durch.
Main-Quest schickt mich gerade in den Wald. Ist also noch ein bisschen was zu tun. Das Spiel selbst macht aber echt Laune, obwohl es einiges gibt was mir aufn Sack geht. Hab erst mit einem Pyro angefangen aber dann doch auf einen Tech gewechselt der mir deutlich mehr Spaß macht.
Flux Capacitor schrieb am
MaxDetroit hat geschrieben: ?04.05.2021 10:00 Ich spiele nebenbei mit einem weiblichen Charakter. Ich finde die Dialoge alles andere als plump, und ich mag ihre "I-dont-give-a-fuck" Attitüde schon irgendwie, der schwarze Humor in den Sidequests tut dann noch sein übriges. Ich frage mich ob das mit einem männlichen Main-Char dann anders rüberkommt, und das vielleicht den Unterschied zwischen meiner Wahrnehmung und der des Testers ausmacht.
Das dachte ich alles auch, bis ich das Spiel durch hatte. Es ist leider am Ende kein geiler B-Movie Scheiss, sondern einfach schlecht geschrieben, und das bei den wenigen Dialogen die man zu hören bekommt. Aber hey, die Action stimmt und die Story ist halbwegs interessant, ich kann da locker darüber hinweg sehen. :mrgreen:
MaxDetroit schrieb am
Ich spiele nebenbei mit einem weiblichen Charakter. Ich finde die Dialoge alles andere als plump, und ich mag ihre "I-dont-give-a-fuck" Attitüde schon irgendwie, der schwarze Humor in den Sidequests tut dann noch sein übriges. Ich frage mich ob das mit einem männlichen Main-Char dann anders rüberkommt, und das vielleicht den Unterschied zwischen meiner Wahrnehmung und der des Testers ausmacht.
schrieb am