Resident Evil Village - Test, Action-Adventure, PC, PlayStation 5, Xbox Series X

 

Test: Resident Evil Village (Action-Adventure)

von Jörg Luibl



Entwickler:
Publisher: Capcom
Release:
07.05.2021
07.05.2021
07.05.2021
07.05.2021
07.05.2021
07.05.2021
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Es geht abwärts

Für diese Etappe hätte ich vielleicht sogar Gold gezückt, aber es ist eben nur ein Teil des Spiels, das danach immer schlechter wird. Angst oder Furcht? Verflüchtigen sich immer mehr angesichts des Geballers. Im Sumpf zeigen sich dann auch die ersten Abstriche in der Kulisse, denn Wasser und Schleim sehen nicht besonders toll aus, zudem gibt es einige kleine Pop-ups und Bildratenprobleme. Apropos Beleuchtung: Man kann Raytracing auf den Konsolen unter Bildeinstellungen aktivieren, muss dazu allerdings immer ins Hauptmenü. Das Aktivieren senkt nochmal die Bildrate, aber so sieht die Kulisse einen Tick besser aus - mehr en detail zu Raytracing auf dem PC mit Vergleichsbildern auf Seite 5.

Der Boss im Sumpf kann noch unterhalten, denn er sieht klass aus und zwingt zu cleverem Unterstellen. Aber danach beginnt die Show im wahrsten Sinne des Wortes, denn dann wird man wie in einer Arena begrüßt - und zwar von frisch aufgestellten Schildern, auf denen Ethan zum Folgen aufgefordert wird. Ich dachte, ich seh nicht richtig, aber hier wird alles zu einem albernen Zirkus degradiert...

Im
Lust auf eine Runde Kugelbahn? (PS5)
Dann so  geht in das Gebiet der Werwölfe, wo plötzlich nicht mehr Geräusche für die Ortung oder das taktische Verbarrikadieren wichtig sind (alle wissen ja auch, dass Ethan kommt), sondern in einer Felsenburg einfach nur Kimme, Korn und Granaten zählen, weil man in Wellen von allen Seiten angegriffen wird - spätestens hier hatte ich mich schon längst sattgesehen an den inflationär heran jagenden Viechern, die man im hohen Gras der ersten Stunden noch fürchtete, weil man sie irgendwo stöhnen hörte. Hier? Ballern. Ballern. Ballern. Schrecken? Ja, weil man erkennen muss, dass Call of Duty das wesentlich besser macht.

Schließlich geht es in eine Fabrik, in der man sich wie bei Oddworld fühlt, während sich Robothybriden und Terminatoren durch die Gänge fräsen - nur dass dieser Schauplatz wie ein kompletter Fremdkörper wirkt. Zudem muss man hier viele Wege mehrmals gehen, um Tore zu öffnen. Und der Panzer kurz vor dem Ende setzt dem absurden Patchwork von Motiven dann noch nichtmal die explosive Krone auf. Es folgt die allerschlechteste Überraschung mit einer schlimmen Phase von Peinlichkeiten, die ich aufgrund von Spoilern und des Embargos hier nicht ausführlicher erläutern kann - aber die fühlte sich so billig an wie in Call of Resi 6. Wieso sinkt Resi 7 nicht so tief?

Spektakuläre Bosse

Oddworld oder was? Was hat sich Capcom bei der deplatziert wirkenden Terminator-Fabrik gedacht? (PS5)
Oddworld lässt grüßen:  Was hat sich Capcom bei der deplatziert wirkenden Terminator-Fabrik gedacht? (PS5)
Überraschend gut sind immerhin einige der großen Bosskämpfe, denn sie werden spektukalär mit ansehnlichen monströsen Mutationen inszeniert - das ist großes Kino plus Gänsehaut, wenn diese Kreaturen einen mit aufgerissenem Maul jagen. Etwas fordernder sind sogar die mittleren Bosskämpfe gegen Hammer tragende Werwölfe, tiefschwarze Zottelmonster oder schwer gepanzerte Bohrmaschinentypen, denn hier muss man manchmal ihre zerstörerische Bewegung zum Vorteil nutzen, die sogar Mauerwerk einreißt. Allerdings gibt es hier auch einige KI-Fehler, wenn etwa ein Riesenoger immer wieder abdreht, kurz bevor er einen umbringt - so kann man ihm immer in den Rücken fallen. Ansonsten werden normale Kämpfe solide ausgetragen, allerdings ist Ethan recht langsam und hat bis auf das schnelle Umdrehen keinerlei defensive Manöver zur Verfügung, so dass man oft einfach nur frontal ballern muss. Zumal er zwar blocken oder mal wegstoßen kann, aber weder Tritte noch Konter zur Verfügung hat.

qsd
Was fräst sich da in die Wand? Eine Art Terminator mit Bohrer, den man gezielt von hinten angreifen muss. (PS5)
So großartig die Soundkulisse mit ihrem Raumklang ist, so fade klingen manche Waffen wie die einfachen Pistolen. Immerhin kann man diese sowie Flinten und Gewehre oder Granatwerfer in mehreren Bereichen wie Schaden, Magazin & Co aufwerten. Außerdem kann man beim Duke in Koffer investieren, um nicht zu früh am begrenzten Inventar zu verzweifeln, in dem man manchmal wie in einem Puzzle etwas anordnen muss, damit es noch reinpasst. Das allseits bekannte Herstellen von Heilung, Munition, Minen sowie Rohrbomben hat mich nicht gestört, zumal Feinde (die sich in Luft auflösen) meist Zutaten fallen lassen und man bei ausgiebiger Erkundung recht viel findet. Im Vergleich zu den ersten Resident Evils hat man hier viel früher sehr viel Feuerkraft. Was es auch nochreichlich nach dem Abspann gibt: Bonusmaterial. Und wer Lust hat, kann einen der anderen vier Schwierigkeitsgrade ausprobieren oder mit endlos Munition noch einfacher Werwölfe killen.

Nachschlag im Multiplayer

Nach der Kampagne kann man den Mercenearies-Modus freischalten. Dabei gilt es, sich unter Zeitdruck den Gegnerwellen zu stellen und Areale zu säubern. Die Action steht mit dem Arcade-Ansatz eindeutig im Vordergrund. In einem Shop, der an das Händlersortiment im Hauptspiel angelehnt ist, investiert man die Belohnungen in weitere Wummen, Upgrades und Medizin. Neuerdings kann man seine Figur zudem mit speziellen Fähigkeiten ausstatten, um z.B. zusätzlich die Schadenswerte von Handfeuerwaffen oder das Bewegungstempo zu erhöhen und die Deckung zu verbessern.

Außerdem erhalten alle Käufer von Resident Evil Village den neuen Mehrspieler-Ableger Re: Verse als kostenlose Beilage. In diesem Third-Person-Shooter im Comic-Look treten diverse Figuren aus dem Universum von Resident Evil in Arenen gegeneinander an. Unsere Begeisterung hält sich allerdings in Grenzen und man darf sich zurecht fragen, ob überhaupt jemand dazu bereit wäre, tatsächlich Geld für dieses billig anmutende Multiplayer-Gemetzel zu zahlen, das mittlerweile von Capcom auf den Sommer verschoben wurde.

Kommentare

shoges schrieb am
Ok nach Beendigung muss ich auch mal mein Senf dazugeben.
Die Story von Village macht wenig Sinn. Egal wie man es dreht. Alle Charaktere haben dürftige Motivationen (außer Ethan natürlich) und die Plottwists rund um Ethans Extremitäten sind ziemlich dämlich und ein billiger Versuch, den Gorefaktor in die Höhe zu schrauben.
Alles in allem könnte man 8 als Fortsetzung von 4 sehen.
In Jörgs Test wird deutlich, dass er das Spiel aufgrund der schlechten "Regie" abgestraft hat.
Das Spiel war nicht gruselig? War RE4 auch schon nicht. Das Spiel ist trashig? War RE4 auch schon.
Die schlechte Regie? Kann ich nicht nachvollziehen. RE8 bietet mit jedem Abschnitt ein neues Spielgefühl und die erwähnte "Ballerbude" sind in Wirklichkeit nur zwei kleine Abschnitte.
Verstehe auch die Abneigung gegen Heisenbergs Fabrik überhaupt nicht. Für mich war das eins der stärksten Abschnitte und im Grunde genommen nichts großartig anderes als der letzte Abschnitt auf der Insel in Teil 4.
Resident Evil hat schon immer im letzten Drittel Laborsettings benutzt. Die "Terminatoren" im Kontext des Spiels auch nicht so weit hergeholt, wie Jörg das in seinem Test hinstellt.
Klar, woher kamen all die Gestalten vom Fließband? Wie konnten die Dorfbewohner so unbehelligt sein, wenn gefühlt jeder der vier Lords permanent Dorfbewohner entführt haben?
Village ist wirklich nicht perfekt. 4 hatte sich mehr Mühe gemacht, seine (auch trashige) Story zu erzählen und vor allem in Briefen und Texten stinkt Village ab und scheint sich keine rechte Mühe zu geben. Kein Text ist länger als zwei Seiten und man erfährt für mich zu wenig über die Lords.
Aaaaber...
Die 4 Lords alleine sind schon das Spiel wert. So bescheuert profilierte Bösewichter hatte Resident Evil schon lange nicht mehr zu bieten und sie stellen die olle Baker Familie gnadenlos in den Schatten.
Die optische Präsentation ist wirklich der Hammer. Selbst auf der alten PS4.
Verständlich ist auch, dass RE 4 dahingehend eine bessere Bewertung kassiert hat, da...
Temeter  schrieb am
GamepadPro hat geschrieben: ?01.06.2021 23:25Was soll denn diese ganze Kritik? Es ist ein Spiel aus RE4 und RE7. Das kommt eben dabei raus, würde ich mal sagen.
Problem ist, RE7 war besser in Sachen Horror, RE4 war mehr auf Kämpfe konzentriert. Andersrum waren die Kämpfe in RE7 schwach, während die Atmosphäre in RE4 leidet.
Aber die Spiele wussten im Großen und Ganzen, was sie sein wollten, und besinnen sich auf ihre Stärken.
RE8 ist irgendwo dazwischen, mit all den Schwächen, aber weniger definierten Stärken. Nur ein kurzer Abschnitt ist wirklich gruselig, alles andere ist eher schwach, und nach der ersten Hälfte spielt Grusel keine Rolle.
Währenddessen sind die Kämpfe meist weniger taktisch als in RE4, und deren Verteilung ist extrem unausgeglichen. Es gibt lange Sequenzen komplett ohne Gegner, während anderswo eine Welle nach der anderen anstürmt.
Und dann gibts noch RE6-artige Sequenzen als Beilage...
Macht Laune beim ersten durchzocken, aber bei näherer Analysis fällt es echt außeinander.
GamepadPro schrieb am
Was soll denn diese ganze Kritik? Es ist ein Spiel aus RE4 und RE7. Das kommt eben dabei raus, würde ich mal sagen.
Flashback1964 schrieb am
PlayerDeluxe hat geschrieben: ?25.05.2021 18:21
Flashback1964 hat geschrieben: ?25.05.2021 12:06 den völlig deplazierten stimmungskillenden Händler verzichtet
Ach, ich fand den Null Komma Null störend - so im Nachhinein.
Bei Mercenaries gehört er auch dazu zwischen den Abschnitten. Dat passt schon.
Hmmm, ich persönlich finde viel lieber bessere Waffen oder Upgrades während des stimmungsvollen Storyverlaufs zb. bei besiegten Bossgegnern oder wenn`s thematisch passt in militärischen Einrichtungen usw.
Diese in meinen Augen unnötige Händlerei mit kaufen und verkaufen ist hier in meinen Augen ein echter Stimmungskiller und paßt in keinster Weise zur Story, das wurde wohl mehr so als Gimmick eingebaut, denn genau danach fühlt es sich für mich an. In einem RPG funktionieren Händler super, aber in solch einem Action Adventure stören sie meiner Meinung nach sehr.
MrLetiso schrieb am
Also mein Eindruck nach dem Abspann: keine Ahnung, was das gewesen ist. Vielleicht etwas gutes, vielleicht etwas durchschnittliches. Aber in meinen Augen definitiv kein RE.
schrieb am

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