Scarlet Nexus - Test, Rollenspiel, PC, Xbox One, Xbox Series X, PlayStation 5, PlayStation 4

 

Test: Scarlet Nexus (Rollenspiel)

von Matthias Schmid



Scarlet Nexus: Insane in the Brain
Insane in the Brain
Release:
25.06.2021
25.06.2021
25.06.2021
25.06.2021
25.06.2021
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Bandai Namcos rasantes wie stylisches Scarlet Nexus verzückt mit coolen Kämpfen, Telekinese-Gimmicks und bizarrem Gegnerdesign, doch verwirrt mit schrägen Story-Wendungen. Wie viel Spielspaß letztlich in dem Action-Rollenspiel steckt - das verrät unser Test.

Kleine Geschichtsstunde

Hände hoch: Wer von euch hat schon mal ein Spiel gezockt, das vom japanischen Studio Tose entwickelt wurde? Alle Hände oben? Nein? Dann habt ihr es vermutlich nur nicht mitbekommen! Denn Tose, das zusammen mit Bandai Namco auch für Scarlet Nexus verantwortlich zeichnet, ist der große Geheim-Entwickler Japans. Die Firma aus Kioto besteht seit über 40 Jahren - und fast ebenso lange entwickelt sie Videospiele im Auftrag für prominentere Studios. Über 1.000 Titel sollen dabei zusammengekommen sein, angefangen hat das in der Arcade in den Jahren 1980/81 mit den frühen SNK-Erfolgen Vanguard und Sasuke vs. Commander. Doch schon ein Jahr später spezialisierte man sich auf Software für Heimkonsolen und ab 1984 vor allem auf die Erfolgskonsole NES. Tose codete komplette Spiele und portierte beinahe im Akkord, tauchte aber fast nie in den Credits der jeweiligen Titel auf. Demon Sword für Taito, Yoshi's Cookie für Nintendo, Ninja Kid für Namco. Später folgten Kid Icarus: Von Mythen und Monstern erneut für Nintendo, Resident Evil: Code Veronica für Capcom, Dragon Quest III für Enix oder Metal Gear Solid: Ghost Babel (GBA) für Konami. Dazu kommen beispielsweise Super Princes Peach (DS), Mario's Tennis (Virtual Boy) und sogar The Legend of Zelda: Breath of the Wild für… - immer wieder Nintendo. Die beiden Firmen aus Kioto sind eng verbandelt - mit dem feinen Unterschied, dass eine davon jedem Videospieler bekannt, die andere selbst langjährigen Zockern kaum ein Begriff ist. Mittlerweile ist die Tose etwas offensiver geworden, nennt auf seiner (englischsprachigen) Webseite viele Kooperationspartner und taucht auch gelegentlich im Abspann auf - schließlich ist die Zeit vorbei, als vor allem japanische Programmierer und Pixelkünstler nur mit ihren Pseudonymen in Spielecredits auftauchten. Als kleines Logo ins Hauptmenü von Scarlet Nexus haben sie es aber trotzdem nicht geschafft…

Wen wählt ihr zum Start: Yuito (wie der Tester des Spiels) oder Kasane (hier im Bild).
Wen wählt ihr zum Start: Yuito (wie der Tester des Spiels) oder Kasane (hier im Bild).
Dort empfängt euch sofort nach dem Start eines neuen Spiels eine wichtige Entscheidung: Wollt ihr mit dem schmucken Knaben Yuito Sumeragi oder der tough wirkenden Kasane Randall spielen? Eine Entscheidung, die Konsequenzen hat: Ihr werdet die wendungsreiche Geschichte aus einer von zwei Perspektiven erleben, andere KI-Begleiter an eurer Seite haben und auch im Kampf deutliche Auswirkungen spüren. Ich selbst hatte in einer Preview-Fassung mit Kasane gespielt, fand die Beziehung zu ihrer Schwester Naomi interessant, haderte aber mit ihren schwachen, etwas drucklosen Fähigkeiten im Nahkampf. Deshalb habe ich mich für den großen Test des Spiels für Yuito entschieden - und war wegen seiner kraftvollen Schwertattacken sehr zufrieden mit meiner Wahl. Scarlet Nexus ist ein Action-Rollenspiel mit dynamischen Echtzeitkämpfen, das sehr viel Zeit für die Erzählung der Geschichte im Allgemeinen und die persönliche Bindung zwischen den Figuren im Speziellen aufwendet. Gleichzeitig ist der Zeitaufwand für Charakterentwicklung, Menü-Angelegenheiten und Ähnliches sehr überschaubar - und damit ist es ein Japan-Rollenspiels, das auch RPG-Muffeln durch seinen Actionfokus viel Freude bereiten dürfte. Wenn ihr denn etwas mit dem düsteren Anime-Anstrich anfangen könnt, denn nicht nur das Design der Figuren, sondern auch die Geschichte des Spiels könnte aus einer japanischen Zeichentrickserie stammen.


Altmodern

Die Geschichte wird durch ansprechend inszenierte, letztlich aber doch zu statische Standbild-Dialoge vorangetrieben.
Die Geschichte wird durch ansprechend inszenierte, letztlich aber doch zu statische Standbild-Dialoge vorangetrieben.
Großteils enge Areale, manche nicht vertonte Textzeile, ein wirklich hässliches Team-Hauptquartier und die vielen Dialoge in zugebenermaßen hübsch inszenierten, aber doch undynamischen Standbild-Sequenzen - all das lässt Scarlet Nexus im Jahr 2021 ein wenig altbacken wirken, mehr wie ein Xbox-360-Spiel denn wie eine PS5-Entwicklung. Gleichzeitig kommen die starken Kameraperspektiven bei Specialmoves, die hochaufgelösten Anime-Porträts mit ihren coolen Posen und das dynamische Echzeit-Kampfsystem aber sehr modern daher. Unterm Strich kann sich die Präsentation also durchaus sehen lassen und nutzt sich auch im Verlauf der locker 25-stündigen Geschichte nicht ab. Die Technik gibt keinen Anlass zur Beanstandung - manche Ladezeit könnte auf den neuen Konsolen ruhig noch etwas kürzer sein, doch generell flutscht die Action bei einer konstanten Bildrate; Optionen wie einen Performance-Modus oder HDR gibt es aber nicht. Auch die PC-Fasssung läuft superflüssig - dafür gibt es nur rudimentäre Grafikoptionen (z.B. Anti-Aliasing, V-Sync, Auflösung, Schatten-, Textur- & Post-Processing-Qualität). Spielen mit Maus und Tastatur ist möglich, fühlt sich im Gegensatz zum Gamepad etwas eigenartig verzögert an; zudem gestaltet sich die Menüführung mit Maus wenig intuitiv.
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Kommentare

History Eraser schrieb am
Die Story scheint erstmal wie nen Mix aus Matrix und Cells at Work und das Intro sah nach Persona 5 aus.
Eurotrance der zu Dubstep wechselt, währen man in einer Nier Automata ähnlichen Kulisse rausgeworfen wird?
Haha, bin absolut ahnungslos in das Spiel rein und Krampf mich noch durch das Tutorial bzw bin ich "schon" in der Stadt angekommen. Das Kampfsystem und die Technik allgemein können sich zwar sehen lassen, aber eigentlich bin ich gerade hier hergekommen um mir nen schönen Veriss abzuholen.
Jetzt bin ich neugierig und les erstmal, ob es vllt doch was für mich sein könnte.
Some Guy schrieb am
Mir macht's nach jetzt etwa 12 Stunden auch echt Laune, sehr schöne neue IP. Persona meets NieR gefühlt. Bei dem Kampfsystem hatte ich erst befürchtet, dass mir das alles zu kompliziert wird mit den unzähligen Kombinationsmöglichkeiten, aber das geht erstaunlich schnell ins Blut über und man kommt sich richtig clever vor wenn man die ganzen Fähigkeiten verkettet. Als VN-Fan hab ich auch kein Problem mit den "starren Zwischensequenzen" und freu mich einfach über die Abwechslung.
Etwas störend finde ich aber das Tempo der Geschichte muss ich sagen - es geht ja direkt Schlag auf Schlag los und das steht krass im Kontrast zum Aufbau der Charaktere für meinen Geschmack. Es wirkt einfach lächerlich wenn man mit anderen Charakteren offiziell verfeindet ist und die dann nach einem Kampf um Leben und Tod einen ins Café einladen um ein bisschen zu schnacken und sich Sorgen um Freunde im "feindlichen Lager" zu machen. Das zieht alles ein wenig ins Lächerliche und es steht gefühlt einfach nichts auf dem Spiel entgegen der Darstellung der Geschichte. Wenn dieser Freundschaftsaufbau sein sollte hätte man das Spiel dann vielleicht doch etwas gemächlicher aufsetzen müssten.
Gleichzeitig sind die Charaktere zwar optisch super, aber doch ein wenig stark auf ihren Stereotypen bzw. ein einzelnes Thema fokussiert. Am allerschlimmsten find ich da bisher Gemma mit seinem ständigen "ich bin zu alt" - wie langweilig kann man einen Charakter denn bitte schreiben? Generell verstehe ich den Ansatz schon weil die Freundschaftsdialoge insgesamt doch recht knapp sind und ein zentrales Thema immer gut ist, um eine bunte Truppe zu haben. Trotzdem kommt mir das hier deutlich negativer vor als z.B. in Persona.
Für ultrawide-Spieler auch hier die Warnung: Es ist Bandai Namco, sprich der support ist nichtexistent. Im Gegensatz zu Tsubasa hat man hier immerhin Vanilla aber nur Balken an den Seiten statt einem gestreckten Bild. Dank Unreal Engine kann man auch mit einem Hex-Editor ein paar Werte...
schrieb am

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