Ys 9: Monstrum Nox - Test, Rollenspiel, PlayStation 4

 

Test: Ys 9: Monstrum Nox (Rollenspiel)

von Jens Bischoff



Ys 9: Monstrum Nox: Verfluchte Helden
Verfluchte Helden
Release:
Q3 2021
05.02.2021
Q3 2021
Erhältlich: Digital (PSN), Einzelhandel
Spielinfo Bilder Videos

In Japan ist Ys 9: Monstrum Nox bereits 2019 für PlayStation 4 erschienen. Hierzulande ist die Fortsetzung von Lacrimosa of Dana erst jetzt erhältlich. Ob sich das Warten auf das Action-Rollenspiel von Nihon Falcom und NIS America gelohnt hat, verrät der Test.



Ab in den Knast

Kaum kommt Serienheld Adol Christin in der Gefängnisstadt Balduq an, wird er auch schon verhaftet. Die Gründe sind mehr als fragwürdig. Trotzdem leistet Adol keinen Widerstand und lässt sich einbuchten. Aber natürlich dauert es nicht lange, bis er sich befreien kann und direkt in sein nächstes Abenteuer stolpert: Auf seiner Flucht begegnet er nämlich einer mysteriösen Frau namens Aprilis, die ihn mit einer verfluchten Pistolenkugel niederstreckt und so in ein Monstrum mit dem Decknamen „Crimson King“ verwandelt. Dank der Verwandlung erhält Adol übernatürliche Kräfte und kann erfolgreich aus den Tiefen des Kerkers fliehen.

Kaum in Balduq angekommen, hat Adol auch schon Ärger an der Backe.
Kaum in Balduq angekommen, hat Adol auch schon wieder Ärger an der Backe.
Zurück in der Stadt muss er allerdings untertauchen, da alle Ordnungskräfte nach ihm fahnden. Außerdem kann er wegen des Fluchs weder die Stadt verlassen, noch sich frei zwischen deren Bezirken bewegen, da ihn magische Barrieren zumindest vorerst davon abhalten. Zusammen mit seinem langjährigen Weggefährten Dogi versteckt sich Adol in einem leerstehenden Gebäude. Kurze Zeit später färbt er seinen auffallenden Rotschopf schwarz und macht sich in der Stadt auf die Suche nach Antworten, was es mit dem Fluch sowie dem Gefängnis, in dem wohl auch andere zu unrecht einsitzen, auf sich hat.

Wachsende Unterstützung

Adol findet schon bald heraus, dass er nicht der einzige ist, der in ein Monstum verwandelt wurde ohne vorher gefragt worden zu sein. Doch damit nicht genug: Immer wieder wird die unfreiwillige Schicksalsgemeinschaft zu übernatürlichen Kampfeinsätzen heraufbeschworen, wo sie eine Sphäre gegen angreifende Monsterhorden verteidigen müssen. Später wird der Spieß sogar umgedreht und es gilt unter Zeitdruck gegnerische Kristalle und Anführer zu vernichten. Ähnlich wie bei den Inselinvasionen in Ys 8: Lacrimosa of Dana können auch hier optionale Abwehranlagen errichtet und aufgerüstet sowie indirekt helfende Hände rekrutiert werden.

Aufgrund eines Fluchs müssen Adol und seine Schicksalsgenossen immer wieder Monsterinvasionen zurückschlagen.
Aufgrund eines Fluchs müssen Adol und seine Schicksalsgenossen immer wieder kämpfen.
Die meisten Unterstützer finden sich in einem als Bar getarnten Stützpunkt ein, wo sie obendrein oft auch verschiedene Dienstleistungen anbieten. So kann man sich von Chante oder Yufa z. B. stärkende Speisen zubereiten lassen, bei Tito Ausrüstung in Auftrag geben, mit Arche Tauschhandel treiben oder von Silhouette Waren aus allen Geschäften der Stadt besorgen lassen. Vallin belohnt einen hingegen für das Entdecken von Graffiti-Nachrichten, während Parks Fortschritte beim Kartografieren honoriert. Andere zeigen sich wiederum erkenntlich, wenn man besondere Sehenswürdigkeiten entdeckt oder seltene Energieblüten findet. Für Ys-Veteranen ist das zwar alles nichts Neues, aber die Entwicklung des Unterschlupfs, die Jagd nach Beute sowie das Bestreiten wellenbasierter Kampfherausforderungen machen nach wie vor Laune.

Kommentare

Smartina schrieb am
Ich bin inzwischen am Ende des sechsten Kapitels angelangt und mein Frust ist glücklicherweise vornehmlich Freude gewichen. Eine der großen Dummheiten des Spiels ist es, mit wirklich in jeder Hinsicht unattraktiven Szenen zu starten. Hässliche Umgebungen, heftiges Ruckeln, ewig langes Geschwätz, Action gibt es erst nach ein paar Stunden. Zu allem Überfluss hat man sich auch noch das serienübliche Anime-Intro gespart. Überhaupt macht das Spiel den Eindruck, mit noch beschränkteren Mitteln entstanden zu sein als der direkte Vorgänger. Ich glaube, in dem gab es auch deutlich mehr Sprachausgabe. In Monstrum Nox ist wirklich nur ein minimaler Bruchteil der Dialoge vertont, selbst in wichtigen Handlungsszenen bleibt es stumm. Aber die Grafik wird etwas schöner, die reflektierenden Oberflächen lassen die Dungeons lebendiger wirken, es gibt sogar ein paar ausgewählte Szenen mit echter Lichtsetzung. Großteils ist die Grafik auf ähnlichem Niveau wie der Vorgänger, außerhalb der Stadt gibt es auch kaum Ruckeln. Allerdings gefiel mir das abwechslungsreiche Inselsetting besser. Überhaupt bietet Ys VIII mehr Abwechslung, auch beim Soundtrack. Wie von Todesglubsch schon erwähnt, dominieren hier die rockigen Themen mit heulender Gitarre, die für sich meist echt schmissig sind, sich aber atmosphärisch kaum unterscheiden.
Auf der Habenseite steht das fetzige Gameplay, das die bewährten Stärken auspielt, aber auch von den neuen Fähigkeiten profitiert. Die Story könnte die bislang beste in der Serie sein, ist allerdings wieder mal zu geschwätzig präsentiert. Gerade die Ys-Teile bis Ys Origins kamen immer sehr schön auf den Punkt, seit Seven wird zu viel und zu unnütz gelabert. Ich überspringe deswegen auch mal Gesprächssequenzen, die sich um Uninteressantes drehen. In der Kerndisziplin, dem beschwingten Monsterschnetzeln, glänzt Monstrum Nox zum Glück, dafür nehme ich andere Defizite auch leise grummelnd in Kauf. Für einen zehnten Teil würde ich mir aber zum einen eine deutlich...
yopparai schrieb am
Naja, PS2 weniger. Aber halt PS Vita. Passt ja auch, dafür haben sie ja ne ganze Weile entwickelt und es schien als habe man sich damals auch langfristig darauf konzentrieren wollen. Und da das Ding dann auch in Japan ziemlich abgesoffen ist, hat man sich dann an Heimkonsolenversionen gemacht, aber eben ohne die Assetqualität angemessen zu verbessern. Und das ist ihr größtes Problem, es ist alles low-Poly und die Texturen sind low-Res. Halbwegs modernes Rendering gibt es nicht.
Ich bin ja mal gespannt, wie ihre neue eigene Engine so läuft, die wir zuerst im nächsten Trails-Teil sehen sollen. Viel Hoffnung hab ich aber nicht. Die Yamaneko-Engine aus Ys ist schließlich auch schon ihre eigene gewesen (während Trails auf Phyre lief). Falcom wäre sehr gut damit beraten, was aus dem plattformagnostischen Standardregal zu nehmen. Unreal wär ein Kandidat, aber selbst Unity wär noch performanter als das, was sie jetzt nutzen. Ports auf PC, Switch, Smartphone und perspektivisch Streaming müsste man nicht mehr rauslizenzieren, sondern könnte direkt daran verdienen.
Aber nach allem was man liest, waren die jüngeren Mitarbeiter dafür, und die älteren dagegen. Was das in Japan heißt ist relativ klar.
Was auch immer sie machen, ich mag die meisten ihrer Spiele, egal wie besch...eiden sie aussehen. So lange sie auf einer Plattform erscheinen, auf der ich sie spielen will, werde ich sie auch kaufen. Und wenn?s wie N64 aussieht.
Xris schrieb am
Wulgaru hat geschrieben: ?
15.02.2021 13:03
Todesglubsch hat geschrieben: ?
14.02.2021 13:27
Wulgaru hat geschrieben: ?
14.02.2021 13:08
Naja, das ist aber eher ne Kritik am Silent Hero würde ich meinen, denn nichts anderes ist Adol am Ende des Tages.
Rean Schwarzer hat ja ein ähnliches Problem, und der wird ja auch von Fans der Reihe verachtet. Ich vermute hier kommt einfach schlechtes Charakterwriting und zusätzlich noch die Silent Hero-Trope zusammen. Eine Trope die IMO begraben werden sollte, zumindest wenn man einen vorgegeben Helden spielt.
Abermals ohne diesen Teil bereits zu kennen, aber als jemand der schon jede Menge Ys gespielt hat...
...ich bezweifel jetzt das Adol von den Fans verachtet wird, wenn man das denn so sagen kann, denn vor YsVIII war Ys derartig Nische, dass die jetzige Nische in der es jetzt ist, dagegen gigantisch wirkt....
Adol soll halt dieser Münchausen-Typ sein, der in der Kneipe sitzt und von seinen Abenteuern erzählt, denn nichts anderes ist ja das was man in Ys spielt, bekommt nur in der absoluten Rahmung mit...insofern können die ganzen Geschichten ja nie irgendwelche Konsequenzen haben. Allein das es in jedem Spiel 1-2 Love Interests gibt, die hinterher keine Rolle mehr spielen und bestenfalls Cameos haben. Das halt schon sehr Räuberpistolenmäßig.
Ich finde aber was Ys und Storytelling angeht, hat das ganze auch was von einem Trashmovie. Man hat halt Ideen, setzt die um, hat aber weder das Know How das sehr gut zu erzählen, noch das Budget es sehr gut zu inszenieren. Heraus kommt etwas sehr liebenswertes, eben guter Trash. :D
Fällt halt leider in Ys mMn noch mehr auf das der Held stumm ist weil es in der Summe auch in allen anderen Punkten ziemlich billig produziert ist. Dagegen wirkt der Stumme DA Hero eher gewollt und passend.
Normalerweise stelle ich JP Sprachausgabe ein. Aber in der Japanischen Synchro leitet Adol seine stummen Antworten stets mit einer Art... ?Stöhnen? ein das man auch ganz anders interpretieren kann. :ugly:
Wulgaru schrieb am
Todesglubsch hat geschrieben: ?
14.02.2021 13:27
Wulgaru hat geschrieben: ?
14.02.2021 13:08
Naja, das ist aber eher ne Kritik am Silent Hero würde ich meinen, denn nichts anderes ist Adol am Ende des Tages.
Rean Schwarzer hat ja ein ähnliches Problem, und der wird ja auch von Fans der Reihe verachtet. Ich vermute hier kommt einfach schlechtes Charakterwriting und zusätzlich noch die Silent Hero-Trope zusammen. Eine Trope die IMO begraben werden sollte, zumindest wenn man einen vorgegeben Helden spielt.
Abermals ohne diesen Teil bereits zu kennen, aber als jemand der schon jede Menge Ys gespielt hat...
...ich bezweifel jetzt das Adol von den Fans verachtet wird, wenn man das denn so sagen kann, denn vor YsVIII war Ys derartig Nische, dass die jetzige Nische in der es jetzt ist, dagegen gigantisch wirkt....
Adol soll halt dieser Münchausen-Typ sein, der in der Kneipe sitzt und von seinen Abenteuern erzählt, denn nichts anderes ist ja das was man in Ys spielt, bekommt nur in der absoluten Rahmung mit...insofern können die ganzen Geschichten ja nie irgendwelche Konsequenzen haben. Allein das es in jedem Spiel 1-2 Love Interests gibt, die hinterher keine Rolle mehr spielen und bestenfalls Cameos haben. Das halt schon sehr Räuberpistolenmäßig.
Ich finde aber was Ys und Storytelling angeht, hat das ganze auch was von einem Trashmovie. Man hat halt Ideen, setzt die um, hat aber weder das Know How das sehr gut zu erzählen, noch das Budget es sehr gut zu inszenieren. Heraus kommt etwas sehr liebenswertes, eben guter Trash. :D
Todesglubsch schrieb am
Wulgaru hat geschrieben: ?
14.02.2021 13:08
Naja, das ist aber eher ne Kritik am Silent Hero würde ich meinen, denn nichts anderes ist Adol am Ende des Tages.
Rean Schwarzer hat ja ein ähnliches Problem, und der wird ja auch von Fans der Reihe verachtet. Ich vermute hier kommt einfach schlechtes Charakterwriting und zusätzlich noch die Silent Hero-Trope zusammen. Eine Trope die IMO begraben werden sollte, zumindest wenn man einen vorgegeben Helden spielt.
schrieb am