Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung - Test, Action-Adventure, Nintendo Switch

 

Test: Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung (Action-Adventure)

von Jens Bischoff



Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung: Massenschlachten für Zelda-Fans
Massenschlachten für Zelda-Fans
Entwickler:
Publisher: Nintendo
Release:
20.11.2020
Erhältlich: Digital (Nintendo eShop), Einzelhandel
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ab 49,99€
Spielinfo Bilder Videos
Mit Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung laden Koei Tecmo und Nintendo erneut zu unkomplizierter Musou-Action im Zelda-Universum ein. Wie gut uns die Massenschlachten mit Link, Impa und Co. auf Switch gefallen haben, verrät der Test.

Düstere Prophezeiung

Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung spielt hundert Jahre vor The Legend of Zelda: Breath of the Wild. Auch hier rückt die prophezeite Verheerung Ganon unaufhaltsam näher, Monsterhorden durchstreifen das Land und verwickeln die Armee von König Rhoam in Kämpfe, welche die ohnehin hinterherhinkende Vorbereitung auf die Verheerung zusätzlich bremsen. Dann erscheint ein kleiner Robo-Wächter aus der Zukunft, der einen düsteren Blick auf das gewährt, was passiert, wenn jetzt nicht entschieden gehandelt wird. Und so stürzen sich Link und Co. in eine Schlacht nach der anderen, wo sie in koei-typischer Warriors-Manier Unmengen an Gegnern niedermähen und immer stärker werden.

Neben Schwertkämpfer Link und Hofberaterin Impa stellen auch Prinzessin Zelda, Goronen-Krieger Daruk, Orni-Schütze Revali, Zora-Prinzessin Mipha, Gerudo-Königin Urbosa und über ein halbes Dutzend weiterer Charaktere mit sehr individuellen Fertigkeiten ihr Kampfgeschick aktiv unter Beweis. Steuerung und Spielverlauf sind handlich und unkompliziert. Man verkettet normale und schwere Angriffe zu simplen Kombos, sammelt Energie für fulminante Musou-Attacken und führt individuelle Spezialmanöver aus, wie z. B. Bogenschüsse von Link, Flugeinlagen von Revali oder Teleportationen von Mipha. Stärkere Gegner können jederzeit fixiert werden, um sie nicht aus den Augen zu verlieren, während eine zoombare Minimap für Übersicht auf den Schlachtfeldern sorgt.

Haudrauf-Action mit Dynamik

Auch Zeit der Verheerung bietet gewohnt unkomplizierte Haudrauf-Action im Warriors-Stil.
Auch Zeit der Verheerung bietet gewohnt unkomplizierte Haudrauf-Action im Warriors-Stil.
In der Defensive kann geblockt und ausgewichen werden. Tut man dies nach einem starken Angriff oder direkt vor einem drohenden Gegentreffer, kann man die Attacke kontern und den Angreifer Schlag für Schlag ins Wanken bringen und am Ende mit einem verheerenden Finisher niederschmettern. Auch Sprints, Wandsprünge, Gleitflüge und Attacken aus der Luft sind möglich. Heilen kann man sich mit gefundenen Äpfeln. Für zusätzliche Dynamik sorgen begrenzt verfügbare Feuer-, Blitz- und Eiszauber, die auf entzündlichen Flächen auch Brände entfachen oder nasse Umgebungen unter Strom setzen können, sowie unbegrenzt einsetzbare, aber mit Reaktivierungspausen behaftete Shiekah-Module.

Mit Letzteren kann man Gegner und Hindernisse mit Bomben bewerfen und so selbst stärkste Verteidigungen knacken, Angreifer vorübergehend paralysieren und am Herumwirbeln hindern, angriffshemmende Eisblöcke erzeugen und besteigen sowie metallische Gegenstände wie Waffen oder Kisten magnetisch anziehen und abstoßen. Während der Ausführung wird das Spielgeschehen stark verlangsamt, so dass keine unnötige Hektik aufkommt. Weniger stabile Objekte können auch zerstört werden - von Kisten und teils explosiven Fässern bis hin zu morschen Bäumen und porösen Felsen. Außerdem können aufmerksame Entdecker versteckte Schatzkisten und andere Kuriositäten wie getarnte Waldgeister ausfindig machen und damit verbundene Belohnungen einstreichen.

Kampf der Titanen

Die Titanenkämpfe sind leider kein spielerisches Highlight.
Die behäbigen Titanenkämpfe stellen leider kein spielerisches Highlight dar.
Sind mehrere Helden unterwegs, kann man ihnen auf der Karte Marschbefehle erteilen und per Knopfdruck zwischen ihnen wechseln, um Angriffe abzustimmen, Gegner aufzuhalten, Zielorte schneller zu erreichen oder Vorposten zu erobern. Hin und wieder müssen auch Apparaturen aktiviert, Verbündete eskortiert, Wege verbarrikadiert oder Aufwinde für Gleitflüge an sonst unerreichbare Orte genutzt werden. Bosskämpfe stehen ebenfalls auf dem Plan - sowohl direkt auf dem Schlachtfeld als auch in speziellen Missionen, wo man an Bord mächtiger Titanen ganze Heerscharen von Angreifern vernichtet, was sich spielerisch jedoch trotz optionaler Neigungssteuerung sehr statisch und träge präsentiert. Auch sonst kann man ein gewisses Maß an Eintönigkeit aufgrund der immer gleichen Kampfabläufe nicht leugnen.

Kommentare

MiauzGenau schrieb am
Ich kann die 80% der Wertung nicht nachvollziehen. Hier wird eventuell der Artsyle zu gut bewertet und das Franchise. 70% wären angemessen.
Das Spiel ist wirklich in einem tollen Artstyle und erzählt an sich auch eine interessante Geschichte, allerdings ist das Gameplay einfach grottenschlecht und die schlechte Performance tut den Rest. Basierend auf der Demo kann man schon mal sagen, dass der Anspruch auch zu gering gehalten ist und selbst auf HARD lediglich die Ausdauer fordert, was das fade Gameplay noch weiter runterzieht. Die großen Gegner bieten etwas Abwechslung, aber auch zu wenig. Schade, dass die Geschichte von Zelda in solch einer Trashorgie verschandelt wird. Die schlauchigen Level ohne echte Sprung und Klettermechaniken tun ihr weiteres dazu.
Bis auf die Grafik hat sich zu Dynasty Warriors 3 eigentlich nichts geändert. Die einzelen Einheiten machen immer noch viel zu wenig. Unerklärlich, wie ein Spielgenre derhaft stillstehen kann und dennoch Zuspruch findet und annehmbare Wertungen kassiert.
Scorplian schrieb am
Chibiterasu hat geschrieben: ?
18.11.2020 18:03
Finde das mit der Framerate auch alles immer interessanter.
Mich hat es bei der Demo kaum gestört, während mich die kurzen Drops bei Link's Awakening letztes Jahr richtig genervt haben...
Vielleicht ist das Gameplay allgemein bei den Musou Spielen so hektisch und ruckhaft, dass dann die Drops einigen nicht so auffallen? Keine Ahnung.
Finde ich auch.
Ich denke es kommt auch sehr auf die Perspektive des Spieles an und wo der Spieler hinschaut.
Als Bsp, bei Renn-Spielen kann man unmittelbar auf die Straße schauen oder in die Ferne zum "Ziel". Wenn dann ein "Straßen-Schauer" auch noch Egosicht fährt, rauscht gerade das wo er draufschaut sehr schnell vorbei.
Zu deinem Beispiel denke ich mir daher, dass bei Links Awakening sich die Kamera fest mit dem Spieler mitbewegt und man daher Ruckler im gesammten Bild spürt. Bei den Third-Person Games wie den Warriors Titeln (ohne schnelle Kamerabewegung wie in Shootern), hat man vielleicht die Tendenz der Perspektive wie in meinem Rennspiel Bsp.
Bachstail schrieb am
PanzerGrenadiere hat geschrieben: ?
25.11.2020 16:58
also dw9 war ein experiment und hat mit seiner offenen welt meiner meinung nach immernoch potenzial. für das story-telling ist das pures gold, man müsste nur einen besseren übergang in die missionen schaffen und dort wieder auf die klassischen aufgaben mit dem einnehmen von basen setzen. außerdem braucht es wieder das richtige mosou-gameplay mit seinen kombos.
Ein leider gescheitertes Experiment.
Ich fand DW 9 prinzipiell ganz gut, nur wurde die Open World in den Sand gesetzt, was insofern schade ist, als dass Open World und Warriors-Titel durchaus funktionieren kann, wenn man es vernünftig umsetzt aber das ist leider nicht geschehen.
Das Gameplay an sich fand sich sogar ziemlich gut, allerdings bevorzuge ich in der Tat das klassische System, DW 9 ist für mich tatsächlich eines der besseren Warriors-Spiele aber im Vergleich zu DW 8 war es dann letztlich doch eine Enttäuschung, finde ich, denn DW 8 ist in meinen Augen der Höhepunkt der Serie und ich hatte gehofft, dass der neunte Ableger da noch einmal einen draufsetzen würde aber dem war nicht so aber das ist natürlich subjektiv.
bei aoc bin ich jetzt in kapitel 5 und hab nebenbei schon die ganzen nebenmissionen gemacht. das gameplay funktioniert wie gewohnt.
Ich würde es nicht unbedingt als "wie gewohnt" bezeichnen, ich find es einen deutlichen Schritt nach vorn, sicherlich ist das Kerngameplay das Gleiche aber die Module und die unterschiedlichen Interpretationen der einzelnen Module je nach Charakter finde ich sehr spannend und gut umgesetzt, ganz gleich, ob die Bombenrune eines Charakters jetzt nun besser oder schlechter ist, als die eines anderen Charakters.
maronus und die große fee fallen hier aber hart negativ auf. sie sind deutlich zu groß und selbst mit dem halben transparenz-effekt sieht man einfach nicht was vor der figur passiert. keine ahnung, wer das für sinnvoll hielt.
Hier stimme ich zu, gerade die große Fee hat große Schwierigkeiten mit den...
Wunderheiler schrieb am
PanzerGrenadiere hat geschrieben: ?
25.11.2020 16:58
es fehlt jede form von dringlichkeit und damit auch die spannung und der anspruch sich anzustrengen. mal ein beispiel: kapitel 3 "befreiung des waldes der krogs". ich soll die schattenkrieger besiegen, die sich auf die vier enden der map verteilt haben. schön, dass ich per befehl je eine figur in eine richtung schicken kann. ich kann aber auch alles allein ablaufen. dauert länger, macht aber keinen unterschied.
Das finde ich einen großen Pluspunkt, weil man sich auch die Zeit nehmen kann das "alte Hyrule" zu erkunden. Ich hab für Missionen auch schon 77 Minuten gebraucht, einfach weil ich mir während bzw. zwischen der Kämpfe noch einige Ecken angeschaut habe. Gut möglich das es das Warriors-Prinzip aufweicht (ich hab neben den Lizenz-Spielen nur mal einen klassischen Teil in GWG gespielt), bei Hyrule Warriors fand ich das auch nicht notwendig, da war es halt "nur irgendeine Map", aber beim BotW-Hyrule finde ich es toll.
pokusa schrieb am
Ich konnte es ebenfalls kurz anspielen, muss aber sagen, dass die Performance unter aller Sau war. Das sind nicht mal ansatzweise konstante 30 FPS, ganz im Gegenteil. Nach kurzer Recherche musste ich dann feststellen, dass das Spiel selbst auf unausgegorenen Emulatoren stabiler läuft mit deutlich weniger Framedrops. An und für sich bin ich ein Fans solcher Spiele, aber in der Form kann ich das keineswegs genießen...
schrieb am