Nvidia GeForce RTX - Test, Hardware, PC

 

Test: Nvidia GeForce RTX (Hardware)

von Marcel Kleffmann



Nvidia GeForce RTX (Hardware) von Nvidia
Die nächste Grafikkarten-Generation
Hardware
Entwickler: Nvidia
Publisher: Nvidia
Release:
kein Termin
Spielinfo Bilder Videos
Die nächste Grafikkarten-Generation von Nvidia steht in den Startlöchern. Versprochen wird mehr Power in nahezu allen Bereichen, gerade beim rechenintensiven Raytracing, aufwändigen Shader-Szenarien und komplexen KI-Anwendungen. Wir haben die GeForce RTX 3080 als ersten Vertreter der 3000er-Reihe in Hinblick auf die Performance bei Spielen ausführlich getestet.

Auf Turing folgt Ampere

Mit der GeForce 3080 erscheint am 17. September die erste Grafikkarte aus der 3000er-Reihe für 699 Euro. Die Grafikkarte auf Basis der neuen Ampere-Architektur, die der Turing-Architektur (2000er-Reihe) folgt, bietet 10 GB GDDR6X-Speicher und soll die Leistung einer Geforce RTX 2080 Ti und damit auch einer RTX 2080/Super deutlich übertreffen. Doch bevor wir zu dem eigentlichen Test der GeForce RTX 3080 in der Founder's Edition von Nvidia kommen, soll kurz und bündig auf die Verbesserungen an dem Grafikprozessor (GPU) eingegangen werden.

Ein Blick auf die GPU

Die GPU wurde im 8-Nanometer-Verfahren (Turing: 12 nm) produziert und umfasst 28 Mrd. Transistoren. Sie besteht aus drei Bereichen: der Streaming-Prozessor (CUDA) für die "normalen" und häufig anfallenden Rechenoperationen im Grafiksektor, die RT-Kerne für die Hardware-beschleunigte Berechnung von Raytracing in Echtzeit sowie die Tensor-Kerne, die vor allem bei KI-Anwendungen auf Basis von neuronalen Netzwerken zum Einsatz kommen sollen. Nvidias "Deep Learning Super Sampling" (DLSS) nutzt z.B. diese Tensor-Kerne: Das ist eine wirklich beeindruckende, KI-gestützte Methode zur Hochskalierung von Grafiken mit einem beträchtlichen Zugewinn bei der Bildwiederholrate ohne große optische Abstriche.

Nvidia will im Vergleich zu Turing die Anzahl der normalen Berechnungen um den Faktor Zwei gesteigert haben, gerade im Bereich der 32-Bit-Fließkommaoperationen, die vor allem beim Raytracing-Rendering und bei aufwändigen Shadern erforderlich sind (Turing: 11 Shader TFLOPS; Ampere: 30 Shader TFLOPS). Die zweite Generation der RT-Kerne sollen die mehrstufigen Raytracing-Operationen 1,7 Mal so schnell wie beim Vorgänger berechnen können (Turing: 34 RT TFLOPS; Ampere: 58 RT TFLOPS). Die dritte Generation des Tensor-Cores verspricht ebenfalls eine Leistungssteigerung um mehr als das Zweifache, da automatisch weniger wichtiger Elemente entfernt und "Sparse Networks" schneller berechnet werden können (Turing: 89 Tensor-TFLOPS; Ampere: 238 Shader Tensor-TFLOPS; bei Non-Sparse-Networks).
DLSS ist ein Upscaling-Verfahren, bei dem z.B. nativ in 1440p gerenderte Szenen mit KI-Unterstützung auf 4K hochskaliert werden können. Die Hochskalierung und die Kantenglättung (Anti-Aliasing) übernimmt ein speziell trainiertes KI-System. Zusätzlich kommen temporale Bild-Zusammensetzungsmethoden zum Einsatz, die für eine höhere Bildschärfe und eine höhere Schärfestabilität sorgen. Durch die niedrigere Render-Auflösung und das nachträgliche Upscaling steigt die Bildwiederholrate.

3080 als Nachfolger der 2080

Die RTX 3080 fungiert als Nachfolger der RTX 2080 bzw. der RTX 2080 Super und fällt mit 699 Euro auch in eine ähnliche Preisklasse. In unseren Testläufen und Benchmarks tritt die RTX 3080 aber gegen die RTX 2080 Ti an, das bisherige Grafikkarten-Flaggschiff für knapp 1.200 Euro. Der eigentliche Nachfolger der RTX 2080 Ti ist die RTX 3090 und diese Monster-Grafikkarte wird erst am 24. September 2020 zum Preis von 1.499 Euro erscheinen.

Da die RTX 2080 Ti schneller als die RTX 2080 war, dürfte der Leistungssprung im Vergleich zwischen RTX 3080 und RTX 2080/Super im direkten Vergleich größer ausfallen (Nvidia spricht vom Faktor 2), aber mangels Vielfalt bei der uns vorliegenden Testhardware konnten wir lediglich die RTX 2080 Ti gegen die RTX 3080 antreten lassen - zumal an dieser Stelle angemerkt sei, dass dies unser erster Grafikkarten-Test überhaupt ist, also seid bitte gnädig ;-) Außerdem liegt der Fokus in unserem Test auf der Performance und den spürbaren Verbesserungen in Spielen und weniger auf Aspekte wie Temperatur, Lautstärke, Stromverbrauch, Studio/Creator-Eigenschaften und Geschmacksrichtung.

Die RTX 3080 verfügt über drei Display-Port-Anschlüsse (1.4a) und einen HDMI-2.1-Ausgang, mit dem es möglich sein wird, 8K auf entsprechenden Bildschirmen wiederzugeben - bisher musste man kreative Kombinationen aus mehreren Ausgängen für 8K nutzen. Passend zur 8K-Thematik: Die Grafikkarte unterstützt Hardware-beschleunigte AV1-Dekodierung zur beschleunigten Wiedergabe von 8k/60fps-HDR-Videomaterial.

Kommentare

Leon-x schrieb am
Ryan2k6 hat geschrieben: ?
Gestern 13:56

Wie ist das eigentlich, sieht 4K über DLSS immer gleich aus, oder kommt es auch auf die Ausgangsauflösung an? Also sieht es besser von WQHD aus, als von FHD? Ich habe nämlich langsam den Eindruck, es ist besser mit nem WQHD Monitor auf DLSS u gehen und die Effekte mitzunehmen, anstatt nen echten 4K Monitor zu haben.

Gibt ja häufig verschiedene DLSS Modi in einigen Games. Setzt halt die Grundauflösung fest. Die ist aber nicht immer 100% bekannt. Quality Mode ist häufig 1440p-1600p. Alle darunter wie Ausgewogen oder Performance um 1080p-1200p.
Merkt schon dass 1440p mit mehr Grundinformationen noch Ecke besser ist als von 1080p zu rekonstruieren auf 4k.
Auch erst im Quality Mode merkst halt verstärkt Details die über natives 4k hinausgehen und aus dem antrainierten 16k Master stammen.
Gibt aber von DF einige Videos zu Control oder Death Stranding die es gegenüberstellen. Sogar bis 540p auf Full HD per DLSS. Aber auch auf WQHD von 1080p als Grundauflösung können Derails sichtbarer werden als natives 1440p.
Halt von Game zu Game leicht unterschiedlich. F1 2020 hat eher wieder schlechte DLSS Implementierung. Bei dem Game kommt aber auch so leicht auf 2160p.
Es gibt also durchaus verschiede Qualitätsstufen je nach Grundauflösung die man damit vorwählt oder selber einstellt.
Ryan2k6 schrieb am
Leon-x hat geschrieben: ?
Gestern 10:29
Aber wenn du mal gutes DLSS 2.0 wie in Control, Death Stranding oder Wolfenstein Youngblood gesehen hast wird man natives 4k kaum vermissen. Dafür hast halt Raytracing bei 60fps.
Wie ist das eigentlich, sieht 4K über DLSS immer gleich aus, oder kommt es auch auf die Ausgangsauflösung an? Also sieht es besser von WQHD aus, als von FHD? Ich habe nämlich langsam den Eindruck, es ist besser mit nem WQHD Monitor auf DLSS u gehen und die Effekte mitzunehmen, anstatt nen echten 4K Monitor zu haben.
Leon-x schrieb am
MannyCalavera hat geschrieben: ?
Gestern 08:35

Control muss ich mal testen, ich finde halt speziell das Raytracing in BF5 recht hübsch - Kann es Stand jetzt aber nicht wirklich nutzen außer ich senke die Auflösung deutlich. MW und TR.. da merke ich (optisch) fast keinen Unterschied.
Bei Control hast halt Vorteil dass du mehrere Raytracingeffekte gleichzeitig hast und auch einzelnd an- und auschaltbar sind.
Da das Game viel in Büroräumen spielt hast mehr Spiegeleffekte als in BF V. Auch die Lichtberechnung macht sich dort durch die verschiede Beleuchtung bemerkbar.
Zudem hast DLSS 2.0 was besser arbeitet als die noch schlechte Version in BF V.
Gleiche gilt auch für Wolfenstein Youngblood. Gutes DLSS 2.0 und viele Stellen wo Raytracingreflextionen sich bemerkbar machen.
In vielen Tests habe ich einfach gelesen das Raytracing nun auch mit 60fps möglich ist und habe auf 4K geschlossen. Falsche Erwartungshaltung :? .
Paar Games sollten schon in 4k/60 gehen aber man darf halt dann nicht alles in den Einatellungen auf Ultra schalten. Da hast halt Teils Effekte due 30% Framerate fressen um 10% besser aussehen als Einstellung darunter.
Irgendwo muss man leichte Kompromisse machen.
Aber wenn du mal gutes DLSS 2.0 wie in Control, Death Stranding oder Wolfenstein Youngblood gesehen hast wird man natives 4k kaum vermissen. Dafür hast halt Raytracing bei 60fps.
MannyCalavera schrieb am
Ryan2k6 hat geschrieben: ?
Gestern 09:30
MannyCalavera hat geschrieben: ?
Gestern 08:35
In vielen Tests habe ich einfach gelesen das Raytracing nun auch mit 60fps möglich ist und habe auf 4K geschlossen. Falsche Erwartungshaltung :? .
in 4K DLSS ist das durchaus möglich und sieht manchmal gar besser aus als nativ 4K. Dort ist RT bisher noch nicht flächendeckend möglich, zumindest nicht mit der 3080.
Habe mit DLSS noch nicht wirklich Erfahrung sammeln können, meine Auflösung sperrt DLSS oft aus (BF5 zB). Aber mal abwarten, das tut sich bestimmt noch was.
Ryan2k6 schrieb am
MannyCalavera hat geschrieben: ?
Gestern 08:35
In vielen Tests habe ich einfach gelesen das Raytracing nun auch mit 60fps möglich ist und habe auf 4K geschlossen. Falsche Erwartungshaltung :? .
in 4K DLSS ist das durchaus möglich und sieht manchmal gar besser aus als nativ 4K. Dort ist RT bisher noch nicht flächendeckend möglich, zumindest nicht mit der 3080.
schrieb am