Crimzon Clover - World EXplosion - Test, Arcade-Action, Nintendo Switch

 

Test: Crimzon Clover - World EXplosion (Arcade-Action)

von Benjamin Schmädig



Crimzon Clover - World EXplosion (Arcade-Action) von Degica Games
Furioses Feuerwerk
Publisher: Degica Games
Release:
2010
29.10.2020
Erhältlich: Digital (Nintendo eShop)
Spielinfo Bilder Videos

Arcade Is Dead: von wegen! Jedenfalls nicht auf der Nintendo-Konsole, wo mit Rolling Gunner erst im vergangenen Jahr ein hervorragender Bullet-Hell-Shooter erschien, zahlreiche weitere längst erhältlich sind und jetzt Crimzon Clover - World EXplosion veröffentlicht wurde. Was das ist? Ein furioses Feuerwerk und nicht weniger als ein Meilenstein in seinem Genre! Weshalb wir uns die Switch-Umsetzung für einen Test genauer angesehen haben.



Muster-Shooter

Nun muss man die Sache mit den Arcade-Perlen natürlich relativieren, denn viele Titel, die in den vergangenen Jahren auf Steam und GOG sowie inzwischen auch für Switch erschienen sind, gibt es schon seit etlichen Jahren außerhalb der großen Verkaufsplattformen. Manche stehen gar in vor allem japanischen Spielhallen, darunter eine frühe Version von Crimzon Clover, welches mit World EXplosion lediglich ein Update erhält, das zu einem späteren Zeitpunkt übrigens auch der Steam-Version zuteil werden soll.

Aber von vorn: Was hat es mit diesem Spiel überhaupt auf sich? Videos und Bilder zeigen einen gewöhnlichen Vertikal-Shooter, bei dem man sich gegen Dutzende Gegner sowie deren zähe Bosse wehrt, um so lange Punkte zu sammeln, wie man in der Kugelhölle bestehen kann. Und genau das steckt auch drin – nur dass Crimzon Clover dabei einen explosiven Rausch entfacht, den es in dieser Form sonst nirgendwo gibt. Was hier auf dem Bildschirm abgeht, ist pures Adrenalin und ich kenne nichts, das dieser druckvollen Rasanz gleichkommt! Gewaltige Explosionen erschüttern das Bild und setzen einen Regen aus Sternen frei, bevor man mit einem schrillen Knall den Break Mode aktiviert, um dem Ganzen noch eins drauf zu setzen. Die kurze Verzögerung vor dem Break, der treibende Soundtrack und simulierte Slowdowns, während man durch einen dichten Teppich aus Projektilmustern schwebt: Crimzon Clover zelebriert Bullet Hell bis zum Exzess.

Spätestens im Double Break Mode ist die Kugelhölle lost - aber eigentlich auch längst vorher schon.
Spätestens im Double Break Mode ist die Kugelhölle lost - und eigentlich längst vorher schon.
Dass diese Muster jederzeit erkennbar sind, gehört zu den Stärken des Spiels. Hinzu kommt ein ebenso überschaubares wie anspruchsvolles Punktesystem, mit dem Einsteiger schnell Millionen anhäufen und Experten ihren Score in schwindelerregende Höhen treiben. Immerhin bringen abgeschossene Gegner nicht nur Punkte, sondern erhöhen auch einen Multiplikator, der weiter vergrößert wird, indem man über die zweite Feuertaste Raketen abfeuert. So lange die Taste gedrückt ist, bewegt sich das Schiff außerdem langsamer, was hilfreich sein kann, um durch besonders dichte Kugelformationen zu fliegen. Denkt euch weitere Finessen sowie vier Schiffe mit jeweils eigenen Besonderheiten und ihr wisst, dass gewohnte Genrekonventionen weitgehend abgedeckt sind.

Egal, wie gut ihr seid...

Ebenfalls vertraut ist das Variieren des Regelwerks, dessen Einzelheiten an dieser Stelle zu weit führen würden. Wichtig ist allerdings, dass es insgesamt zehn Varianten gibt, deren Besonderheiten verschiedene Vorlieben ansprechen und für sehr unterschiedliche Herausforderungen stehen. So sollten Einsteiger zunächst die zwei Modi der Novice-Kategorie nutzen, denn in denen feiert man relativ schnell Erfolgserlebnisse und macht sich am ehesten mit den Details etwa des Boost-Systems vertraut. Ich bin über derartige n00b-Optionen jedenfalls ausgesprochen dankbar, da ich trotz aller Arcade-Liebe alles andere als ein Meister der Kugelhölle bin. Die immer noch höchst knifflige Novice-Herausforderung kommt mir da besonders in den ersten Stunden gerade recht.

Kommentare

kraftw33rk schrieb am
Hm sieht reizvoll bunt aus. Aber warum verschwenden die Macher immer soviel Platz mit den seitlich festen Anzeigen? :?
Vollbild braucht das Land. Für mich bleibt Space Megaforce am SNES immer noch das Maß aller SHMUP-Dinge.
darkchild schrieb am
Absolut traumhaftes Shoot 'em up. Kannte es bisher noch nicht. Sieht formidabel aus und spielt sich auch so. Bin tatsächlich überrascht, wie gut die Übersichtlichkeit dann doch ist, trotz Effekt-Overkill. Toll auch die vielen unterschiedlichen Modi. Generell erfreulich, wenn solche Games Einsteigern die Hand reichen, aber dennoch genug Anspruch für Profis bieten. Wertung geht innerhalb des Genres völlig in Ordnung.
Edit: Danke übrigens an Benjamin für den recht ausführlichen Test nebst Erläuterung der Modi. Ist gerade am Anfang nicht ganz einfach, hier durchzusteigen.
Ploksitural schrieb am
DextersKomplize hat geschrieben: ?09.11.2020 14:04 (...) weil es todlangweilig ist. (...)
für dich? Kein Thema, nimmst du eben ein anderes Spiel. Für den Tester und vielen vielen anderen Spielern ist das Spiel grandios. Verschiedene Geschmäcker, Vorlieben und daraus resultierende unterschiedliche Meinungen. Nichts weltbewegendes, dass jemand eine andere Meinung hat, für mache scheinbar doch noch. ;)
... und falls du andere (vertikale) Shmups kennst, die deiner Meinung nach um Welten besser sind als dieses hier, dann immer her mit den Vorschlägen (ernst gemeint).
HellToKitty schrieb am
DextersKomplize hat geschrieben: ?09.11.2020 14:04 ...Von Sekunde 1 an nimmt das eigene Feuer quasi 20% des Bildschirms ein, der Rest sind millionenfache Gerätschaften die auf einen zugeflogen kommen, oder unten am Boden herumfahren...
Beschwerst du dich auch über Pizza, die zu dick belegst ist?
DextersKomplize schrieb am
Ja, 1990 wäre es quasi ein Welthit gewesen.
Sorry, aber was ist das bitte? Von Sekunde 1 an nimmt das eigene Feuer quasi 20% des Bildschirms ein, der Rest sind millionenfache Gerätschaften die auf einen zugeflogen kommen, oder unten am Boden herumfahren. Macht wirklich viel Spaß ... nicht! Aber nicht weils unübersichtlich ist, weil das ist es nicht, sondern einfach weil es todlangweilig ist. Es bietet ja nicht mal coole Pixeloptik, einfach nur ein Game was 30 Jahre zu spät rausgekommen ist.
Das mit nem Award zu belohnen ist schon an der Grenze der Lächerlichkeit.
schrieb am