Fummeliges Deckungssystem
Das automatische und mitunter immer noch fummelige Deckungssystem, das zusammen mit der Überhitzung der Waffen beibehalten und erst im Nachfolger zusammen mit Munition durch eine Knopfdruck-Deckung ersetzt wurde, trägt sicher seinen Teil dazu bei, dass sich die Schusswechsel zwar besser als im Original, aber immer noch nicht wirklich gut anfühlen. Da hilft es auch nicht, dass sämtliche Waffen ab sofort unabhängig von der Klasse ohne Einschränkungen genutzt werden können. Und dann wäre da noch die KI, die in manchen Situationen gefühlt immer noch so dämlich agiert wie im Original und lieber unentwegt auf einen Betonpfeiler ballert oder sich abschießen lässt anstatt sich clever zu positionieren und sinnvolle Gegenmaßnahmen einzuleiten. Immerhin: In den Fortsetzungen erkennt man diesbezüglich ein paar Fortschritte und die Begleiter vehalten sich etwas klüger. Gleiches gilt für das Treffer-Feedback, das im ersten Teil noch arg zu wünschen übrig lässt, in den Nachfolgern aber zunehmend besser umgesetzt wird.
Alles unter Kontrolle
Der Mako steuert sich jetzt spürbar besser als im Original.
Einer der größten Vorteile der Neuauflage spürt man in den Sequenzen, in denen man mit dem Vehikel „Mako“ unterwegs ist – sei es im Rahmen von Hauptmissionen oder optionalen Planetenerkundungen. Das Gefährt lässt sich im Vergleich zum Original jetzt deutlich präziser steuern, selbst wenn es sich manchmal immer noch etwas hakelig anfühlt und man sich schnell irgendwo verkeilt. Wer sich schnell einen Eindruck von den massiven Verbesserungen machen oder sich selbst quälen möchte, kann in den Optionen alternativ auf die ursprüngliche Steuerung umschalten. Weitere Vorteile beim Remaster: Die Schilde des Makos regenerieren schneller und ein ungewollter Abstecher in die Lava führt nicht länger zu einem Missionsabbruch, sondern lediglich Beschädigungen am Fahrzeug.
Während das PC-Original vom ersten Mass Effect sich nur über Umwege mit dem Controller spielen ließ und bis heute kein offizielle Unterstützung erhalten hat, bekommt man bei der Legendary Edition den Segen für die Alternative zu Maus und Tastatur. Die veränderte Minispiel-Variante der ursprünglichen PC-Version beim Hacken von Schlössern bleibt jedoch bei der Verwendung eines Controllers erhalten und wird nicht durch den Reaktionstest des Konsolen-Pendants ersetzt. Ebenfalls eine kleine Randnotiz wert: Genau wie im Original lassen sich bei Mass Effect 3 im Gegensatz zu beiden Vorgängern die Waffen nicht auf Knopfdruck holstern. Was damals diffus mit einem angeblichen „Speichermangel“ begründet wurde, sollte heutzutage doch eigentlich kein Problem mehr sein, oder?
Kein Remake!
Im neuen Fotomodus lassen sich schöne Momente festhalten.
Die grafischen Verbesserungen sieht man in allen drei Spielen: Viele Texturen sind schärfer, Rüstungen und Waffen weisen zusammen mit den Gesichtern deutlich feinere Strukturen auf und auch die Beleuchtung samt Schattendarstellung wurde ordentlich aufgepeppt – vor allem in Kombination mit HDR, das in allen drei Spielen unterstützt wird. Im Fall von Schauplätzen wie Eden Prime wurde sogar die Position der Sonne verändert, um die ganze Szenerie stimmungsvoller zu gestalten, was auch gelingt. Daher lohnt sich auch ein Blick in den neuen Fotomodus für ein paar Schnappschüsse. Dazu gesellen sich Komfortverbesserungen wie die Reduzierung von Ladezeiten – die häufigen und früher langwierigen Fahrten in Aufzügen lassen sich z.B. auf Knopfdruck verkürzen. Dennoch sollte man sich von der visuellen Generalüberholung nicht zu viel erhoffen: Bei der Legendary Edition handelt es sich wohlgemerkt immer noch um ein Remaster und nicht um ein Remake! Zwar sind die grafischen Verbesserungen vor allem beim direkten Vergleich mit den Originalen unverkennbar, aber dennoch wäre mit entsprechenden Ressourcen sicher noch mehr drin gewesen – etwa durch einen Wechsel auf moderne Versionen der Unreal Engine. Schon bei der Fragerunde im Rahmen der Vorschau-Präsentation wurde deutlich, dass BioWare jedoch nur einen begrenzten Aufwand für die Restaurierung betreiben wollte.