Medion Erazer Major X10 - Test, Hardware, PC

 

Test: Medion Erazer Major X10 (Hardware)

von Arnel Mickley



Medion Erazer Major X10 (Hardware) von Medion
Erster Aufschlag von "Team Blau"
Hardware
Entwickler: Medion
Publisher: Medion
Release:
kein Termin
Spielinfo Bilder  
Jahrelang hatte man als Spieler auf der Suche nach einem Grafikchip nur die Wahl zwischen „Team Grün“ und „Team Rot“, also Nvidia oder AMD. Seit kurzem versucht nun ein neuer Mitspieler den Duopol der beiden GPU-Giganten aufzubrechen: Intel – Bühne frei für „Team Blau“! Zugegeben, das ist jetzt nicht ganz die erhoffte David gegen Goliath Geschichte, schließlich ist Intel alles andere als ein Neuling was das Design und die Herstellung von Microchips angeht. Aber ein dedizierter Grafikchip vom CPU-Spezialisten lässt dennoch aufhorchen.
Im Medion Erazer Major X10 arbeitet einer dieser neuen Intel Grafikchips zusammen mit einer CPU aus dem gleichen Hause. Wie schnell diese Kombination das schafft und wie gut sie sich im Vergleich schlägt, zeigt der Test.

Jahrelang hatte man als Spieler auf der Suche nach einem Grafikchip nur die Wahl zwischen "Team Grün" und "Team Rot", also Nvidia oder AMD. Seit kurzem versucht nun ein neuer Mitspieler den Duopol der beiden GPU-Giganten aufzubrechen: Intel – Bühne frei für "Team Blau"! Zugegeben, das ist jetzt nicht ganz die erhoffte David-gegen-Goliath-Geschichte, schließlich ist Intel alles andere als ein Neuling was das Design und die Herstellung von Microchips angeht. Aber ein dedizierter Grafikchip vom CPU-Spezialisten lässt dennoch aufhorchen.

Im Medion Erazer Major X10 arbeitet einer dieser neuen Intel Grafikchips zusammen mit einer CPU aus dem gleichen Hause. Wie schnell diese Kombination das schafft und wie gut sie sich im Vergleich schlägt, zeigt der Test.

 



Äußerlichkeiten und innere Werte: Ausstattung und Verarbeitung


Das Gehäuse des Erazer Major X10 präsentiert sich schlicht: Es gibt wenige RBG-Akzente, die Verarbeitung ist gut und die verwendeten Materialien sind wertig. Die Tastatur punktet mit gutem Druckpunkt und Schreibgefühl, das Layout entspricht dabei nahezu dem einer Volltastatur: Ein Nummernblock ist ebenso vorhanden wie normalgroße Pfeiltasten. Zusätzlich lässt sie sich in vier Zonen beleuchten, natürlich ebenfalls mit RGB. Das Touchpad lässt sich präzise bedienen, könnte aber größer sein. Noch ein Grund mehr, auf eine gute Gaming-Maus zu setzten.



Aufgeklappt: Beleuchtete Tastatur mit Nummerblock, gutes 16:10 Display mit 165 Hertz und ein Powerknopf in Fadenkreuz-Optik.
Aufgeklappt: Beleuchtete Tastatur mit Nummerblock, gutes 16:10 Display mit 165 Hertz und ein Powerknopf in Fadenkreuz-Optik.
Anschlüsse für eine solche Maus und auch für diverse andere Geräte hat der Major X10 reichlich im Gepäck: Flotte USB 3.2 Gen 1 bzw. Gen 2 Buchsen sind in den Varianten Typ A und Typ C genauso vorhanden wie HDMI und eine Netzwerkbuchse. Angenehm ist, dass Monitor- und Netzwerk-Anschlüsse genauso wie die Buchse für das Netzteil an der Rückseite des Notebooks untergebracht sind, dort stören sie und die dazugehörigen Kabel am wenigsten. Wie schon erwähnt setzt der Erazer Major X10 komplett auf Chips von Intel: Eine Core i7-12700H CPU stellt sich zusammen mit der neuen Intel Arc A730M Graphics GPU allen Aufgaben, die ihnen vorgesetzt werden. Auch die restliche Ausstattung kann sich sehen lassen: Satte 32 GB flotter DDR5 Arbeitsspeicher sorgen für Tempo und eine schnelle 1TB NVMe SSD bietet genügend Platz für Betriebssystem, Programme und natürlich Spiele. Sollte der Platz knapp werden, lässt sich eine zweite m.2 SSD nachrüsten.

Scharf und schnell: Der Bildschirm des Erazer Major X10 im Test

Beim Bildschirm setzt Medion auf ein 16:10 Display mit einer Auflösung von 2.560 x 1.600 Pixeln und Diagonale von 16 Zoll. Das mag auf den ersten Blick gerade in Zeiten von 4k Gaming nicht ideal erscheinen, hat aber handfeste Vorteile. Zum einen muss die Grafikkarte sehr viel Leistung mitbringen, um Spiele in 4k Auflösung flüssig darstellen zu können, zum anderen bietet das verbaute Display eine maximale Bildwiederholrate von 165Hz. Im Test zeigt der Bildschirm eine typische Schwäche der verwendeten IPS-Technik: Der Kontrast ist mit gemessenen 1.096:1 etwas gering. Dafür punktet er mit sehr hoher Farbtreue und einer ebenfalls sehr hohen Helligkeit von 525 cd/m². In der Praxis gefällt das Bild mit kräftigen Farben und guter Schärfe. Zusätzlich sorgt eine matte Oberfläche, die störende Spiegelungen verhindert, für angenehmes Arbeiten – oder natürlich Spielen.

Gut gerüstet: Leistung satt dank Intel-Chips?

Versteckt: Der austauschbare RAM verbirgt sich unter einer Abdeckung, genauso wie die NVMe-SSD und ein weiterer freier m.2-Sockel.
Versteckt: Der austauschbare RAM verbirgt sich unter einer Abdeckung, genauso wie die NVMe-SSD und ein weiterer freier m.2-Sockel.
Als Arbeitsrechner ist der Erazer Major X10 allen alltäglichen Aufgaben gewachsen. Mit 1.758 Punkten für Einzelkern- und 12.254 für Multikern-Berechnungen ist der i7-Prozessor sehr schnell unterwegs. Auch bei der 3D-Bearbeitung in Cinebench R23 bekommt das Notebook für 1.815 Punkte Einzelkern- und 14.068 Punkte Multikern-Leistung sehr gute Noten, genauso wie für 29.780 Punkte CPU- und 3.268 Punkte Arbeitsspeicher-Leistung in Passmark. Richtig schnell ist die verbaute NVMe SSD: Die in CrystalDiskMark erreichten Transferraten von 7.019 Megabyte pro Sekunde Lesen und 5.004 Megabyte pro Sekunde Schreiben sind spitze. Ein Ergebnis von 2.580 Punkten und eine ermittelte durchschnittliche Zugriffszeit von 70 Mikrosekunden im spieleorientierten Speicher-Benchmark von 3DMark sind ebenfalls ausgezeichnet.

Aber was leistet Intels neuer Grafikchip beim Spielen? Um diese Frage zu beantworten, muss er sich in einer Mischung aus neuen Games und Klassikern beweisen. Im Test sind Shadows of the Tomb Raider, Forza Horizon 5, Assassins Creed: Valhalla, GTA V und Metro Exodus in der Enhanced Edition. Zusätzlich kommt als synthetischer Benchmark 3DMark Time Spy Extreme zum Einsatz. Alle Spiele werden in drei Auflösungen (FullHD, WQHD und 4K UHD) mit den jeweils höchstmöglichen Grafikeinstellungen im Benchmark-Modus getestet und der Durchschnitt der ermittelten Bilder pro Sekunde (FPS) jeder Auflösung wird zur Bewertung herangezogen. Intels Arc A730M Graphics ordnet sich in der unteren Mittelklasse der Grafikchips ein und sollte somit für FullHD- und mit Einschränkungen auch für WQHD-Gaming geeignet sein.

Im Test bestätigt sich diese Einschätzung zum großen Teil: Der ermittelte Durchschnitt für FullHD liegt mit befriedigenden 48,9 Bildern pro Sekunde (FPS) zwar etwas niedrig, das aber wohlgemerkt unter maximalen Grafikeinstellungen. Hier lässt sich durch gezieltes Deaktivieren von Grafik-Features noch einiges an Leistung herausholen, ohne die Grafikqualität allzu sehr zu beschneiden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei WQHD-Auflösung. Hier werden bei Maximaleinstellungen durchschnittlich 36,5 FPS erreicht. Für 4K UHD reicht die Leistung dann aber nicht mehr aus, es werden nur 24,4 FPS erreicht – hier müsste man schon einige Kompromisse bei der Optik eingehen, um ein flüssiges Spielen möglich zu machen.

Im Außeneinsatz: Arbeiten und Spielen unterwegs

Aufgeräumt: Die Anschlüsse für Netzwerk, HDMI und das Netzteil sind auf der Rückseite platziert.
Aufgeräumt: Die Anschlüsse für Netzwerk, HDMI und das Netzteil sind auf der Rückseite platziert.
Um die Eignung des Major X10 für Einsätze fernab der heimischen Steckdose zu prüfen, wird der Akku des Notebooks in zwei Szenarien unter Stress gesetzt. Um eine typische Laufzeit unter leichter Belastung zu ermitteln, wird ein FullHD-Video als Stream über WLAN so lange abgespielt, bis der Akku leer ist. Beim Major X10 war das nach 4:16 Stunden der Fall. Natürlich muss sich ein Gaming Notebook auch beim Spielen unterwegs beweisen. 3DMark Time Spy in Dauerschleife simuliert diesen Extremfall und hier streckt der Major schon nach 1:06 Stunden die Waffen. Damit befindet er sich aber in guter Gesellschaft, Gaming Notebooks sind bekanntermaßen keine Dauerläufer. Und auch keine Leichtgewichte: Das Medion bringt stolze 2,5 Kilogramm auf die Waage und das große Netzteil erhöht das Gewicht um ein weiteres Kilo. Auch typisch: Unter Last werden die Lüfter des Geräts mit 49,5 Dezibel etwas laut, sorgen aber auch dafür, dass die Oberseite der Tastatur mit 44,5° Celsius recht kühl bleibt.

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Thema!
schrieb am