Gemetzel ohne Tiefgang
Auf dem Schlachtfeld selbst ist jedoch kaum strategisches Geschick gefragt. Ihr kämpft euch einfach von Truppenverband zu Truppenverband, verschiebt die Front in Richtung gegnerischer Befehlshaber, sichert bei Bedarf jederzeit den Spielstand (die Anzahl der Saves hängt vom gewählten Schwierigkeitsgrad ab) und setzt dann zum Finalschlag an. Hin und wieder müsst ihr auch Verbündeten Truppen zur Hilfe eilen,
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| Eine Frage von Timing und Nähe: Team-Musou-Angriffe sind besonders verheerend (PS2). |
Überraschungsangriffe abfangen oder bestimmte Stellungen verteidigen.
Aber im Großen und Ganzen geht es nur darum, möglichst schnell und effektiv die Gegend von feindlichen Truppen zu säubern. Das geht nach wie vor gut von der Hand und macht kurzzeitig eine Menge Spaß. Auf Dauer wird das anspruchslose Gemetzel aber schnell langweilig. Nur gut, dass es in jeder Mission auch neue Waffen und Ausrüstungsgegenstände zu ergattern gibt, die eure jeweiligen Helden Schritt für Schritt in wahre Kampfmaschinen verwandeln.
Frische Offensivkräfte
Etwas Abwechslung bringen auch die gelegentlichen Ausritte auf dem Rücken von Pferden oder Elefanten. Wer will, kann sogar Seite an Seite mit dressierten Kampftigern in die Schlacht ziehen. In der Regel greift ihr jedoch auf die Hilfe menschlicher Leibwächter zurück. Zwar muss man sich dieses Mal mit nur einem Mitstreiter begnügen, doch der kämpft dafür wesentlich effektiver als seine Kollegen in den Vorgängern und lässt sich auch für kooperative Spezialangriffe (Team-Musou) einsetzen, was vor allem mit einem zweiten Mitspieler immer wieder für Laune sorgt. Doch auch allein ist die Kraft des Musou mit euch:
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| Ernüchternd: Das dürftige Mehrspielerangebot beschränkt sich auf einen Koop-Modus (Xbox). |
Neben den bekannten Spezialattacken bei voll geladener Musou-Energie und kritischer Lebensenergie, steht euch neuerdings auch ein Musou-Zorn-Angriff zur Verfügung, der sich mithilfe spezieller Tokens entfesseln lässt, die zusätzlich für kurze Zeit eure Schnelligkeit und Angriffskraft erhöhen. Ansonsten wurden noch die so genannten Manöverangriffe, eine Art verlängerte Combos, hinzugefügt - nichts wirklich Aufregendes.
Unveränderte Altlasten
Wirkliche Innovationen sucht ihr jedoch vergeblich, während altbekannte Mankos wie das unbrauchbare Blocksystem, die miserable Kamera, die geringe Sichtweite oder die lächerliche Truppen-KI nach wie vor bestehen. Auch der grottige Hardrock-Soundtrack wirkt erneut so deplaziert wie ein Samurai-Krieger im Zweiten Weltkrieg, während die englischen Synchronsprecher und Dialogsequenzen einfach nur peinlich sind. Zumindest dürfen Xbox-Besitzer auf den japanischen Originalton umschalten, aber auch das wertet die belanglosen Dialoge nur geringfügig auf. Die übrige Soundkulisse geht hingegen in Ordnung, ohne jedoch wirklich Akzente zu setzen. Immerhin wird gute Surround-Einbindung geboten:
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| Künstliches Erdbeben: Auf dem Rücken eines Elefanten trampelt ihr Angreifer einfach platt (PS2). |
Im Spiel selbst bekommt ihr Pro Logic II (PS2) bzw. Digital 5.1-Sound auf die Ohren, während bei den seltenen, aber hübschen Render-Sequenzen auch PS2-Besitzer Dolby Digital-Sound genießen.
Angestaubte Technik
Grafisch machen hingegen beide Fassungen nicht viel her. Matschige Texturen, die leicht erhöhte, aber nach wie vor geringe Sichtweite und die klonhaften Animationen der Truppen wirken reichlich antiquiert und gegen ein Kingdom under Fire fast schon vorsintflutlich. Kurios auch, dass die PS2-Fassung trotz leichten Flimmerns in punkto Bildschärfe, Effektqualität und Ladegeschwindigkeit besser abschneidet als die Xbox-Konvertierung. Im Großen und Ganzen gleichen sich jedoch beide Versionen wie ein Ei dem anderen. Neben der exklusiven japanischen Synchro, gibt es jedenfalls keinen Grund, auf die neue Xbox-Variante umzusteigen, die im Vergleich zum PS2-Original auch noch mit einem schmucklosen Schwarzweiß-Handbuch und trotz deutlich späterem Erscheinen nach wie vor zum Vollpreis daher kommt.