James Cameron's Avatar - Das Spiel - Test, Action-Adventure, PC, Xbox 360, PlayStation 3

 

Test: James Cameron's Avatar - Das Spiel (Action-Adventure)

von Benjamin Schmädig



Entwickler:
Publisher: Ubisoft
Release:
03.12.2009
26.11.2009
06.10.2010
26.08.2010
25.06.2010
15.11.2010
Spielinfo Bilder Videos
Risse

Als unglücklich empfinde ich nur die Tastenbelegung, denn weil das schnelle Umdrehen auf dem Knopf des rechten Analogsticks liegt, kommt mir hin und wieder eine versehentliche Kehrtwende unter. Warum darf ich die Einstellung eigentlich nicht frei Hand konfigurieren? Überhaupt fehlen mir bei der Steuerung wichtige Kleinigkeiten - z.B. ein manueller Zoom für Fernwaffen oder die Möglichkeit präziser Sprünge. Na'vi wie Menschen setzen meine Eingaben nämlich nicht punktgenau um, weshalb man manche Abgründe nur so Pi mal Daumen packt. Auch wenn die Kamera beim Nutzen eines Fahrzeugs jeden Stolperstein wie eine wackelige Handkamera mitnimmt, wirkt Avatar technisch nicht ganz ausgereift. Die merkwürdigen Hopser der eigentlich imposanten Walker zeigen ebenfalls, dass Ubisoft das Thema Technik gegen Natur längst nicht ausreizt.

Apropos Technik: So sehr mich die Kulissen immer wieder zum Staunen bringen - ich erinnere mich an weite Ausblicke vom Sattel meines Flugtieres aus, an lauschige Sonnenuntergänge und an das faszinierende gleißende Strahlen der nächtlichen Flora - so wenig begreife ich die antiken Bewegungen der Tierwelt. "Wölfe" und "Pferde" drehen sich am Fleck, ohne einen Muskel zu bewegen oder galoppieren so starr, dass selbst denen schlecht wird, die Shadow of the Colossus nur vom Hörensagen kennen. Das wird nur von jenen Flugtieren der Na'vi überboten, die nicht wie ihre Artgenossen in der Luft kreisen, sondern sich rastend in ihre Ruheposition gehockt haben - mitten in der Luft! Auch herrlich: Die fantastischen Berge gehen an ihren unsichtbaren Levelkanten plötzlich ins Nichts über, während die rechteckige Ozeantextur an der gleichen Stelle einfach abgebrochen wird. Nicht nur, dass man sich offenbar
Ureinwohner im Clinch mit einem Walker: Im Nahkampf hat er sogar eine Chance!
weniger Gedanken um die Steuerung als um die Fassade gemacht hat: Letztere bekommt spätestens bei diesem Anblick gefährliche Risse.

Bitten gehen sie weiter...

Gefährlich vor allem deshalb, weil sich die Kratzer beim genauen Hinsehen immer weiter ausbreiten. Ich muss nämlich nicht immer der großen Geschichte folgen, sondern darf mich in den offenen Arealen frei bewegen. Das muss ich sogar, wenn ich optionale Aufgaben wie das Erschießen einer bestimmten Anzahl Tiere, das Aufspüren von Waffenstationen oder das Aufdecken eines Großteils der Karte erledigen will. Und das will ich tatsächlich! Immerhin gibt es dafür genauso wie für das Absolvieren der für die Handlung wichtigen Missionen Erfahrungspunkte - und die bedeuten neue Waffen, Rüstungen sowie Fähigkeiten. Das ist richtig motivierend, denn so macht sich das Erkunden des Planeten sogar bezahlt, nicht wahr?

Nicht wahr! Denn so gut die Idee auch ist und so gerne ich viel zu viele Stunden mit dem Abklappern einer neuen Umgebung verbracht habe, so unfertig wirkt leider auch dieser Teil des Abenteuers. Ob Soldat oder Ureinwohner macht dabei kaum einen Unterschied: Die Aufgaben gleichen sich. Als Na'vi zerstört man Munitionsnachschübe, als Mensch repariert man sie. Hauptsächlich geht es aber um das reine Herumlaufen. Und ums Herumlaufen. Und das Herumlaufen. Und um das Herumlaufen auf Pandora. Und um die Frage, warum man weder optionale Auftraggeber noch bessere Ausrüstung oder sonstige Extras findet. Nichts. Nada. Niente. Pandora ist schön - das weiß ich jetzt. Ich weiß auch, dass es an allen Ecken und Enden ständig wieder auftauchende Gegner gibt, die im Zweifelsfalle in der Sackgasse direkt hinter mir erscheinen. Eine lebendige Welt ist Pandora nur an den handlungsrelevanten Markierungen. Nicht zuletzt weiß ich jetzt auch, dass die neuen Gegenstände beim Stufenaufstieg nach einem streng vorgegebenen Muster ausgeteilt werden und dass sich deren Anzahl in Grenzen hält. Das Inventar ist schnell gefüllt - das der Na'vi deutlich schneller als das der Marines - daraufhin gibt es lediglich Verbesserungen aller Waffen, Rüstungen sowie Fähigkeiten, aber keine Neuzugänge.       

Kommentare

Han-Han schrieb am
Argh! Auf dem PC eigentlich unspielbar. Diese Lenkung! Oh mein Gott, habe ich da ne Maus in meiner rechten Hand oder ein Joypad? Nach dem letzteren fühlt es sich zu mindestens an. Diese komischen Wölfe agieren so schnell das man kaum Hinterher kommt. Auch mit der rechten Maustaste was eine 180° bewerkstelligt.
Mal gut das meine Frau mir das gekauft hat ( von meinem Gel ) und es mir geschenkt hat. ;)
Mit Nvidia 3D macht das ein wenig Spaßiger und die 3D Effekte kommen ganz gut zu Geltung!
thoschy schrieb am
Das Spiel überzeugt in der Kampagne aber grafisch ist es eher mittelklasse. Die Figuren stehen eher starr da ich würde es eine 3- geben ( Schulnote) :(
peffe schrieb am
Also die Animationen sind teilw. wirklich ganz schön schlecht (ansonsten finde ich die Grafik okay)... und das Gegnerverhalten ist teilweise wirklich etwas nervig.
Aber abgesehen davon gefällt mir das Spiel (bisher ca. 5 Std. Spielzeit, Singleplayer, PC) eigentlich sehr gut.
Langweilig war mir bisher nicht.
Ich würde das Spiel bisher deutlich höher bewerten... (zwischen 75-80%)
Und das Setting finde ich sowieso genial. War auch vom Film total begeistert.
johndoe793863 schrieb am
wenigsten war der film ein gobaler kassen schlager Spiele sind für Hollywood halt nur Merchandise "wirklich schade".
BetaSword schrieb am
Naja, bei Lizenz-Spiele zu Filmen braucht man (Abgesehen von der Grafik) keine glanzleistungen erwarten.
Dafür ergeht es dem Film im Kino besser:
Da muss man sich nur die aktuellen Informationen vom Box Office Mojo ansehen:
http://boxofficemojo.com/movies/?id=avatar.htm
Box Office Mojo hat geschrieben:Domestic: $594,472,000 29.2%
+ Foreign: $1,444,750,000 70.8%
--------------------------------------------------------------------------------
= Worldwide: $2,039,222,000
Da kam Titanik nicht mal nahe genug an die 2 Milliarden US$, und Avatar wird immer noch sehr gut besucht(Mein Bruder war kürzlich da auch in der 3D-Vorstellung drin, er ist heftigst begeistert).
Mir selbst hat dieser kinofilm in 3D so gut gefallen, dass ich bedauere, ihn wohl zuhause nicht nochmal in 3D schauen zu können.
Aber egal, wer Avatar noch nicht in voller Pracht(3D) gesehen hat, ist eh nur zu bedauern, aber ich rate allen mit 2 funktionierenden Augen, sich den Aufpreis für die 3D-Version zu gönnen, da man schon zu Anfang beim Erwachen des Protagonisten aus dem Cryoschlaf merkt, dass dieser Film einfach nur genial rüberkommt.
(Der Transformers-Fan in mir trauert jedoch, dass Avatar garantiert in allen Punkten, in denen beide für Oscars nominiert werden, wohl immer gewinnt)
schrieb am