Fieser Hinterhalt

Rebellion-Gründer Jason Kingsley erklärte uns die Feinheiten seines Spiels.
Die Trefferzonen sind nämlich nicht ausschließlich als martialisches Spektakel konzipiert, sondern lassen sich auch für fiese Fallen missbrauchen. Wenn man jemandem zum Beispiel in den Rumpf oder die Beine trifft, kann es sein, dass er verletzt nach Hilfe ruft und seine Kameraden wie im Film Full Metal Jacket ins Verderben lockt. Ewig lässt sich das gemeine Spielchen aber nicht treiben, denn nach rund 20-40 Sekunden sterben auch angeschossene Gegner. Wird man selbst getroffen, hat man es ein wenig einfacher als im Vorgänger: Statt Medipacks zu nutzen sind die Entwickler auf den Genrestandard der selbstaufladenden Energie umgestiegen. Trotz des Schwerpunkts auf Realismus gilt das auch für den höchsten Schwierigkeitsgrad - dort soll die Erholung allerdings ziemlich lange dauern.
Wenn man unbedacht agiert, hat man es aber auch auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad schon deutlich schwieriger, weil sich die Gegner recht schnell auf die Suche machen. Im Nahmkampf hat der Scharfschütze trotz alternativem Sturmgewehr und Pistole deutlich schlechtere Karten. Zum Verhängnis wird manchmal auch, dass die deutsche Soldaten sich gegenseitig mit aufgeregten Kommandos warnen. Eingesprochen wurden sie zum Teil von einem Amerikaner, welcher die deutsche Sprache in den bisherigen Dialogen aber gut beherrschte. Für die Aufnahmen der Geräusche hat der Soundmann sich übrigens in einem Gemüseladen eingedeckt. Für knackende Knochen wurden nah vorm Mikro Selleriestangen durchgebrochen und auch auf Tomaten wurde eingehackt, um fiese Splatter-Geräusche zu erzeugen.
Schwankende KI

Nahe Gegner sollte man am besten mit Stealth-Kills ausschalten und hinterher die Leiche verstecken.
Zurück zur künstlichen Intelligenz: Sobald ein Widersacher den Spieler gesehen hat, wird der Punkt seiner Entdeckung mit einer Geister-Silhouette markiert. Man kann sie nutzen, um in etwa einzuschätzen, an welche Position sich die Gegner als nächstes vorarbeiten. Nahe Widersacher machen dem US-Scharfschützen nicht selten die Hölle heiß, weiter entfernte Gegner stellen sich aber noch nicht besonders clever an. Vor allem die Überreste der Häuser und die vielen herumliegenden Trümmer wurden zu selten als Deckung benutzt. Auf Nachfrage versprach Rebellion-Chef Jason Kingsley aber, dass sie auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad deutlich cleverer agieren würden.
Eine ebenfalls nur durchschnittlichen Eindruck hinterließ die Kulisse: Das klassische Weltkriegs-Grau-in-Grau und einige matschigen Texturen lassen Berlin etwas öde aussehen. Gelungen wirkten dagegen die filigranen Lichtkegel, feiner Rauch und der subtil eingesetzte Unschärfefilter. Rebellion benutzt für das Spiel die hauseigene Engine AZURA, welche seit über zehn Jahren laufend weiterentwickelt wird und zuletzt bei
Aliens vs. Predator zum Einsatz kam. „Die größten Vorteile an ihr sind die Partikeleffekte und ihre Flexibilität“, berichtet Producer Steve Hart, „Wir können unsere Spiele relativ schnell und ressourcenschonend auf andere Systeme portieren.“ Über die PC-Umsetzung wollten er aber noch keine Details verraten, da das Event von 505 Games organisiert wurde, welches nur die Konsolen-Version vertreibt.
Geselliges Scharfschießen

Ein Knopfdruck schickt den lautlosen Helden in Deckung.
Ebenfalls vorgestellt wurde die zehnte Mission, welche etwas interessantere Gebäude als die Hauptstadt bietet: Dazu gehört z.B. eine Mischung aus Burg und Flakturm, welche einem realen Vorbild nachempfunden ist. Vor dem Turm befindet sich ein Netz aus Schützengräben, in denen man Sam Fisher imitieren kann und unaufmerksame Wachen von hinten per Genickbruch oder mit Hilfe einer schallgedämpften Pistole ausschaltet. Über den Aufbau des Mehrspielermodus schweigen die Entwickler sich noch aus. Bekannt ist aber, dass es eine Online-Kampagne für zwei Spieler geben wird. Wenig realistisch wirkte der Umstand, dass man Panzer wie im Vorgänger mit einem Schuss auf den Tank in die Luft jagen kann. Bei Waffen und Uniformen hält Rebellion sich näher an die Vorbildern: Benutzt werden das Springfield M1903, Stilehandgranaten, das Gewehr 43 und einige weitere Todbringer.