Baldur's Gate 3 - Vorschau, Rollenspiel, PC, Stadia

 



Baldur's Gate 3: Dungeons & Divinity
Wurm im Kopf
Rollenspiel
Entwickler: Larian Studios
Publisher: -
Release:
Q4 2020
Q4 2020
Spielinfo Bilder Videos
Zwanzig Jahre nach Baldur's Gate 2 erscheint tatsächlich eine Fortsetzung zu einem der besten isometrischen Rollenspiele. Aber weder BioWare noch inXile oder Obsidian Entertainment führen das Abenteuer fort: Die Larian Studios aus Belgien, die mit Divinity: Original Sin 2 weltweit Fantasyfans begeistern konnten, haben auch die Lizenzinhaber von Wizards of the Coast mit ihrem Ansatz überzeugt. Studiochef Swen Wincke präsentierte erstmals den Einstieg und spielte satte drei Stunden in einer Nürnberger Taverne vor.


H.P. Lovecraft lässt grüßen

Vorhang auf für großes Fantasykino: Ein Flaggschiff in Schneckenform segelt majestätisch durch die Luft, ein so genannter Nautiloid. An Bord befindet sich ein Mind Flayer, den man auch Illithid oder Gedankenschinder nennt - mancher erinnert sich vielleicht an den gleichnamigen Boss aus der Netflix-Serie Stranger Things. Das sind überaus intelligente, psionisch begabte Zwitter, die durch Welten reisen und aufgrund ihrer Tentakelfratzen an Cthulhu-Monster erinnern. Das kommt nicht von ungefähr: Gary Gygax (1938 - 2008), der Erfinder von Dungeons & Dragons, konzipierte die Mind Flayer nach dem Cover des Romans "The Burrowers Beneath" von Brian Lumley, der das Universum von H.P. Lovecraft mit seinen Geschichten erweiterte.

Dungeons & Dragons soll wachsen:

Publisher Hasbro hat Wizards of the Coast samt aller Lizenzen 1999 übernommen und sieben Spiele in Entwicklung, darunter auch Dungeons & Dragons: Dark Alliance. Bis 2025 soll jedes Jahr ein D&D-Titel erscheinen.
Dieses Baldur's Gate 3 beginnt also nicht gemütlich in einer Taverne, die von Ratten im Keller geplagt wird, oder in der Obhut eines Zauberers, der plötzlich von Attentätern ermordet wird. Die Belgier unterstreichen im Auftrag von Hasbro und Wizards of the Coast ihren Triple-A-Anspruch, der das Studio übrigens auf über 300 Mitarbeiter wachsen ließ, und gehen nicht nur technologisch mit diesem Intro sofort in die Vollen, sondern auch erzählerisch, indem sie auf den ikonischen Horror dieser gefürchteten Weltenwanderer setzen.

Terror aus der Luft

qwdqdwqwd
Nach dem Absturz des Nautiloiden beginnt das Spiel irgendwo östlich von Baldur's Gate.
Was ist so schrecklich an ihnen? Das sieht man an Bord des Schiffes, wenn die Kamera im Intro ganz nah ran zoomt: Der Mind Flayer treibt seinen gefesselten Opfern fiese Würmer mit messerscharfem Piranhamaul durchs Auge. Und wie es bei Kaulquappen so üblich ist, wollen die noch wachsen...

Er will die Gefangenen nicht in erster Linie quälen, sondern versklaven. In der Welt von Dungeons & Dragons sorgt dieser Eingriff also für mehr als eine Gehirnwäsche - es geht um eine Transformation: So wird aus einem Elf, Gnoll oder Ork irgendwann auch ein Illithid, in seltenen Fällen sogar ein höherer Ulitharid. Aus Tiefengnomen, Betrachtern oder gar Drachen können ganz andere Kreaturen entstehen.

Man kann bis zu vier Leute in seiner Gruppe anführen.
Man kann bis zu vier Leute in seiner Gruppe anführen.
Aber es gibt eine Überraschung in luftiger Höhe. Denn scheinbar hat jemand etwas gegen diese sadistischen Experimente: Plötzlich greifen rote Drachen das Flaggschiff von mehreren Seiten an, speien Feuer und bringen es schließlich zum Absturz. Als das brennende Ungetüm gen Boden rast, sorgt das bei den Bewohnern von Baldur's Gate natürlich für Panik: Erstens sind diese Nautiloide extrem selten und gelten auch an der Schwertküste als fliegende Weltwunder. Zweitens sind sie etwa 35 Tonnen schwer, mehrere Hausetagen hoch und würden beim Aufprall einen Krater mit hunderten Toten hinterlassen. Aber die Stadt bleibt um Haaresbreite verschont, denn der Nautiloid kann noch weiter nach Osten schlingern, bevor er aus der Sicht verschwindet...

Kommentare

listrahtes schrieb am
@raskir
Humor ist etwas fantastisches wenn es passt. Bei D:OS hatte das für mich immer etwas bieder Aufgesetztes.
Insbesondere eben da es mit einer recht oberflächlichen Welt interagierte. ´Humor muss eben auch etwas konterkarieren aber die Gespräche und Personen waren eben mehrheitlich zum vergessen. Würde es eher als permanente Blödelei denn Humor beschreiben.
Was sehr gut gemacht war bez. Humor ist der Citadel DLC (sage nur Zahnbürste) von ME3. Z.t. sehr gut gemachte Situationskomik.
Mit Obsidian kann ich nicht mehr viel anfangen. POE1 war schon nur in Teilen stark und der 2te Teil hat wieder diese altbackene Grafik und furchtbare Längen im Spieldesign. Vielleicht ist darum Larian tatsächlich die beste Wahl wobei ich bez. Geschichten erzählen wohl die Entwickler von Disco Elysium oder The Sexy Brutale bevorzugen würde. Nier kenne ich nicht
Harebrained mit Dragonfall hat da auch Talent bewiesen.
Raskir schrieb am
Also beste Geschichte in einem rpg hatte für mich ganz klar nier autómata in den letzten Jahren.
Ansonsten kann ich dir Großteils zustimmen, wenngleich ich das writing bei da:o eher als gut, denn überragend bezeichnen würde. Da ist mir Witcher deutlich weiter.
Bezüglich larian und baldurs gate:
Sie sind vielleicht nicht die beste Wahl wenn es um die Story geht (wenngleich keine schlechte), dafür aber eine sehr gute was Spieldesign, Questdesign und Gruppendynamik angeht. Für ein baldurs Gate in der iso Perspektive finde ich gibt es kein besseres Studio. Höchstens als AAA Projekt wäre mir evtl cd project eingefallen aber ob das ein wirkliches bg geworden wäre weiß ich auch nicht.
Obsidian wurde ja oft erwähnt, ich bin froh dass die es nicht geworden sind. Aber sie wären sicher auch eine gute Wahl, nur ist für mich larian 2 stufen drüber :)
Finde es aber schade, dass einige scheinbar nicht viel mit Humor in rpgs anfangen können. Eher ganz auf humor verzichten als ein humoristisches rpg, so scheint es mir. Bin da bei Kajetan, kann diese bierernsten vor Pathos und Kitsch überquellenden rpgs auch langsam nicht mehr sehen. Ein lustiges dark souls hätte ich zb auch gerne. Ich kann diese Stimmung in den fs games nach 4 spielen (bei mir sinds 4 gespielte) langsam echt nicht mehr sehen, immer die gleiche Stimmung :)
listrahtes schrieb am
SethSteiner hat geschrieben: ?
08.03.2020 01:05

Ich habe noch nichts von Larian gespielt, auch wenn ich es noch vor habe zutunu aber Dragon Age war für mich mit wenigen Ausnahmen vor allem Standardware, die nur deswegen hochgehalten wurde, weil Bioware damals das Glück hatte, dass es keine bzw. kaum eine Konkurrenz im Genre hatte. Mit nahezu keinerlei anderen Fantasy-Party Rollenspielen auf dem Markt und einem alles in allem soliden Spiel war Dragon Age natürlich großartig. Verglichen mit dem was davor und danach kam und den eigentlichen Möglichkeiten aber eben einfach nur das. Solide.
Ich habe Dragon Age das erste Mal vor 2 Jahren gespielt und es lange ignoriert aufgrund eben der Schlauchlevels.
Von daher war mir ein Vergleich mit sehr vielen aktuellen RPGs möglich. Ein Divinity: OS 1 hatte ich z.B. zuvor gespielt.
Ich habe nat. nicht die Urversion sondern eine massiv erweiterte gespielt mit Sweet FX, HD Texturen und auch bez. Gameplay einigen Erweiterungen.
Letzten Endes soll jeder genießen was ihm gefällt. Für mich wird das hier nicht einmal annähernd ein Baldurs Gate, aber wohl ein verbessertes D:OS2. Die Larian Spiele haben mich zu Beginn begeistert, aber recht schnell wird eben dieser Fokus auf Fantasy Spielwiese klar in den alles mit diesem für mich merkwürdigen Humor zusammengemixt wird. Sie haben kein Gefühl für Dialoge oder spannenden Geschichten noch interessante Charaktere aber das Hauptproblem ist das Weltendesign das eher den Eindruck eines vollgestellten Themenparks macht. "Und hier drüben sehen sie die Vampire, gleich daneben geht es zu den Piraten und um die Ecke die Drachen Kneipe mit Samurai Snacks"
Und das writing in Dragon Age O halte ich nach wie vor für herausragend. Da kommt allenfalls in Teilen Shadowrun Dragonfall ran jedoch mit anderem Fokus. Den Endkampf fand ich allerdings extrem nervig bei DA:O .
Mir kommen die Larian Spiele darum eher wie Taktik Skirmisher im Open World Story Gewand vor. Wer das mag wird hervorragend bedient. Man...
SethSteiner schrieb am
Also man kann ja mögen was man will aber nachvollziehbar finde ich das ehrlich gesagt nicht. Dragon Age hat sich selbst ordentlich Tropes zusammengeschmissen und sogar glatt bei sich selbst kopiert mit der Grundstory. Sie haben einfach ein Fantasy Mass Effect gemacht, mitsamt Auserwählten und zyklisch wiederkehrenden Superbösen. Und die Thematik die Völker zusammenzubringen ist ebenfalls drin. Designtechnisch hat man sich am Standard orientiert bzw. einfach bei Herr der Ringe geklaut, siehe das ganze Design um die Zwerge herum. Sonderlich kreativ war man nicht gerade gewesen. Na ja und dass es nicht anders ging als schlauchig ist nun ehrlich Quatsch, Spiele mit großer Welt und weitläufigen Arealen gab es schon lange vorher zu Hauf, ich sage nur Elder Scrolls und Gothic um bei Fantasy zu bleiben. Gerade bei all diesen Aspekten war "Seele" oder "Qualität" das woran ich als aller letztes gedacht habe.
Was das Writing angeht, ist mir das kaum im Gedächtnis geblieben abgesehen davon, dass Morrigan fürchterlich war und die Nonne ziemlich Klasse. Unter dem Strich abseits der Hauptstory sicher okay.
Da der Begriff High Fantasy gefallen ist: Mir fällt auf, dass er öfter auftaucht wo er nicht hingehört. Dragon Age war äußerst dreckig und blutig, betont blutig sogar. Im Spiel ging war das schon regelrecht pubertär gewesen (während man bei Sex außer peinliche Unterwäsche nichts zu bieten hatte) in der Darstellung, übertrieben eben. Auch das Writing ging in diese Richtung, nicht idealisiert sondern eher realistisch (ausgenommen das Gut-Böse Schema).
Ich habe noch nichts von Larian gespielt, auch wenn ich es noch vor habe zutunu aber Dragon Age war für mich mit wenigen Ausnahmen vor allem Standardware, die nur deswegen hochgehalten wurde, weil Bioware damals das Glück hatte, dass es keine bzw. kaum eine Konkurrenz im Genre hatte. Mit nahezu keinerlei anderen Fantasy-Party Rollenspielen auf dem Markt und einem alles in allem soliden Spiel war Dragon Age natürlich großartig....
listrahtes schrieb am
James Dean hat geschrieben: ?
28.02.2020 23:02
listrahtes hat geschrieben: ?
28.02.2020 18:19
Baldurs Gate 3 existiert schon lange. Nennt sich Dragon Age: Origins Ultimate Edition und ist die Fortführung im Geiste.
Kauft es euch falls ihr es nicht kennt. Dann HD Texturenpack dazu und SweetFX Filter und ihr werdet echtes Baldurs Gate Spielgefühl mit fantastischer Grafik (Gespräche), hinreißenden Geschichten und herausragender Charakterentwicklung bekommen. Immer noch das mit beste RPG aller Zeiten und ein würdiger Nachfolger von BG2.
Das hier wird Divinity:OS 3 mit anderem Namen. Ich warte dann mal auf Ölfässer im Schlafzimmer.
Larian ist ein hochwertiger Entwickler, aber die Stärken welche man in einem Baldurs Gate sucht sind nicht die ihren. Der falsche Entwickler für dieses Spiel.
Wenn Dragon Age 1 quasi Baldur's Gate 3 ist, dann ist Baldur's Gate 3 also schlechter als Baldur's Gate 1 :ugly:
Wenn man das so sehen will gerne, muss man nicht diskutieren. Baldurs Gate 1 ist für mich tatsächlich ein Spiel das nur in der Rückblende gut funktioniert aber in Charakteren, Gesprächen, Narration etc im Grunde Mittelmaß ist. Dafür ist BG 2 ein zeitloser Klassiker.
Dragon Age:
Hier war Bioware auf dem Höhepunkt ihrer Erzählkunst. Ich häte zu Beginn aufgrund des spielerisch simplen Gameplays fast abgebrochen und bin bis heute dankbar weitergemacht zu haben.
- Die mit best geschriebenen Dialoge aller Spiele, hochwertig vertont und fantastisch bez. Kameraeinstellungen in Szene gesetzt. Wenn man danach D: OS 2 anschaut muss man weinen.
-Entscheidungen bez. der Gruppe wirken sich massiv und interessant auf den Spielverlauf aus.
-Gerade zu Beginn sehr schlauchig und das bleibt es auch bis zum Ende hin. Anders war es damals leider nicht umsetzbar, ermöglicht aber auch eine faszinierende Detailtiefe in der Geschichtenentwicklung.
- Nicht nur eine epische Geschichte in jeder Hinsicht, auch im kleinen die Glaubwürdigkeit verleihenden Geschichten von NPCs. Man kann DA immer wieder...
schrieb am