Baldur's Gate 3 - Vorschau, Rollenspiel, PC, Stadia

 

Vorschau: Baldur's Gate 3 (Rollenspiel)

von Jörg Luibl



Entwickler:
Publisher: -
Release:
kein Termin
kein Termin
Early Access:
08.2020
08.2020
Spielinfo Bilder Videos
Eigene Party, aktive Würfelroben

Ihr wollt lieber einen Drizzt, Wulfgar oder Bruenor Heldenhammer dabei haben? Falls ihr selbst einen Charakter erstellen wollt, habt ihr Zugriff auf 15 bisher bestätigte Klassen und acht Rassen von Halbling bis Tiefling der 5. Edition von Dungeons & Dragons - weitere sollen folgen. Ihr könnt noch einen Hintergrund wie Krimineller oder Entertainer festlegen und entweder alleine oder im Multiplayer mit bis zu vier Leuten online sowie auf der Couch zu zweit im Splitscreen loslegen. Dabei soll man nicht nur Baldur's Gate, sondern an die "100 Orte" in den Vergessenen Welten erkunden können - allerdings hat man von Städten beim Anspielen noch nichts gesehen.

In der Wildnis ist für alle die erste Quest recht logisch: Einen Heiler finden, der sich mit Entwurmung auskennt! Als sich Swen Wincke auf den Weg machte, entstand recht früh etwas Pen&Paper-Flair aufgrund der aktiven Würfelproben: Wenn ein Charakter in einem Dialog oder einer Szene seine Fähigkeiten wie z.B. Charisma, Stärke, Intelligenz oder Weisheit einsetzen muss, werden der zu erreichende Wert sowie der W20-Würfel angezeigt, bevor man draufklickt und beobachten kann, was denn nach dem wilden Kreiseldreh rausspringt. Erreicht man mindestens die anvisierte Zahl, hat man bestanden. Es ist eine gute Idee, das so einzubinden - zumal es bei der Live-Präsentation einige fatale Missgeschicke gab, bei denen selbst eine 4 oder gar 2 von 20 zum Hindernis wurde. Das wird Pen&Paper-Spieler freuen!

Rundenkämpfe à la Divinity: Original Sin

Sobald es an die Erkundung in Schultersicht sowie das jederzeit pausierbare Kämpfen ging, fühlte ich mich stark an dieses experimentelle Spielplatzgefühl aus Divinity: Original Sin 2 erinnert
Man fühlt sich an das experimentelle Spielplatzgefühl aus Divinity: Original Sin 2 erinnert.
Man fühlt sich an das experimentelle Spielplatzgefühl aus Divinity: Original Sin 2 erinnert.
. Denn auch hier wird die Physik spürbar, wenn man Kisten stapelt, um Treppen zu bauen, oder wenn es zu chemischen Reaktionen kommt, weil der Blitz den Strom durch das Wasser leitet, der Feuerball das Öl brennen lässt oder den Tümpel mal eben in Dampf verwandelt, der die Sicht blockiert - die Partikeleffekte können sich übrigens sehen lassen. Natürlich hat Larian die Technik weiter aufgerüstet: Die über die Divinity 4.0 Engine befeuerte Kulisse sieht schicker aus als im letzten Rollenspiel, man erkennt mehr Details in der Natur sowie an den Figuren.

Allerdings hat mir deren Design nicht immer gefallen: Die Tieflinge z.B., die in den Vergessenen Welten mit ihrer roten Haut und den Hörnern nun mal wie kitschige Teufel aussehen, waren kaum unterscheidbar und traten zu oft auf - okay, sie haben in der Gegend von Moonhaven gerade Krieg mit den Goblins. Obwohl man mehr an Kleinigkeiten erkennt, wirkte die Kleidung teilweise sehr aufgeblasen, zu stark glänzend und an die Renaissance angelehnt. Natürlich ist das kein Tabu für Dungeons & Dragons, das derartige Mode mit seiner in alle Bereiche offenen High-Fantasy erlaubt, aber es riecht hier weniger nach Leder und Eisen, mehr nach Brokat und Edelsteinen. Obwohl man in The Witcher 3 z.B. ähnliche Kleidung darstellte, gelang es CD Projekt RED besser für Mittelalterflair und Details zu sorgen. Dieser Eindruck wurde noch dadurch verstärkt, dass die Charaktere auch nach Kämpfen weder Schweiß noch Dreck oder Blut zeigen. Aber das soll, laut Larian, alles noch kommen - immerhin war das nur eine Pre-Alpha.

Gute Regie? Abwarten...

In den Dialogen kann man meist mehrere rhetorische Mittel einsetzen.
In den Dialogen kann man meist mehrere rhetorische Mittel einsetzen.
Trotzdem bleibe ich noch etwas skeptisch, ob die Belgier abseits des Artdesigns auch den richtigen Ton treffen: So manche Situation, die witzig sein sollte, brachte mich nicht wirklich zum Schmunzeln - hier scheint der Humor aus Divinity leider bis an die Schwertküste nachzuwirken. Dass man einem Goblin-König als Dieb vor allen Anwesenden einen magischen Ring vom Zeh "lutschen" kann, ohne dass er es bemerkt, mag noch irgendwie mit einer hohen Würfelprobe erklärbar sein. Und meinetwegen noch irgendwie bizarr amüsant sein. Aber der Auftritt des D&D-Charakters Volothamp Geddarm aka Volo, der quasi als reisender Reporter u.a. den Almanach der Monster verfasst hat, wirkte einfach nur peinlich und kitschig.

Hier muss die Regie aufpassen, denn was mir auch an anderer Stelle fehlte war - trotz des gelungenen Einstiegs - etwas mehr episches Flair, etwas mehr Ruhe und Pfeifenrauch statt ständig von einem gefühlten Auftritt oder Drama ins nächste zu schlittern. Man begegnet ja auch kaum "normalen" Wesen, sondern von Beginn an allen möglichen exotischen Völkern, so dass man vielleicht kaum noch überrascht werden kann. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass Larian zu sehr in die Vollen geht, auch bei einigen Begegnungen in der Wildnis, z.B. mit einem Dämon, der einem ein unmoralisches Angebot macht. Ich kann das natürlich noch nicht richtig einschätzen, weil ich die Route nicht selbst festlegen konnte, aber statt der Illusion einer lebendigen freien Welt entstand zumindest in den ersten Stunden eher das Gefühl von verzahnten Modulen. Ob sich das noch öffnet und ein harmonischeres Ganzes entsteht?

Kommentare

listrahtes schrieb am
@raskir
Humor ist etwas fantastisches wenn es passt. Bei D:OS hatte das für mich immer etwas bieder Aufgesetztes.
Insbesondere eben da es mit einer recht oberflächlichen Welt interagierte. ´Humor muss eben auch etwas konterkarieren aber die Gespräche und Personen waren eben mehrheitlich zum vergessen. Würde es eher als permanente Blödelei denn Humor beschreiben.
Was sehr gut gemacht war bez. Humor ist der Citadel DLC (sage nur Zahnbürste) von ME3. Z.t. sehr gut gemachte Situationskomik.
Mit Obsidian kann ich nicht mehr viel anfangen. POE1 war schon nur in Teilen stark und der 2te Teil hat wieder diese altbackene Grafik und furchtbare Längen im Spieldesign. Vielleicht ist darum Larian tatsächlich die beste Wahl wobei ich bez. Geschichten erzählen wohl die Entwickler von Disco Elysium oder The Sexy Brutale bevorzugen würde. Nier kenne ich nicht
Harebrained mit Dragonfall hat da auch Talent bewiesen.
Raskir schrieb am
Also beste Geschichte in einem rpg hatte für mich ganz klar nier autómata in den letzten Jahren.
Ansonsten kann ich dir Großteils zustimmen, wenngleich ich das writing bei da:o eher als gut, denn überragend bezeichnen würde. Da ist mir Witcher deutlich weiter.
Bezüglich larian und baldurs gate:
Sie sind vielleicht nicht die beste Wahl wenn es um die Story geht (wenngleich keine schlechte), dafür aber eine sehr gute was Spieldesign, Questdesign und Gruppendynamik angeht. Für ein baldurs Gate in der iso Perspektive finde ich gibt es kein besseres Studio. Höchstens als AAA Projekt wäre mir evtl cd project eingefallen aber ob das ein wirkliches bg geworden wäre weiß ich auch nicht.
Obsidian wurde ja oft erwähnt, ich bin froh dass die es nicht geworden sind. Aber sie wären sicher auch eine gute Wahl, nur ist für mich larian 2 stufen drüber :)
Finde es aber schade, dass einige scheinbar nicht viel mit Humor in rpgs anfangen können. Eher ganz auf humor verzichten als ein humoristisches rpg, so scheint es mir. Bin da bei Kajetan, kann diese bierernsten vor Pathos und Kitsch überquellenden rpgs auch langsam nicht mehr sehen. Ein lustiges dark souls hätte ich zb auch gerne. Ich kann diese Stimmung in den fs games nach 4 spielen (bei mir sinds 4 gespielte) langsam echt nicht mehr sehen, immer die gleiche Stimmung :)
listrahtes schrieb am
SethSteiner hat geschrieben: ?
08.03.2020 01:05

Ich habe noch nichts von Larian gespielt, auch wenn ich es noch vor habe zutunu aber Dragon Age war für mich mit wenigen Ausnahmen vor allem Standardware, die nur deswegen hochgehalten wurde, weil Bioware damals das Glück hatte, dass es keine bzw. kaum eine Konkurrenz im Genre hatte. Mit nahezu keinerlei anderen Fantasy-Party Rollenspielen auf dem Markt und einem alles in allem soliden Spiel war Dragon Age natürlich großartig. Verglichen mit dem was davor und danach kam und den eigentlichen Möglichkeiten aber eben einfach nur das. Solide.
Ich habe Dragon Age das erste Mal vor 2 Jahren gespielt und es lange ignoriert aufgrund eben der Schlauchlevels.
Von daher war mir ein Vergleich mit sehr vielen aktuellen RPGs möglich. Ein Divinity: OS 1 hatte ich z.B. zuvor gespielt.
Ich habe nat. nicht die Urversion sondern eine massiv erweiterte gespielt mit Sweet FX, HD Texturen und auch bez. Gameplay einigen Erweiterungen.
Letzten Endes soll jeder genießen was ihm gefällt. Für mich wird das hier nicht einmal annähernd ein Baldurs Gate, aber wohl ein verbessertes D:OS2. Die Larian Spiele haben mich zu Beginn begeistert, aber recht schnell wird eben dieser Fokus auf Fantasy Spielwiese klar in den alles mit diesem für mich merkwürdigen Humor zusammengemixt wird. Sie haben kein Gefühl für Dialoge oder spannenden Geschichten noch interessante Charaktere aber das Hauptproblem ist das Weltendesign das eher den Eindruck eines vollgestellten Themenparks macht. "Und hier drüben sehen sie die Vampire, gleich daneben geht es zu den Piraten und um die Ecke die Drachen Kneipe mit Samurai Snacks"
Und das writing in Dragon Age O halte ich nach wie vor für herausragend. Da kommt allenfalls in Teilen Shadowrun Dragonfall ran jedoch mit anderem Fokus. Den Endkampf fand ich allerdings extrem nervig bei DA:O .
Mir kommen die Larian Spiele darum eher wie Taktik Skirmisher im Open World Story Gewand vor. Wer das mag wird hervorragend bedient. Man...
SethSteiner schrieb am
Also man kann ja mögen was man will aber nachvollziehbar finde ich das ehrlich gesagt nicht. Dragon Age hat sich selbst ordentlich Tropes zusammengeschmissen und sogar glatt bei sich selbst kopiert mit der Grundstory. Sie haben einfach ein Fantasy Mass Effect gemacht, mitsamt Auserwählten und zyklisch wiederkehrenden Superbösen. Und die Thematik die Völker zusammenzubringen ist ebenfalls drin. Designtechnisch hat man sich am Standard orientiert bzw. einfach bei Herr der Ringe geklaut, siehe das ganze Design um die Zwerge herum. Sonderlich kreativ war man nicht gerade gewesen. Na ja und dass es nicht anders ging als schlauchig ist nun ehrlich Quatsch, Spiele mit großer Welt und weitläufigen Arealen gab es schon lange vorher zu Hauf, ich sage nur Elder Scrolls und Gothic um bei Fantasy zu bleiben. Gerade bei all diesen Aspekten war "Seele" oder "Qualität" das woran ich als aller letztes gedacht habe.
Was das Writing angeht, ist mir das kaum im Gedächtnis geblieben abgesehen davon, dass Morrigan fürchterlich war und die Nonne ziemlich Klasse. Unter dem Strich abseits der Hauptstory sicher okay.
Da der Begriff High Fantasy gefallen ist: Mir fällt auf, dass er öfter auftaucht wo er nicht hingehört. Dragon Age war äußerst dreckig und blutig, betont blutig sogar. Im Spiel ging war das schon regelrecht pubertär gewesen (während man bei Sex außer peinliche Unterwäsche nichts zu bieten hatte) in der Darstellung, übertrieben eben. Auch das Writing ging in diese Richtung, nicht idealisiert sondern eher realistisch (ausgenommen das Gut-Böse Schema).
Ich habe noch nichts von Larian gespielt, auch wenn ich es noch vor habe zutunu aber Dragon Age war für mich mit wenigen Ausnahmen vor allem Standardware, die nur deswegen hochgehalten wurde, weil Bioware damals das Glück hatte, dass es keine bzw. kaum eine Konkurrenz im Genre hatte. Mit nahezu keinerlei anderen Fantasy-Party Rollenspielen auf dem Markt und einem alles in allem soliden Spiel war Dragon Age natürlich großartig....
listrahtes schrieb am
James Dean hat geschrieben: ?
28.02.2020 23:02
listrahtes hat geschrieben: ?
28.02.2020 18:19
Baldurs Gate 3 existiert schon lange. Nennt sich Dragon Age: Origins Ultimate Edition und ist die Fortführung im Geiste.
Kauft es euch falls ihr es nicht kennt. Dann HD Texturenpack dazu und SweetFX Filter und ihr werdet echtes Baldurs Gate Spielgefühl mit fantastischer Grafik (Gespräche), hinreißenden Geschichten und herausragender Charakterentwicklung bekommen. Immer noch das mit beste RPG aller Zeiten und ein würdiger Nachfolger von BG2.
Das hier wird Divinity:OS 3 mit anderem Namen. Ich warte dann mal auf Ölfässer im Schlafzimmer.
Larian ist ein hochwertiger Entwickler, aber die Stärken welche man in einem Baldurs Gate sucht sind nicht die ihren. Der falsche Entwickler für dieses Spiel.
Wenn Dragon Age 1 quasi Baldur's Gate 3 ist, dann ist Baldur's Gate 3 also schlechter als Baldur's Gate 1 :ugly:
Wenn man das so sehen will gerne, muss man nicht diskutieren. Baldurs Gate 1 ist für mich tatsächlich ein Spiel das nur in der Rückblende gut funktioniert aber in Charakteren, Gesprächen, Narration etc im Grunde Mittelmaß ist. Dafür ist BG 2 ein zeitloser Klassiker.
Dragon Age:
Hier war Bioware auf dem Höhepunkt ihrer Erzählkunst. Ich häte zu Beginn aufgrund des spielerisch simplen Gameplays fast abgebrochen und bin bis heute dankbar weitergemacht zu haben.
- Die mit best geschriebenen Dialoge aller Spiele, hochwertig vertont und fantastisch bez. Kameraeinstellungen in Szene gesetzt. Wenn man danach D: OS 2 anschaut muss man weinen.
-Entscheidungen bez. der Gruppe wirken sich massiv und interessant auf den Spielverlauf aus.
-Gerade zu Beginn sehr schlauchig und das bleibt es auch bis zum Ende hin. Anders war es damals leider nicht umsetzbar, ermöglicht aber auch eine faszinierende Detailtiefe in der Geschichtenentwicklung.
- Nicht nur eine epische Geschichte in jeder Hinsicht, auch im kleinen die Glaubwürdigkeit verleihenden Geschichten von NPCs. Man kann DA immer wieder...
schrieb am