Welt im Chaos
Dabei durchstreift man die Welt namens "The Lands Between", die in sechs große Landschaften unterteilt ist, die alle ihre eigene Kultur und Kulisse besitzen - von Ebenen, Wäldern, Gebirgen bis hin zu Sümpfen. Man ist als so genannter "Tarnished" unterwegs, eine Art Versehrter oder Befleckter, der das Licht verloren hat und dessen Vorfahren aus der Welt verbannt wurden. Allerdings ist man nicht alleine unterwegs: auch andere Abenteurer kehren zurück, alle auf der Suche nach den Scherben des Rings. Man wird also auf Charaktere treffen, die ihren eigenen Ziele folgen. Und genau daraus will man eine spannende Erzählung entwickeln, eine Art "Multi-Character-Drama", das über das bisherige Storytelling hinausgeht.
Dabei sollen auch die Halbgötter eine wichtige Rolle spielen: Diese mächtigen Gestalten erheben ebenfalls Anspruch auf den Elden Ring, sie haben immerhin die aktuelle Welt geformt. Bisher konzentrierte sich From Software auf eine vom Spieler geführte Erzählweise, die er alleine vorantreiben konnte. Diesmal sollen die anderen Charaktere viel stärker die Entwicklung und Entscheidungen des Spielers beeinflussen, so dass man auch länger über Dialoge sowie Begegnungen mit ihnen nachdenkt. Außerdem spielt auch das Timing sowie die Reihenfolge dabei eine Rolle. Je nachdem, wann man jemanden trifft oder wie bzw. für wen man sich im Laufe des Abenteuers entscheidet, wird es auch mehrere Enden geben.
Zelda und Shadow of the Colossus
Es gibt sechs große Gebiete, die sich alle hinsichtlich der Stimmung und Hintergründe unterscheiden - natürlich gibt es auch Burgen und Schlösser.
Zur Vorbereitung auf Elden Ring hat Hidetaka Miyazaki einige Spiele in offener Welt studiert, darunter auch The Elder Scrolls oder GTA. Kein Titel diente dabei als konkrete Inspiration für Elden Ring, aber auf die Frage, welcher ihm am besten gefallen hat, äußerte er großen Respekt vor dem Design sowie der spielerischen Freiheit in
The Legend of Zelda: Breath of the Wild. Dass es keine großen Städte oder Siedlungen mit Bewohnern geben wird, liegt zum einen daran, dass sich die Entwickler nicht gleich mit dem ersten Spiel in offener Welt übernehmen und eher auf ihre Stärken konzentrieren wollten.
Andere Charaktere sind ebenfalls auf der Jagd nach Scherben des Elden Rings - alle haben eigene Motive.
Man kann die Welt zu Fuß oder im Sattel erkunden, wobei man auf dem Rücken des gehörnten Wesens auch einige versteckte oder sonst unzugängliche Gebiete erreichen kann. Schon den ersten Szenen erinnerte das stellenweise an
Shadow of the Colossus. Auf Nachfrage äußerte Hidetaka Miyazaki großen Respekt vor dem Werk Fumito Uedas, dessen ähnliche Ausgangslage ihn auch zu Elden Ring insipiriert hat. Als Spieler betritt man ja ebenfalls eine monumentale Welt, die voller alter Geschichte steckt, mit der man allerdings zunächst nicht vertraut ist, die es also zu entschlüsseln gilt - diese Idee der rätselhaften Mythologie in einer High-Fantasy-Welt hat ihn fasziniert.
Dass dabei häufig europäische, also germanische sowie keltische oer mittelalterliche Motive im Artdesign sowie der Weltkonzeption verarbeitet werden, liegt daran, dass nicht nur er, sondern sein komplettes Team in den letzten Jahren eine spezielle Ästhetik entwickelt hätten, einen eigenen Blick auf Fantasy, der aus vielen Einflüssen etwas Eigenes erschaffen möchte. Hidetaka Miyazaki betonte allerdings, dass er Welten bzw. Hintergründe (Lore) immer so konzipiert, dass sie letztlich zum Spieldesign passen, das immer zuerst da ist - nicht umgekehrt.