Bequeme Spurensuche
Das liegt auch daran, dass Arkane es hervorragend versteht, die zahlreichen Hinweise, Spuren und sonstigen Informationen so darzustellen, dass man immer genau weiß, was wann wo getan werden muss, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Immerhin werden die einzelnen Stichpunkte nicht nur nach Typ und Tageszeit sortiert, man kann die meisten von ihnen auch anklicken und erhält dann eine Markierung, um den Weg dorthin zu finden. So wirken die komplexen Zusammenhänge wie ganz normale Missionen eines Rollenspiels – ich bin wirklich angetan davon, wie übersichtlich dieses komplexe Szenario präsentiert wird.
Es hilft ja trotzdem, mitzudenken und im Voraus zu planen. Schließlich müssen irgendwann ganze acht Visionäre an gerade mal vier Tageszeiten so zusammenkommen, dass man sie alle innerhalb eines Tages ausschalten kann. Nur muss man dafür eben kein kompliziertes Netz aus Informationen im Kopf behalten, sondern schiebt lediglich ein paar klar beschriftete Puzzlestücke hin und her.
Demon’s Souls lässt grüßen
Welche Rolle spielt Julianna eigentlich? Sie und übrigens auch Colt höchstselbst sind ein ähnlich großes Geheimnis wie die Zeitschleife und es macht Spaß, das alles Schritt für Schritt langsam aufzudecken.
Mit dem Glück eines Lottogewinners könnte man diesen finalen Tag natürlich gleich beim ersten Versuch erledigen. Ohne benötigt Colt aber erst einmal Informationen über seine Ziele samt ihrer Aufenthaltsorte sowie möglicher Schwächen und er sollte vor allem seine Ausrüstung verbessern. Die Gegner werden nämlich mit jedem erledigten Visionär stärker, sodass weder die einfache Maschinenpistole noch die Machete, die man zu Beginn des Tages am Strand findet, besonders effektive Werkzeuge sind. Doch wie kommt er zu neuer Ausrüstung, wenn die am Ende jedes Tages verlorengeht?
Er braucht dafür so genanntes Residuum, das er in gefundene Waffen, Fähigkeiten und Upgrades steckt. Weil Residuum eine an die Zeitschleife gekoppelte Ressource ist, bleiben diese dann während des Neustarts erhalten – auch das erinnert freilich stark an Roguelikes. Und spätestens deshalb lohnt sich das Erkunden der Areale auch abseits der markierten Aufgaben: Die Ressource wird vom Zufall auf einige der zahlreichen, sonst unscheinbaren Objekte (Büchsen, alte Schuhe, Kisten u.v.m.) verteilt, aus denen man sie extrahieren muss.
Deathloop nutzt auch die Höhe voll aus. Dächer sollte man jedenfalls stets im Blick behalten und am besten auch selbst nutzen. Eine bestimmte Fähigkeit bzw. deren Upgrades erleichtern es Colt dabei große Höhen zu erreichen oder sich von ihnen in die Tiefe fallenzulassen.
Da erledigte Wachen praktisch immer irgendwelche Gegenstände fallenlassen, die man dauerhaft behalten möchte, kann man Colts Fähigkeiten und Waffen nach dem Verlassen eines Areals also stets ein kleines Stück verbessern. Fundstücke, die er nicht gebrauchen kann, verwandelt man dabei in zusätzliches Residuum und weil er seine nicht infundierte Ausrüstung erst am Ende des Tages verliert, hat man quasi vier Tageszeiten lang Zeit, sich relativ gezielt bestimmte Erweiterungen zu erarbeiten. Dieses kleine Spiel im Spiel ist angenehm motivierend. Ihr müsst nur daran denken, dass Colt sein gesamtes Residuum verliert, wenn er mal selbst erschossen wird. Bis zu dreimal wird er dann zwar während einer Tageszeit wiederbelebt, die Ressource bleibt allerdings am Ort seines Todes, bis er sie sich dort wieder einverleibt.
Ballistik und Stealth
Bis zu drei Upgrades steckt man übrigens in seine Waffen, um ihre Reichweite oder Schussfrequenz zu erhöhen, den Rückstoß zu verringern, das Nachladen oder Anvisieren zu beschleunigen usw. So richtig interessant sind aber erst die Fähigkeiten, mit denen er sich unsichtbar macht, auf hohe Vorsprünge teleportiert, mehrere Meter entfernte Wachen in die Luft wirft oder sie telekinetisch miteinander verbindet, auf dass allen das gleiche geschieht, was er einer von ihnen antut.