Wer bei den ersten Bildern Böses dachte, muss kein Schelm gewesen sein: Die Eindrücke legten die Vermutung eines Harmonix-Plagiats mehr als nahe. Schnell entpuppte sich Band Mashups, als das der Titel zunächst firmierte, allerdings als ein Mittelweg zwischen ernstem Rhythmusspiel und actionreichem Remote-Winken. Ganz abgesehen davon, dass jeder der 30 Songs in fünf gegensätzlichen Stilrichtungen arrangiert wurde...
Der Waffentanz
Zwei Nachwuchs-Musiker stehen vor dem Bildschirm, über den von unten nach oben blaue Kreise laufen. Kommt ihre Markierung an der oberen Linie an, schwenken sie ihre Remote in jene Richtung, die in den Kreisen vorgegeben wird - im Idealfall jedenfalls. Im Allgemeinen folgt Battle of the Bands den bewährten Prinzipien ähnlicher Titel und erinnert im Besonderen an das rhythmische Controller-Wippen in Boogie. Mitunter werden auch spezielle Manöver gefordert, z.B. schnelles Zickzack-Wedeln. Aber mit dem reinen Takthalten ist es längst nicht getan; das "Battle" steckt nicht umsonst im Namen. So tauchen regelmäßig Markierungen auf, deren Rhythmus ihr präzise einhalten solltet. Denn nur, falls euch das gelingt, malträtiert ihr euren Kontrahenten mit einer eurer vorher gewählten Waffen. Waffen? In einem Musikspiel?
Fünf mal 30 Songs
Darum geht es: Nach einem erfolgreichen Angriff bleiben die Noten des Gegners z.B. unter einer Rauchfahne verhüllt und kommen nur langsam wieder zum Vorschein. Mit einer anderen Attacke klaut ihr eurem Mitstreiter hingegen Punkte usw. Der Kontrahent kann übrigens ein vom Spiel gesteuerter Gegner oder euer bester Kumpel sein. Und damit auch der einsame Kampf gegen die KI einen Zweck erfüllt, übernehmt ihr in der Solo-Kampagne die Kontrolle über eine von elf Bands, die einem fiesen Mogul das Handwerk legen wollen. Egal ob einzeln oder zu zweit: Der Clou werden 30 Songs sein, die in jeweils fünf verschiedenen Musikrichtungen - von Rock über Funk bzw. Hip Hop, Latin, Country bis hin zu Marschmusik - aufgenommen wurden. Ihr wolltet doch schon immer Jack Blacks Tenacious D in seinen Funk- und Country-Varianten hören, nicht wahr?
Ausblick
Herrlich: Der verrückte Soundtrack könnte ein pointierter Gegenpol zu den ernsthaften Rock Bands und -Legenden sein. Aber wie motivierend wird es sein, die vergleichsweise wenigen Stücke immer wieder zu hören, wenn die Konkurrenz jeweils über 100 Songs anbietet? Und wie gut funktioniert das Remote-Schwingen, wenn Boogie mit einem ähnlichen Prinzip mehr Langeweile als Tanzwahn ins Wohnzimmer brachte? Allerdings wird die Richtung des Schwungs hier vorgegeben, und besonders für einen gezielten Angriff muss der Takt präzise nachgezeichnet werden. Battle of the Bands wirkt deshalb deutlich dynamischer und fordernder als EAs Schlafpille.
Besonderheiten
- Mischung aus Rhythmus- und Actionspiel - Schwingen der Remote in angezeigte Richtung - 30 Titel in je fünf Musikstilen - Bands können selbst gestaltet werden - mehr als 70 Waffen - Solo-Kampagne oder Zwei-Spieler-Kampf
Dann wäre das Spiel aber untergegangen, weil es nur 30 Songs hat und auch sonst nicht so bunt ist. So spart man sich den Zusatzcontroller und hat ein leicht anderes Spiel...