Maneater - Test, Rollenspiel, PC, PlayStation 4, Xbox One

 

Test: Maneater (Rollenspiel)

von Marcel Kleffmann



Maneater (Rollenspiel) von Tripwire Interactive
Blutbad im Trash-Meer
Release:
22.05.2020
22.05.2020
12.11.2020
25.05.2020
22.05.2020
10.11.2020
Erhältlich: Digital (PSN, Xbox Store, Epic Games Store), Einzelhandel
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Hailight, Blödsinn oder beides? In Maneater schwimmt und frisst man sich als Bullenhai durch die Unterwasserwelt und verspeist Hunderte von Menschen, nur um größer zu werden und sich an Haijäger Scaly Pete zu rächen. Das spielbare B-Movie-Blutbad von Tripwire Interactive macht viel richtig, kämpft aber auch mit unnötigen Macken. Mehr dazu im Test.



Ein Action-Rollenspiel als Hai

B-Movie-Blutbad und banaler Blödsinn: In Maneater, dem bisher besten, aber auch einzigen "Shark-PG", steuert man einen Bullenhai mit Rachedurst - und darf so ziemlich alles fressen, was einem vor die Zähne schwimmt.

Der Auftakt ist die größte Stärke des Spiels, da sofort klargemacht wird, dass sich der Weg an die Spitze der Nahrungskette keine Sekunde ernst nimmt. Denn das ganze B-Movie-würdige Trash-Geschehen wurde in eine Naturdokumentation mit hochgradig gutem Off-Kommentator verpackt. In dem fiktiven TV-Format, das in der Form auf DMAX laufen könnte, kommen sogar die eher hässlich gestalteten menschlichen Haijäger zu Wort und faseln teils herrlich bekloppten Blödsinn. Hauptgegenspieler Scaly Pete quatscht gleicht zu Beginn davon, dass es seine Heilige Pflicht sei, Haie zu jagen - wie es sein Vater tat, bevor das Unvermeidliche geschah.

Um den Trash-TV-Faktor zu untermalen, werden immer wieder Sendelogos und Verweise eingeblendet. Diese Präsentation im Stil einer übertriebenen Naturdoku passt wie die Faust aufs Auge und schafft es, von der spielerischen Monotonie abzulenken.

Minihai mit mächtig Appetit.
Minihai mit mächtig Appetit.
Generell beginnt das Spiel richtig gut, obwohl man ins kalte Wasser geworfen wird und sich gleich mit der Steuerung anfreunden muss. Die Kontrolle des Bullenhais in den drei Dimensionen ist in Ordnung, wobei der Hai und seine Gegner überraschend schnell und agil unterwegs sind. Nur an der Wasseroberfläche reagieren Hai und Kamera recht zickig, vor allem wenn man so richtig schön mit Schwung aus dem Nass springen möchte. Gerade im Flachwasser gleicht "das Abspringen" einer Tortur, aber da müssen angehende Spitzenprädatoren durch.

Mit Naturdoku-Charme als Trash-TV

Zuerst sind Alligatoren eine Gefahr, aber mit zunhemender Stärke werden sie zu einer Beilage. Das Gegnermodell ohne Gliedmaßen zeigt außerdem den Zustand des Feindes an.
Zuerst sind Alligatoren eine Gefahr, aber mit zunhemender Stärke werden sie zu einer Beilage. Das Gegnermodell ohne Gliedmaßen zeigt außerdem den Zustand des Feindes an.
Weiter geht es mit der Fresstour am feucht-fröhlichen Büffet, wo man sich Schildkröten, Fische und später Menschen am Strand vornimmt. Das Blut fließt in Strömen und knusprig knacken die Knochen. Kurz darauf kommen Haijäger angetuckert, die zu Haihappen verarbeitet werden. Doch als Scaly Pete auftaucht, ist Schluss mit lustig: Er fängt den Bullenhai, schlitzt ihn auf und findet per "Haiserschnitt" heraus, dass der Hai trächtig war. Der Nachwuchs zeigt gleich, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt und beißt Scaly Pete die Hand ab - und schon sind zwei Erzfeinde geboren. Fortan steuert man den Mini-Bullenhai und muss Mama-Hai rächen. Soweit die Geschichte, die nach dem überraschend ordentlichen Start zügig in die Bedeutungslosigkeit abdriftet. Aber was soll man von einem spielbaren B-Movie erwarten...

Biss zur nächsten Stufe

Das vorrangige Ziel als Mini-Shark ist es, größer und stärker zu werden. Dazu frisst man so ziemlich jedes Lebewesen in der Unterwasserwelt. Fressen ist die Hauptaktion des Hais und mit Zielaufschaltung sowie kleinem Spurt zum Ziel verbeißt man sich fast zu leicht. Manche Ziele muss man im Schlund auch mit Links/Rechts-Bewegungen herumschleudern. Essen bringt Lebenspunkte zurück und gibt weitere Ressourcen, die später für die Aufwertung von Zähnen, Flossen, Schwanz und den "inneren" Organen notwendig sind. Informationen über den Ressourcengehalt der Nahrung und die übermäßig vorhandenen Sammelobjekte bekommt man mit dem Sonar, das Objekte in der Nähe und auf der Karte markiert.

Mit der Ausweichrolle geht man den Sturmangriffen aus dem Weg.
Mit der Ausweichrolle geht man den Sturmangriffen aus dem Weg.
Es ist nicht verkehrt, viel zu fressen, um schnell größer zu werden, da man bereits im sumpfigen ersten Gebiet feststellt, dass der Hai zu klein für manche Kämpfe ist - wobei es möglich ist, einen Alligator der Stufe 8 mit Geduld und Ausweichmanövern mit einem Stufe-3-Hai zu besiegen. Die Angriffsmuster der KI-Gegner sind schnell durchschaut: Meist gilt es einem Sturmangriff auszuweichen. Manchmal stellen sich Viecher sowie Menschen auch arg doof an. Der Makohai-Spitzenprädator mit Golfballauge attackierte z.B. so gut wie gar nicht an und wich nur aus. Außerdem findet man gleich im ersten Areal hochstufige Gegner, reichlich Sammelobjekte und verschlossene Wege, die einem überdeutlich klarmachen, dass man später wiederkommen soll, was ein wenig plump und unbeholfen wirkt.
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Kommentare

Xris schrieb am
Beim KS wäre definitiv mehr drin gewesen, die deutsche Synchro wirkt aufgesetzt und selbst auf der PS5 gibts hier und da Gebiete die nicht so sauber laufen. Aber einmal davon abgesehen geile Idee. Gefühlt wären für mich eher 80% angemessen gewesen. Es entsteht doch ein recht angenehmer Flow. Wundervoll abgedrehter Trash. Ich hätte gerne noch ein Add On mit Raketenwerfer und Mini Gun!
Shamus81 schrieb am
Bin ziemlich enttäuscht von dem Spiel.
Habe zwar auch bisher nur 2-3 Stunden auf dem Konto, merke aber schon das ich hier wohl Geld verschwendet habe. Muss mir das allerdings selbst ankreiden, habe es gekauft ohne mich vorher informiert zu haben. Fand die Idee witzig und habe einfach mal zugeschlagen.
Die Grafik ist ok, wobei mich teilweise stört das manches offensichtlich keine Kollisionsabfrage hat, sieht komisch aus wenn man einfach durch eine Koralle schwimmen kann.
Die Präsentation....nuja...ist kein 50? Produkt. Wie schon im Test gesagt ist alles ein bisschen wie in einem schlechten Film, muss nicht unbedingt schlecht sein...ist aber auch nicht grade fördernd für die Motivation.
Das Gameplay ist meiner Meinung nach die grösste Baustelle, ich habe für die 2-3 Stunden die ich bisher gespielt habe 6 Anläufe gebraucht. Und mittlerweile habe ich es auch durchaus mal gestartet und direkt wieder geschlossen.....immer ein schlechtes Zeichen. Games die ich seit Monaten auf dem PC habe und die ich länger nicht mehr gespielt habe, waren plötzlich wieder attraktiv.
Muss wirklich sagen das ich mich ärgere das Geld hierfür ausgegeben zu haben, aber wie gesagt, hatte mich nicht vorher informiert daher bin ich selbst schuld.
Trotzdem schade, hier wäre mehr drin gewesen, das Szenario ist neu, die Idee ist gut, die Umsetzung ist grossteils ok....Ärgerlich das hier nicht was besseres rausgekommen ist.
DrPuNk schrieb am
Habs mir jetzt auch mal gegönnt. Zwar erst 1-2 Stunden aufm Tacho, aber es macht herrlich viel Spaß, schön trashig.
Wie der Meister der dunklen Seite über mir schon sagte, mal 1-2 Stunden zocken, jederzeit wieder einsteigen. Ich finde es Klasse :mrgreen:
Imperator Palpatine schrieb am
Maneater ist einfach ein " dumb fun game " und ich meine das gar nicht negativ.
Der Entwickler hat keinen Hehl daraus gemacht was er an die Spielerschaft bringt und dementsprechend hatte ich ziemlich viel Spass mit dem Titel. Ziemlich perfekt um mal ein, zwei Stunden zu spielen und dann nach einer Pause wieder anzufangen. Mann muss sich nicht wieder an irgendeine Story oder die Steuerung erinnern, sondern legt direkt wieder los.
Mein grösster Wunsch wären neue Gebiete und anderen Aufgaben, gerne auch als Rätselelement. Ich habe fast die gesamte Zeit übrigens ohne die - äusseren - Evolutionsformen gespielt, mit Ausnahme der Shadow Teeth. Einfach weil ich den Hai in dieser Form schöner finde. Besonders als bulliger " Mega ".
Spoiler
Show
Ich hatte eigentlich erwartet dass der finale Bossgegner jener " Mega " Hai ist den Scaley Pete erwähnte und der seinen Vater getötet hat
Toastman23 schrieb am
Gestern durchgespielt und nach 12h platiniert. Ja, es wird zum Ende etwas monoton und ein wenig mehr Abwechslung hätte dem Spiel bei den Missionen gut getan. Gern hätte es auch abgedrehter werden können, vielleicht ein Endgame mit coolen prähistorischen Bossen oder so. Dennoch war das ein feuchtfröhliches Abenteuer, gerade das unverbrauchte Setting und die gesamte Inszenierung lockern das Spiel richtig auf. Kein Meisterwerk und genau genommen nur ne 7/10, aber es wirkte erfrischend und ich hatte auf jeden Fall meinen Spaß.
schrieb am

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