Dead Island - Test, Rollenspiel, PC, Xbox 360, PlayStation 3

 

Test: Dead Island (Rollenspiel)

von Jörg Luibl



Dead Island (Rollenspiel) von Deep Silver
Feuer, Holz und all das...
Entwickler:
Publisher: Deep Silver
Release:
08.09.2011
08.09.2011
08.09.2011
12.2015
12.2015
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ab 9,99€

ab 34,00€
Spielinfo Videos  
Die Sonne lacht, das Blut spritzt, die Köpfe fliegen – willkommen auf der Tropeninsel Banoi! Hier gibt es Gewalt all inclusive für bis zu vier tapfere Zombietouristen. Die können sich über 20 Stunden wandelnden Toten in Shorts und Bikinis entgegen stellen. In Deutschland wird Dead Island offiziell nicht erscheinen. Wir haben das Action-Rollenspiel importiert und verraten euch, ob sich der karibische Trip für Erwachsene lohnt.

Ein Tag am Meer

Als ich mit Xian Mei einsam durch die abgelegene Felsgrotte am Strand wate, die ab und zu von gleißendem Licht durchstrahlt wird und in der Ferne das azurblaue Meer sehe, kommt fast so etwas wie Urlaubsstimmung auf. Das ist ja eine Postkartenidylle! Für einen Moment scheinen all die Peinlichkeiten, Wiederholungen und Bugs vergessen, alles wirkt angenehm harmonisch - selbst die entstellten Kreaturen schwanken im Takt der Brandung. Aber dann bemerken sie mich und brüllen laut vor Hunger. Gute Zombiespiele lassen jetzt angesichts der schieren Übermacht hunderter Fratzen langsam ihren Terror walten oder kitzeln angesichts gefährlicher Kreaturen die Fluchtreflexe.

Habe ich so etwas wie Angst? Empfinde ich so etwas wie einen Anflug von Panik? Nö. Ich habe ja mein ganzes Besteck dabei, darunter ein halbes Dutzend geschliffener Hackmesser, vernagelte Baseballschläger, Molotow-Cocktails und eine Deobombe, die satte 5000 Schaden macht. Da hinten stehen gerade mal vier bis sechs Untote - das ist noch nicht mal das Maximum von knapp zehn gleichzeitig aktiven Feinden. Und selbst wenn mir einer an den Kragen springt, reicht ein simpler Reaktionstest aus, um ihn abzuschüttteln. Sie wollen mein Fleisch, ich will nur meine einundzwanzigste blöde Quest erfüllen: Fackeln aus Wracks bergen. Also zücke ich meine Machete und das dreihundertachtundvierzigste Gemetzel beginnt. Ich trete dem ersten Zombie in den Unterleib, dann spritzt Blut und Köpfe fliegen. Es könnte alles so schön oder gar schrecklich sein…

Willkommen auf der Prollinsel

Heraus kommt in wenigen Momenten ansehnliche, in den meisten plumpe Action.
Heraus kommt in wenigen Momenten ansehnliche, in den meisten plumpe Action. Vergesst die Schusswaffen, denn trotz der automatischen Zielerfassung  (selbst auf PC) - die Machete mit Elektroschocks ist Trumpf!
…ist es aber nicht. Das liegt nicht daran, dass man auf Banoi nicht in aller Ruhe am Strand spazieren gehen und Muscheln sammeln kann. Das liegt auch nicht daran, dass man so viel auf brachiale Art kämpfen muss – hey, das kann Laune machen! Dead Island kommt zwar nicht an die Intensität eines Condemned heran und verwirrt angesichts inkonsequenter Kollisionsabfragen, die weder Reichweite noch Trefferzonen richtig berechnen – mal trifft man mit dem Hackmesser auf einen gefühlten Meter, mal wird die direkt vor dem eigenen Gesicht auftauchende Fratze nicht getroffen? Ich rolle eine Kiste und der Zombie fliegt an die Decke? Aber unterm Strich ist das Egokampfsystem solide, berücksichtig nicht nur Brüche und Schnitte, sondern auch geworfene Klingen, die im Leib stecken bleiben und erlaubt über den mächtigen Tritt auch das effiziente Irritieren der Untoten.

Das liegt eher daran, dass die Entwickler von Techland mit ihrem sehr guten Trailer so viel Vorfreude auf Unterhaltung für Erwachsene und packende Dramaturgie wecken konnten. Angesichts der plumpen Spielrealität war das letztlich Vortäuschung falscher Qualität. Man fühlt sich spätestens nach zwei Stunden so, als säße man in einer miesen Absteige, obwohl einem ein 5-Sterne-Urlaub versprochen wurde. Dass sich das Zombiegenre für soziale, familiäre und existenzielle Konflikte anbietet, dass sich gnadenloses Gemetzel und ernsthafter Charakteraufbau nicht ausschließen müssen, wusste nicht nur der Regisseur dieser so oft angeschauten Szenen. Das demonstriert seit Jahren u.a. die Comic- und TV-Serie „The Walking Dead“. In der Spielewelt wird man mal wieder von einem Drehbuch und Darstellern auf C-Film-Niveau entsetzt, die wie abgehalfterte Pornostars aussehen und reden.

Techland scheitert trotz so vieler Vorlagen. Sie scheitern auch, obwohl sie zu einem großen Teil das verwursten, was Dead Rising, Left 4 Dead und auch Resident Evil 5 noch auszeichnete – zum einen das bizarre Waffenarsenal sowie Quests in offener Welt, zum anderen schnelle Zombiekämpfe in Egosicht oder Panik angesichts mächtiger Bosse. All das gibt es auch hier in allen Bereichen zwei Klassen schlechter. All das ist auch okay, denn die Spielewelt lebt von gegenseitiger Inspiration und Kopien. Das Einzige, was die Polen dem Genre hätten hinzu fügen können, wäre diese magische Portion Rollenspiel samt Story, dieses kleine Portion Fallout. Aber es gibt über 20 Stunden fast nur plumpe Action zwischen Hotel und Bar, Dschungel und Hangar, Tiefgarage und Labor.
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Kommentare

SmoKinGeniusONE schrieb am
fourplay648416 hat geschrieben: ?22.11.2011 17:13 Nachdem schönen Rückwärtstrailer hatte ich erst den Test hier gelesen und trotzdem das Spiel aus Östereich importiert.
Gott sei Dank. Klar es gibt Sachen die nerven, Bugs und vorallem die Inventarsteuerung.Wenn ich mir Deobomben oder Mollis bastel, geht mein Kumpel erstmal in Deckung.....
Ansonsten finde ich es ziemlich geil.Das gnadenlose Umkloppen der Zombies ist mal was anderes, Munition und Feuerwaffen sind halt außerhalb der USA nur in begrenztem Umfang vorhanden.
Wenn ich es mit meinem liebsten Spielen vergleiche, Resident Evils und Fallouts:
Endlich mal ein steuerbares Fahrzeug! Aber ein Hardcoremodus mit Essen und Schlafen fehlt.
und um ehrlich zu sein zocke ich es nur mit meinem Kumpel zusammen, allein da rumzulaufen ist mir echt zu krass.Daher Respekt vor dem Redakteur der allein durch Moresby läuft und unbeeindruckt bleibt.
Ich gebe dem Spiel mindestens 80 Prozent .
Unterschreibe ich so... wenn auch erst nach 8 Jahren weil Test jetzt erst wieder zugänglich.
Aber das Spiel hat meine PS3 Generation gerockt
...warte schon wahnsinnig auf Teil 2
fourplay648416 schrieb am
Nachdem schönen Rückwärtstrailer hatte ich erst den Test hier gelesen und trotzdem das Spiel aus Östereich importiert.
Gott sei Dank. Klar es gibt Sachen die nerven, Bugs und vorallem die Inventarsteuerung.Wenn ich mir Deobomben oder Mollis bastel, geht mein Kumpel erstmal in Deckung.....
Ansonsten finde ich es ziemlich geil.Das gnadenlose Umkloppen der Zombies ist mal was anderes, Munition und Feuerwaffen sind halt außerhalb der USA nur in begrenztem Umfang vorhanden.
Wenn ich es mit meinem liebsten Spielen vergleiche, Resident Evils und Fallouts:
Endlich mal ein steuerbares Fahrzeug! Aber ein Hardcoremodus mit Essen und Schlafen fehlt.
und um ehrlich zu sein zocke ich es nur mit meinem Kumpel zusammen, allein da rumzulaufen ist mir echt zu krass.Daher Respekt vor dem Redakteur der allein durch Moresby läuft und unbeeindruckt bleibt.
Ich gebe dem Spiel mindestens 80 Prozent .
DrArriS schrieb am
Dieser Test ist echt ein Witz wie auch viele anderen von 4P aber zum Glück gibt es noch die Frontmedien oder Gamepro :)
qphalanx schrieb am
Moin,
hab meine 10 Stunden mittlerweile schon auf der Insel verbracht und möchte einfach nochmal kurz was dazu schreiben. Achtung - sind vielleicht 2-3 kleine Spoiler drin.
Der Test liest sich, als hätte jemand nur den Akt 1 gespielt. Sicher will ich das keinem unterstellen, aber die Kritikpunkte sind da absolut nachvollziehbar. Trotzdem hatte ich genug (hirnfreien?) Fun, um weiterzumachen. Und ab Akt 2, sobald man die Stadt erreicht, erhöht sich die Qualität des Spiels meiner Meinung nach ganz enorm. Plötzlich kämpft man auch mit Plünderern statt nur Zombies, auf einmal gibt's auch mal "dicke" Zombies ohne Bikinifigur, die engen Abwassersysteme rauben einem den letzten Nerv... man experimentiert viel mehr mit den Waffenupgrades, freut sich über seltene Items, findet langsam heraus welche Waffen gegen welche Gegnertypen am besten wirken und sieht sich plötzlich immer häufiger in fast ausweglosen Situationen - das Game hat im 2. Akt meiner Meinung nach wirklich Klasse entwickelt. Und trotzdem reise ich hin und wieder sogar zurück an den Strand, um auf Entdeckungstour zu gehen.
Ja, die Items tauchen immer wieder an der gleichen Stelle auf und ja, meine einzige wirklich geniale, einzigartige Waffe war nach einem Reload einfach aus dem Inventar verschwunden (dafür eine andere plötzlich doppelt), aber ich sehe gerne darüber hinweg. Weil ich eine Menge Spass mit dem Spiel habe, und nur darum gehts!
Grüße,
qp
somu schrieb am
warum streitet man sich hier um die anzahl zu weniger verschiedener gegnertypen? es sind aussreichend verschiedene skins für zombies vorhanden. und wenn es jemandem auf den sack geht das es fast NUR zombies gibt (was ja nichtmal so ganz stimmt) .... 8O
ich wollte mal kundtun das ich die wertung nicht nachvollziehen kann. 50% sagt einem "finger von lassen". gut das ich nicht darauf gehört habe denn so hätte ich ein sehr spassiges spiel verpasst. klar sind einige kritikpunkte nicht von der hand zu weisen, dennoch steht für mich der pluspunkt spielspass (und der ist im hohem maße vorhanden) über all diesen. die kritikpunkte von jörg find ich fast alle viel zu streng. sieht für mich eher danach aus das man mit dieser masse einfach eine rechtfertigung für die geringe wertung haben wollte.
mich stört das ganze aufgelistete garnicht oder es ist mir nicht aufgefallen. soll aber nicht heißen das ich das spiel fehlerlos finde.
mich stört zumbeispiel das ich die "f" taste nicht umbelegen kann ohne das sie ihre alte funktion zudem beibehält das sozusagen nach neubelegung zwei aktionen ausgeführt werden.
die quests sind nicht sehr anspruchsvoll aber trotzdem habe ich noch nicht gedacht "urks nun muss ich da wieder hin" was vielleicht auch an dem auto liegt. wenn mal nen weiter weg vor einem liegt dann nimmt man das auto und is ratzfatz da. das ich sehr oft immer die gleichen passagen durchschreiten musste ist mir jetzt auch nicht so vorgekommen. man muss lediglich zur "basis" zurück um teilweise quests abzuschließen oder belohnungen abzuholen. empfand ich aber nie als nervig. die waffenabnutzung ist schon ein wenig krass. besonders bei messern. ich hab immer 4-5 waffen die ich durchwechseln muss bis ich dann zur nächsten werkbank komme. da hätte man ein wenig dran schrauben sollen wie ich finde, wobei das auch ein wenig die angst und das nachdenken fordert.
das di zu leicht und gar ungruselig ist mag am anfang stimmen. spätestens in der stadt hatt man schon zu kämpfen und...
schrieb am

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