Wie kommt es, dass sich der Luibl hier so vertan hat?
Für die allseits bekannten Bugs, von denen viele im grafischen Bereich auftreten, Texturen,
schwebende Objekte, nicht mehr anwählbare Objekte, etc., habe ich ja das größte Verständnis.
Diese können ja auch leicht über die Zeit behoben werden.
Aber der verbockte Rest, angefangen bei dem Cyberspace, dem Hacken, eigentlich ein Core-Element,
das mit einem lahmarschigen Zahlenspiel abgedeckt wurde, welches x-mal gespielt werden muss.
Oder die zig-tausend Waffen, die für mich auf einem LEGO-ähnlichen Niveau verweilen.
Diese nicht gerade ausgereifte Welt von Cyperpunk 2077 findet sich leider oft im ganzen Spiel wieder.
Das Cyberpunk-Universum selbst wurde zwar schon vor knapp 40 Jahren erschaffen
und ist dementsprechend etwas dröger bzw. primitiver als jetzt Matrix zum Beispiel,
aber gerade hier fehlt doch die Leistung von CDPR, nämlich das etwas anzupassen, erwachsener zu machen
und dem Ganzen eine unverwechselbare Seele einzuhauchen.
Das ist bei Cyperpunk 2077 definitiv nicht passiert.
Es gibt zwar Elemente wie das Braindance, die ganz okay umgesetzt wurden,
aber dennoch weit unter ihren Möglichkeiten bleiben. Einzig und allein die Implementation
von Johnny Silverhand, dargestellt von Keanu Reeves, verleiht Cyperpunk 2077 eine gewisse Exklusivität.
Die so gefürchteten Netrunner treten im Cyberspace gar nicht auf, denn den gibt es eigentlich gar nicht.
Dieses verbockte Zahlenspiel und der Braindance, sowie bei Bildschirmen die abrufbaren Messages, Files
und den ewigen gleichen "Webpages". Das war es schon.
Die Netrunner sind eher mit Modifikationen ausgestattet, um blitzartig in Kämpfen hin- und her zu flashen.
Tja. Auch der Traffic leidet an latentem Alzheimer. Hier sollte CDPR auch dringend dazulernen,
zum Beispiel bei Rockstar. Die sind da einfach besser.
Also für mich ist Cyperpunk 2077 maximal eine 80%, eher 65%.
Ohne viel Augenwischerei und Fanboy-Getue. Aber gute Grafik-Assets sind keine 90% wert.