Lone Echo 2 - Test, Adventure, Oculus Rift S, Virtual Reality

 

Test: Lone Echo 2 (Adventure)

von Jan Wöbbeking



Lone Echo 2 (Adventure) von Oculus
Ein würdiger Abschluss?
Publisher: Oculus
Release:
12.10.2021
12.10.2021
Spielinfo Bilder Videos
Ob im offenen All oder in klaustrophobischen Gängen voller tödlicher Biomasse: So direkt wie in Lone Echo 2 lässt sich Science-Fiction vermutlich nirgendwo erleben. Im Test hangeln wir uns durch das letzte, richtig aufwändig produzierte VR-Adventure für Facebooks Rift-Plattform.

Ein feiner Grat

Mit Teil 2 knüpfen die Ready at Dawn Studios (The Order: 1886) direkt an die Story des Vorgängers an. Wer dessen Geschichte selbst erleben möchte, sollte also vor dem Lesen dieses Artikels einen Abstecher ins Original wagen. Alternativ gehen ein kurzer Vorspann und zahlreiche Hinweise auf vorige Geschehnisse ein, was sich für Neulinge als brauchbare Vorbereitung erweist. Zu Beginn der Fortsetzung finden sich Astronautin Olivia “Liv” Rhodes und der vom Spieler gesteuerte Androide „Jack“ in einer nicht allzu optimistisch stimmenden Zukunft wieder.

Die futuristische KI Juno hat das Duo inmitten eines verfallenen Komplexes in Quarantäne gepackt. Mit ihren abwiegelnden Wesenszügen gibt sie bereits einen schönen Ausblick auf die genial geschriebenen Charaktere der Geschichte. Zu Beginn wirkt die neue holographische Begleiterin noch ähnlich vertrauenerweckend wie Saddam Husseins später Außenminister, der selbst vor rauchender Kulisse den Einmarsch der USA verleugnete. Erst als nach dem Versagen der Lebenserhaltungssysteme die Flucht unausweichlich wird, rückt Juno mit nützlichen Tipps und Hintergründen über die verwinkelte Raumstation heraus – und wird im Laufe der Interaktionen übrigens deutlich zutraulicher.

Zurück in die Zukunft

Die Interaktion mit Liv lässt das Abenteuer sehr natürlich wirken. Sie wundert sich sogar, wenn man als eigentlich nicht besonders launische KI etwas nach ihr wirft.
Die Interaktion mit Liv lässt das Abenteuer sehr natürlich wirken. Sie wundert sich sogar, wenn man als eigentlich nicht besonders launische KI etwas nach ihr wirft.
Ich will nicht verraten, wer oder was den beiden auf ihrer Mission durchs All noch begegnet. Doch die glaubwürdig transportierten, professionell vertonten Interaktionen zwischen den Figuren gehören klar zu den größten Stärken von Lone Echo 2. Es mag abgegriffen klingen, aber ich fühlte mich bisher in keinem Spiel so sehr als Protagonist in einer selbst erlebten Science-Fiction-Geschichte. Dies spiegelt sich vor allem in meinen teils unbeholfenen Versuchen wieder, in meinen Dialogen als Android Humor zu imitieren. Als Livs langjähriger Begleiter entwickle ich schnell ein gewisses Verantwortungsgefühl für die sympathische Astronautin, die in der Abgeschiedenheit des Alls offenkundig nichts gegen ein wenig Gesellschaft und emotionale Bindung einzuwenden hat – und wenn es sich nur um einen etwas hölzern (oder metallisch?) agierenden Androiden wie mich handelt. Den mentalen Ausgleich kann sie im Kampf gegen die bedrohlich wuchernde Biomasse auch bestens gebrauchen. Eine mögliche Rückkehr in ihre Zeit steht für Liv und Jack natürlich ebenfalls auf der Agenda – falls dazu überhaupt eine Möglichkeit bestehen sollte...

Beim vorsichtigen Hangeln durch schmale tödliche Gänge erinnert die Spannung schnell angenehm an ruhige Momente der Alien-Reihe. Ein wichtiger Grund fürs ungewöhnlich intensive Präsenzgefühl ist nach wie vor die besondere Art der Fortbewegung. Mit den Bewegungscontrollern bzw. den Händen des Androiden stoße ich mich sehr natürlich von den Wänden ab, gebe ordentlich Schub oder korrigiere mit feinfühligen Hand-Düsen den Weg durch die Schwerelosigkeit.

Kommentare

Shodan77 schrieb am
Some Guy hat geschrieben: ?25.10.2021 13:24 Wenn jemand da Erfahrungen hat ob das irgendwie mit Vive/Index spielbar ist und wie sich das spielt bitte raus damit. Mich nervt diese elende Exklusivität wirklich enorm als jemand, der mit Facebook-Hardware nichts am Hut haben möchte. Von den meisten Top 10 Listen sind nahezu alle Titel Quest-Exklusiv. Ein Half-Life Alyx alleine reicht einfach nicht und alles andere enttäuscht immer und immer wieder.
Ich habe das Spiel jetzt mit der HP Reverb G2 über Revive angetestet und es läuft überraschend gut(i7-6850K, RTX 3090).
Shodan77 schrieb am
d@ywalkr hat geschrieben: ?26.10.2021 20:26
Tas Mania hat geschrieben: ?25.10.2021 17:56 Jan mach nach 4 players einen eigenen Vr Kanal oder Magazin :)
Dem schließe ich mich an. Mit den Tests von Resi 4 und Lone Echo 2 machst du uns allen den Abschied von 4players nicht leichter :cry:
Dem kann ich mich nur anschliessen! Es kamen in den letzten Tagen noch tolle Artikel und Tests (DLSS-Special, Lone Echo 2, Resi 4) - es darf doch einfach nicht wahr sein, dass wir jetzt alleine zurück bleiben und einen 4Players-Ersatz suchen müssen :cry: Soll ich in Zukunft etwa nur noch die Hypestar lesen?? ;)
Eispfogel schrieb am
Ok alles klar! Du weisst genau was ich meinte(die Controller schalten zu schnell ab, wenn aus dem Blickfeld und brauchen auch manchmal ein wenig, bis sie wieder erkannt werden). BeatSaber, Space Pirate Trainer und das alte In Death auf Steam(hat ja nix mehr mit dem neuen zu tun). waren für mich einfach nicht mit WMR spielbar. Ständig war ein Controller im ungünstigsten Moment weg. Bei Alyx hatte ich dann nur noch eine Quest 1 und 2 am PC und habe nie wieder ein WMR Headset benutzt(das letzte war die Samsung Odyssey).
Eventuell gab es ja doch ein paar Fortschritte?
Das mit dem "springen" kenne ich auch. Stormland konnte ich mit WMR über Revive nie wirklich flüssig spielen. Das war in jedem Fall richtig schlecht. Lone Echo 1 war auch bei mir schon gut(die controller haben schon irgendwie gut gepasst).
Aber egal wie..ich mochte Revive auch nie. Zu blöd, dass Oculus sich da noch immer nicht geöffnet hat. Die könnten ja auch OpenXR unterstützen. Dann wäre auch jedes Headset lauffähig. Vor allem würden dann auch sicher mehr Leute dort im Shop etwas kaufen. Aber so?
PC ist ja bei denen gerade eh out. Da wird wohl auch nicht mehr viel passieren. Mit der Quest kann man den Benutzer ja auch besser..einsperren.
Shodan77 schrieb am
Eispfogel hat geschrieben: ?25.10.2021 15:54 Die G2 ist ja auch "nur" eine WMR-Brille mit den üblichen Trackingproblemen. Egal ob Lenovo Explorer, Samsung Odyssey, oder eben eine Reverb - das hatte sich nie geändert. Konnte aber auch mit der Lenovo nicht feststellen, dass das Tracking mit Revive plötzlich noch schlechter geworden wäre. Das war schlecht wie immer(auch wenn MRTV gerne immer etwas anderes behauptet hat....).
Die hohe Auflösung der G2 macht doch nur in Simulationen Spass, bei denen man die beiden Fackeln(weil weisses Licht und enormer Energiebedarf der Controller) nicht verwenden muss.
Ja, das haben so ziemlich alle Tester der G2 erwähnt. Es betrifft aber nur sehr schnelle Spiele (Beat Saber) oder Spiele die verlangen, dass man die Controller in extreme Winkel außerhalb des Blickfeldes bewegt. In der Praxis ist davon aber wenig bis nichts zu merken. (Auch Waffen aus dem Backpack ziehen funktioniert.) Das allerbeste daran ist, dass man zwischen dem Spielen auf dem Sofa und im Stehen wechseln kann ohne irgendwelche Kameras herumzuschieben oder eine Kalibrierung durchzuführen.
Das Tracking ist i.A. absolut flüssig (ich habe zweimal Half Life Alyx damit durchgespielt). Das einzige Problem das ich wirklich hatte ist, dass die Controller manchmal zu lange aus dem Blick geraten. Dann gleichen die Gyros das nicht mehr aus. Das war aber selten von Bedeutung, denn spielmechanisch relevante Bewegungen, wie das Zielen über Kimme und Korn, waren bei mir nicht betroffen.
Mit schlechterem Tracking meinte ich, dass es mit Revive oft wirklich ungleichmäßig läuft und "springt", was absolut kein grundsätzliches Problem bei der G2 ist. Auch sind die Revive-Spiele nicht gleichmäßig betroffen: "Robo Recall" läuft z.B. viel besser als "The Climb" bei mir. Lone Echo 1 war flüssig, aber man merkte an anderen Stellen, dass die Entwickler nicht für Fremdbrillen entwickelt haben. Die Tastenbelegung erfordert auch jedesmal einiges an trial & error.
d@ywalkr schrieb am
Tas Mania hat geschrieben: ?25.10.2021 17:56 Jan mach nach 4 players einen eigenen Vr Kanal oder Magazin :)
Dem schließe ich mich an. Mit den Tests von Resi 4 und Lone Echo 2 machst du uns allen den Abschied von 4players nicht leichter :cry:
Vielen Dank nochmal an euch alle für die super Infos, Tests etc. der ganzen letzten Jahre! Ich war immer ein eher "stiller" Leser, habe eure Arbeit aber immer sehr geschätzt. Insb. das ihr auch den VR Spielen in den letzten Jahren immer Raum gegeben habt. Da können sich die meisten anderen Gamesseiten eine gehörige Scheibe abschneiden!
Ich hoffe man liest und hört bald wieder von euch! Ein eigener VR Kanal wäre natürlich super, dann wäre ich auf jeden Fall dabei :D
schrieb am