ANNO 1701 DS - Test, Strategie, Nintendo DS - 4Players.de

 

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Aufbau-Strategie
Entwickler: Keen Games
Release:
15.04.2010
Spielinfo Bilder Videos
Die Siedler. Age of Empires. Anno. Drei Erfolgs-Serien. Drei Strategie-Bomben auf PC. Drei viel versprechende Versuche, einen großen Namen auf dem kleinen DS zu etablieren. Während die Blue Byte-Wusler noch etwas auf sich warten lassen, konnten die Age of Empires-Könige für unterwegs einen Gold-Award einheimsen. Kann Anno 1701 den Aufwärtstrend der Strategie für unterwegs fortsetzen? 

Das alte Leid

"Nur noch ein halbes Stündchen". Dieser Satz ist zu einem permanenten Begleiter und meiner Lieblingsausrede geworden, seitdem ich mit Anno 1701 auf dem DS angefangen habe. Und es kommt, wie es kommen muss: Aus 30 Minuten werden 32, daraus 45 und bevor ich mich versehe, ist das Abendessen kalt, der Weißwein warm und der Mond schon lange hinter Wolken verschwunden. Das Anno-Fieber hat mich gepackt - mal wieder. Und das verdammt noch mal, nicht am PC, wo ich ausufernd prachtvolle Kulissen sowie eine komfortable Steuerung genießen könnte. Nein: Ausgerechnet auf dem DS werde ich wieder zum Annoholiker.

Oben der kontextsensitive Info-Schirm, unten die Spielwelt sowie das übersichtliche Menü: Einfach, praktisch, gut!
Großer Bruder, kleine Schwester?

Wie kommt es, dass ich nicht genug von der zweidimensionalen Iso-Grafik bekommen kann, die in ihren Grundstrukturen eher an das allererste Anno 1602 erinnert als an einen Ableger des nicht mit schnieker Optik geizenden PC-Spiels, das 2006 bei uns mit einer 88 Prozent-Wertung nur knapp am Platin vorbei schrammte.

Des Rätsels Lösung: Das Team von Keen Games hat sich nicht darauf verlassen, das PC-Spiel zu kopieren oder in leicht beschnittener Form DS-kompatibel zu gestalten. Stattdessen hat man alles von Grund auf neu gestaltet und optimiert: Kampagne, Karten, Wirtschaftskreisläufe, Steuerung. Natürlich orientiert man sich bei allen wesentlichen Mechaniken am großen Rechenknecht-Bruder.

Das bedeutet aber nicht, dass Anno für unterwegs an Komplexität verloren hat. Nach wie vor ist es eure Aufgabe, Inseln zu besiedeln und eure Stadtbewohner möglichst wunschlos glücklich zu halten. Doch das ist einfacher, als es sich anhört. Denn habt ihr erst einmal die Grundversorgung mit Baumaterial und Nahrung sichergestellt, steigen eure Bürger im Rang auf und können sich über mehrere Stufen bis zu Aristokraten entwickeln. Jede der insgesamt fünf Stufen bringt aber gestiegene Forderungen und Wünsche mit sich. Da ihr zusätzlich auch noch eure Gelder im Auge behalten müsst und lange nicht alle der Rohstoffe auf eurer Heimatinsel wachsen, seid ihr entweder zum Handel oder aber zu Kolonisierung andere Eilande gezwungen. Mit dem sorgsamen Anpassen der Steuern, Naturkatastrophen, Piraten sowie Übergriffen anderer Kolonisateure seid ihr ebenfalls konfrontiert.
Und schwupps: Wollte ich gerade nur noch dafür sorgen, dass ich meiner Plantage genügend Platz einräume, um den Sprung in die nächste Bevölkerungsstufe zu schaffen, ertappe ich mich, ich weiß gar nicht wie viel später dabei, dass ich unterwegs bin, um mich auf zwei weiteren Inseln breit zu machen und das nächste Kapitel der insgesamt gut 20 Stunden dauernden Kampagne in Angriff zu nehmen.    

Klein und übersichtlich?

Einen großen Anteil an dem "Noch eine halbe Stunde"-Faktor hat auch die DS-optimierte Steuerung und die Darstellung, der vor allem im fortgeschrittenen Stadium auch der Wuselfaktor nicht abzusprechen ist.
Dabei wird der untere Bildschirm für die Spielwelt und die sparsam an der rechten Seite platzierte Menüstruktur genutzt, während der obere mit kontextsensitiven Informationen gefüllt wird. Dank des fast schon zu langen Tutorials sowie der umfangreichen integrierten und querverlinkten Enzyklopädie kommt man auch ohne Handbuch-Studium schnell hinter die Geheimnisse der Warenwirtschaft. Bereits nach kurzer Zeit fließt der Gebäudebau schnell und intuitiv aus dem Stylus.

Bis ihr eure Bevölkerung zufrieden stellt, ist es ein weiter Weg.
Gleiches kann man leider nicht über den etwas unglücklichen Straßenbau sagen: Denn anstatt intuitiv ein "Bau-as-you-go" praktiziert, also ein direktes Verlegen der Straßenbauplatten mit jedem Quadrat, über das ich den Stylus ziehe, gibt es ein "Zwei-Fahnen-System". Das bedeutet, dass ich zwei Fahnen auf dem Bildschirm platziere und zwischen diesen die Straße aufgeschüttet wird.

Zusammen mit der leider auch nicht in 90- oder 180-Grad-Schritten drehbaren Kamera und selbst in der nahen der zwei Zoomstufen hat man vor allem in der Anfangsphase Schwierigkeiten, Straßen auf Anhieb miteinander zu verbinden.
Nach einigen Bauversuchen hat man dann zwar den Dreh raus, doch angesichts der ansonsten guten Benutzerführung bleibt ein schales Gefühl zurück.     

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