theHunter: Primal - Test, Simulation, PC

 

Test: theHunter: Primal (Simulation)

von Jan Wöbbeking



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Feuer!

Ich lege an, jage ihm mit dem Scharfschützengewehr drei Schüsse in die Körpergegend, in der ich Herz und Lunge vermute, und binnen Zehntelsekunden stampft der wütende Koloss in meine Richtung. Auf den Kopf soll man laut Anleitung möglichst nicht zielen – schließlich gibt es bei dem Jäger mit dem Erbsenhirn dort nicht sonderlich viel, was kaputt gehen könnte. Ich robbe zwischen zwei fette Findlinge, warte ein Weilchen – und tatsächlich: Der Riese kann mich nicht direkt orten und streckt erst einmal schnuppernd die Nase in den Wind. Weglaufen ist in diesem Spiel grundsätzlich eine schlechte Idee, da alle Urzeitechsen deutlich schneller rennen können als ein Mensch. Vielleicht hätte ich einfach mehr Geduld beweisen müssen, bis der Rex das Interesse verliert und sich wieder entfernt. Auch durch Steinwürfe lassen sich Dinos ablenken. Stattdessen stecke ich meinen Kopf aus der Deckung und drücke noch ein paar Mal mit der Schrotflinte ab. Offensichtlich hat das nicht gereicht: Ein schneller Haps und ich bin tot. Mahlzeit!

Trixi voraus!
Prozessor und Arbeitsspeicher werden durch die offene Welt gefordert - die Mindestvoraussetzungen für die Grafikkarte bleiben dagegen moderat (laut Verpackung langt z.B. eine GeForce 8800).
In solchen Momenten und beim langsamen Heranpirschen kommt in theHunter: Primal durchaus Jagdstimmung auf, auch weil die Natur so idyllisch wirkt. Es gibt eine hübsche Beleuchtung, einen Tag- und Nachtwechsel, prasselnde Schauer und einen gelungenen Soundteppich – je nach Ort und Tageszeit mit zirpenden Grillen, atmosphärischem Windrauschen und dem Rascheln der Pflanzen. Schade, dass nicht auch die Schreie der Urzeitechsen besser abgemischt wurden. Ihre Rufe klingen meist deutlich zu nah und laut, so dass ich mich oft viel zu früh umgedreht habe, statt strategisch günstig weiter zu laufen. Unschön ist auch, dass am Horizont ständig kleine Pflanzen und andere Details ins Bild ploppen.

Technisch nur halbwegs auf der Höhe der Zeit

Das Unterholz ist dicht genug, damit Raptoren effektiv darin herum huschen können. Im Gegensatz zu Evolve oder Grow Home mangelt es aber an zerklüfteten Vorsprüngen und interessanten Eigenheiten im Terrain. Haben die Entwickler vielleicht bewusst nur sanfte Hügel eingebaut, damit die Dinosaurier nicht auf der Flucht hängen bleiben? Scheue Kolosse wie Triceratopse (von der Commmunity liebevoll Trixis genannt) galoppieren in Sekundenschnelle davon, wenn man sie aufschreckt. Die KI der Tiere schwankt: Das Fluchtverhalten und die Jagd im Rudel wirkt relativ glaubwürdig, im Kampf spulen die meisten Biester aber zu oft die gleichen Attacken ab. Auch der Angriff des flatternden Flugsauriers Quetzalcoatlus wirkt zu vorhersehbar: Lauft im Eiltempo über eine seiner Lichtungen oder am steinigen Berg hinauf und ihr könnt euch sicher sein, dass er etwa einmal pro Minute versucht, euch zu krallen und aus der Luft auf den Felsen zerschellen zu lassen. Noch stumpfer agieren die Velociraptoren, die sich selbst im Rudel fast ohne Gegenwehr mit der Machete niedermetzeln lassen.

Mit dem Horn lockt man die scheuen Triceratopse an...oder krümmt sich in lustigen Verrenkungen.
Mit dem Horn lockt man die scheuen Triceratopse an...
Zu Beginn des Spiels versuchte ich noch, mich mühsam mit Hilfe von solchem Kleinvieh hochzuleveln, denn Schusswaffen kann man sich erst ab Level 10 zulegen. Außerdem kann es passieren, dass man sich vorm Besuch des Shops erst einmal einem Dino zum Fraß vorwerfen muss: Dann landet man mit einer neuen Kapsel auf dem Planeten und bekommt sofort Zugriff auf den Shop. Das Prinzip funktioniert ähnlich wie in ZombiU: Wenn ein Jäger tot ist, bleibt er auch tot. Ich schlüpfe dann in die Haut des nächsten Neuankömmlings. Nach dem Neustart kann ich mich aber immerhin noch auf den Weg zur fallen gelassenen Ausrüstung des Vorgängers machen – falls sie noch nicht bereits von anderen Jägern stibitzt wurde. Mit dem durch die Jagd verdienten Geld lassen sich z.B. ein Revolver, ein Doppellaufgewehr, ein Scharfschützengewehr sowie einige Aufsätze und Kleidungsstücke zulegen. Die Auswahl fällt aber ähnlich mager aus wie die Zahl der Dinosaurierarten: Lediglich sechs Bleispritzen gibt es im Shop; und nur fünf Echsentypen stampfen über die rund fünf mal fünf Kilometer große Insel. Immerhin gibt es aber zusätzlich noch ein paar nützliche Gadgets wie unterschiedlich starke Medikamentenfläschchen oder ein Horn zum Anlocken der Triceratopse. Auch Dino-Eier und (mitunter ungesunde) Pilze lassen sich verspeisen. Rollenspiel-Feinheiten wie Koch-Sessions oder das Schmieden von Werkzeugen gibt es hier aber nicht.

Kommentare

casanoffi schrieb am
Es interessiert mich schon sehr, auch wenn die Optik für heutige Verhältnisse schon schäbig ist.
Bei Nether ist ja ähnlich - schlimme Grafik, technisch zum davonlaufen, aber das Gameplay ist grandios.
Agbo schrieb am
Randall Flagg78 hat geschrieben:Hört sich alles nach Evolve, in einer Nummer schlechter an. Darin habe ich mittlerweile um die 110 Stunden investiert und es wird nicht langweilig.
Vor allem wenn man ein eingespieltes Team hat, inklusive 2 sehr guter Monster Spieler.
Dieses Spiel ist so voller Feinheiten. Wir diskutieren z.B. täglich über die Zusammenstellung unseres Teams und jeder vertritt da andere Ansichten.
Schade, dass es so wenig Beachtung gefunden hat, denn m.M.n. ist es eines der besten Spiele, die in den vergangenen 2-3 Jahren releast wurden sind.
Und ich kann sonst mit Shootern absolut nichts anfangen und eigentlich bin ich auch kein großer MP Spieler.
Ich sehe jedenfalls keinen Grund, zu diesem Spiel hier zu greifen.

Die diskussion gab es mittlerweile genug ExtremGut vs. Extrem schlecht. Man muss nicht in jedem Artikel erneut seine Meinung zu Evolve bezeugen.
Randall Flagg78 schrieb am
Hört sich alles nach Evolve, in einer Nummer schlechter an. Darin habe ich mittlerweile um die 110 Stunden investiert und es wird nicht langweilig.
Vor allem wenn man ein eingespieltes Team hat, inklusive 2 sehr guter Monster Spieler.
Dieses Spiel ist so voller Feinheiten. Wir diskutieren z.B. täglich über die Zusammenstellung unseres Teams und jeder vertritt da andere Ansichten.
Schade, dass es so wenig Beachtung gefunden hat, denn m.M.n. ist es eines der besten Spiele, die in den vergangenen 2-3 Jahren releast wurden sind.
Und ich kann sonst mit Shootern absolut nichts anfangen und eigentlich bin ich auch kein großer MP Spieler.
Ich sehe jedenfalls keinen Grund, zu diesem Spiel hier zu greifen.
casanoffi schrieb am
SpookyNooky hat geschrieben:Doch, es gibt Einwanderer.
Wie den Problembären Bruno. :D
Ein Einwanderer, auf den offiziell geschossen werden darf - der ultimative Traum für uns Bayern :mrgreen:
SpookyNooky schrieb am
greenelve hat geschrieben:
casanoffi hat geschrieben:Ich weiß ja nicht, wo Du herkommst, aber hier in Bayern ist das normal :mrgreen:
Dafür gibts halt keine Bären, nicht wahr. Kannst halt nicht alles haben im Leben. :Blauesauge:
Doch, es gibt Einwanderer.
Wie den Problembären Bruno. :D
schrieb am