Ancestors: The Humankind Odyssey - Test, Action, PC - 4Players.de

 

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Ancestors: The Humankind Odyssey (Action) von Private Division
Mühselige Vorzeit
Action-Adventure
Publisher: Private Division
Release:
27.08.2019
12.2019
12.2019
Jetzt kaufen
ab 35,99€
Spielinfo Bilder Videos

Branchen-Erfahrung führt nicht automatisch zu durchdachtem Spieldesign: Das beweist derzeit Ancestors: The Humankind Odyssey. Assassin‘s-Creed-Schöpfer Patrice Désilets hat sich aber immerhin ein spannendes Thema ausgesucht: Den beschwerlichen Überlebenskampf unserer frühen Vorfahren. Wir haben uns durch die Wipfel geschwungen und Wildschweine gejagt.



Unnötig sperrig
 
Ja, ja, es war sicher beschwerlich vor zehn Millionen Jahren. Deutlich weniger Annehmlichkeiten damals, vom schlechten DSL-Ausbau ganz zu schweigen. Aber reicht es denn nicht, wenn sich diese Mühen auf den Kampf ums Überleben beschränken und nicht auf den Kampf mit dem Controller? Wenn ein Menschenaffe seinerzeit ein paar Palmwedel oder Kokosnüsse sortierte, dann artete das sicher nicht in ein derart chaotisches Gewurschtel aus wie im Spiel von Désilets neuem Studio Panache Digital. Oft ist es schlicht und einfach Glückssache, wen oder was man anvisiert. Vier, fünf mal die Blickrichtung korrigieren, ein paar Drehungen auf der Stelle – und schon hat man einen Speer auf dem dafür vorgesehenen Stapel abgelegt – sogar ganz ohne sich aus Versehen zu paaren oder einen Sprung von der Klippe zu starten! Sehr intuitiv!
 
Auch so profane Aktionen wie das Einsammeln Blut stillender Früchte oder das Schwingen durch die Baumwipfel benötigt mehr Übung als wir vermutet hätten. Zudem bleibt auch die digitale Anleitung viel zu vage, selbst wenn man sich vorm Start für die „Einsteiger-Variante“ mit vollem HUD und komplettem Tutorial entscheidet. „Viel Glück, wir werden dir nicht viel helfen“, warnt die Einleitung. No shit, Sherlock! Genau das wäre aber dringend notwendig gewesen, um erst einmal wichtige Einblicke in all die seltsamen Regeln zu erlangen. Sie lassen den Spieler oft sogar gegen die eigene Intuition handeln. Kinder z.B. brauchen keinerlei Nahrung – das weiß doch jeder! Außerdem ist es pädagogisch wertvoll, sie auch in gefährlichen Situationen immer im Huckepack herumzutragen – selbst wenn ein Säbelzahntiger zum Sprung ansetzt. Die Passagiere der mobilen Fell-Kita sollen ja alles lernen und mitbekommen, was in der Wildnis vor sich geht. Wir wollen schließlich an wertvolle Neuronen-Energie für den Rollenspiel-ähnlichen Entwicklungs-Baum des Gehirns gelangen.
 
Einzigartiges Spielgefühl
 

Da, ein dreiköpfiger Affe! Der eigene Stamm hat untereinander keinerlei technische Berührungsängste.
Da, ein dreiköpfiger Affe! Der eigene Stamm hat untereinander keine technisch bedingten Berührungsängste.

Schade, dass sich der eigentlich spannende Mix aus Action-Adventure und Überlebenskampf unter solch einem Wust sperriger Mechaniken, Steuerungs-Macken und Grafikfehlern versteckt (die Menschenaffen laufen z.B. komplett ohne Kollisionsabfrage in ihre Stammesgenossen hinein). Das grundlegende Thema des Spiels ist schließlich sehr motivierend: Wann hatte man schon einmal die Möglichkeit, die erste Phase der menschlichen Vorgeschichte so intensiv aus erster Hand zu erleben? Kein Wunder, dass Désilets für das ungewöhnliche Vorhaben ein neues, nicht all zu großes Studio gegründet hat.
 
Jeden Tag startet man immer mutigere Streifzügen durch den Wald, um neue Entdeckungen zu machen: Sobald das Hantieren mit beiden Armen erlernt wurde, lässt sich ein toter Ast zu einem praktischen Speer abschaben. Mit dem hebelt man danach schwere Steine aus dem Weg und entdeckt exotische Snacks wie Schnecken oder Pilze. Aber Vorsicht: Unverdauliche Schwammerl oder unreife Früchte können eine ordentliche Magenverstimmung und psychedelisches Bildwabern erzeugen - was sich mit ausgiebigem Trinken am Fluss wieder entgiften lässt. In diesem Spiel dreht sich alles darum, neue Dinge zu erlernen, Neuronen zu verbinden und zu festigen, um schließlich im Laufe mehrerer Generationen mit Mutationen die Evolution voranzutreiben. All das ist natürlich keine akkurate Simulation, orientiert sich aber an echten Abläufen und wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Die Macht der Fortpflanzung
 

Eine Hetzjagd, einige Speere und Knochenbrüche später muss das Schwein endlich dran glauben!
Eine Hetzjagd, einige Speere und Knochenbrüche später muss das Schwein endlich dran glauben!

Eine wichtige Voraussetzung für fähige Führungskräfte künftiger Generationen ist die Fortpflanzung. Die Partnersuche gestaltet sich erstaunlich einfach: Eine Rückenmassage mit idiotensicherem Minispiel genügt – und schon ist die Angebetete bereit für eine Partnerschaft und die „Sexy Time“ mit verschämt nach oben schwenkender Kamera. Ein paar lustvolle Grunzer später darf man sogar schon zur Geburt vorspulen und hat ein weiteres Baby, um die kommende Generation des Stamms zu sichern.

Kommentare

Skippofiler22 schrieb am
Nun, es ist halt eben so, dass kaum noch was, wenn man ein Spiel installiert ohne Internet und Anmeldung geht. Da muss man eben durch. Oder man bleibt "auf ewig in der Vergangenheit" und spart somit Zeit, Geld und Nerven.
Mesmerizer schrieb am
Für mich absolut nicht nachvollziehbar, klasse Konzept, ganz nettes Design, Steuerung mit Controller nach 30 Minuten absolut fehlerlos und in Ordnung, Ancestors hat gigantisches Potential. Leider noch ein wenig buggy, hätte noch ein wenig mehr Questaufbau oder Storyaspekte vertragen können, außerdem wäre es schön würde sich nach der Evolution auch die Umgebung und das Wildleben ändern. Fühlt sich noch ein wenig zu grindig und zu roh an aber sonst.. klasse Idee.
Alles in allem hat wenigstens mal wieder Jemand versucht aus der Routine auszusteigen.
Und zum Epic gebashe.. wen interessierts, bei Origin, Uplay und Blizzard habt ihr euch doch auch nicht aufgeregt?
Akabei schrieb am
Herrje, zum Kommentar über mir schreibe ich lieber nichts.
btt: Den Ansatz des Spiels finde ich sehr interessant und die Fehler lesen sich alle nicht so, als ob man sie nicht mit Patches beheben könnte. Geld dafür sollte jetzt auch reichlich vorhanden sein. Das werde ich mal im Auge behalten und es mir vielleicht später nochmal genauer ansehen.
In diesem Fall würde ich fast sagen, dass der Publisher das für sich perfekt gelöst hat. Einen offenbar verfrühten Release lässt man sich gut bezahlen und sollte man bis zum Steam-Release die Bugs ausgemerzt haben, könnte sich das Spiel noch zum Geheimtipp entwickeln.
Das mag nicht die sympathischste Art einer Veröffentlichung sein, aber so es denn so geplant ist, wie ich das gerade beschrieben habe, wäre es auf jeden Fall ziemlich clever.
MrLove schrieb am
Allein schon der Quatsch mit unsere Vorfahren, in der es bis heute nicht einen einzigen Beweis gibt werde ich das Spiel boykottieren.
bentrion schrieb am
Die Wertung spiegelt nur das wieder, was ich von Beginn an gedacht habe.
Und dass es vom AC Erfinder kommt, war für mich eher ein Minuspunkt^^
schrieb am

Ancestors: The Humankind Odyssey
Ab 35.99€
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