Phoenix Point - Test, Taktik & Strategie, PC

 

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Taktik & Strategie
Release:
03.12.2019
2020
Q1 2020
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ab 39,99€
Spielinfo Bilder Videos
Ärger mit der Computerintelligenz

Während man bei späteren Missionen noch auf Bossgegner trifft und sogar eigene Fahrzeuge als praktische, fahrbare Deckung ins Spiel bringen kann, stößt die Computerintelligenz der Gegner ziemlich schnell an ihre Grenzen. Ich habe mehrfach erlebt, dass irgendein Arthron des Gegners fast seine gesamten Aktionspunkte für die Fortbewegung einsetzt, zu einem meiner Soldaten läuft und dann zu der ihm zugewandten Seite sein Panzerschild aufstellt. In der nächsten Runde kann mein Soldat in Ruhe und aus bester Position entscheiden, wie er den auf dem Silbertablett präsentierten Gegner ausschalten will. Außerdem haben manche Feinde ihre sicheren Deckungsposition schon mal mitten im Kampf verlassen, sind einfach zum Phoenix-Team gestürmt oder haben lieber zu vernachlässigende Missionsobjekte anstatt die Gegner attackiert. Seltsam! An anderer Stelle zeigte die Computerintelligenz hellseherische Fähigkeiten, da sie mit Granatwerfer und ohne direkte Sichtlinie viel zu gut zielen kann.

Zusammen mit dem dynamischen Schwierigkeitsgrad zeigt die Computerintelligenz deutlichen Verbesserungsbedarf, wodurch die taktischen Gefechte mit ihren sonst so guten Ideen unnötig torpediert werden. Auch die viel zu klobigen Interface-Elemente auf der Benutzeroberfläche, die generisch-nervige Musik, das kraftlose Sound-Design und die Tatsache, dass der am häufigsten gespielte Missionstyp (Beutezug) auch der langweiligste Typ ist, schwächen die ansonsten so starken Gefechte und machen klar, dass das Budget trotz des Epic-Games-Store-Bonus wohl nicht mehr hergab und die Veröffentlichung zu früh erfolgte. Schade!

Globale Eroberung

Verbunden werden die taktischen Missionen durch das globale Management auf der Geoscape, also auf der drehbaren Repräsentation der Erde. Alles beginnt mit einer Basis, die man in einem sehr spartanischen Menü repariert und ausbaut - kein Vergleich zur optischen Designwucht von XCOM (Firaxis). Auch bei dem Management und den Ausbaumöglichkeiten der Basis, der Erforschung von neuen Technologien oder der Herstellung von Waffen, Ausrüstung, Fahrzeugen und Vehikel wird leider gespart. Es wirkt alles etwas rudimentär.

Die Weltkarte muss erkundet und erforscht werden. Oben rechts tickt derweil der Doomsday-Countdown ...
Die Weltkarte muss erkundet und erforscht werden. Oben rechts tickt derweil der Doomsday-Countdown - noch ist alles in Ordnung. Verteidigt man Zufluchten und greift Pandoraner-Basen an, kann der Doomsday-Countdown reduziert werden.
Trotzdem gibt es auf der Geoscape auch einige gute Ideen. So ist die Weltkarte zu Beginn nahezu leer. Mit Gebietsscans und dem eigenen Transportflugzeug erkundet man Schritt für Schritt die Erde und findet "interessante Punkte". Diese entpuppen sich unter Umständen als Einsätze (Beutejagden), Zufluchten der drei Fraktionen oder kleine Ereignisse bzw. Abenteuer, die in Textform à la Anno 1800 (Expeditionen) abgefeiert werden. In diesen Abenteuern gilt es oft Entscheidungen zu fällen, die z.B. Ressourcen kosten oder einbringen sowie die Reputation zu den anderen Fraktionen verändern können. Die kleinen Ereignisse sind zwar keine erzählerischen Glanzstücke, tragen aber (leicht) zur Bildung der Endzeit-Atmosphäre bei. Ähnlich wie viele Teile der Hauptstory leiden diese Ereignisse an einer gewissen Charakterlosigkeit aufgrund fehlender Bezugspersonen, Story-Stringenz und einem allgemein sehr generisch wirkenden Design.

Da man also den Globus nach Hinweisen auf die Überreste von Project Phoenix absuchen muss und sich zugleich viele Ressourcen sowie weitere (verlassene) Phoenix-Basen finden und mit eigenen Teams aufbauen lassen, ist die Erkundung der Welt wichtig und sinnvoll in den Spielablauf intergiert. Zumal stets abgewogen werden muss, ob es nicht wichtiger ist, ggf. Basen der Pandoraner zu zerstören oder etwaige Übergriffe auf die Zufluchten zurückzuschlagen als die eigene Präsenz im Kampf auszudehnen. Den Doomsday-Timer sollte man ebenso im Auge behalten ...

Die Pandoraner greifen auch Zufluchten und Basen an.
Die Pandoraner können auch Zufluchten und Phoenix-Basen angreifen.
Getreu der alten UFO/XCOM-Teile dürfen zu Forschungszwecken anfänglich die Leichen der Gegner obduziert werden, bevor lebende Proben erforderlich werden - und die lebenden Exemplare müssen im Nahkampf betäubt werden. Gegnerische Lufteinheiten können wie in UFO oder TFTD übrigens nicht abgefangen werden. Dieses Feature soll später mit einer kostenpflichtigen Erweiterung (DLC #3) hinzugefügt werden.

Mehr Chaos und Tiefe durch Fraktionen

Eine entscheidende Rolle im Kampf um die Erde spielen die drei rivalisierenden Fraktionen, die sich mit der Ausnahme weniger neutrale Schauplätze über die Erde verteilt haben: New Jericho, Synedrion und die Jünger von Anu. New Jericho wird von einem exzentrischen Milliardär geführt, der die Welt mit Waffengewalt säubern will. Die Jünger von Anu verehren die Mutationen und wollen der schnöden menschlichen Rasse durch Alien-Mutation entsagen. Die Synedrion-Fraktion ist eine anarchistische Organisation ohne Anführer, die sich neuen Technologien und der Gedankenfreiheit verschrieben, hat. Ihr Ziel ist es, zusammen mit dem neuen Ökosystem zu koexistieren.

Erkundet man die Punkte auf der Weltkarte, starten manchmal kleine textbasierte Abenteuer-Ereignisse mit Auswahlmöglichkeiten.
Erkundet man die Punkte auf der Weltkarte, starten manchmal kleine textbasierte Abenteuer-Ereignisse mit Auswahlmöglichkeiten.
Steigert man den Ruf bei diesen Fraktionen, was meistens mit einer Ruf-Abnahme bei den anderen Fraktionen einhergeht, erhält man Zugang zu speziellen Technologien und Einheiten - auch gewisse Missionen müssen gelöst werden, um bestimmte Ruf-Ziele erreichen. Bei New Jericho erhält man z.B. Zugriff auf Soldaten der Techniker-Klasse (Geschütztürme), die nur bei New-Jericho-Stützpunkten ausgebildet werden können. Bei den Jüngern bekommt man den Berzerker und dem Synedrion den Infiltrator. Die Idee mit den rivalisierenden Fraktionen ist gut, aber da es auf der Welt überraschend viele Zufluchten gibt, wird dieses Element doch etwas zu sehr strapaziert, zumal die Fraktionen viel zu zimperlich auf manche Entscheidungen reagieren, schließlich steht das Ende der Welt vor der Tür.

Außerdem sollte man sich darauf einstellen, dass der Start der ersten Kampagne eher holprig sein wird, da nur die relevantesten Spielelemente im Tutorial vorgestellt werden und man viele Dinge selbst herausfinden darf.

Kommentare

Suntroplogy schrieb am
tomtom73 hat geschrieben: ?
03.01.2020 18:21
Schade, dass da wieder dieser Aufbaukrampf mit an Board ist. Als wenn man das Spiel nicht ausschließlich auf der taktischen Ebene stattfinden lassen könnte. Zumal, wie ich höre, genau da die Stärke der Entwickler liegt. Zwischendurch ein paar Sequenzen mit freischaltbaren Optionen, je nach bisherigen Spielverlauf, die dann entsprechende Auswirkungen auf das Team, die Ressourcen, Waffen etc. hätten. Dazu noch ein Hauch von Lovecraftschen Story (Kreaturen aus dem All und aus der Tiefsee passen hervorragend) und sogar 10 Pferde wurden mich nicht vom Kauf abhalten... So jedoch ereilt das Spiel das gleiche Schicksal wie Phantom Doctrine - kein Kauf, auch nicht für 5?. Schade eigentlich :(

Der Basenbau war das was allen echten XCom Fans in den Reboots gefehlt hat... wenn du das nicht möchtest spiel die Reboots...
tomtom73 schrieb am
Schade, dass da wieder dieser Aufbaukrampf mit an Board ist. Als wenn man das Spiel nicht ausschließlich auf der taktischen Ebene stattfinden lassen könnte. Zumal, wie ich höre, genau da die Stärke der Entwickler liegt. Zwischendurch ein paar Sequenzen mit freischaltbaren Optionen, je nach bisherigen Spielverlauf, die dann entsprechende Auswirkungen auf das Team, die Ressourcen, Waffen etc. hätten. Dazu noch ein Hauch von Lovecraftschen Story (Kreaturen aus dem All und aus der Tiefsee passen hervorragend) und sogar 10 Pferde wurden mich nicht vom Kauf abhalten... So jedoch ereilt das Spiel das gleiche Schicksal wie Phantom Doctrine - kein Kauf, auch nicht für 5?. Schade eigentlich :(
4P_1464822043_6E252 schrieb am
kurz angespielt, geärgert, deinstalliert.
Nächstes Jahr vllt. gereift, dann wirds bei Steam gekauft.
Ryan2k6 schrieb am
Sif hat geschrieben: ?
31.12.2019 15:50
hmm hat sich ja gelohnt das zu backen, wie wäre das spiel wohl erst ohne das ganze geld von EPIC
Ungewiss, vielleicht schlechter, wegen mangelnder Ressourcen? Vielleicht aber auch besser, weil man sich des Geldes nicht sicher war und mit echter Qualität hätte glänzen müssen. Wer weiß das schon?
Amaunir schrieb am
Timer? Gibt es so gut wie überhaupt nicht, kein Vergleich zu XCom jedenfalls wo jede Mission einen hatte. Es ist kein schlechtes Spiel, aber man merkt schon, dass sie noch etwas Zeit gebraucht hätten.
Sie haben sehr viel Aufmerksamkeit in den taktischem Modus gelegt, dass ist ja auch das was sie in den Videos immer wieder gezeigt haben und das ist auch gut gemacht, leider wurde dem Geoscape Modus nicht so viel Aufmerksamkeit gewidmet. Die Basen sind z.B. schon sehr altbacken, da hätten ein paar Animationen Wunder wirken können.
Hoffentlich nutzen sie das Jahr bei Epic als eine Art Early Access, dann kann da vielleicht noch was draus werden.
schrieb am