Death Stranding - Test, Action-Adventure, PC

 

Test: Death Stranding (Action-Adventure)

von Marcel Kleffmann



Death Stranding (Action-Adventure) von Sony (PS4), 505 Games (PC)
Lieferung erfolgreich auf PC zugestellt
Entwickler:
Release:
14.07.2020
08.11.2019
24.09.2021
Erhältlich: Digital (Epic Games Store), Einzelhandel
Erhältlich: Digital (PSN), Einzelhandel
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Das denkwürdige Endzeit-Abenteuer Death Stranding hat seinen Weg auf den PC gefunden und wurde nur neun Monate nach dem Release der PS4-Version von Sam Bridges (persönlich) zugestellt. Im Test haben wir uns ausführlich die PC-Umsetzung und die PC-Premiere der Decima Engine angeschaut, zumal das Spiel gehörig von der höheren Bildwiederholrate profitiert.



Death Stranding auf PC

Das entschleunigte und auf seine Art und Weise großartig bis bedeutungsschwanger-bescheuerte Death Stranding bietet auf dem PC inhaltlich genau das gleiche einmalige Erlebnis wie auf der PlayStation 4, obgleich die Steuerung und die Spielgefühl von der erhöhten Bildwiederholrate profitieren, doch dazu später mehr. In diesem Test soll hauptsächlich auf die technische Umsetzung Endzeit-Abenteuers von PlayStation 4 auf PC eingegangen werden, also auf Grafik, Audio, Steuerung und Performance.

Eine ausführliche Besprechung des Spieldesigns, der cinematischen Inszenierung und der bekloppten Ideen findet ihr im Test der PS4-Version (zum Test), schließlich ist das Werk von Hideo Kojima visionär, dämonisch, kafkaesk, gesellschaftskritisch und bis in die kleinste Faser verspielt. Der PC-Fassung wurden lediglich einige kosmetische Objekte mit Half-Life-Bezug spendiert, die aber nur als purer Bonus zu verstehen sind.

Grafische Umsetzung und knausrige Optionen

Wasserfall-Szene aus dem Prolog in 1080p mit "Normaler" Grafikqualität.
Wasserfall-Szene aus dem Prolog in 1080p mit "Normaler" Grafikqualität.
Zunächst zu den grafischen Elementen des stellenweisen wunderschönen Titels. So sind die Auflösungsoptionen nicht ganz so vielfältig. Lediglich die gängigen Varianten wie 720p, 1080p, 1440p und 4K werden unterstützt. Zwischenschritte fehlen. Die Bilderholrate kann auf 30, 60, 120, 144 oder 240 gesetzt werden, wobei sämtliche Ingame-Zwischensequenzen auf maximal 60 Bilder pro Sekunde begrenzt sind. Die Auflösungen sind die Seitenverhältnisse 16:9 oder 21:9 beschränkt. Mehrere Monitore werden nicht unterstützt. Aktiviert man 21:9 auf einem 16:9-Monitor, dann werden oben und unten cinematische, schwarze Balken eingeblendet. Leider kann man nur auf diese Art und Weise das Sichtfeld (Field-of-View) etwas ausweiten.

Wasserfall-Szene aus dem Prolog in 4K mit "Maximaler" Qualität.
Wasserfall-Szene aus dem Prolog in 4K mit "Maximaler" Qualität. Die Unterschiede fallen auf dem ersten Blick nicht so groß aus, aber die Details auf dem Boden, die Lichteffekte in der Entfernung und die Ausleuchtung bzw. die Schattenwürfe (auch bei Sam) sind auffällig.
Die sonstigen Grafikoptionen eher sehr spärlich, da lediglich der Modellierungsgrad, Streaming-Speicher und Schattenauflösung verändert werden können. Immerhin lassen sich Umgebungsverdeckung, Screen Space Reflections, Tiefenschärfe und die (hervorragende) Bewegungsunschärfe ein-/ausschalten. HDR wird mit grundlegenden Einstellungen unterstützt, sofern man es in Windows 10 aktiviert (Details). Die Qualität der Reflexionen könnte besser sein (kein Raytracing) und die Darstellung des Himmels hat Luft nach oben. Auch Sichtweite, Schatten und Detailgrad könnten mehr und höhere Optionen vertragen.

Die Auswirkungen der vier unterschiedlichen Grafik-Voreinstellungen fallen überraschend dürftig aus. Während die Bildqualitätsunterschiede zwischen "Hoch" und "Sehr Hoch" kaum auf einem Blick zu erkennen sind, wird man auf "Niedrig" mit niedriger aufgelösten Texturen, schwächerem Detailgrad und groberer Level-/Umgebungsarchitektur (Berge) konfrontiert. Auch die Gesichter wirken im Detail schwächer, vor allem bei der Beleuchtung. Schlecht sieht das Spiel auf dieser Stufe wahrlich nicht aus. Digital Foundry vermutet übrigens, dass das Spiel auf der PS4 Pro in etwa mit der Einstellung "Normal" läuft.

DLSS 2.0 als beeindruckender Performance-Turbo

Der Widescreen-Modus 21:9 vergrößert das Sichtfeld und sorgt für ein schöneres Panorama.
Der Widescreen-Modus 21:9 vergrößert das Sichtfeld und sorgt für ein schöneres Panorama.

In Sachen Nachbearbeitung darf man zwischen den Kantenglättungsmethoden FXAA oder TAA wählen, letztere produziert aber kleine Bildfehler. Alternativ kann man AMD FidelityFX Contrast Adaptive Sharpening (nutzbar auf allen Grafikkarten) oder DLSS 2.0 von Nvidia (nur RTX-Grafikkarten) aktivieren. FidelityFX ist im Prinzip ein Schärfefilter, der um eine Hochskalierungsmechanik erweitert wurde. So wird also ein mit niedriger Auflösung gerendertes Bild mithilfe des Schärfefilters hochskaliert. Die Effekte sind ordentlich, verblassen aber im Vergleich zu DLSS von Nvidia, gerade bei Objekten, die etwas weiter vom Betrachter entfernt sind.

DLSS 2.0 ist ebenfalls ein Hochskalierungsverfahren, allerdings mit KI-Unterstützung. Hier wird das Bild in niedriger Auflösung gerendert und dann mit KI-Hilfe auf eine höhere Auflösung hochgerechnet - und da Bewegungsvektoren der Pixel von vergangenen Frames mit einbezogen werden, kann sich das Ergebnis wirklich sehen lassen. Oftmals gibt es keinen nennenswerten Unterschied zwischen dem nativ gerenderten Bild und dem hochskalierten DLSS-Endprodukt, abgesehen davon, dass die Bildwiederholrate höher ausfällt. Kurioserweise ist die Qualität des DLSS-Ergebnisses manchmal besser und schärfer als die native Version. Dieser beeindruckende Qualitätssprung gelang DLSS aber erst mit der Version 2.0, vorher gab es immer wieder Schwachstellen bei der Haardarstellung, Gitterstrukturen usw. DLSS 2.0 ist aktuell in Wolfenstein: Youngblood, MechWarrior 5: Mercenaries, Deliver us the Moon, Minecraft RTX (Beta) und Control verfügbar. Cyberpunk 2077 wird es ebenfalls unterstützen.
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Kommentare

NoCrySoN schrieb am
ChrisJumper hat geschrieben: ?28.06.2021 21:43
casanoffi hat geschrieben: ?27.06.2021 12:24 Der Offline-Modus macht das Spiel definitiv schwerer, weil einem keinerlei Hilfen mehr zur Verfügung stehen.
Ein bisschen konterkariert dieser Modus die Idee des Spiels, da es hier ja primär um eine vernetzte Gesellschaft geht - aber ich kann es durchaus empfehlen, mir gefiel es auch besser, sich in der Welt "einsamer" zu fühlen.
Nun ich spiele es ja nur Offline, und da gibt es sogar BOTS die diese Pseudo-Onlinewelt vortäuschen und das Spiel weiter "Entwickeln".
Na da bin ich ja mal gespannt. Spiele es nämlich nun nahezu täglich.
Bin jetzt in einem neuen Gebiet angekommen und bisher gibt es keine Konstruktionen von irgendwem, höchstes mal die Leiter einer KI, aber das ja vollkommen ok. Ist gleich viel angenehmer alles. :Häschen:
ChrisJumper schrieb am
casanoffi hat geschrieben: ?27.06.2021 12:24 Der Offline-Modus macht das Spiel definitiv schwerer, weil einem keinerlei Hilfen mehr zur Verfügung stehen.
Ein bisschen konterkariert dieser Modus die Idee des Spiels, da es hier ja primär um eine vernetzte Gesellschaft geht - aber ich kann es durchaus empfehlen, mir gefiel es auch besser, sich in der Welt "einsamer" zu fühlen.
Nun ich spiele es ja nur Offline, und da gibt es sogar BOTS die diese Pseudo-Onlinewelt vortäuschen und das Spiel weiter "Entwickeln".
Was für mich aber der Spaßkiller war. Weil auch dieser scheinbar Zeitabhängig war. Je länger man weg war, umso mehr Verbesserungen wurden angesiedelt.
Was bei mir dazu geführt hatte das ich es nicht mehr spielen wollte. Ich hab ja nichts gegen ein Coop oder ein simuliertes Koop. Aber bitte irgendwie mit "Fortschrittsleisten".
Wenn ich in zwei Wochen wenig Spielen kann und da plötzlich eine geteerte Straße ist und eine Brücke... muss ich ja fast nichts mehr machen und fühle mich wie bei einem MMO, abgehängt.
Was dann auch nicht mehr zu dem Spiel passte, denn scheinbar sind da draußen Millionen andere die es für mich weiter spielen wollen.
Auf jeden Fall werde ich es noch mal nach holen und dann aber neu in einem Stück durch spielen.
Edit: Also mit Fortschrittsleisten die Anzeigen wie lange die Bots brauchen. Dann kann man mehr oder weniger selber entscheiden oder auch mal das Spiel pausieren. Klar dann geht dieses soziale Gefühl verloren. Aber schon Firewatch zeigte wie das mit einfachem Radio möglich wäre. Für den Online-Modus hätte man dann ganz 1990er, einfach einen Online-Server mieten können auf dem man Freunde oder Mitspieler einlädt und es sich so einstellen kann wie man möchte, oder halt public als MMO. Aber so nimmt es einfach Entscheidungen vorweg.
NoCrySoN schrieb am
casanoffi hat geschrieben: ?27.06.2021 12:24
NoCrySoN hat geschrieben: ?26.06.2021 14:23 Hat hier jemand gute Erfahrungen mit dem Offlinemodus gemacht bzw. werden die Onlinekomponenten anderer Spieler auch mal weniger oder wird man dauerhaft mit all dem Zeug anderer befeuert? In den Optionen kann man ja nur "An" oder "Aus" einstellen.
Du wirst definitiv dauerhaft mit allem befeuert, je weiter im Spiel, umso massiver wird es.
Zumindest hab ich am PC diese Erfahrung gemacht, das wird immer noch sehr aktiv gespielt.
Der Offline-Modus macht das Spiel definitiv schwerer, weil einem keinerlei Hilfen mehr zur Verfügung stehen.
Ein bisschen konterkariert dieser Modus die Idee des Spiels, da es hier ja primär um eine vernetzte Gesellschaft geht - aber ich kann es durchaus empfehlen, mir gefiel es auch besser, sich in der Welt "einsamer" zu fühlen.
Unterm Strich waren die Vorteile des Online-Modus aber natürlich schon sehr komfortabel ^^
Der Onlineaspekt ist ja wirklich eine nette Idee, aber in der Menge, wie es eingestellt ist, ist es einfach recht belanglos. So 1-2 Konstruktionen Anderer pro kleinem Gebiet wären vollkommen ausreichend, doch so ist halt alles und mehr bereits da. Der Onlinmodus killt sich damit selbst, egal was Herr Kojima auch empfiehlt.
Ich muss dann wohl nur nochmal von vorne anfangen, laut Einstellungshinweise dazu. Muss mal ein neues Gebiet aufdecken, vllt zählt die Offlineeinstellung ja bereits ab einem neuen Gebiet.
casanoffi schrieb am
NoCrySoN hat geschrieben: ?26.06.2021 14:23 Hat hier jemand gute Erfahrungen mit dem Offlinemodus gemacht bzw. werden die Onlinekomponenten anderer Spieler auch mal weniger oder wird man dauerhaft mit all dem Zeug anderer befeuert? In den Optionen kann man ja nur "An" oder "Aus" einstellen.
Du wirst definitiv dauerhaft mit allem befeuert, je weiter im Spiel, umso massiver wird es.
Zumindest hab ich am PC diese Erfahrung gemacht, das wird immer noch sehr aktiv gespielt.
Der Offline-Modus macht das Spiel definitiv schwerer, weil einem keinerlei Hilfen mehr zur Verfügung stehen.
Ein bisschen konterkariert dieser Modus die Idee des Spiels, da es hier ja primär um eine vernetzte Gesellschaft geht - aber ich kann es durchaus empfehlen, mir gefiel es auch besser, sich in der Welt "einsamer" zu fühlen.
Unterm Strich waren die Vorteile des Online-Modus aber natürlich schon sehr komfortabel ^^
NoCrySoN schrieb am
Hab mir den Titel letztens gegönnt und nach ca. 10h (letztes Gebiet war der Windpark) nerven mich schon so ziemlich die Onlinekomponenten. Etliche Spielerschilder hier und da, genauso Brücken zuhauf, teils unnötig gesetzt und auch insgesamt nahezu keine Herausforderung, da ich fast immer ein Seil oder eine Leiter von anderen Spielern bereits vor der Nase habe und an jeder Ecke Gratisitems erhalte.
Ich frage mich bisher ernsthaft warum ich mich in das Crafting einarbeiten soll, wenn ich doch bisher alles gratis erhalte. Ich spiele übrigens auf "Schwer".
Hat hier jemand gute Erfahrungen mit dem Offlinemodus gemacht bzw. werden die Onlinekomponenten anderer Spieler auch mal weniger oder wird man dauerhaft mit all dem Zeug anderer befeuert? In den Optionen kann man ja nur "An" oder "Aus" einstellen.
Der Gedanke wirklich allein durch diese durchaus schöne Welt zu wandern, ohne sich wie in einem Freizeitpark zu fühlen, ist mir bisher wesentlich lieber.
PS. Gibts am PC eigentlich ne Möglichkeit, vllt ne Mod, während des Wanderns auf die Musikliste zuzugreifen? Verstehe nicht, warum das nicht integriert wurde. Das passt hier ja wie die Faust aufs Auge.
schrieb am

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