Assetto Corsa Competizione - Test, Rennspiel, PC - 4Players.de

 

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Assetto Corsa Competizione (Rennspiel) von 505 Games
Beta statt Vollversion
Simulation
Entwickler: Kunos Simulazioni
Publisher: 505 Games
Release:
29.05.2019
Jetzt kaufen
ab 39,99€
Spielinfo Bilder Videos

Nach acht Monaten im Early Access haben Kunos Simulazioni und 505 Games die Vollversion von Assetto Corsa Competizione veröffentlicht. Doch die Zielgerade ist noch längst nicht erreicht: Wie wir im Test feststellen mussten, befindet sich die ambitionierte Rennsimulation rund um die Blancpain GT Series gefühlt immer noch in der Beta-Phase...



Fehlendes Feintuning

Nichts geht mehr, das Bild ist eingefroren und die Steuerung reagiert nicht länger: Assetto Corsa Competizione (ACC) ist abgestürzt – und das nicht zum ersten Mal. Und nicht nur auf diesem einen PC. Nein, das Spiel hatte im Test gleich auf mehreren Systemen mit der Programmstabilität zu kämpfen und erforderte trotz aktueller Treiber mehrere Neustarts. Es ist sicher das krasseste, aber leider nicht das einzige Indiz dafür, dass man bei Kunos Simulazioni eigentlich noch nicht bereit dafür war, ACC in der Version 1.0 zu veröffentlichen. Denn von einer Vollversion ist die Rennsimulation in ihrem jetzigen Zustand ähnlich weit entfernt wie Sebastian Vettel vom nächsten WM-Titel in der Formel Eins.

Zwar bilden Abstürze mittlerweile eine Ausnahme und wurden mit dem ersten Patch verringert, aber an vielen Stellen wirkt das Spiel dennoch unfertig, schlecht optimiert oder fehlerhaft und damit schlichtweg wie eine Beta, für die man mittlerweile den vollen Preis bezahlen muss.

Viele Baustellen

Mit der grottigen, unvollständigen und weiterhin als Beta deklarierten deutschen Übersetzung kann man vielleicht noch leben oder sich darüber amüsieren, dass Begriffe wie „Manual“ (z.B. bei manueller Schaltung) in der reichhaltigen Auswahl an Optionen tatsächlich als „Handbuch“ bezeichnet werden. Aber wenn zentrale Funktionen wie das automatische Matchmaking fehlen, das hoch gelobte sowie etwas überfrachtete Einstufungssystem immer noch Lücken aufweist, Ranglisten nicht funktionieren und selbst der VR-Tag im Steam-Shop mittlerweile aufgrund der miserablen Performance entfernt wurde, kann
Endlich geht es auch bei Nacht auf die Piste!
Endlich geht es auch bei Nacht auf die Piste!
und darf man das nicht als Vollversion bezeichnen!

Vor allem im Online-Bereich und damit der zentralen Komponente von Competizione haben die Italiener noch mehr als genug Arbeit vor sich. Das erste Problem sind die detaillierten, aber meist völlig nutzlosen Filteroptionen. Anstatt z.B. sinnvolle Sortierungen wie das Ausklammern passwortgeschützter Server oder die dedizierte Suche nach Qualifikations-Sessions zu erlauben, sind lediglich Präferenzen zu Lieblingsstrecken, Nacht- und Regenfahrten oder Latenz erlaubt. Auch darf man Servern eine höhere Priorität zuordnen, auf denen wenig Unfälle registriert werden. Sortierungsoptionen, in denen auch diverse Ränge im Einstufungssystem berücksichtigt werden, sind dagegen noch nicht implementiert. Immerhin gibt es bereits Server, bei denen man eine bestimmte Stufe beim Safety Rating oder gewonnene Medaillen zum Beleg der Streckenkenntnis vorweisen muss, bevor man Zugang erhält. Die größte Enttäuschung ist und bleibt aber das Fehlen einer automatischen Matchmaking-Funktion, wie sie etwa Gran Turismo Sport bietet und dadurch oft für viel Spannung in den kompetitiven Duellen sorgt, weil sich die Fahrer auf einem ähnlichen Niveau befinden. Hier kann es dagegen passieren, dass sich blitzschnelle Vollprofis mit blutigen Anfängern auf den Servern tummeln. Da man keine eigene Lobby erstellen und entsprechende Rahmenbedingungen festlegen darf, muss man wohl oder übel in diesen sauren Apfel beißen. Leider erweist sich auch die Quickjoin-Option als Schuss in den Ofen, da man häufig auf „Trainings-Servern“ landet, in denen die Probe-Session auf mehrere Stunden angesetzt wurde. Etwas enttäuschend ist in diesem Zusammenhang auch, dass man online
Schon mal mit Handbuch-Getriebe gefahren oder Assitenzen benutzt? Die deutsche Übersetzung ist amateurhaft!
Schon mal mit Handbuch-Getriebe gefahren oder Assitenzen benutzt? Die deutsche Übersetzung ist amateurhaft!
lediglich Einzelrennen, aber keine Meisterschaften austragen darf.

Überzeugende Online-Performance mit nervigen Störungen

Derzeit stellt sich aber die Frage, ob man sich überhaupt auf die Onlinepisten wagen sollte, auf denen bis zu 30 Fahrer um den Sieg kämpfen. Zwar sind die Fahrten selbst bei hohen Ping-Werten erstaunlich flüssig und überwiegend lagfrei, doch friert das Bild ständig für etwa eine Sekunde ein, sobald ein Teilnehmer die Lobby verlässt oder ihr beitritt. Das ist nicht nur unglaublich nervig, sondern kann im schlimmsten Fall sogar dafür sorgen, dass man aufgrund dieser penetranten Störungen die Kontrolle über sein Gefährt verliert. Hier muss Kunos schnellstens handeln, wobei es ohnehin fragwürdig erscheint, warum Nutzer überhaupt bei einem laufenden Rennen einer Lobby beitreten dürfen. Okay, vielleicht als Zuschauer, aber der technische Preis dafür ist einfach zu hoch! Vielleicht sollte man darüber nachdenken, den Zugang zur Lobby zumindest während des Rennens zu sperren, obwohl sich dieses Mini-Einfrieren des Bildschirms auch in anderen Sessions negativ auswirken kann, wenn auch nicht ganz so fatal.


Kommentare

Akabei schrieb am
El_Bizarro hat geschrieben: ?
15.06.2019 08:48
jetzt grade mal 2 wochen nach release und 4 patches sieht die sache schon anders aus. micha sollte wenigstens die negativen kritikpunkte bearbeiten, die stimmen teilweise nicht mehr.
Wie bei hunderten, wenn nicht tausenden anderen Spielen auch.
Dann hätten sie es eben zwei Wochen später veröffentlichen sollen.
El_Bizarro schrieb am
jetzt grade mal 2 wochen nach release und 4 patches sieht die sache schon anders aus. micha sollte wenigstens die negativen kritikpunkte bearbeiten, die stimmen teilweise nicht mehr.
Chillkröte schrieb am
DonPromillo1984 hat geschrieben: ?
08.06.2019 14:58
Habt ihr schon 1.02 getestet? VR Performance ist jetzt besser. Nachts im regen 20 Ki, Schatten auf episch, Effekte auf Episch, Postp. mittel, der Rest hight mit 100% Resolution läuft bei mir mit 90 fps mit einer Vive pro! An manchen stellen kann es mal auf 70 - 80 runterdroppen, aber ohne dass es wirklich stört.
Mit was für einer Hardware erreichst du diese Performance? Mit meinem 6700K@4,4GHz und einer 1080@2GHz schaffe ich konstante 90 Bilder pro Sekunde (für die Oculus) nicht einmal mit lediglich 9 KI-Fahrern und weitestgehend mittleren Details.
Ich nehme mal an, dass bei dir mindestens ein 6-Kerner und eine Ti werkeln?
Mfg
Chilli
greenelve schrieb am
DonPromillo1984 hat geschrieben: ?
12.06.2019 16:15
Nunja natürlich hat nicht jeder mal ein GT3 Auto gefahren. Die Physik ist aber sehr genau berechnet wie z.B. bei IRacing. Da wird sehr eng mit den Teams zusammengearbeitet und es werden die Telemetriedaten bereitgestellt. Es wird von aktiven Rennfahrer mitentwickelt. Das macht das ganze dann schon sehr realitätsnah.
.....
Eine Sim ist und bleibt eine Sim, aber die eine ist näher an der Realität dran die andere eben nicht. Eine Sim sollte aber auch wie eine Sim bewertet werden und nicht wie ein Spiel. Da braucht man keine Wertung. Viel wichtiger wäre es, einen Tester zu nehmen der richtiger Simracer oder real Rennfahrer ist.
Und obwohl alles berechnet und mit echten Telemetriedaten gefüttert ist, handelt es sich um ein programmiertes Programm. Jeder von den Entwicklern redet davon, kompromisslos realistisch bei seinem Programm zu sein und Realität zu bieten. Und doch sind die Rennsims unterschiedlich. Die eine bekommt Reifenerwärmung besser hin, die andere Gewichtsverlagerung usw.
Jeremy Clarkson hatte Gran Turismo 4 perfekten Realismus bescheinigt. Der müsste es eigentlich wissen. Heute wissen wir, ist nicht der Fall, da war noch enorm viel Luft zur Realität.
Ich finde, die Sims sollten weiterhin als Spiel bewertet werden. Aber als Spiel mit dem Ziel die Realität abzubilden. Denn letztlich geht es um einen Spielspaß - der für die Fans des Subgenre am Ziel gemessen wird, möglichst gut (und dennoch spielbar - auch wenn wir uns durch esport und Verbindungen zu realen Rennserien durchaus von Spiel entfernen) die Realität abzubilden.
Da du selbst Rennfahrer bist, sollten dir die Reifengeräusche unrealistisch auffallen. Diese sind aber nur da, weil Spiel. Weil Simulation. Es fehlt das direkte Gefühl aus dem Cockpit, wie stark die Reifen beansprucht werden. Das wird durch unrealistischen Reifensound ausgeglichen.
So sind auch andere Dinge, wie das Erspüren von Traktionsverlust beim Bremsen oder durch Wasser keine...
ronny_83 schrieb am
greenelve hat geschrieben: ?
12.06.2019 15:50
Das ist das Problem bei dem Punkt: Woher wissen, inwieweit es sich "authentisch" anfühlt?
Spätestens, wenn sich unter die Nutzer auch die Profis mischen und ihr Urteil abgeben, kann man relativ gut nachvollziehen, ob die Sim als "realistisch" taugt. Vergleiche mit Telemetriedaten und anderem Zeug ist da sicher auch hilfreich.
Auch wenn ich deinen zweiten Punkt für weitaus wichtiger halte. Es muss für einen selbst nachvollziehbar, authentisch und spassig sein. Was bringt es, wenn es dir gefallen MUSS, weil es realistsich ist, wenn es dir aber eigentlich keinen Spaß macht.
schrieb am

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