Valheim - Test, Survival & Crafting, PC

 

Test: Valheim (Survival & Crafting)

von Marcel Kleffmann



Valheim: Ein lohnendes Eskapismus-Abenteuer
Early-Access-Test
Entwickler:
Release:
2022
Early Access:
02.02.2021
Erhältlich: Digital (Steam)
Spielinfo Bilder Videos
Valheim ist der erste Überraschungshit des Jahres auf dem PC und hat sich trotz Early-Access-Status in weniger als einem Monat über fünf Millionen Mal auf Steam verkauft. Nach einer ersten Einschätzung zum Launch des Wikinger-Überlebenskampfs sind wir tiefer und länger in das Abenteuer eingestiegen - und dann verging die Zeit wie im Fluge.

Ein überragender Erfolg

Valheim ist ein wahrer Zeitfresser mit einer gigantischen Spielwelt, überraschend vielfältigen Möglichkeiten und wenig nervigen Survival-Mechaniken, sofern man sich durch die ersten Stunden beißt, in denen der Eskapismusturbo noch nicht so richtig zündet. Grundsätzlich erfindet der Titel das Konzept der Survivalspiele nicht neu. Wie schon in ARK, Grounded, Rust, Subnautica, Conan Exiles oder Green Hell erkundet man die Umgebung, kämpft gegen Gegner und sammelt Materialien, um daraus Gegenstände wie Werkzeuge, Waffen, Rüstungen oder Bauteile für Wikingerhütten herzustellen. Man spielt Valheim entweder alleine (eigene Spielinstanz oder eigener Server) oder im kooperativen Mehrspieler-Modus mit maximal zehn Spielern und es fühlt sich so an, als wäre es für Koop-Partien ausgelegt. Es gibt zudem dedizierte Server für diejenigen, die gerne in einer persistenten Welt spielen wollen. Spieler-gegen-Spieler-Gefechte sind möglich, sofern man sie im Charaktermenü eigenhändig aktiviert hat - im Gegensatz zu Rust ist PvP völlig optional. Koop steht im Vordergrund und die Stärke der computergesteuerten Gegner skaliert mit der Spielerzahl.

Lo-Fi-Look trifft auf tolle Spielwelt

Der Wald bewegt sich: Gegner aus dem Wald greifen das Haus des Spielers an.
Der Wald bewegt sich: Gegner aus dem Forst greifen das Haus des Spielers an.
Bei der Erstellung des Wikinger-Charakters muss man allerdings stark sein, denn die grob aufgelösten Figuren im Lo-Fi-Look sind nicht gerade ein Highlight - ähnlich grobschlächtig wirken die Modelle der Gegner. Wesentlich besser sieht hingegen die prozedural generierte Spielwelt, die mit schicken Lichteffekten, dichter Vegetation und geschickter Tiefenschärfe arbeitet. Die Vegetation hilft dabei, die ungefilterten und pixeligen Texturen zu kaschieren. Egal ob weite Auen, dunkle Wälder, verschneite Gebirgsketten oder weites Flachland mit goldenem Gras, die Spielwelt lädt zum Erkunden ein, zumal Wettereffekte, Tag-/Nacht-Wechsel und dynamische Beleuchtung eine starke Atmosphäre erzeugen. Ähnlich eindrucksvoll ist der Ozean, vor allem wenn das Schiff in einen tosenden Sturm gerät, wobei sich die Spielwelt ohnehin erst mit den Schiffen öffnet, da man neue Biome entdecken und erobern kann - und ja, die Spielwelt ist wirklich sehr, sehr groß.

Im Gegensatz zu den Landschaften und der Seekulisse sind enge Räume wie die Grabkammern leider recht grobschlächtig und wenig ansehnlich. Die Grafik ist wahrscheinlich eine Kompromisslösung, denn das Entwicklerteam besteht lediglich aus fünf Mitarbeitern.

Der Tod lauert überall - vor allem beim Holzfällen.
Der Tod lauert überall - vor allem beim Holzfällen.
Jagen und (viel) Sammeln

Zu Beginn des Abenteuers, das lediglich durch beschwörbare Bosse und Tipps des Raben Hugin etwas Struktur erhält, sucht man sich zunächst ein Plätzchen für eine Unterkunft. Mit aufgelesenen Steinen und Holzstöcken bastelt man sich eine provisorische Axt und so werden Bäume gefällt, die beim Umstürzen andere Bäume mitreißen oder beschädigen können - oder sie erschlagen mit teils eigenwilliger Physik den eigenen Charakter. Man sollte sowieso alles mitnehmen, was nicht niet- und nagelfest ist, da alles irgendwie nützlich ist und oft große Mengen nötig sind.

Sammelt man erstmalig eine Ressource ein, werden neue Rezepte freigeschaltet, mit denen sich weitere Sachen herstellen lassen. So fällt dem Charakter beim Einsammeln von Chitin plötzlich ein, dass man daraus ja eine Harpune bauen könnte. Sehr naheliegend! Diesen Aspekt hatte Grounded mit der Erforschung von neuen Materialien besser gelöst.

Aus gesammelten Materialen werden neue Waffen und Werkzeuge hergestellt.
Aus gesammelten Materialen werden neue Waffen und Werkzeuge hergestellt.
Auf dem Weg durch die unterschiedlichen Landstriche geht es so Schritt für Schritt weiter. Man liest frisches Zeug auf, bekommt Rezepte und trifft auf neue Bedrohungen. Mit der Zeit errichtet man große Häuser, züchtet Wildschweine im selbstgebauten Pferch, pflanzt Karotten im eigenen Garten, züchtet Bienen, baut einen Hafen, denkt über einen Portalraum nach und schafft den Sprung von der Steinzeit in die Bronzezeit und dann in die Eisenzeit. Reittiere gibt es bisher übrigens nicht.

Kommentare

Herb THE berT schrieb am
4P|Marcel hat geschrieben: ?
Heute 20:20
Herb THE berT hat geschrieben: ?
Heute 19:06
Also das hier die Vorschau auf einen Gold Award liegt wundert mich
Hab das spiel getestet und zurückerstattet- liegt mir nicht. Es ist nicht schlecht aber überzeugt hat es mich nicht. Die anderen erwähnten Games haben hier auch nur ein Befriedigend bis gut erreicht erreicht und das würde ich dem auch geben. Ich finde es nicht schlecht aber auch nicht besser als die erwähnten Survivalgames.
Mich wundert das weil auch im Text viel Kritik besteht von grind bis nicht sonderlich neues.
Für das recht hohe 4P Niveau ( hier zumindest Gold zu erreichen) bin ich überrascht das Valheim hier so hervorsticht und es ja irgendwie doch nicht tut
Also mir ging es tatsächlich ähnlich. In den ersten vier Stunden fand ich es auch nur mittelmäßig, deswegen hatte es in der Vorschau aus dem Februar auch nur ein "befriedigend" bekommen (3-4 Stunden Spielzeit). Aber wenn man etwas mehr Zeit in das Spiel versenkt und mit dem Schiff unterwegs ist, öffnet sich das Spiel deutlich stärker und viele Mechaniken entpuppen sich als tiefgehender und vielfältiger als gedacht, z.B. der Hausbau.
Ja das könnte vielleicht das sein was mir entgangen ist - meine Spielzeit endete nach dem Schiffbau und einer kurzen 3 Minuten fahrt auf eine neue Insel.
SethSteiner schrieb am
Rud3l hat geschrieben: ?
Heute 17:36
Ich mag das Spiel erstaunlich gerne. Dabei bin ich überhaupt kein Survival Fan, Valheim ist das erste Spiel, an dem ich hängengeblieben bin. Hab zuerst Solo gespielt, aber dann doch noch einige Freunde überzeugen können. In einer 2er oder 3er Gruppe macht es wohl am meisten Sinn, da macht echt die A-Karte hat, wenn ein Todesmosquito über deiner Leiche wartet.
Ja die meiste Zeit über geht Solo aber es ist schon ein Problem, wenn man Pech mit dem Seed hat und eine ganze Weile rumschippern muss, um eine geeignete Insel zu finden. Erreicht man dann eine Ebene wo ein solcher Mosquito wartet, ist man gearscht. Kam heute leider nicht umhin zu cheaten, da ich zwei mal Ressourcenaufwändig unterwegs war und dann einfach nichts hatte. Ist wirklich ärgerlich, zu Mal die Leiche in einem ganz anderen Biom war aber das Tier dann einfach dort hängen blieb und einen mit einem Schlag umnatzt. Wobei man sagen muss, selbst eine Gruppe hätte hier unvorbereitet wohl ihre Probleme. Insgesamt sehe ich da mit das größe Problem noch. Es ist zu hoffen, dass man zumindest das Aggro auf dem Wasser reduziert. Ich war bspw. ja nicht mal im Biom selbst, habe sofort das Schiff gedreht aber das Vieh flog trotzdem hinterher.
Abseits davon ist das Spiel aber wirklich gut, absolut stabil, das Wechseln vom eigenen Spiel zu dem eines Freundes flutscht wunderbar, das Spiel ist fair und gibt einem alles wieder an Baumaterial, wenn man Tod ist kriegt man seine Sachen wieder, es gibt viel zu entdecken, man erschreckt sich teilweise richtig, hat sowohl Erlebnisse der Übermächtigkeit als auch wieder richtig Schiss. Es ist etwas grindy, wenn man allein spielt, das ist keine Frage aber dafür hat man auch wirklich ein Gefühl von Überleben in der Wildnis, Abenteuer und Erfolgserlebnisse.
Letztere kann man IMO denke auch noch etwas aufbauen, da nicht immer wenn man wirklich was leistet (bspw. ein zwei Sterne Monster mit großem Mob in einem Dungeon), auch etwas Verhältnismäßig...
4P|Marcel schrieb am
Herb THE berT hat geschrieben: ?
Heute 19:06
Also das hier die Vorschau auf einen Gold Award liegt wundert mich
Hab das spiel getestet und zurückerstattet- liegt mir nicht. Es ist nicht schlecht aber überzeugt hat es mich nicht. Die anderen erwähnten Games haben hier auch nur ein Befriedigend bis gut erreicht erreicht und das würde ich dem auch geben. Ich finde es nicht schlecht aber auch nicht besser als die erwähnten Survivalgames.
Mich wundert das weil auch im Text viel Kritik besteht von grind bis nicht sonderlich neues.
Für das recht hohe 4P Niveau ( hier zumindest Gold zu erreichen) bin ich überrascht das Valheim hier so hervorsticht und es ja irgendwie doch nicht tut
Also mir ging es tatsächlich ähnlich. In den ersten vier Stunden fand ich es auch nur mittelmäßig, deswegen hatte es in der Vorschau aus dem Februar auch nur ein "befriedigend" bekommen (3-4 Stunden Spielzeit). Aber wenn man etwas mehr Zeit in das Spiel versenkt und mit dem Schiff unterwegs ist, öffnet sich das Spiel deutlich stärker und viele Mechaniken entpuppen sich als tiefgehender und vielfältiger als gedacht, z.B. der Hausbau.
Jazzdude schrieb am
Vielen Dank für die vielen Rückmeldung zwecks meiner Frage! Wenn das tatsächlich auch für Soloplayer taugt, wäre das vielleicht ein tolles Feierabendspiel, so wie damals Subnautica!
Herb THE berT schrieb am
Also das hier die Vorschau auf einen Gold Award liegt wundert mich
Hab das spiel getestet und zurückerstattet- liegt mir nicht. Es ist nicht schlecht aber überzeugt hat es mich nicht. Die anderen erwähnten Games haben hier auch nur ein Befriedigend bis gut erreicht erreicht und das würde ich dem auch geben. Ich finde es nicht schlecht aber auch nicht besser als die erwähnten Survivalgames.
Mich wundert das weil auch im Text viel Kritik besteht von grind bis nicht sonderlich neues.
Für das recht hohe 4P Niveau ( hier zumindest Gold zu erreichen) bin ich überrascht das Valheim hier so hervorsticht und es ja irgendwie doch nicht tut
schrieb am
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